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Über dieses Buch

Das Buch erfasst zuerst den komplexen und dynamischen Kontext, in dem Schreiben in der Finanzwelt geschieht, und untersucht dann am Beispiel einer zentralen Textsorte, was diese Textprodukte tatsächlich leisten. Schließlich entwickelt das Buch forschungsbasierte Werkzeuge, die den Kommunikationserfolg von Finanztexten systematisch und wirksam verbessern können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Der theoretische Rahmen Weil ein guter Text nur gut ist im Kontext

Frontmatter

Kapitel 1. Umwelt der Texte

Zusammenfassung
Finanzanalysetexte entstehen in einer komplexen Umwelt, in der viele Akteure und Faktoren zusammenspielen und sich gegenseitig beeinflussen. So sind AnalystInnen Teil verschiedener Subsysteme innerhalb der Finanzbranche, die es im Überblick zu verstehen gilt, wenn man sich mit Finanzanalysetexten befassen will. Dieses Kapitel stellt deshalb scharf auf die Einflüsse, Kräfte und Spannungsfelder, denen FinanzanalystInnen als professionelle Schreibende ausgesetzt sind: die Schreibsituation der FinanzanalystInnen, die Besonderheiten der AktienanalystInnen und Research-Teams, die unterschiedlichen Bankentypen, die Financial Community und die Finanzwelt überhaupt.
Marlies Whitehouse

Kapitel 2. Funktion der Texte

Zusammenfassung
Dieses Kapitel fokussiert auf das Zusammenspiel von InvestorInnen und AnalystInnen innerhalb der Financial Community. Angesichts der immer komplexer werdenden Finanzmärkte ist es für AnlegerInnen zunehmend schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie greifen deshalb auf Analysen und Einschätzungen von FinanzspezialistInnen zurück, die ihnen helfen, sich in den Märkten zu orientieren. Skandale um Firmen wie Enron oder Worldcom wie auch die Finanzkrise ab 2007 haben aber das Vertrauen in die FinanzanalystInnen immer wieder erschüttert. Der Ruf nach einer verstärkten Regulierung in der Branche der FinanzanalystInnen wird lauter. Während weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass gewisse Grundregeln gelten müssen, ist das Ausmaß der Normierung stark umstritten. Neben gesetzlichen Regulierungen gibt aber auch die Qualität der Texte Anlass zu Diskussionen.
Marlies Whitehouse

Kapitel 3. Struktur der Texte

Zusammenfassung
Die Struktur von Finanzanalysetexten variiert je nach Thema und Funktion. So werden Daten aus den Bereichen Aktien, Obligationen, Fonds, Devisen, Zinshandel oder Konjunktur in unterschiedlicher Form ausgewertet und publiziert. Die folgenden Abschnitte fokussieren auf die Struktur von Aktienanalysen, die von den Finanzinstituten regelmäßig publiziert werden.
Marlies Whitehouse

Kapitel 4. Zwischenbilanz

Zusammenfassung
Aus den kommunikativen Bedürfnissen der Finanzwelt haben sich Textsorten entwickelt, Muster sprachlicher Kommunikation innerhalb und zwischen Bereichen und über die Finanzwelt hinaus. Die Merkmale dieser Textsorten spiegeln die Funktion der Texte in ihrer Umwelt. Entsprechend gelten einige Merkmale für sämtliche Textsorten in der Finanzwelt, andere nur für einzelne Sorten oder gar nur für eine bestimmte Sorte innerhalb einer bestimmten Institution.
Marlies Whitehouse

Eine empirische Fallstudie Was Aktienanalysen prägt – und was sie auszeichnen könnte

Frontmatter

Kapitel 5. Beispielkorpus

Zusammenfassung
Das Beispielkorpus besteht aus sämtlichen Unternehmensstudien, die zwischen dem 15. August und dem 31. Dezember 2012 im Aktien-Research einer großen Schweizer Bank in deutscher Sprache verfasst und publiziert wurden. Der Erhebungszeitraum wurde durch äußere Bedingungen bestimmt: In dieser Periode war es möglich, Zugang zum Textproduktionsprozess zu erhalten, um genaue Daten für die systematische Textanalyse zu erheben. Die Texte im Beispielkorpus decken alle Branchen ab und sind durch eine bankinterne Stelle korrigiert und lektoriert worden.
Marlies Whitehouse

Kapitel 6. Methode

Zusammenfassung
Um Textproduktion, Textprodukte und ihre Rezeption analysieren zu können, bedarf es komplementärer Methoden der Datenerhebung und -auswertung. Da in diesem Buch insbesondere auf die Produktperspektive fokussiert wird, bietet sich die pragmatische Textanalyse an, um mit Textmerkmalen die Verständlichkeit und den Informationsgehalt der Textprodukte zu analysieren und Maßnahmen zur Verbesserung mittels gezielter Schreibtrainings aufzuzeigen (Teil III).
Marlies Whitehouse

Kapitel 7. Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Ergebnisse bei den Textmerkmalen Verständlichkeit zeigen, dass die Mehrheit der Aktienanalysetexte das Kommunikationspotenzial bezüglich Ambiguität und Dichte erreicht; bei verschiedenen Unternehmensstudien wurden bezüglich Ambiguität und hinsichtlich Dichte einmalige Probleme festgestellt.
Marlies Whitehouse

Kapitel 8. Interpretation

Zusammenfassung
Die Textanalyse hat drei wichtige Resultate geliefert: Erstens zeigen die Ergebnisse bei den Merkmalen zum Informationsgehalt, dass die InvestorInnen mit Unternehmensstudien gut bis ausreichend über eine Firma informiert werden. Erwähnenswert ist dabei, dass der Informationsgehalt bei den Merkmalen Marktposition, Management und Markttrends in vielen Texten nur als knapp erfüllt bezeichnet werden muss. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass den FinanzanalystInnen die Rahmenbedingungen, in denen sich ein Unternehmen befindet, sehr gut bekannt sind, und sie deshalb mehr auf Aktuelles (Story) und ihre eigene Einschätzung fokussieren.
Marlies Whitehouse

Kapitel 9. Zwischenbilanz

Zusammenfassung
Die empirische Analyse in der Fallstudie Aktienresearch belegt bereits bei wenigen, einfach operationalisierten Markern: Mögliche Probleme beim Einsatz von Aktienanalysetexten gründen klar nicht in mangelhaftem Informationsgehalt, sondern in zu geringer Verständlichkeit. FinanzanalystInnen müssen in ihren Unternehmensstudien also nicht noch mehr und auch nicht andere Informationen liefern, damit der Text den Bedürfnissen der AnlegerInnen besser gerecht wird. Vielmehr müssen die publizierten Texte mit ausgeprägterem Bewusstsein für die AdressatInnen abgefasst werden.
Marlies Whitehouse

Forschungsbasierte Schreibberatung Routinen aufbrechen und Repertoires erweitern

Frontmatter

Kapitel 10. Situationen (er-)klären

Zusammenfassung
Aktienanalysen tragen wesentlich bei zur Wissenstransformation in der Finanzwelt, sie übersetzen Analysebefunde in handlungsrelevante Information für InvestorInnen. Im Kommunikationsprozess navigieren die AnalystInnen zwischen widersprüchlichen Erwartungen, wie sich in der  forschungsbasierten Schreibberatung zeigt (Teil III), ausgehend von ethnografischer Umweltanalyse (Teil I) und pragmatischer Textanalyse (Teil II). Auf der gegenüberliegenden Seite im Kommunikationsprozess stellt sich das Problem, dass sich die AnlegerInnen einer anschwellenden Flut von Informationen ausgesetzt finden, die sie nicht verstehen können, solange die Übersetzungsleistung fehlt.
Marlies Whitehouse

Kapitel 11. Good practice verdichten. Gastkapitel mit Daniel Perrin

Zusammenfassung
Wenn also die AnalystInnen dazulernen sollen – müssen es alle? Und wer weiß genau, was? – Für die empirisch basierte Weiterentwicklung komplexer Handlungsfelder haben sich Good-Practice-Ansätze bewährt, die davon ausgehen, dass Lösungen im Praxisfeld selbst entstehen. Das bedeutet für die hier untersuchte Kommunikation in der Finanzwelt: Es gibt Beispiele guter Praktiken, es gibt erfahrene Schreibende, es gibt adressaten-affine Kommunikation. Dieses Zielführende, Gelingende im Praxisfeld auszumachen und daraus Beratungswerkzeuge abzuleiten, ist eine Kernaufgabe anwendungsorientierter Forschung.
Marlies Whitehouse

Kapitel 12. Interventionen verbinden. Gastkapitel mit Daniel Perrin

Zusammenfassung
Schreibtechniken sind Verdichtungen, Prototypen guter Praktiken. In Beratungen eignen sie sich für lokale Interventionen: Die Auseinandersetzung mit solchen Schreibtechniken regt Schreibende, hier Aktienanalysten, an, ihre Repertoires an Praktiken zu erweitern und zu verfeinern. Solch lokale Interventionen wirken nachhaltiger in passenden Beratungsformaten.
Marlies Whitehouse

Kapitel 13. Mehrwert evaluieren

Zusammenfassung
Nach all den Diagnosen und Interventionen stellt sich die Frage: Was bringt der Einsatz? Führen mehr Adressatenbewusstheit, geschärfte Language Awareness und ausgebaute Repertoires an Schreibtechniken tatsächlich zu besseren Texten bei gleichem Aufwand und damit zu effektiverer Kommunikation? – Der Schluss dieses Buchs berichtet von realen Güteproben: von Messpunkten im Document Cycling einer einzelnen Organisation und darüber hinaus, von Evaluationsperspektiven und -verfahren und schließlich, exemplarisch und rückrundend zur Fallstudie Aktienresearch (Teil II), von einer Evaluation mit ermutigenden Folgen.
Marlies Whitehouse

Kapitel 14. Bilanz: Was nützt und warum es nützt

Zusammenfassung
Was sollen Texte in der Finanzwelt leisten, was leisten sie tatsächlich, und wie lässt sich diese Leistung solide verbessern? – Darum ging es in diesem Buch. Dabei wurde zuerst theoretisch, also aus Distanz und mit umfassendem Blick, der Kontext abgesteckt, in dem sich Finanzkommunikation abspielt und funktioniert oder eben nicht (Teil I). Was bestimmte Produkte der Finanzkommunikation in dieser Umwelt leisten, wurde dann aus nächster Nähe untersucht und gemessen (Teil II). So konnte schließlich empirisch fundiert dargelegt werden, was einzelnen Schreibenden und ganzen Organisationen hilft, mit weniger Aufwand passendere Kommunikationsangebote herzustellen (Teil III).
Marlies Whitehouse

Backmatter

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