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11.01.2019 | Robotik | Infografik | Onlineartikel

Mobile Roboter treiben den Servicerobotik-Boom

Autor:
Dieter Beste

Der Serviceroboter-Markt boomt. Nach aktuell vorliegenden Zahlen wurden 2017 knapp 110 000 Systeme verkauft, was einem Anstieg von 85 Prozent entspricht. Diese hatten einen Verkaufswert von 6,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 39 Prozent.


2017 war die Nachfrage nach Robotern, die im gewerblichen oder privaten Umfeld als "Dienstleister" unterstützen, ungebrochen. Aktuelle Zahlen bietet das Jahrbuch "World Robotics Service Robots", welches das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) gemeinsam mit der International Federation of Robotics (IFR) erstellt. Getragen wird dieser Boom allen Branchen voran von der Logistik mit einem steigenden Bedarf an mobilen Servicerobotern und fahrerlosen Transportsystemen (FTS). 69 000 dieser Systeme wurden weltweit 2017 installiert, was 162 Prozent mehr als im Jahr davor sind. Während ein kleiner Anteil, nämlich 6700 Stück, in Produktionsumgebungen im Einsatz ist, fährt mit 62 000 Stück der Großteil in anderen Umgebungen, darunter vor allem Warenlager von E-Commerce-Unternehmen, aber auch Logistik-Zentren oder Krankenhäuser. Dort übernehmen FTS den Transport von bestellter Ware, Wäsche oder sperrigen Gütern oder erledigen Botengänge, um das Personal zeitlich und körperlich zu entlasten. Damit haben FTS einen Anteil von 36 Prozent am Gesamtumsatz von gewerblichen Servicerobotern.
Weitere umsatzstarke Serviceroboter sind medizinische Systeme, die zwar seltener verkauft werden (2931 Stück), aber hochpreisig sind und somit 29 Prozent zum Gesamtumsatz von Servicerobotern beitragen. Hauptsächliche Anwendungen sind die robotergestützte Chirurgie oder Therapie- und Rehabilitationsroboter, die Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung bei ihren Aktivitäten unterstützen oder Menschen mit dem Ziel therapieren, ihre körperlichen oder kognitiven Funktionen zu verbessern. Immer noch einen hohen Anteil von 15 Prozent am Gesamtumsatz haben Landwirtschaftsroboter, darunter insbesondere Melkroboter.
Der Markt für persönliche Serviceroboter für den privaten Alltag entwickelt sich ebenfalls rasant. 2017 wurden 25 Prozent mehr oder 8,5 Millionen Einheiten für Aufgaben wie Rasenmähen, Staubsaugen oder für Spiel und Lernen, das sogenannte Edutainment, verkauft. "Zukünftige Produktvisionen weisen auf Haushaltsroboter von höherer Komplexität, Leistungsfähigkeit und Wert hin, wie beispielsweise Roboter zur Unterstützung älterer Menschen", sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am IPA und langjähriger Autor des Jahrbuchs.

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