Serbien gestattet umfangreichen Abbau von Lithium
- 17.07.2024
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In Serbien soll eine der größten Lithiumreserven Europas liegen – nun gibt die Regierung grünes Licht für die Förderung. Schätzungen zufolge könnte sie den jährlichen Lithiumbedarf von über 1 Million Elektroautos decken.
Lithium spielt eine wichtige Rolle beim Bau von E-Fahrzeugen, doch gerade in Europa sind die Vorkommen knapp.
Björn Wylezich / Stock.adobe.com
Serbiens Regierung macht trotz jahrelanger Proteste von Umweltschützern den Weg frei für den Abbau von Lithium in dem im Westen des Landes gelegenen Jadar-Tal. Das berichtet die serbische Nachrichtenagentur Tanjug. Nahe dem Ort Loznica soll eine der größten Reserven Europas für diesen weltweit knappen Rohstoff liegen, der unter anderem für die Elektroautoindustrie wichtig ist. Mit einer neuen Verordnung beugte sich Belgrad einem wenige Tage zuvor gefällten Urteil des serbischen Verfassungsgerichts. Demnach ist die 2022 erfolgte Annullierung des Raumordnungsverfahrens für das Lithium-Abbauprojekt unrechtmäßig gewesen.
Lithium spielt eine wichtige Rolle beim Bau von E-Fahrzeugen, doch gerade in Europa sind die Vorkommen knapp. Laut serbischen Medienberichten will Bundeskanzler Olaf Scholz wegen der Förderung bereits am Freitag nach Serbien reisen. Eine Anfrage bei der Bundesregierung dazu blieb zunächst unbeantwortet.
Förderung von jährlich 58.000 t Lithium
Interessiert an dem Projekt ist seit Jahren der australische Bergbaugigant Rio Tinto, der in der Region bereits Immobilien erworben hat. Serbiens Ministerin für Bergbau und Energie, Dubravka Djedovic Handanovic, erklärte, dieses Projekt stelle die Zukunft der wirtschaftlichen Integration Serbiens in Europa dar.
Nach Schätzungen von Rio Tinto könne dieses Bergwerk jährlich 58.000 t Lithium produzieren, berichteten serbische Medien. Dies decke den Bedarf von 1,1 Millionen Elektrofahrzeuge, was etwa 17 % der europäischen Produktion entspreche. Umweltschützer kritisieren unter anderem, dass Lithiumbergbau das Grundwasser mit Schwermetallen verunreinige und daher eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung der Anwohner darstelle.