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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Schnittstellenmanagement als erfolgskritische Aufgabe bei der Durchführung von M&A-Projekten

1. Problemstellung: Das Management von Schnittstellen bei M&A-Transaktionen

Zusammenfassung
Nachdem der Markt für Transaktionen von Unternehmen und Beteiligungen (Mergers and Acquisitions [M&A]) bis zum Jahr 2000 stetig anstieg, ist seitdem ein enormer Rückgang sowohl in Bezug auf die Anzahl der Transaktionen als auch hinsichtlich des Transaktionsvolumens festzustellen. Die Zahl der Übernahmen und Fusionen (ohne Privatisierungen) sank 2002 global um 24% auf 22.775, das Volumen um 47% auf 996 Mrd. Dollar, der Rückgang in Deutschland nimmt ähnliche Ausmaße an (vgl. o.V. 2002a, 11; vgl. Abbildung 1-11-1). Nahm die Mannesmann-Übemahme durch Vodafone ein Volumen von 389 Mrd. DM ein, wirkt die größte Transaktion des Jahres 2002 mit deutscher Beteiligung, die Übernahme der britischen Innogy Holdings durch RWE, mit einem Kaufpreis von 8,129 Mrd. Euro (vgl. Giersberg 2002a, 12) eher bescheiden.
Florian Hawranek

2. Bedeutung und Erfolg von M&A als strategische Managemententscheidung

Zusammenfassung
Eine allgemein gültige Definition für Mergers & Acquisitions hat sich in der Literatur noch nicht durchgesetzt. Im weiteren Sinn umfassen M&A alle Vorgänge, die mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen Zusammenhängen (vgl. Jansen 2000, 38). Konstitutive Merkmale sind die Änderung der Eigentumsverhältnisse am Eigenkapital von Unternehmen bzw. Untemehmensteilen und damit der Übergang von Leitungs- und Kontrollbefugnissen über diese (vgl. Coenenberg/Jakoby 2000, 177–178). Somit werden unter M&A Transaktionen gefasst, die dauerhaft angelegt sind, eine strategische Absicht verfolgen und durch Eingriff in das Management des Zielunternehmens Einfluss auf die Unternehmenspolitik ermöglichen. Finanz- bzw. Portfolioinvestitionen, also Kapitalbeteiligungen ohne strategische Absicht als Anlage zum Renditeerwerb (vgl. Perlitz 2000, 98), bleiben außen vor. Damit umfassen die Begriffe Merger und Acquisition die deutschen Terminologien Fusion und Akquisition sowie Unternehmenstransaktion, -Zusammenschluss, -Übernahme und -erwerb bzw. -verkauf.
Florian Hawranek

3. Wesen und Bedeutung der Schnittstellenproblematik

Zusammenfassung
Im Folgenden werden der Begriff „Schnittstelle“ präzisiert und damit zusammenhängende Probleme in anwendungsübergreifender Bedeutung erklärt. Darauf aufbauend wird erörtert, welche inhaltlichen Aspekte das „Schnittstellenmanagement“ umfasst. Dies soll die Thematik dieser Arbeit verdeutlichen und eine anschauliche Übertragung der Problemstellung auf den M&A-Prozess gewährleisten.
Florian Hawranek

4. Schnittstellen im M&A-Prozess

Zusammenfassung
Die Komplexität des M&A-Prozesses und die hohen fachlichen und M&A-spezifischen Anforderungen der heterogenen Aufgaben haben zur Konsequenz, dass diese weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht von der Unternehmensleitung alleine zu bewältigen sind. So werden interne und externe M&A-Spezialisten, aber auch Manager aus verschiedenen Fachbereichen und Regionen involviert. Oftmals nehmen darüber hinaus direkt und indirekt Betroffene, bisweilen sogar von außerhalb des Unternehmens, am M&A-Prozess teil. Schließlich verlangen rechtliche und traditionelle Rollen die Beteiligung bestimmter Akteure wie der Geschäftsleitung. Insgesamt sind in großen Projekten bis zu 150 Personen unterschiedlicher Hierarchieebenen, bei der Fusion von Hewlett-Packard und Compaq waren es sogar 900 (vgl. Knop 2002, 15), aus ca. 40 Parteien aktiv involviert (vgl. Lucks 2002b, 198; Krauß 1999, 27; vgl. zu den Beteiligten Abschnitt I, 4.2). Der Prozess wird folglich in Teilaufgaben zerlegt, denen sich gemäß ihrer jeweiligen Kompetenzen unterschiedliche Einheiten widmen, die dabei auch eigenständig Entscheidungen fallen (vgl. Lucks/Meckl 2002, 275–283; Penzel/Pietig 2000, 30–43). Die Beteiligten treten im Prozessverlauf in unterschiedlicher Intensität in Erscheinung (vgl. Kübler 1996, 94) und steigen je nach Bedarf in den Prozess ein und aus (vgl. Jemison/Sitkin 1986b, 149).
Florian Hawranek

Gestaltungsempfehlungen für das Schnittstellenmanagement von M&A-Projekten

1. Vorgehensweise zur Ermittlung eines effizienten M&A-Schnittstellenmanagements

Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist die Unterstützung der organisationsplanerischen Aufgabe (vgl. dazu Grochla 1982, 75), Schnittstellen von M&A-Prozessen antizipativ bzw. prozessbegleitend zu analysieren und zu gestalten (vgl. Abschnitt I, 1.3.1). Für praktische Empfehlungen reicht dabei die Kennzeichnung alternativer Schnittstellenlösungen nicht aus. Vielmehr benötigt man allgemeine und (situations-)spezifische Aussagen über ihre Wirkungen. Obwohl M&A- Form und Ziele Auswirkung auf das M&A-Management haben (vgl. Kübler 1996, 26–35), wird versucht, das Schnittstellenmanagement so zu konzeptionieren, dass allgemein anwendbare Aussagen formuliert werden können. Dabei rechtfertigt die Übertragbarkeit der „hard facts“ des Prozesses (vgl. Abschnitt I, 2.4.5) den Versuch, das Schnittstellenmanagement einer Institutionalisierung zu unterziehen. Daher wird eine Meta-Organisation als „Anleitung“ konstruiert, die neuralgischen Schnittstellen des Projekts effizient zu gestalten.
Florian Hawranek

2. Gestaltungsempfehlungen für ein bilaterales Schnittstellenmanagement bei M&A

Zusammenfassung
Gemäß dem Forschungsansatz widmet sich die Arbeit zunächst der effizienten Gestaltung bilateraler Schnittstellen. Um diese nicht ad hoc, sondern umfassend und problemadäquat vorzunehmen, ist eine detaillierte Planung und Umsetzung nach dem in Abschnitt I, 3.3 angedeuteten Schema notwendig. Abbildung II-21-1 verdeutlicht den logisch-konzeptionellen Aufbau des dazu verwendeten Bezugsrahmens.
Florian Hawranek

3. Gestaltungsempfehlungen für ein multilaterales Schnittstellenmanagement bei M&A

Zusammenfassung
Um die Mikrostraktur bilateraler Beziehungen durch eine Makrostruktur zu erweitern, ist ein Gestaltungsansatz zu finden, der ein integratives und effizientes Schnittstellenmanagement des gesamten M&A-Prozesses gewährleistet. Die entsprechende axiomatische Hypothese lautet: Wenn die Wechselwirkungen zwischen mehreren bilateralen Schnittstellen sowie zwischen den zugehörigen Gestaltungsmustern betrachtet werden, ist ein übergeordnetes Gestaltungsmuster zu ermitteln, das eine Integration der Interdependenzen ermöglicht und die bilateralen Gestaltungsmuster effizient miteinander verbindet (vgl. Abschnitt I, 1.3.2). Die aus diesem Axiom abgeleiteten Theoreme stellen nicht nur Einzelaussagen zur bilateralen Schnittstellengestaltung unter neuen Rahmenbedingungen, sondern Aussagen zur Gestaltung der schnittstellenübergreifenden Koordinationseffizienz des Gesamtprojekts dar.
Florian Hawranek

4. Integration von bi- und multilateralem Ansatz: Kombination von Schnittstellenkonfigurationen

Zusammenfassung
Um die Anwendung multilateraler Ergebnisse auf das Ergebnis zum bilateralen Schnitt- stellenmanagement zu verdeutlichen, werden praxisrelevante Kombinationen bilateraler Schnittstellentypen als konkrete Situationen im Netzwerk gebildet. Diese werden unter Rückgriff auf die Kompatibilitätsprüfung der bilateralen Schnittstellenkonfigurationen (vgl. Abschnitt II, 2.8.2.1) danach untersucht, welche Maßnahmen des Netzwerkmanagements notwendig sind, um die identifizierten Probleme zu beheben, und welchen Einfluss dies auf die Konfigurationen hat. Diese Auflösung des aggregierten Bilds von Netzwerken entspricht der Forderung von Salancik, eine Theorie der Organisation von Netzwerken auf der Analyse der Interaktionsstrukturen im Netzwerk aufzusetzen, um Koordinationswirkungen abzuleiten (vgl. 1995, 348).
Florian Hawranek

5. Kritische Würdigung der Ergebnisse

Zusammenfassung
Abschließend sind zur Bewertung der Realisierung der in Abschnitt I, 1.3 formulierten Ziele der Arbeit die Leistungsfähigkeit des Gesamtmodells und die Aussagefähigkeit seiner Inhalte einzuschätzen und der Theorieanspruch und damit der wissenschaftliche Beitrag der Arbeit zu erörtern.
Florian Hawranek

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