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Über dieses Buch

In Gesellschaften existieren zeitliche Rhythmen der Ruhe und Aktivität. Schichtarbeitende stehen aufgrund ihrer Arbeitszeiten in einem interessanten Verhältnis zu diesen Zeitrhythmen. Hinzu kommen aus der oftmals damit verbundenen Produktionsarbeit körperliche Belastungen. Im Rahmen dieser Analyse werden Fragebögen von Schichtarbeitenden eines Automobilunternehmens zum Thema Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Privatleben ausgewertet und einige ergänzende Interviews geführt. Während in der theoretischen Herleitung der Fokus vor allem auf die Arbeitszeiten und insbesondere ihre Lage und Variabilität gelegt wird, zeigt sich im empirischen Teil besonders die hohe Bedeutung der Arbeitsbelastung für die Vereinbarkeit der Lebensbereiche.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Das Zusammenspiel von Schichtarbeit und Privatleben als Forschungsobjekt

Zusammenfassung
Die Vereinbarkeit von Privatleben und Erwerbsarbeit stellt für eine Vielzahl von Personen eine individuelle tägliche Herausforderung dar. Warum Schichtarbeitende auch strukturell vor besonderen Hürden in diesem Zusammenhang stehen, und zugleich eine relevante Beschäftigtengruppe für die Forschung darstellen, wird in der Einleitung dieser Doktorarbeit dargelegt. Zudem wird die grundlegende gesellschaftliche Bedeutung der Vereinbarkeit der Lebensbereiche betont.
Ann-Kathrin Dohme

Kapitel 2. Forschungsstand und Forschungsfragen

Zusammenfassung
Schichtarbeitende in der Industrie müssen in ihrer alltäglichen Lebensführung zwei grundsätzliche Herausforderungen meistern. Zum einen müssen sie mit körperlichen Belastungen, die sich aus der Lage der Arbeitszeiten ergeben, sowie mit Arbeitsbelastungen der (taktgebundenen) industriellen Fertigung umgehen. Zum anderen müssen die Schichtarbeitenden in ihrem Alltag mehr oder weniger widersprüchliche Zeitbindungen aus dem Arbeits- und Privatleben miteinander koordinieren. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von Nicht-Schichtarbeitenden. Im Rahmen des zweiten Kapitels wird eine Vielzahl von Variablen erläutert, die in diesem Spannungsfeld wirken (dürften) und es werden zudem Veränderungsprozesse aufgezeigt, die den Schichtarbeitenden heute andere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Privatleben und Erwerbsarbeit setzen. Zu den entsprechenden Zusammenhängen werden verschiedene Hypothesen aufgestellt, beispielsweise auch zu den Effekten verschiedener Schichtmodelltypen.
Ann-Kathrin Dohme

Kapitel 3. Methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Um sich der Fragestellung umfassend widmen zu können, wurde im Rahmen der hier vorliegenden Dissertation ein Mixed-Methods Ansatz gewählt. Im Kapitel drei wird erläutert, wie die entsprechende Betriebsfallstudie aufgesetzt, durchgeführt und analysiert wurde. Teil dessen bildet die Operationalisierung der zu betrachtenden Variablen in einem Fragebogen und die Konzeption von leitfadengestützen Interviews. Während im Mittelpunkt der quantitativen Analysen die Darstellung kollektiver Alltagsmuster und das Aufdecken von Zusammenhängen steht, zielen die Interviews vor allem auf die individuelle Lebensführung der Befragten ab.
Ann-Kathrin Dohme

Kapitel 4. Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Befragung

Zusammenfassung
Aufgrund der erhobenen Daten lässt sich im Rahmen der Analyse und Auswertung im vierten Kapitel zeigen, wie durch die Schichtarbeit die Gestaltbarkeit der Freizeit eingeschränkt wird. Dabei wird deutlich, dass die verschiedenen Schichten unterschiedlich auf den zeitbasierten und den beanspruchungsbasierten Work-to-Life-Conflict wirken. Bezüglich der Arbeitsbedingungen kann dargelegt werden, dass diese in Abhängigkeit von der individuellen Lebenssituation sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Besonders diese Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen ist entscheidend für die Wahrnehmung der Vereinbarkeit der Lebensbereiche. Wie eine vereinbarkeits- bzw. familienfreundlichere Schichtarbeit aussehen kann, wird zum Ende des Kapitels ausführlich dargestellt.
Ann-Kathrin Dohme

Kapitel 5. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Abschließend werden im fünften Kapitel die Ergebnisse der Dissertation zusammengefasst und ein Ausblick gegeben. Hervorgehoben wird die Erkenntnis, dass der Arbeitsbelastung eine besondere Bedeutung im Wechselspiel von Schichtarbeit und Privatleben zukommt, stärker als eingangs angenommen. Maßnahmen zur Förderung der Zeitautonomie werden nur bei gleichzeitiger Berücksichtigung dieses Wirkfaktor zu einer vereinbarkeitsfreundlicheren Schichtarbeit führen können, mindestens im Bereich der Industriearbeit. Zukünftige Studien in diesem Themenfeld sollten sich noch stärker der Frage stellen, aus welchem Teil der Arbeitsbedingungen sich welche zeitbasierten und beanspruchungsbasierten Work-Life-Conflicts ergeben. Sinnvoll wäre ein Quervergleich unterschiedlicher Berufsgruppen mit Schichtarbeit.
Ann-Kathrin Dohme
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