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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Problemstellung

Zusammenfassung
Das Hauptanliegen dieses Gutachtens ist die Erforschung des Zusammenharigs zwischen Selbstorganisation, Lemkultur urid Kompetenzentwicklung. Genauer gesagt soil es darum gehen herauszufinden, ob der Zusammenhang zwischen Lernkultur und Kompetenzentwicklung mit Hilfe von selbstorganisationstheoretischen Ansätzen sinnvoll modelliert werden kann. Von einer sinnvollen Modellierung kann nur die Rede sein, wenn erstens der komplexe und heterogene Phänomenbereich Lernkultur-Kompetenzentwicklung überhaupt durch eine einheitliche (selbstorganisationstheoretische) Perspektive erfasst und damit einer integrativen Beschreibung zugänglich gemacht werden kann, und zweitens, wenn die Modellierung auch einen Erkenntnisfortschritt bringt, also in ihren theoretischen und praktischen Konsequenzen die Neubearbeitung relevanter Problemstellen ermöglicht.
Sebastian Jünger

2. Theoriekontext I: Kognition, Emotion, Bewusstsein

Zusammenfassung
Wir schlagen vor, im Rahmen dieser Studie mit einem emergenztheoretischen Modell von Bewusstsein zu arbeiten. Das bedeutet, dass Bewusstsein als phänomenale Ebene des psychischen Erlebens einen eigenständigen Prozessbereich darstellt, dessen Eigenschaften nicht gleichzeitig Eigenschaften anderer Prozessbereiche sind (z.B. physikalischer, neuronaler und sozialer Systeme) und auch nicht vollständig durch Kausalbeziehungen zu anderen Prozessbereichen erklärt werden können5. Was im Bewusstsein stattfindet, findet ausschließlich dort statt. Der Begriff „Bewusstsein“ wird hier als Bezeichnung der Gesamtheit psychischen Erlebens verwendet und umfasst damit sowohl kognitive (informationsverarbeitende), emotionale und reflexive (Selbstbewusstsein) Aspekte, die neben der prinzipiellen Relationalität — also der Tatsache, dass Bewusstsein immer Bewusstsein von etwas ist — elementare Konstituenten von Bewusstseinsprozessen sind6.
Sebastian Jünger

3. Theoriekontext II: Interaktion, Verstehen, Kommunikation

Zusammenfassung
Es ist wohl nicht vermessen zu behaupten, dass die zentralen Fragestellungen im Phänomenbereich LE.KOM sich damit beschäftigen, wie Menschen in bestimmten Situationen (in einem Beschäftigungsverhältnis/ arbeitslos) und Kontexten (im Prozess der Arbeit selbst, in Weiterbildungsveranstaltungen, im sozialen Umfeld) handeln und wie dieses Handeln zum einen methodisch erfassbar (messbar) ist und zum anderen nach Maßgabe bestimmter Zielvorstellungen zu verändern ist. Ob es sich um Kompetenz, Effizienz, Mündigkeit, Employability, Betriebsklima Oder Unternehmens- und Lernkultur dreht, der Ansatzpunkt für alle Instrumente der Erfassung und Entwicklung von Humanressourcen ist das Handeln von Aktanten in Situationen bezogen auf ihre menschliche und nichtmenschliche Umwelt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn Handlungen sind in gewisser Hinsicht der direkten Beobachtung zugänglich (jemand spricht, schreibt, bedient eine Maschine, treibt Sport, guckt Fernsehen, wartet…) und jeder, der mit andern in Kontakt treten will, z.B. als Mitarbeiter, Untergebener, Fuhrungskraft, Coach oder Forscher, muss selber handeln.
Sebastian Jünger

4. Theoriekontext III: Die Selbstorganisation des Sozialen — die Selbstorganisation von Kommunikation

Zusammenfassung
Wir müssen also in diesem Kapitel klären, was es heißt, von Selbstorganisation zu reden, was es heißt, von Kultur zu reden und wir müssen klären, was es heißt, wenn wir über Selbstorganisation und Kultur reden.
Sebastian Jünger

5. Kultur

Zusammenfassung
Wir befinden uns mit dieser Studie in der glücklichen Situation, bereits eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, aus welcher Richtung wir uns dem Phänomen Kultur nähern wollen. Ausgehend von der Konstruktion eines elementaren Beobachtungsraumes haben wir über die selbstorganisationstheoretische Revision von Bewusstsein, Handlung und Kommunikation die Notwendigkeit einer Bezugsebene herausgearbeitet, die Kollektivität und Normativität als Kategorien eines integrativen Beobachtungszusammenhangs bearbeiten kann. Glücklich ist diese Situation deshalb, weil wir im Laufe der Arbeit bereits eine Entscheidung über die erkenntnistheoretische Grundhaltung sowie ihre operative Umsetzung in der Beobachtungsdifferenzierung getroffen haben. Damit haben wir bereits eine Fülle von Systematisierungsmöglichkeiten, die bei der Beschäftigung mit dem „Amöbenwort“ Kultur (Kramer 1997: 13) nicht zu überschätzen ist.
Sebastian Jünger

6. Lernkultur

Zusammenfassung
In der Beschäftigung mit dem Konzept Lernkultur müssen wir uns zunächst der Aufgabe widmen, unsere grundlagentheoretischen Beobachtungsdifferenzierungen in den Hintergrund zu stellen. Denn als Konzept hat die Lernkultur mittlerweile eine feste Position im bildungs- und erziehungstheoretischen Diskurs und wenn unser integratives Beschreibungsinstrument anschlussfähig sein soil, gilt es, aus der beobachtbaren Begriffsverwendung eine gemeinschaftliche Grundstruktur herauszuarbeiten und diese dann in Beziehung zu den eigenen Überlegungen zu bringen. Dass das Reden von und über Lernkultur einen festen Platz im Diskurs aber dennoch keine einheitliche theoretische Grundlage aufweist, wird an verschiedenen Stellen betont (vgl. Arnold/ Schüßler 1998, Faulstich 1990). Die Gründe hierfür sind natürlich einerseits durch die Fülle möglicher kulturtheoretischer Referenzen gegeben: Lernkultur, verstanden als Kultur des Lernens (vgl. Mittelstraß 1999), verweist immer auf ein zumindest rudimentäres Kulturkonzept, von denen es — wie wir oben gesehen haben —eine ganze Menge gibt. Das Gemeinschaftliche an der Beziehung, die im Reden von Lernkultur zwischen Lernen und Kultur hergestellt wird, ist der Versuch, die kulturellen Aspekte des Lernens über die Fokussierung kollektiver Rahmenbedingungen für individuelles Lernen zu erfassen. So fällt bei Arnold/ Schüßler (1998: 4) unter Lernkultur
Sebastian Jünger

7. Kompetenzentwicklung

Zusammenfassung
Wir haben im letzten Kapitel versucht, ein Lernkonzept sowie ein Konzept von Lernkultur grundlagentheoretisch zu fundieren. Aus der prozesslogischen Modellierung mithilfe selbstorganisations- und ordnungstheoretischer Annahmen und aus der funktionalen Einbettung mithilfe beobachter- und kulturtheoretischer Überlegung hat sich eine integrative Beschreibung ergeben, die Lernen gleichermaßen in grundlagen-, anwendungs- und gestaltungstheoretischen Problembereichen einheitlich erklärbar macht. Unsere Hauptthese war dabei, dass, wenn wir von und über Lernen reden, wir uns zwar immer auf die gleiche Art von Prozessskelett beziehen, dass aber eben diese Bezugnahme je nach kulturell spezifiziertem Beobachtungskontext unterschiedliche funktionale Aspekte und Ausprägungen von Lernprozessen sichtbar macht. Wir haben deshalb die Bezugnahmen in episodische Beschreibungen und dispositionale Erklärungen differenziert. Diese Differenzierung hilft uns dabei, den Mythos der Wissensvermittlung als didaktischen Kategorienfehler (vgl. Neuweg 2001: 107ff) zu entlarven, weil er auf der Annahme beruht, dass die Herstellung von Wissen (lernen) allein durch den Nach-Vollzug der Darstellung von Wissen (lehren) zu erreichen wäre. Dass diese Differenzierung für die Beobachtung, Erfassung und Gestaltung von Prozessen im Phänomenbereich LE.KOM wichtig ist, zeigt sich daran, dass wir es hier mit dem arbeitsbezogenen Lernen Erwachsener zu tun haben.
Sebastian Jünger

8. Statt eines Fazits: Diskursveränderung und Veränderungsdiskurs als Grundlage kollektiver Kompetenzkompetenz

Zusammenfassung
Aus unserer grundlagentheoretischer Sicht, und das heißt im Rückbezug der Bezugnahme- und Vollzugsmodalitäten in Kompetenzbeobachtungs-/ erfassungs-/ bewertungs-/ und gestaltungskontexten als konkreten Kommunikationszusammenhängen (Interaktions- und Verstehensordnungen) auf ein integrates Beschreibungsinstrument für Prozesse, Prozessgefüge und deren Evolution im Phänomenbereich LE.KOM, können hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen Selbstorganisation, Lernkultur und Kompetenzentwicklung folgende Schlussfolgerungen gezogen werden.
Sebastian Jünger

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