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Über dieses Buch

Fragen des betrieblichen Umweltschutzes haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. In Abhängigkeit der jeweiligen nationalen Managementkultur und der umweltpolitischen Rahmenbedingungen werden seither in verschiedenen Ländern zukunftsweisende Instrumente und Ansätze des Umweltmanagements entwickelt und praktiziert. Die Autoren gehen hier jedoch über die in thematisch ähnlich gelagerten Büchern übliche Beschreibung des Ist-Zustandes hinaus und stellen von Vergangenheit und Gegenwart ausgehend, innovative Strategien bzw. Konzepte für ein nachhaltiges Wirtschaften vor. Dabei kommen Beispiele aus verschiedenen Ländern zur Sprache (USA, Japan, Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Finnland, Norwegen, Schweiz und Brasilien).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Anforderungen und Rahmenbedingungen für das nachhaltige Unternehmen

Frontmatter

1. Schritte zum nachhaltigen Unternehmen - Anforderungen und strategische Ansatzpunkte

Für den Umsetzungsprozeß einer nachhaltigen, umweltverträglichen Entwicklung spielen Unternehmen in mehrfacher Weise eine zentrale Rolle: Gerade Großunternehmen agieren heute global und stellen gesellschaftliche Machtzentren dar, die nicht nur über ihre Produktionstätigkeit, sondern auch ihren Einfluß auf Lebensstile und Konsummuster die Nutzung von Ressourcen und die Freisetzung von Stoffen und Energien maßgeblich prägen. Aufgrund ihrer bedeutenden gesellschaftlichen Rolle müssen Unternehmen, ihr Handeln und die Wirkungen ihres Handelns Gegenstand der Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung sein. Unternehmen treten einerseits durch kurzsichtiges Gewinnstreben, den Abbau von Arbeitsplätzen und den Raubbau an der Natur als Problemverursacher auf, sind andererseits aber auch Orte sozialer, ökonomischer und ökologischer Innovation und damit potentielle Problemlöser.

Klaus Fichter

2. Ziele für das nachhaltige Unternehmen

Nachhaltige Unternehmensführung wird zunehmend zum Schlagwort. Oft wird sie, als moderne Worthülse, mit ökologischer Unternehmensfuhrüng oder gar der Umsetzung der EG-Öko-Audit-Verordnung gleichgesetzt. Die Beschränkung auf einzelne Problemfelder und Handlungen ist dabei natürlich einfacher als eine ganzheitliche Interpretation und Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens. Dies Dilemma ist nicht neu. Das obige Zitat aus einem Roman der Jahrhundertwende macht deutlich, daß auch damals schon „Tischgebet und dergleichen“, heute vielleicht „Mülltrennung und dergleichen“, weiter verbreitet war als ein christlicher /nachhaltiger Ein- und Verkauf bzw. eine entsprechende Personalpolitik.

Jens Clausen, Maite Mathes

3. Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen - den Zusammenhang verstehen, analysieren und gestalten

Ökologie wird auf sehr unterschiedliche Art und Weise zu einer wirtschaftlich und strategisch bedeutsamen Managementaufgabe. So stellen beispielsweise Banken fest, daß sich aufgrund von Altlasten auf Grundstücken vermeintliche Sicherheiten als Unsicherheiten entpuppen und suchen nach Lösungen, um ökologische Kredit-, aber auch Bonitätsrisiken zu bewältigen und zukünftig zu vermeiden. Die Farbenchemie sieht sich mit der Forderung nach schadstoff- und lösungsmittelfreien Produkten konfrontiert, weil der Gebrauch ihrer Produkte in der Automobil- und Textilindustrie Probleme verursacht. So werden ökologische Probleme der Kunden heute sehr rasch zu ökonomisch relevanten Problemen ihrer Lieferanten. Tiefgreifende Veränderungen in der schweizerischen Landwirtschaftspolitik begünstigen ökologische Produktionsformen und fuhren zusammen mit einem veränderten Nachfrage verhalten zu einem ausgesprochenen Boom für Bioprodukte. Und mit der öffentlichkeitswirksamen Förderung energiesparender Bürogeräte im Rahmen des Programms „Energie 2000“ des schweizerischen Bundesamtes für Energiewirtschaft kommen noch von einer weiteren Seite neue Anreize ins Spiel.

Thomas Dyllick

4. Niederlande: Vom nationalen Umweltplan zum betrieblichen Umweltmanagementsystem

Der niederländische „Nationale Umweltplan“ NEPP formuliert die Umweltziele, mit denen eine nachhaltige Gesellschaft während des Zeitraums einer Generation verwirklicht werden soll. Die weitreichenden Veränderungen dieses Planes erfordern die Zusammenarbeit vieler, beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie. Durch die „Zielgruppenpolitik für die Industrie“ werden die Ziele des NEPP in Ziele für die Gesamtindustrie übersetzt, dann in Ziele für Industriebranchen und schließlich in Ziele für einzelne Unternehmen. Dem liegt eine von Industrie und staatlichen Behörden unterzeichnete Absichtserklärung zugrunde. Große und komplexere Unternehmen müssen ihren eigenen Firmenumweltplan entwerfen. Kleine und mittlere Unternehmen füllen eine Art Checkliste aus. Stimmen die lokalen Behörden dem Firmenumweltplan zu, so wird er die Grundlage für ihre Ordnungspolitik gegenüber dem Unternehmen.Durch die industrielle Zielgruppenpolitik und die Firmenumweltpläne ist geregelt, was die Unternehmen zu tun haben. Darüber hinaus brauchen sie aber auch ein Umweltmanagementsystem als das wesentliche Instrument zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung.1989 setzte die niederländische Regierung das Ziel fest, daß jene 10′000 holländischen Unternehmen, die die Umwelt mittelmäßig bis stark belasten oder spe-zifische Risiken darstellen, bis 1995 ein Umweltmanagementsystem einzurichten haben. Auch von den 250′000 Unternehmen aus den umweltrelevanten Industrie-branchen, welche die Umwelt nur begrenzt belasten, wurden Schritte zur Einführung eines Umweltmanagementsystems erwartet. In den Niederlanden werden Umweltmanagementsysteme auf freiwilliger Basis etabliert. Während eines Zeitraums von fünf Jahren wurde ihre Implementierung durch ein Programm staatlicher Anreize im Umfang von 50 Millionen holländischer Gulden gefordert. Etwa 225 Projekte in 65 Industriebranchen wurden subventioniert. Weiterhin wurden zur Unterstützung der kleinen und mittleren Betriebe auch 25 Umweltservicezen-tren für die Industrie eingerichtet.1990 und 1993 wurde die Entwicklung auf dem Gebiet des Umweltmanagements begutachtet. Bei der Gruppe der lO′OOO mittelmäßig bis stark umweltbe-lastenden Unternehmen waren klare Fortschritte erkennbar, und zwar sowohl bei großen als auch bei kleineren Unternehmen. Diese stärkeren Umweltverschmutzer waren deutlich richtungweisend. Die Auswertung von 1993 zeigte aber auch, daß man das Ziel für 1995 nur teilweise würde erreichen können. Deshalb konzentriert sich die Politik seit 1994 auf folgende Schwerpunkte: Ordnungsrecht, Zielgrup-penpolitik für die Industrie, Normierung und Zertifizierung, eine gesetzliche Ver-pflichtung zur Umweltberichterstattung und eine Erweiterung des Instrumenta-riums zur Durchsetzung von Regulierungen um ein Öko-Audit.Darüber hinaus sollten staatliche Eingriffe abgestimmt sein auf die Haltung der Unternehmen zu Umweltfragen. Für die führenden Unternehmen sind sowohl die Beziehung zwischen Umweltmanagementsystemen und der Erteilung von Genehmigungen sowie der Durchsetzung von Vorschriften als auch Zertifizierung oder Teilnahme am EG-Öko-Audit-System sehr wichtig. Konzepte zur Normierung und Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen werden gegenwärtig in den Niederlanden auf der Basis der EG-Öko-Audit-Regulierung entwickelt. Die britische Umweltmanagementnorm BS 7750 als Vorläufer von ISO 14001 wird als Richtschnur genommen. Man hat eine einheitliche Struktur aufgebaut mit nur einem Zertifizierungs-/Verifizierungs-Schema, einem zentralen Sachverständigenrat und einem Büro des Koordinationsrates für Umweltmanagementsystem-Zer- tifizierungen. Dieses Amt ist gleichzeitig offiziell für die Umsetzung des EG-Öko- Audit-Systems zuständig.Wenn eine Firma eigenverantwortlich einen Firmenumweltplan aufstellt, ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem hat und über ihre Umweltschutzleistung Bericht erstattet, dann ist es sinnvoll, Umweltmanagement und Ordnungsrecht aufeinander abzustimmen. Deshalb ist es in den Niederlanden möglich, daß sich die Genehmigung für das Umweltmanagementsystem nur auf die Ziele des Unternehmens als Ganzes bezieht (Rahmen-Genehmigung) und daß bei der Durchsetzung staatlicher Regulierungen auf die vom Umweltmanagementsystem gelieferten Informationen vertraut wird. Hauptanliegen der niederländischen Politik zum Umweltmanagement ist eine andere Beziehung zwischen Unternehmen und lokalen Behörden. Schlüsselbegriffe sind: unternehmerische Eigenverantwortung, Firmen- umweltplan, laufende Verbesserungen, Zertifizierung, Umweltberichterstattung und Rahmen-Genehmigung. Gerade hat eine nächste Auswertung dieser Politik begonnen, aber mit deren grundlegender Änderung ist nicht zu rechnen.

Hugo H. Kuijjer

5. Umweltpflichtberichterstattung in den USA - Chance oder Risiko für Unternehmen?

Das Toxic Release Inventory (TRI) ist eine Datenbank, in der Daten über die Emission toxischer Chemikalien durch US-amerikanische Produktionsunterneh-men gesammelt werden. Es registriert auch, in welchen Mengen solche Stoffe am Produktionsstandort rezykliert, energetisch verwertet oder aufbereitet oder zu diesen Zwecken bzw. zur Deponierung an andere Orte verbracht werden. Die entsprechenden Informationen müssen dem US-Umweltbundesamt EPA jährlich vorgelegt werden und sind der Öffentlichkeit zugänglich.

Michael Aucott

6. Bewertung der Umweltschutzleistung - das Bindeglied zwischen Umweltmanagementsystemen und Realität

Seit die Brundtland-Kommission 1987 den Begriff „nachhaltige Entwicklung“ prägte, hat dieser die politische Agenda verändert und ist zu einem der Brennpunkte in der politischen Debatte geworden. Er hat überlebt und an Gewicht gewonnen, obwohl - oder vielleicht eher - weil er mehrdeutig und schwer zu definieren ist. Für die Politik ist er ein zentraler Begriff geworden, selbst wenn er im Vergleich zu den schwerwiegenden Problemen der Arbeitslosigkeit, des ausbleibenden Wirt-schaftswachstums und der sozialen Spannungen, mit denen die meisten europäischen Länder gegen Ende des Jahrhunderts zu kämpfen haben, schon etwas veraltet scheinen mag. Die ökologische Herausforderung ist keine bloße Modeströmung. Allein das Klimaproblem wird mit Sicherheit in den kommenden Jahrzehnten globale Aufmerksamkeit beanspruchen, und die Notwendigkeit zu handeln wird von Jahr zu Jahr dringlicher. Es wird nie darum gehen, ob man nachhaltige Entwicklung fördern soll, sondern immer, wie man das tun könnte.

Tron Kleivane

7. Öko-Effizienz im Banking - von der Risiko- zur Chancenbetrachtung

Banken haben erkannt, daß ihr Geschäftserfolg auch zunehmend von Umweltfaktoren beeinflußt wird. Im Kreditgeschäft gilt es zum Beispiel, Umweltrisiken des Kreditnehmers zu erkennen, um damit die Qualität des Kundenportefeuilles zu erhöhen und Ausfallrisiken zu vermeiden. Auf der anderen Seite wird das bankinterne Ökologie-Know-how auch dazu eingesetzt, Finanzierungschancen wahrzunehmen.

Inge Schumacher, Gianreto Gamboni, Franz Knecht, Markus Nöthiger

Umweltmanagementkonzepte und Praxisansätze

Frontmatter

1. Neue Konzepte des Umwelt-Auditing

Die Einfuhrung europäischer und internationaler Normen und Verfahren für Umweltmanagementsysteme (insbesondere die EG-Öko-Audit-Verordnung EMAS und die Norm ISO 14001) haben die jüngste Entwicklung in einer langen Geschichte von Umwelt-Auditing ausgelöst. Von größter Bedeutung daran ist vielleicht die Tatsache, daß diese Entwicklung neue Qualifikationen und Berufe auf dem Gebiet des Umwelt-Auditing hervorgebracht hat. In vielen Fällen hat die neue Garde der ‚Umwelt-Auditoren‘ weder einen technisch-ökologischen Hintergrund noch irgendwelche nennenswerten Erfahrungen mit Umweltmanagement. Was ergibt sich daraus? Wird mit der rapide zunehmenden Auditierung von Umweltmanagementsystemen (UMS) und der Übertragung der entsprechenden Aufgaben auf Berufsgruppen aus anderen Bereichen der Auditierung der ‚ökologische Sachverstand‘ verwässert? Ist diese Entwicklung für Wert und Glaubwürdigkeit von Umweltmanagementsystemen schädlich oder nützlich?

Martin Houldin

2. „Müll und Abfall sind gute Materialien am falschen Platz“ - Perspektiven der Kreislaufwirtschaft

Als ich in Brasilia wohnte, hatte ich in meiner Veranda am Haus eine schöne, wertvolle Orchideensammlung. Ich bin kein Orchideensammler, ich kannte aber einen Blumenladen im Stadtzentrum. Der bekam von Orchideenzüchtern in São Paulo die blühenden Pflanzen, verkaufte sie zum vierfachen Preis im Laden. Was verblühte, da er keine sofortigen Abnehmer mehr fand, schickte er zur Mülldeponie, darunter äußerst wertvolle Exemplare, bis zu 15 Jahre alt, denen man ansehen konnte, daß sie nicht im Gewächshaus herangewachsen waren, sondern in der Natur geraubt wurden. So etwas kann ich nicht sehen. Ich holte sie mir. Sie belohnten mich mit neuer, herrlicher Blütenpracht im folgenden Jahr. Für den Ladenbesitzer waren diese herrlichen Blumen Geldbringer oder Dreck, sonst nichts. Diese Mentalität haben wir überall in der modernen Industriegesellschaft, sie beherrscht auch noch einen großen Teil der Entsorgungstechnik.

José A. Lutzenberger

3. Der japanische Weg zum Umweltmanagement

Zunächst ein kurzer Abriß der Geschichte der Umweltverschmutzung in Japan. Umweltverschmutzung gab es erstmals mit dem Beginn des japanischen Kapitalismus zur Zeit der Meiji-Ära vor 130 Jahren. Die Regierung Meiji förderte mit großem Einsatz den Aufbau moderner Industrien unter dem Schlagwort „Eröffnung neuer Unternehmen und Steigerung der Produktion“.

Tomo Shibamiya

4. Ökologische Produktpolitik und Dematerialisierungsstrategien

Ökonomen beginnen ihre Analysen immer mit: „Nehmen wir einmal an,…“. Der Verfasser dieses Textes ist Ökonom, nehmen wir also einmal an, wir seien ein(e) Produzentin und wollten die Umweltbelastung durch das Produkt, welches wir herstellen, verringern.

Frans Oosterhuis

5. Umweltentlastungen durch Produkt-Ökobilanzen?

Produkte rücken immer mehr ins Zentrum des umweltpolitischen Interesses, da sie Auslöser zahlreicher Umweltbelastungen entlang ihres Lebenszyklus sein können. Stand bis vor wenigen Jahren noch die Abfallproblematik im Vordergrund, so wird heute allmählich das umfassende und vielschichtige Umweltprofil von Gütern von der Rohstoffgewinnung, über die Herstellung, den Gebrauch bis hin zur Entsorgung deutlich. So spielt beispielsweise bei der Beurteilung von Waschmitteln nicht nur die Wasserbelastung beim Waschmitteleinsatz eine Rolle, sondern auch die Umweltbelastung durch die Entnahme der Rohstoffe, z.B. Erdöl für Tenside, und der Energieeinsatz in der Produktion. Zur Erfassung der Umweltwirkungen eines Produktes „von der Wiege bis zur Bahre“ ist das Instrument der produktbezogenen Ökobilanz besonders geeignet. Hiervon machen in zunehmendem Maße Unternehmen Gebrauch.

Susanne Nisius, Gerd U. Scholl

6. Wettbewerbsvorteile durch aktive Umweltberichterstattung

Mehr Transparenz über die von Unternehmen und ihren Produkten ausgehenden Umweltbelastungen und die zu ihrer Vermeidung oder Verminderung ergriffenen Maßnahmen fordern nicht nur Umweltverbände. Auch die eigenen Mitarbeiter, Kunden oder Nachbarn verlangen zunehmend mehr Umweltinformationen von Unternehmen. Die aktive Kommunikation über Umweltfragen hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, dies zeigen nicht zuletzt die über 1000 deutschen Unternehmen, die bislang einen eigenständigen Umweltbericht veröffentlicht haben.

Klaus Fichter, Thomas Loew, Jens Clausen

7. Umweltpflichtberichterstattung aus der Sicht eines Produktionsstandortes des DuPont-Konzerns

Mit diesem Text soll Umweltpflichtberichterstattung in den USA aus der Sicht eines Chemiestandortes dargestellt werden.

Margret Pierce

8. Öko-Benchmarking in Italien

Als Benchmarking bezeichnet man den Vorgang, Abläufe und Leistungen eines Unternehmens mit einem gegebenen Maßstab zu vergleichen und sie daran zu messen.

Matteo Bartolomeo, Federica Ranghieri

9. Full Cost Accounting: Erfassung interner und externer Umweltkosten bei Ontario Hydro

Dieser Beitrag beschreibt, was bei dem kanadischen Elektrizitätskonzern Ontario Hydro unter ‚Füll Cost Accounting‘ (FCA) verstanden wird und welche Erfahrungen das Unternehmen damit gemacht hat, dieses Instrument als Hilfsmittel zu nutzen, um ökologische Überlegungen in die Geschäftsentscheidungen einfließen zu lassen. Er zeigt auch auf, welche Schwierigkeiten und Chancen mit einer Implementierung dieses Konzepts verbunden sind, und illustriert an Beispielen, wie Füll Cost Accounting für Ontario Hydro die potentiellen Umweltkosten aus seiner Geschäftstätigkeit deutlicher macht und darüber hinaus zu einer Reduzierung der unternehmensbezogenen Umweltauswirkungen und Kosten heute und in Zukunft beiträgt.

Helen Howes, Ali Khan, Corinne Boone, Takis Plagiannakos, Barb Reuber

10. Vom einzelbetrieblichen Umweltmanagement zum Stoffstrommanagement

Die zunehmende Komplexität der Produktionssysteme mit der einhergehenden internationalen Arbeitsteilung sowie die wachsende Bedeutung der Verantwortung für den gesamten Produktlebenszyklus zeigen die Grenzen einzelbetrieblicher Umweltschutzaktivitäten auf. Daß längst schon vor- und nachgelagerte Stufen von Unternehmen mitberücksichtigt werden, zeigt die Analyse von Umweltprogrammen, die Unternehmen im Rahmen der Teilnahme am EG-Öko-Audit-System (EMAS) oder der internationalen Umweltmanagement-Norm ISO 14001 erstellen. Eine Vielzahl der darin enthaltenen Ziele und Maßnahmen beziehen sich bereits auf Lieferanten und Kunden. Produktbezogener Umweltschutz ist in komplexen Produktketten nicht unerheblich von der ökologischen Qualität der vor- und nachgelagerten Stufen abhängig. Um die Optimierungspotentiale, die für das einzelne Unternehmen darin liegen, voll ausschöpfen zu können, müssen die vor- und nachgelagerten Stufen jedoch noch systematischer und aktiver einbezogen werden, als dies bislang geschieht. Ein Handelshaus, das selbst nicht produziert, sondern alle Waren von Lieferanten bezieht, verdeutlicht diese Situation am besten: die Sortimentsgestaltung, die Logistik, die Entsorgung der Produkte nach Gebrauch etc. bestimmen die Umweltschutzleistung des Unternehmens, die dieses nur in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen (Lieferanten, Speditionen, Entsorgern …) verbessern kann. Daß diese Optimierungspotentiale nicht nur im ökologischen, sondern auch im ökonomischen Bereich liegen und im Sinne der Nachhaltigkeit auch soziale Implikationen besitzen, wird an dieser Stelle nicht gesondert ausgeführt.

Kathrin Ankele

11. Die Kooperation zwischen der Hoechst AG und dem Öko-Institut - „Hoechst Nachhaltig“

Kooperationsmodelle sind „en vogue“.1 In jüngster Zeit boomt die Diskussion um Kooperationen im Bereich der Umweltpolitik zwischen staatlichen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Akteuren. Zum einen entstehen damit Synergieeffekte zwischen den kooperierenden Akteuren, zum anderen werden Kooperationen auch als Katalysatoren für Innovationsprozesse angesehen.2

Wolfgang Brühl, Frank Ebinger, Christoph Ewen

Internationale Organisationen und Netzwerke zur Förderung des Umweltmanagements

Frontmatter

1. Asian Productivity Organization

Klaus Fichter, Jens Clausen

2. Environmental Auditing Research Group

Klaus Fichter, Jens Clausen

3. European Business Council for a Sustainable Energy Future - e5

Im Febraur 1996 als Verein gegründet

Klaus Fichter, Jens Clausen

4. European Environmental Reporting Scheme

1996 wurde erstmals der europäische Umweltpreis für gute Umweltberichterstattung von Unternehmen und Organisationen vergeben.

Klaus Fichter, Jens Clausen

5. European Partners for the Environment

Klaus Fichter, Jens Clausen

6. European Roundtable on Cleaner Production

Klaus Fichter, Jens Clausen

7. Global Environment Management Initiative - GEMI

Klaus Fichter, Jens Clausen

8. Green Cross International

1993 in Japan unter der Leitung von Michael Gorbatschow gegründet.

Klaus Fichter, Jens Clausen

9. Greening of Industry Network

Klaus Fichter, Jens Clausen

10. International Network for Environmental Management e.V. - INEM

Aufnahme der Aktivitäten 1989, formeller Gründungsakt 1991.

Klaus Fichter, Jens Clausen

11. International Sustainable Development Research Network

Klaus Fichter, Jens Clausen

12. Network for Environmental Management and Auditing

Klaus Fichter, Jens Clausen

13. United Nations Environment Programme - Industry and Environment - UNEP IE

Klaus Fichter, Jens Clausen

14. Valdez Society, Japan

Klaus Fichter, Jens Clausen

15. Verein für Umweltmanagement in Banken, Sparkassen und Versicherungen - VfU

Klaus Fichter, Jens Clausen

16. World Business Council for Sustainable Development - WBCSD

Klaus Fichter, Jens Clausen

17. Weitere internationale Informationsquellen

Klaus Fichter, Jens Clausen

Backmatter

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