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Über dieses Buch

„Schichtarbeit macht krank“, so die landläufige Meinung. Doch der Einfluss der Arbeitszeitgestaltung auf die körperliche und seelische Gesundheit wird weit überschätzt. Die wissenschaftliche Erkenntnislage dazu ist nach wie vor dünn und widersprüchlich, so dass es verwundert und geradezu erschreckt, wie auf breiter Front vor dramatisierten Gefahren der Nacht- und Schichtarbeit gewarnt wird und welche Flut angeblich fundierter Empfehlungen zur Schichtplangestaltung kursiert.

In diesem Buch geben die Autoren einen umfassenden, allgemein verständlichen Überblick über den aktuellen Stand der arbeitsmedizinischen und arbeitspsychologischen Forschung zur Nacht- und Schichtarbeit. Sie beleuchten die verschiedenen pseudowissenschaftlichen Irrwege, die zur Überschätzung der Schädlichkeit von Nacht- und Schichtarbeit geführt haben. Auf Basis ihrer langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung von Schichtsystemen zeigen die Autoren, wie einfache Schicht- und Dienstpläne konstruiert werden können. Darüber hinaus werden aktuelle Trends der Schichtplangestaltung vorgestellt, mit denen Arbeitszeitwünsche der Mitarbeiter besser verwirklicht werden können, ohne betriebliche Anforderungen zu vernachlässigen.
Damit ist dieses Buch ein hilfreicher Ratgeber für alle, die in ihrem Unternehmen mit Fragen der Schichtplangestaltung betraut sind – sei es in Produktionsverantwortung, Personalabteilung, Betriebsrat oder Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz. Wissenschaftler und Forscher erhalten in diesem Buch zusätzlich einen kompakten Überblick über den aktuellen Stand der Schichtarbeitsforschung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Wider die menschliche Natur?

Warum ein Blick zurück ein Schritt nach vorn sein kann

Schon Evolution und Menschheitsgeschichte zeigen: Das menschliche Schlafverhalten ist vielfältiger und elastischer als wir annehmen. So wird auch verständlich, warum die Suche der Arbeitswissenschaftler seit nun schon über fünfzig Jahren nach allgemeingültigen Regeln für die Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit erfolglos bleiben musste und hiermit verbundene Risiken weit überschätzt werden. Die Rolle kirchen- und obrigkeitsgetreuer Schlafmoralisten wurde längst von Wissenschaftlern, Ärzten und Psychologen übernommen.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 2. Schlafforschung auf müden Beinen

Was ist dran an den Schlafmythen rund um Nacht- und Schichtarbeit?

Auch wenn Nacht- und Schichtarbeitnehmer meist häufiger über Ein- und Durchschlafprobleme klagen als ausschließlich am Tage tätige Menschen, erweisen sich die unter Schlafforschern beliebten Konzepte wie „Schichtarbeitersyndrom“, „Chronodisruption“ oder „Desynchronisation“ empirisch bestenfalls als unzureichend fundiert. Die für Theorien zur Krankheitsentstehung zentralen Kernannahmen der Schichtarbeitsforschung stehen auf sehr müden Beinen.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 3. Wie schädlich sind Nacht- und Schichtarbeit wirklich?

Die Schichtarbeitsforschung im Faktencheck

Auch wenn Nacht- und Schichtarbeit auf vielfältige Weise belastend sein können, ist entgegen immer wieder veröffentlichter Alarmmeldungen die Wahrscheinlichkeit, dadurch ernsthaft zu erkranken oder gar früher zu sterben, äußerst gering – sofern sie denn überhaupt erhöht sein sollte. Geradezu erschreckend ist, wie leichtfertig vielfach aus methodisch unzulänglichen Studien weitreichende Schlussfolgerungen zu Kausalzusammenhängen gezogen werden und wie selbst von den Wissenschaftlern relative Risiken überinterpretiert werden.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 4. Gibt es gute und schlechte Schichtpläne?

Kritische Bewertung der arbeitswissenschaftlichen Erkenntnislage

Auch die methodisch insgesamt wenig befriedigende und zudem äußerst uneinheitliche Befundlage hindert ArbeitswissenschaftArbeitswissenschaftler und sogar Bundes- und Landesbehörden sowie medizinische Fachgesellschaften nicht daran, Empfehlungen zur Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu geben. Es ist vor diesem Hintergrund geradezu anmaßend, subjektives Empfinden der Nacht- und Schichtarbeitnehmer irgendwelchen vermeintlich wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen, die letztlich wenig mehr als Glaubenssätze sind, unterzuordnen.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 5. Forschung ohne Fortschritt?

Warum Schichtarbeitsforschung und Arbeitswissenschaft die Erkenntnislage so wenig aufhellen

Schichtarbeitsforschung und Arbeitswissenschaft konnten seit inzwischen über einem halben Jahrhundert keinen wirklichen Erkenntnisfortschritt liefern, welche Risiken mit Nacht- und Schichtarbeit tatsächlich verbunden sind und wie sich Schichtsysteme für die Betroffenen optimieren lassen. Ein „Weiter so“ wird daran nichts ändern. Doch durch Beachtung dreier einfacher Regeln ist die Befreiung aus den Irrwegen des Erkenntnis-Labyrinths möglich.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 6. So einfach geht’s: Schichtpläne selber erstellen

Ein einfaches Verfahren zur Konstruktion von Schichtplänen und Besetzungsplänen

In diesem Kapitel lernen Sie alle methodischen Grundlagen kennen, die Sie für die Konstruktion von Schichtplänen benötigen: Nach der Ermittlung des Besetzungsbedarf wird der hierfür erforderliche Personalbedarf berechnet, aus dem sich die Schichtplanparameter bestimmen lassen, die für die Konstruktion von „Netto“- und „Brutto“-Schichtplan relevant sind. Die Ableitung des Besetzungsplans und ein Einsatzplanbeispiel runden den Einstieg ab.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 7. Konstruktion von „verschachtelten“ Schichtplänen

Um Arbeitszeitwünsche der Mitarbeiter verwirklichen zu können, kann die „Verschachtelung“ mehrerer Schichtpläne hilfreich oder mitunter sogar erforderlich sein. In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen, wie man verschiedene Schichtpläne konstruiert, die man so ineinander „verschachtelt“, dass der Gesamt-Besetzungsbedarf idealerweise exakt getroffen wird.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 8. Konstruktion von Schichtplänen und Besetzungsplänen bei größeren Arbeitsplatzgruppen

Sind in den verschiedenen Betriebsschichten jeweils mehrere Arbeitsplätze zu besetzen, bietet sich die Bildung von Schichtteams an. Die Konstruktion entsprechender Schichtsysteme gelingt mit einer Erweiterung der bisher kennengelernten Methodik, die wir in diesem Kapitel anwenden.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Kapitel 9. Die Vielfalt individualisierter Schichtsysteme in der Praxis

In diesem Kapitel vermitteln wir Ihnen einen Einblick in verschiedene betriebliche SchichtsystemSchichtsystemindividualisiertesSchichtsysteme. Die anonymisierten Praxisbeispiele zeigen, auf welch unterschiedliche Weise sich Arbeitszeitlagen, Schichtfolgen und durchschnittliche vertragliche Arbeitszeitdauern im mehrschichtigen Betrieb individualisieren lassen, um den zeitlichen Wünschen der Mitarbeiter noch besser entgegenkommen zu können, ohne die betrieblichen Besetzungsanforderungen zu vernachlässigen.

Jan Kutscher, Julia Marie Leydecker

Backmatter

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