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14.07.2016 | Sanierung | Im Fokus | Onlineartikel

Graue Energie bei Altbausanierungen

Autor:
Christoph Berger
2 Min. Lesedauer

Um Gebäude energetisch zu sanieren, ist zunächst der Einsatz von Energie notwendig. Doch lohnt sich dann die Sanierung überhaupt noch?

Als graue Energie wird die Energiemenge verstanden, die für die Herstellung, den Transport, die Lagerung, den Verkauf und die Entsorgung eines Produktes benötigt wird. So ist im Fachartikel "Energie-Autarkie und Energie-Autonomie in Theorie und Praxis" der "Zeitschrift für Energiewirtschaft" beschrieben. Für die energetische Sanierung von Gebäuden bedeutet dies, dass zum Beispiel für die Herstellung, den Transport, die Lagerung, den Verkauf sowie die Montage von Dämmmaterialien oder den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien erst einmal der Einsatz von Energie notwendig ist. Ist eine energetische aus ökologischer Sicht da noch sinnvoll?

Ökobilanz unterschiedlicher Sanierungsoptionen

Vor diesem Hintergrund hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) eine Ökobilanzierung unterschiedlicher energetischer Sanierungsoptionen bei Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern vorgenommen. Im Kapitel "Konstruktiver Ingenieurbau und Hochbau" des gleichnamigen Springer-Fachbuchs wird erwähnt, dass "als Voraussetzung für die Ökobilanzierung von Gebäuden und baulichen Anlagen eine nationale Datenbank 'Ökobaudat' mit Angaben zur Ökobilanz relevanter Bauprodukte und -prozesse aufgebaut" wurde. Diese werde ständig aktualisiert und erweitert, heißt es weiter. Angaben zur Nutzungsdauer von Bauteilen sind zum Beispiel eine Voraussetzung sowohl für die Ökobilanzierung als auch für die Lebenszykluskostenrechnung.

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Die Untersuchungen des IÖW haben ergeben, dass sowohl eine umfassende Dämmung der Gebäudehülle als auch eine Modernisierung des Heizungserzeugers vorteilhaft für die Umwelt sind. Die Amortisationszeit aus Klimaschutzperspektive beträgt demnach – je nach Umfang der Maßnahmen und Ausgangszustand des Gebäudes – zwischen weniger als einem und wenigen Jahren.

Eine Kombination ist am umweltfreundlichsten

Zudem haben die Wissenschaftler festgestellt, dass die Kombination von einer Sanierung der Gebäudehülle mit einer Modernisierung des Heizungssystems in der Regel am umweltfreundlichsten ist. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es zwischen den untersuchten Sanierungsoptionen relevante Unterschiede gibt. Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen und mineralischen Materialien schneiden besonders gut ab. Ebenso Heizungen aus Basis erneuerbarer Energien. Die geringsten Emissionen verursachen Erd-Wärmepumpen, wenn sie mit einem relevanten Anteil Photovoltaikstrom betrieben werden.

Ergebnis des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts Gebäude-Energiewende ist, dass eine Sanierung aus Klimaschutzsicht fast immer sinnvoll ist.

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