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06.03.2019 | Rohstoffe | Kolumne | Onlineartikel

Digitalisierung kurbelt den Edelmetallbedarf an

Autor:
Dominik Lochmann

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche verändert auch den Rohstoffbedarf. Nach Angaben des World Gold Councils stieg zum Beispiel der Bedarf an Gold im Technologiesektor 2017 erstmals nach sieben Jahren wieder an. Welche Metalle profitieren besonders?


Energiewende, Elektromobilität und Industrie 4.0: Durch die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche verändert sich auch der Rohstoffbedarf. So finden mittlerweile in fast allen elektronischen Alltagsgeräten Edelmetalle in Form von Kontakten, Chips und Leiterbahnen Verwendung. Folglich hat sich in den letzten 30 Jahren der Goldmarkt stark verändert. Während das Edelmetall bisher vor allem in der Schmuckbranche und zu Investitionszwecken gefragt war, spielte es in der Technologiebranche bisher nur eine kleine Rolle. In einem Bericht des World Gold Councils wird jedoch für die kommenden 30 Jahre eine steigende Goldnachfrage – vor allem im Technologiesektor – prognostiziert. Denn immer mehr Menschen erhalten den Zugang und die finanziellen Mittel, neueste Technologien wie beispielsweise Smartphone-gesteuerte Haushaltsgeräte zu nutzen. Damit einhergehend wächst die Nachfrage an entsprechenden Produkten, was wiederum Unternehmen in der Zulieferer- und Recyclingindustrie neue Chancen eröffnet.

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Allgemeiner Überblick

Dieses Kapitel behandelt das Vorkommen, die Geschichte der Verwendung und die Eigenschaften der Metalle und beschreibt die Aufgaben der Metallkunde.


Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften nimmt das zu den strategischen Metallen zählende Gold bei der Herstellung innovativer Produkte eine zentrale Rolle ein. In der Elektronikindustrie kommt das Edelmetall in Leiterplatten und Chips zwar pro Gerät nur in kleinsten Mengen vor, gilt jedoch als essenzieller Bestandteil für hochwertige Produkte, zum Beispiel für spezielle Sensoren und Prozessoren, die bei elektrischen und selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen. Aber auch andere zukunftsträchtige Branchen verwenden Gold. So gibt es einen Trend zu flexibler Elektronik wie beispielsweise tragbare Solarzellen. Hier eignet sich das Edelmetall als dünner Film aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit und seiner Flexibilität besonders gut. Immer mehr Anwendung findet Gold ebenfalls in Form sogenannter Nanopartikel, zum Beispiel bei der Produktion und Effizienzsteigerung von Brennstoffzellen. Bei den sich ständig erweiternden Anwendungsfeldern für Gold ist davon auszugehen, dass die Nachfrage weiterhin steigen wird. 

Silber und Kupfer in erneuerbaren Energien

Windkraft- und Fotovoltaikanlagen sind wichtige Säulen der Energiewende, die in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Zur Herstellung entsprechender Anlagen benötigt die Industrie neben anderen Primärrohstoffen eine steigende Menge an Silber sowie Kupfer. Eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) prognostiziert beispielsweise den globalen Kupferbedarf für neu gebaute Windkraftanlagen von 103.000 Tonnen im Jahr 2013 auf 244.000 Tonnen im Jahr 2035.  Denn Kupfer ist ein unentbehrlicher Rohstoff für elektrische Leitungen und andere elektronische Bauteile der Solar- und Windkraftenergie. Auch der Silberbedarf steigt aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Jahren an, denn der Rohstoff wird dank seiner hervorragenden metallurgischen Eigenschaften viel in den Siliziumkollektoren von Photovoltaikanlagen verbaut. Aktuelle Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2017 vergrößerte sich die Silbernachfrage aus dem industriellen Sektor das erste Mal wieder seit 2013. Der Weltverband The Silver Institute geht in einer aktuellen Studie sogar davon aus, dass bis 2030 über 25.000 Tonnen Silber in Solarzellen verbaut werden. Eine schier unvorstellbare Menge, die das Silver Institute mit dem exponentiellen Wachstum und dem globalen Interesse im Feld der Solarenergie begründet. Momentan befassen sich Forschungsinstitute wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) oder das Max-Planck-Institut daher sehr intensiv mit der weiteren Verfügbarkeit der genannten Rohstoffe. 

Platin und Palladium in der Autoindustrie

In Europa steigen die Verkaufszahlen für Autos mit Benzinmotor, in deren Katalysatoren Palladium oder Platin in Kombination mit Rhodium Verwendung finden, stetig. Durch strengere Abgasnormen kommt bei der Herstellung neuerdings sogar eine höhere Menge Edelmetall zum Einsatz. Denn die Rohstoffe sind für eine verbesserte Filterfunktion zuständig. Passend dazu weist Palladium in den letzten Jahren eine enorme Preisentwicklung auf, in deren Verlauf sich der Wert mehr als verdoppelt hat. Bei der Entwicklung von Autos mit Brennstoffzellen spielt vor allem der Rohstoff Platin eine bedeutende Rolle. Zwar gibt es Bestrebungen nach günstigeren Alternativen oder einer Reduktion der benötigten Beschichtungsmenge, doch ganz wegzudenken ist Platin bei der Herstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Werden sich Brennstoffzellen durchsetzen, wird der Bedarf des Edelmetalls sprunghaft ansteigen.

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