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Über dieses Buch

Jan Krasni untersucht die gängigen Antworten auf die Frage nach der ‚Schuld’ an der Finanzkrise von 2008. Er beleuchtet die Konstruktion entsprechender Erklärungs-, Argumentations- und Erinnerungsmuster aus mediensemiotischer und diskursanalytischer Perspektive. Anhand von Darstellungen ausgewählter deutscher Nachrichtenportale wird die ideologische Prägung des Finanzmarkt-Diskurses in Mainstreammedien untersucht. Der Autor kombiniert multimodale und polyphone Ansätze der Diskurslinguistik mit medienwissenschaftlichen Methoden und finanzmarktsoziologischen Einsichten. Dieser methodologische Apparat ermöglicht eine kritische Beschreibung der diskursiven und dispositiven Praxis der online-Sinnproduktion.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Schuld und Krise: Diskurse der Finanzkrise in der deutschen Öffentlichkeit

Die Weltfinanzkrise bzw. jener Finanzkrisendiskurs, den man fast überall in Europa aus den Massenmedien in der Zeitspanne zwischen 2008 und 2014 kennt, zeichnet sich durch eine kaum übersichtliche Vielfalt an besonderen, kleineren und weiterführenden Themen aus. Chronologisch gesehen ist der Übergang von der Immobilien- zur Finanzkrise und weiter zur Schuldenkrise, Eurokrise oder sogar Krise der EU dermaßen fließend, dass man darin leicht verschiedene Phasen eines Geschehens sehen kann.
Jan Krasni

Chapter 2. Entkopplungen der Stränge

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise haben Bonuszahlungen sowohl in den neueren, nach 2008 entstandenen Finanz- und Wirtschaftsdiskursen über Pleiten der Landesbanken, die Schulden- und Eurokrise, Rating-Agenturen, Finanzderivate sowie den LIBOR-Skandal bis hin zur Abzocker- bzw. Antigier-Initiative in der Schweiz als auch im eher politischen, aber mit den sich wirtschaftlich überschneidenden Bereichen in den Medien eine prägnante Stelle eingenommen.
Jan Krasni

Chapter 3. Elemente des Apparatus

An dieser Stelle werdenBestandteile jener verborgenen Strukturen erörtert, welche bei Hegel als positive Tradition, bei Foucault als Dispositiv, bei Agamben als Apparatus genannt und salopp und plakativ als Hardware des Diskurses bezeichnet werden können. Der Begriff Apparatus bezeichnet in seinem ursprünglichen Sinne nicht nur materielle Werkzeuge, sondern auch die beschlossenen (und ohne Hinterfragen immer wieder akzeptierten) Regeln des alltäglichen Tuns und der gesellschaftlichen Existenz im religiösen und wirtschaftlichen Sinne (Agamben 2009).
Jan Krasni

Chapter 4. Theorybuilding und die methodologischen Auseinandersetzungen

Auf die Auffassung des Textbegriffs und der Analyseeinheiten im Hinblick auf die theoretisch-methodischen Überlegungen der Multimodalität soll näher eingegangen werden, denn der ‚Text’ lässt sich abhängig von der Disziplin und der Forschungsabsicht als Kategorie unterschiedlich definieren.
Jan Krasni

Chapter 5. Chroniken der Finanzkrise

Wegen der kaum übersichtlichen Menge der Texte, die sich mit dem Thema der Finanzkrise beschäftigen, sowie wegen der langen Fortdauer dieses medialen Diskurses – sechs Jahre mit beinahe tagtäglichen Berichten bei jedem Nachrichtenanbieter –, bieten online-Magazine oft eine Zusammenfassung, die den Verlauf der Krise als Abfolge zusammenhängender Ereignisse komprimiert und übersichtlich darstellt. Das Medienformat, das dazu verwendet wird, ist die so genannte online-Chronik, welche prägnant die wichtigsten Informationen aus dem reichen Angebot an bestehenden Texten bündelt.
Jan Krasni

Chapter 6. Medienimmanente Formate. Vermittlungsprozesse von Wissensbeständen

Die Konstituierung und Strukturierung der Bedeutung und die auf diese Weise entstandenen Wissensbestände (und der Sinn selbst) im Diskurs hängen eng mit dem Konzept des Narrativs zusammen. Die Frage nach der (Vermittlungs-)Intention der Text- bzw. Medienformate betrifft daher die Relation zwischen dem Thema und der etablierten Erzählweise des Formats bzw. der standardisierten Hierarchisierung(-sprozesse) der Inhalte bei der Repräsentation von Ereignissen.
Jan Krasni

Chapter 7. Von der Geschichte zu den Akteuren: Vernetzung der Diskurse zu Landesbanken und Bonuszahlungen

Als besonders prägnant für die Darstellung der Schuld und Verantwortungs-trägerschaft gilt der Fall des Vorstandsvorsitzenden der HSH-Nordbank, Dirk-Jens Nonnenmacher. Im Nachrichtenportal der ARD sind die meisten Beiträge zu dieser Bank und ihrem Manager zur Webseite des Norddeutschen Rundfunks (NDR) verlinkt.
Jan Krasni

Chapter 8. Bewegte Bilder. Politsendung und ihre online-Formate

Auf den Webseiten unterschiedlicher Fernsehsender sind besonders populäre Sendungen mit eigenen Webinhalten, -angeboten und -portalen vertreten. Diese Fernsehmagazine behandeln gesellschaftsrelevante Themen und versuchen dabei, die Ergebnisse ihrer Hintergrundrecherchen zu präsentieren.
Jan Krasni

Chapter 9. Polyphone Erinnerungsstrukturen im flux. Elemente einer Diskursästhetik

Dispositivbedingte Erinnerungsstrukturen weisen in verschiedenen Dimensionen ihrer Existenz (bzw. ihres Bestehens) selbstverständlich auch wirkungsästhetische Eigenschaften auf und dazu gehört die hier zu erörternde Polyphonie des Diskurses. Diese Eigenschaften werden durch die formale Analyse der dargestellten Verhältnisse ermittelt.
Jan Krasni

Chapter 10. Unbestimmte Erinnerungen und reelle Narrative

Für das Verständnis und die Zuordnung einer Texteinheit muss der vermittelte Inhalt zumindest in einem Modus prägend wirken können – dies ist normalerweise der visuelle Modus. Dafür werden sehr oft generische Bilder verwendet. Sie lenken zwar Aufmerksamkeit auf sich, geben aber nur wenige spezifische Informationen.
Jan Krasni

Chapter 11. Abschließende Reflexionen

Die Verflechtung der drei Diskursstränge innerhalb des Bonuszahlungendiskurses im Zeitraum von 2008 bis 2014 – der Finanzkrise einerseits und der Landesbanken sowie der Bonuszahlungen in der Krise andererseits – führte zu einer Reihe widersprüchlicher, aber in der öffentlichen Debatte dominanter Erklärungsmuster für die persönliche Schuld der Wenigen an einer globalen Katastrophe. Dabei gelten im Bonuszahlungendiskursstrang der deutschen online-Medien die Manager der Landesbanken als die prägnantesten Schuld- und Verantwortungsträger.
Jan Krasni

Backmatter

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