Skip to main content

08.07.2024 | Schwere Lkw | Im Fokus | Online-Artikel

Sinkende Kosten machen E-Lkw wettbewerbsfähig

verfasst von: Christiane Köllner

3 Min. Lesedauer

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN
loading …

Fraunhofer-Forscher gehen von einer baldige Rentabilität von batterie-elektrischen Lkw aus. E-Lkw sollen von schnell sinkenden Kosten für Batterien und Brennstoffzellen profitieren. 

Lokal emissionsfreie Lkw im schweren Straßengüterverkehr könnten von schnell sinkenden Kosten für Batterien und Brennstoffzellen profitieren, so eine Einschätzung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Dies ermögliche eine schnelle Marktdiffusion, so die Forscher in der Studie "Rapidly declining costs of truck batteries and fuel cells enable large-scale road freight electrification", die kürzlich in Nature Energy veröffentlicht wurde. Vor allem batterie-elektrische Lkw seien in vielen Anwendungsfällen die vielversprechendste und kosteneffizienteste Technologie.

Die Studie, für die 200 Quellen ausgewertet wurden, hat die künftige Kostenentwicklung für Schlüsselkomponenten – insbesondere Batterien und Brennstoffzellen – von emissionsfreien Lkw untersucht. Die Ergebnisse der Meta-Analyse würden zeigen, dass die Kosten für Batterie- und Brennstoffzellensysteme für schwere Lkw deutlich schneller sinken werden, als in älteren Studien erwartet. So prognostizieren die Forscher, dass Batteriesystemkosten bald unter 200 EUR/kWh fallen werden und in den späten 2040er Jahren auf 100 EUR/kWh sinken könnten. Die Kosten für Brennstoffzellensysteme sollen in den späten 2030er Jahren vermutlich auf rund 150 EUR/kW sinken. 

Empfehlung der Redaktion

2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wie Schwerlast-Lkw in der Mobilität der Zukunft zur Milderung des Klimawandels beitragen können

In diesem Kapitel stellen wir Möglichkeiten vor, wie Schwerlast-Lkw in der Mobilität der Zukunft zur Milderung des Klimawandels beitragen können. Das Kapitel ist in vier Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt erläutern wir die aktuelle Situation und die Komplikationen bei der Milderung des Klimawandels im Hinblick auf Schwerlastfahrzeuge. Außerdem gehen wir auf die Bilanzen ein, die im Folgenden von Bedeutung sind.

Batterie-elektrische Lkw ist vielversprechendste Technologie

Nach derzeitigem Kenntnisstand sei der batterie-elektrische Lkw "mit hoher Sicherheit die vielversprechendste Technologie", um mindestens das Kostenniveau von heutigen Diesel-Lkw zu erreichen, so die Studie. Gleichzeitig benötigten sie dafür auch weniger finanzielle Unterstützung als Brennstoffzellen-Lkw, die vermutlich gegen Wasserstoffknappheit und hohe Preise anzukämpfen hätten. Neben dem Kostenaspekt sollen batterie-elektrische Lkw auch von einer schnelleren, großskaligen Verfügbarkeit der Technologie am Markt profitieren. Darüber hinaus zeigten weitere Studien, so die Fraunhofer-Forscher, dass batterie-elektrische Lkw auch technisch – in Bezug auf erforderliche Reichweiten oder die Nutzlast – für die meisten Anwendungsfälle in der Logistik bereits heute geeignet seien. Eine Machbarkeitsstudie des Fraunhofer ISI hatte dies bereits vor zwei Jahren gezeigt.

Brennstoffzellen-Lkw hingegen könnten sich der Studie zufolge "als ergänzende Technologie für schwer elektrifizierbare Bereiche oder Spezialtransporte erweisen, insbesondere, wenn Wasserstoff für andere Sektoren in großem Umfang zur Verfügung steht", heißt es von der Forschern. Daher erscheine eine öffentliche Förderung von Brennstoffzellen-Lkw für Forschung und Entwicklung sowie Erprobungen weiterhin angebracht. Wie mögliche Konzepte für schwere On-Road-Nutzfahrzeuge aussehen könnten, erklärt zum Beispiel IAV basierend auf seinem Future Truck. Im Artikel Zukunftsweisende Antriebsstrangtopologien für brennstoffzellenbasierte Nutzfahrzeuge aus der MTZ 2-3-2024 bewertet der Entwicklungsdienstleister zwei mögliche BZ-Konfigurationen für schwere Nutzfahrzeuge mittels modellbasierter Entwicklungswerkzeuge hinsichtlich Performance, Effizienz, Alterung und den Gesamtbetriebskosten.

Investitionen in Produktionsanlagen und Ladeinfrastruktur

Was folgt nun daraus? Die Fraunhofer-Forscher leiten aus den Studienerkenntnissen Empfehlungen für die Politik ab: "Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass die Kosten für emissionsfreie Lkw erheblich und schneller als erwartet sinken werden. Dies erfordert den schnellen Aufbau von großskaligen Produktionsanlagen, um die Marktdiffusion dieser Fahrzeuge zu fördern. Unsere Analyse und der aktuelle Kenntnisstand zeigen, dass batterie-elektrische Lkw die techno-ökonomische Wettbewerbsfähigkeit mit heutigen Diesel-Lkw für die meisten Anwendungsfälle in absehbarer Zeit erreichen dürften", so Steffen Link, Hauptautor der Studie. Die priorisierte Förderung von batterie-elektrischen Lkw stelle somit "eine politische No-Regret-Option dar, die Unsicherheiten verringert, begrenzte öffentliche Budgets besser nutzt und richtungsweisend für den Logistikmarkt agiert", so Link.

Neben dem schnellen Ausbau von Produktionskapazitäten empfehlen die Fraunhofer-Forscher auch den Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzes, inklusive Erweiterungen des Stromnetzes, sowie Regulierungen für emissionsfreie Lkw. Wie das Öko-Institut bereits vorgerechnet hat, müssten im Rahmen der öffentlichen Ladeinfrastruktur insbesondere Lade-Hubs an Autobahnen entstehen, die für das Über-Nacht-Laden (Night-Charging-Systems; NCS) sowie für das Schnellladen (Megawatt-Charging-System; MCS) geeignet seien. Notwendig sei ein Netz von rund 2.000 MCS-Ladepunkten und rund 40.000 NCS-Ladepunkten entlang des Bundes-Autobahnnetzes.

print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

10.10.2023 | Schwere Lkw | Im Fokus | Online-Artikel

Der E-Lkw braucht öffentliche Ladeinfrastruktur

17.06.2024 | Schwere Lkw | Kompakt erklärt | Online-Artikel

Warum transformiert Megawattladen den Schwerlastverkehr?

26.02.2024 | Schwere Lkw | Interview | Online-Artikel

"Die Kurzstrecke funktioniert bereits sehr gut"

    Premium Partner