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Über dieses Buch

Nicole Miceli beschreibt die individuellen Rekontextualisierungsprozesse schulischer Akteure und zeigt dabei die Kontraste im Umgang mit den Reformbedingungen der „Selbstständigen Schule“ auf. Sie leistet damit einen Beitrag, um die komplexen Vorgänge der Umsetzung von bildungspolitischen Reformen innerhalb von Einzelschulen verstehen zu können. Aus dem Ringen der Akteure bei der Anpassung fachfremder Konzepte – wie beispielsweise dem Projektmanagement – auf schulische Strukturen, dem Erwerb neuer Kompetenzen und dem Herstellen von professionellen Handlungsweisen lassen sich auch Erkenntnisse für die Schulentwicklungsforschung und für Professionalisierungstheorien ableiten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Deutsche Schulen standen und stehen immer mehr vor neuen pädagogischen sowie gesellschaftlichen Anforderungen. Damit sind auch die Ansprüche an das, was Schule leisten soll stetig gestiegen (vgl. Schröck 2009, S. 12). Der Wandel der Familienformen und die damit einhergehende veränderte Sozialisation von Schüler*innen sowie die Globalisierung und der damit verbundene Wertepluralismus führen laut Schröck (2009) zu „neuen Anforderungen an schulisches erzieherisches Handeln“ (ebd., S. 12).

Nicole Miceli

Chapter 2. Steuerung als Element von Schulentwicklung

Die Begriffe Schulentwicklung und Steuerung sind miteinander verbunden, da unter dem Begriff Schulentwicklung in einem engen Begriffsverständnis zunächst nur die Entwicklung und Planung des Gesamtsystems Schule verstanden wurde und somit vor allem die Steuerung durch übergeordnete Instanzen in den Fokus genommen wurde. Erst im Laufe der 1990er Jahre kam es zu einem Paradigmenwechsel, der den Fokus vom Gesamtsystem auf die Einzelschule lenkte und somit Entwicklungen auch innerhalb der Schule in den Vordergrund rückte. Diese Entwicklungen führten – im Zuge verschiedener Steuerungsdiskurse – dazu, dass den Schulen eine erweiterte Selbstständigkeit zugesprochen wurde (vgl. Rolff 2007, S. 21f.).

Nicole Miceli

Chapter 3. Schulische Autonomie als Element Neuer Steuerung

Schon in den im Kapitel 2.1 dargestellten Diskursen hat sich gezeigt, dass die schulische (Gestaltungs-)Autonomie in steuerungstheoretischen Überlegungen eine zentrale Bedeutung einnimmt. Anknüpfend an die Steuerungsdiskurse lassen sich im disziplinären Diskurs eine Vielzahl unterschiedlicher Beiträge zu den Entwicklungen und theoretischen Begründungen für eine erweiterte Schulautonomie finden. Insbesondere in den 1990er Jahren wurde das Thema in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen – zum Teil sehr kontrovers – diskutiert.

Nicole Miceli

Chapter 4. Schule als Organisation

Die in den vorigen Kapiteln dargestellte Diskussion um mehr schulische (Gestaltungs-)Autonomie hat gezeigt, dass sich das Spannungsfeld zwischen pädagogischen Anforderungen und steuerungstheoretischen Herausforderungen für die Akteure der Einzelschulen in diesem Kontext noch stärker zuspitzt. Die Schule wird auf der Mesoebene dabei verstärkt als (soziale, lernende) Organisation – in Abgrenzung zur Schule als Institution – wahrgenommen und mittels Organisationstheorien betrachtet (vgl. Berkemeyer 2010, S. 99ff.; Pilz 2014, S. 139ff.). Denn der Diskurs über Schule als Organisation trägt laut Berkemeyer (2010) dazu bei, „Akteure im komplexen Steuerungsgefüge näher zu beschreiben“ (vgl. ebd., S. 100).

Nicole Miceli

Chapter 5. Forschungsstand

Den Fragen, wie Schulen sich entwickeln, wie Innovationen in Schulen initiiert und umgesetzt werden können und welche Wirkungen sowie Effekte sich daraus ergeben, wird in der Schulforschung seit langem nachgegangen. Insbesondere durch die Einführung von Reformen und Maßnahmen im Kontext der Neuen Steuerung von Schulen ist auch die Wirkung, Effizienz und Evidenz der Reformen von großem Interesse. In diesem Zusammenhang nehmen Forscher*innen oft nur einzelne Maßnahmen der Neuen Steuerung in den Blick. Dabei wird zum Teil das Handeln der Schulleitung sowie der Steuergruppen in den Fokus gerückt.

Nicole Miceli

Chapter 6. Zwischenfazit und Konkretisierung des Forschungsvorhabens

In den vorherigen Kapiteln wurden die relevanten theoretischen Diskurse zur Fragestellung der Umsetzung von schulischer (Gestaltungs-)Autonomie in den jeweiligen Einzelschulen dargestellt. Hierzu wurden zunächst die für Schulentwicklungsprozesse relevanten Entwicklungen im Hinblick auf eine Steuerung durch übergeordnete Instanzen erläutert. Es hat sich gezeigt, dass es einen Paradigmenwechsel von der Gesamtsteuerung zur Einzelschulsteuerung gab, der die Schulen in den Fokus der Betrachtungen gestellt hat.

Nicole Miceli

Chapter 7. Forschungsdesign

Im folgenden Kapitel wird anknüpfend an die oben hergeleiteten Forschungsfragen das Forschungsdesign der vorliegenden Studie dargestellt. In Kapitel 7.1 wird zunächst das Erhebungsverfahren der Gruppendiskussionen als angemessene Erhebungsmethode vorgestellt und die Besonderheiten der Anwendung in der rekonstruktiven Organisationsforschung reflektiert. Anschließend wird in Kapitel 7.2 die Dokumentarische Methode als Auswertungsmethode erläutert und deren Anwendung auf das vorliegende Datenmaterial beschrieben.

Nicole Miceli

Chapter 8. Fallbeschreibungen

Die Gruppendiskussion wurde mit der Steuergruppe der Schule geführt. Sie setzt sich aus dem Schulleiter, der stellvertretenden Schulleiterin sowie fünf weiteren Lehrerinnen zusammen. Es handelt sich bei der Schule um eine Grundschule in Hessen.

Nicole Miceli

Chapter 9. Komparativer Vergleich des Umgangs mit den Spannungsfeldern

Als zentrales Ergebnis des komparativen Vergleichs der Gruppendiskussionen lässt sich festhalten, dass sich in allen Diskussionen vier zentrale Spannungsfelder rekonstruieren ließen. Diese Spannungsfelder wurden von den Teilnehmer*innen explizit oder implizit benannt und ausgehandelt. Der Umgang mit den Spannungsfeldern ist divergierend und nicht jedes ist für jede Gruppe gleichermaßen bedeutsam. Die Handlungslogik, mit der die Gruppen diese Spannungsfelder ausbalancieren, wird im Folgenden im Rahmen eines komparativen Vergleichs dargestellt.

Nicole Miceli

Chapter 10. Zusammenfassende Betrachtung und Diskussion der Ergebnisse

In der vorliegenden Arbeit wurde der zentralen Frage nachgegangen, wie die Einzelschulen die Reform der Selbstständigen Schule rekontextualisieren und wie sie mit den aus der Reform resultierenden Anforderungen umgehen. Im Folgenden werden daher zunächst die Ergebnisse des komparativen Vergleichs zu Rekontextualisierungsprofilen verdichtet (Kapitel 10.1) und anschließend unter Einbezug der im Theorieteil dargestellten Erkenntnisse diskutiert (Kapitel 10.2).

Nicole Miceli

Chapter 11. Fazit und Ausblick

Die vorliegende Arbeit ist den Fragen nachgegangen, wie die untersuchten Selbstständigen Schulen mit dem Spannungsfeld aus pädagogischen Anforderungen und den Herausforderungen Neuer Steuerung umgehen. Welche Rekontextualisierungen nehmen die Einzelschulen vor und wie steuern sie die Entwicklungsprozesse schulintern? Hierzu wurden Gruppendiskussionen mit Schulleitungsteams, Steuer-, Arbeits- und Projektgruppen durchgeführt und in Anlehnung an die rekonstruktive Organisationsforschung und die Dokumentarische Methode ausgewertet. Hierdurch konnten das implizite, handlungsleitende Wissen der schulischen Akteure rekonstruiert und die Rekontextualisierungsprozesse herausgearbeitet werden.

Nicole Miceli

Backmatter

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