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26.11.2019 | Sachversicherung | Infografik | Onlineartikel

Hausrat ist in Großstädten am seltensten versichert

Autor:
Swantje Francke
2 Min. Lesedauer

In der Dunkelheit der Wintermonate steigt die Zahl der Einbrüche wieder. Diesem Risiko setzen sich Großstadtbewohner und Millennials statistisch am häufigsten unversichert aus, besagt eine aktuelle Studie.

Die sicherheitsliebenden Deutschen sind wohl doch risikofreudiger als angenommen. Gerade in Hamburg, Köln und Berlin, wo laut Bundeskriminalamt die meisten Einbrüche verübt werden, versichern die Bewohner vergleichsweise selten ihren Hausrat. Laut einer Studie des Versicherers Getsafe lassen vor allem Millennials und Einwohner von Großstädten ihren Versicherungsschutz schleifen. Am häufigsten ist dieser Versicherungsverzicht in Hamburg nachgewiesen, gefolgt von Berlin, Köln, Düsseldorf und Hannover.

In Deutschland registriert die Polizei jährlich knapp 100.000 Einbrüche, von denen vier von fünf unaufgeklärt bleiben. Durchschnittlich schlagen Einbrecher hierzulande alle fünf Minuten zu. Für die Studie analysierte Getsafe die Einbruchstatistiken des Bundeskriminalamts und stellte sie in Bezug zu 70.000 eigenen Daten von Kunden im Durchschnittsalter von 29 Jahren und aus Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. In der Gesamtbetrachtung ist Einbruch die zweithäufigste Ursache für das Beanspruchen von Leistungen aus der Hausratversicherung.  

Je weniger Einbrüche, desto höher die Versicherungsdichte

Das Ergebnis der Studie offenbart gleich zwei Paradoxe. Nicht nur herrscht in Städten mit hoher Einbruchswahrscheinlichkeit eine vergleichsweise niedrige Motivation, eine Hausratversicherung abzuschließen. Im Gegenteil versichern gerade dort, wo wenig eingebrochen wird, besonders viele Bürger ihre häuslichen Habseligkeiten. Am besten abgesichert sind der Studie zufolge die Haushalte in Darmstadt, Augsburg, Braunschweig, Mainz und Mannheim. Dort schätzen die Bewohner das Einbruchsrisiko höher ein, als es ist, während die Bewohner der bevölkerungsreichen Städte die Gefahrenlage unterschätzen und zu wenig in ihren Schutz investieren. Laut Einbruchstatistik sind übrigens Reutlingen, Erlangen, Würzburg, Fürth und Jena die sichersten Städte im Bundesvergleich.

Warum aber scheuen Millennials den Abschluss von Hausratsversicherungen? Eine Erklärung für das mangelnde Interesse der 25- bis 34-Jährigen sieht Getsafe in der Skepsis Finanzdienstleistern gegenüber. Des Weiteren führt der Versicherer andere Lebens- und Kommunikationsgewohnheiten dieser Bevölkerungsgruppe an, um zu erklären, warum nur 63 Prozent der Millennials hausratversichert sind, während der Bundesdurchschnitt laut Statistischem Bundesamt bei 75 Prozent liegt. Die Verfasser der Studie äußern sogar die Vermutung, junge Menschen hätten womöglich noch gar keinen wertvollen Hausrat, den es zu versichern gelte.  

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Quelle:
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