Schwere Lkw brauchen auch in Zukunft Verbrennungsmotoren
- 21.11.2023
- Schwere Lkw
- Im Fokus
- Online-Artikel
Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.
Wählen Sie Textabschnitte aus um mit Künstlicher Intelligenz passenden Patente zu finden. powered by
Markieren Sie Textabschnitte, um KI-gestützt weitere passende Inhalte zu finden. powered by (Link öffnet in neuem Fenster)
Reduzierte Mautkosten für CO2-freie Fahrzeuge könnten Anreiz für die Elektrifizierung schwerer Lkw sein. Dennoch werden Verbrenner diesen Sektor auch in Zukunft dominieren, so Schweizer Forscher.
Oberleitungen für den Lkw-Verkehr – ebenfalls eine Alternative zu Diesel und Co. – gibt es in Deutschland allenfalls auf Teststrecken, wie hier auf der BAB 1 bei Lübeck.
Frank Urbansky
Die Zukunft des Lastwagenverkehrs steht im Fokus einer aktuellen Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Wie wird sich der Schwerverkehr bis 2035 in Bezug auf Emissionen entwickeln? Denn trotz Fortschritten in der Elektrifizierung zeigt die Studie, dass ohne politische Unterstützung für umweltfreundliche Technologien ein Großteil der schweren Lastwagen auch weiterhin vom Diesel angetrieben wird. Ein Umsteuern wäre hier angebracht, denn fast ein Drittel der globalen Emissionen kommen aus dem Transportsektor.
Nur leichte und mittlere Elektro-Lkw
Die Forscher der ETH Zürich haben verschiedene Technologien und Fahrzeugklassen analysiert, um zu verstehen, welche Antriebsarten sich bis 2035 durchsetzen könnten. Insbesondere bei leichten und mittelschweren Fahrzeugen könnten Traktionsbatterien dominieren. Dennoch bleiben die Gesamtkosten einschließlich Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten der entscheidende Faktor, welcher Antriebstyp sich nun durchsetzt.
Batteriebetriebene Kleintransporter und mittelschwere Lkw sind der Studie nach schon jetzt in vielen europäischen Ländern kostengünstiger als ihre Diesel-Pendants. Das liegt vor allem an den niedrigeren Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge. Wasserstoff-Lkw hingegen sind in diesen Gewichtsklassen teurer, was an den hohen Kosten für Brennstoffzellen und grünen Wasserstoff liegt.
In der Schweiz hilft die Maut
Für schwere Lastwagen über 32 t ist die Situation anders. Diesel und Flüssigerdgas (LNG) bleiben hier die kostengünstigsten Optionen, während grüner Wasserstoff die teuerste Alternative darstellt. Nur in der Schweiz sind batterie- und wasserstoffbetriebene schwere Lastwagen aufgrund der hohen Mautkosten für Diesel-Lkw bereits jetzt wettbewerbsfähig.
Deswegen kommt die Studie auch zu dem Schluss, dass geringere Mautkosten für emissionsfreie Lastwagen den Einsatz grüner Technologien im Schwerverkehr befördern könnten. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass dies kein Selbstläufer sein muss. Denn die Kostenentwicklung und Marktdurchdringung von Technologien hängt auch von deren Komplexität ab.
Dennoch: Ohne politische Unterstützung und gezielte Maßnahmen wird ein großer Teil der schweren Lastwagen auch 2035 noch mit Diesel betrieben werden, so die Studie. Das wiederum erschwere die Erreichung der Klimaziele.