Zum Inhalt

Batteriewechsel bei E-Lkw sind praxistauglich

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Batteriewechsel für E-Lkw ist ein tragfähiges Konzept: Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsprojekt nach einer zweijährigen Erprobungsphase. 

E-Lkw-Batteriewechselstation des Projekts eHaul


Die verlängerte Praxisphase des Forschungsprojekts "eHaul" an der TU Berlin ist zu Ende gegangen. Die TU Berlin hatte mit den Speditionsunternehmen Unitax Pharmalogistik und Reinert Logistic eine Wechselstation für Batterien von E-Lkw getestet. Das Ergebnis: automatisierte Batteriewechselstationen für E-Lkw haben sich als machbar und praxistauglich herausgestellt. Der Wechsel der Batterien von in Europa zugelassenen, schweren E-Nutzfahrzeugen ist demnach im Praxisbetrieb innerhalb von wenigen Minuten möglich. Damit würde eine relevante Ergänzung zum Schnelladen geboten, das bei Lkw deutlich länger dauert und sehr große Ladeleistungen erfordert.

Die Erkenntnisse aus Projektarbeit, Testphase und Weiterentwicklung fließen nun in ein Wechselsystem 2.0 ein. Die E-Haul GmbH, eine Ausgründung der TU Berlin, stellt dieses Jahr eine neue Station vor. "Wir favorisieren in der neuen Station einen Wechsel der Batterien von unten statt wie jetzt von der Seite. Dies bringt Vorteile in den Bereichen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit sich", so Prof. Dr. Stefanie Marker, Hochschuldozentin für Mobile Energiespeicher am Fachgebiet Elektrische Energiespeichertechnik der TU Berlin. Mit dem neuen Konzept mit einer noch stärkeren Automatisierung soll der Batteriewechsel statt in zehn Minuten wie jetzt in unter fünf Minuten möglich sein, während der Fahrer sitzen bleiben kann. 

Batteriewechsel könnte Einsatz von E-Lkw fördern

Die installierte Wechselstation wird nicht entsorgt, sondern in Teilen von ihrem jetzigen Standort in Lübbenau im Spreewald zum einem Gelände der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) transportiert. Dort wird sie in einer Forschungskooperation Verwendung finden. Das Nachfolgeprojekt "UniSwapHD" hat bereits eine DIN-Norm für Batteriewechselsysteme auf den Weg gebracht. "Der Batteriewechsel ist die Methode, um klimafreundliche E-Lkw schnell in großer Zahl auf die Straße zu bringen. Europa sollte in der Lage sein, diese Schlüsseltechnologie selbst zu gestalten", erklärt Stefanie Marker.

print
DRUCKEN

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Schnell wechseln statt langsam laden − Kehrt der Wechselakku zurück?

  • Im Fokus

Obwohl Elektrofahrzeuge oft stundenlang laden müssen, galt die Idee der Tauschbatterie zuletzt als überholt, und ihr Marktanlauf scheiterte. Jetzt setzt China neue Impulse für das Wechselsystem. So haben Batteriewechselstationen für Akkus vor allem im Land der Mitte Konjunktur. In diesen Stationen geht der Batterietausch so schnell wie das Tanken mit einem Verbrenner-Fahrzeug. Das könnte in Europa Schule machen - doch es gibt auch Hürden zu überwinden.

Prototypische Entwicklung eines schnellwechselfähigen Batteriesystems für Kleintransporter

  • Forschung

Wechselbatteriesysteme für leichte Nutzfahrzeuge stellen gerade im Flottenbetrieb einen Wettbewerbsvorteil dar, da die Lithium-Ionen-Traktionsbatterie nicht zeitaufwendig im Fahrzeug aufgeladen, sondern einfach ausgetauscht wird. Denn gerade in der Kurier-, Express- und Paketlogistik kommt es auf Zeiteffektivität an.

    Bildnachweise
    E-Lkw-Batteriewechselstation des Projekts eHaul/© TU Berlin, AVL List GmbH/© AVL List GmbH, dSpace, BorgWarner, Smalley, FEV, Xometry Europe GmbH/© Xometry Europe GmbH, The MathWorks Deutschland GmbH/© The MathWorks Deutschland GmbH, HORIBA/© HORIBA, Outokumpu/© Outokumpu, Gentex GmbH/© Gentex GmbH, Ansys, Yokogawa GmbH/© Yokogawa GmbH, Softing Automotive Electronics GmbH/© Softing Automotive Electronics GmbH, measX GmbH & Co. KG, Hirose Electric GmbH/© Hirose Electric GmbH