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Über dieses Buch

Die Herausgeber nehmen in diesem Buch die Erwerbsformen und -perspektiven in späteren Erwerbsphasen in den Blick. Der dynamische Wandel in der Arbeitswelt im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bestimmen Erwerbskarrieren neu und wirken sich auf das Wechselverhältnis von abhängiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit aus. Die Beiträge beleuchten sich neu entwickelnde Mischformen beruflicher Tätigkeit (hybride Erwerbsformen) und diskutierten die Gestaltung von Laufbahnen im Erwerbsverlauf. Die Potentiale und Risiken für älter werdende Erwerbstätige werden erörtert und Handlungsanforderungen auf individueller und betrieblicher Ebene aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

Einführung

Zusammenfassung
In der arbeitsmarktpolitischen und arbeitswissenschaftlichen Diskussion in Deutschland nimmt der demografische und strukturelle Wandel in der Erwerbsarbeit – auch angesichts der erheblichen Zuwanderung in den letzten Jahren – nach wie vor einen hohen Stellenwert ein (Brussig 2015b; Wilke 2016, 2019; Buslei et al. 2018). Die vielfältigen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Maßnahmen, die insgesamt auf eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit abzielen (Walwei 2018; Steffen 2020) – beispielsweise die im Zusammenhang mit den Konsolidierungsbestrebungen der Finanzierung sozialer Sicherungssysteme u. a. vorgenommenen einschneidenden Veränderungen bei der Gestaltung des Rentenzugangs – werden in den Betrieben und bei den Beschäftigten immer deutlicher spürbar. Auch die bereits seit Anfang der 90er Jahre in diesbezüglichen Vorausberechnungen herausgestellte Alterung des Erwerbspersonenpotentials sowie der Fachkräftemangel schlagen immer mehr auf die Betriebe durch und verstärken den Trend hin zu alternden Belegschaften (Wilke 2016, 2019; Werding 2019).
Frerich Frerichs, Uwe Fachinger

Erwerbshybridisierung in der späten Erwerbsphase

Frontmatter

Individuelle Ausgestaltung von selbstständigen und abhängigen Erwerbstätigkeiten im Lebensverlauf

Zusammenfassung
Der Wandel abhängiger Erwerbsformen ist schon länger Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Analysen (bspw. Mückenberger 1985; Keller und Seifert 2006). Der Wandel selbstständiger Tätigkeiten ist dagegen vergleichsweise selten und erst später in das Blickfeld wissenschaftlicher Arbeiten geraten. Allerdings zeigen die Analysen, dass selbstständige Tätigkeiten ebenfalls von Wandlungsprozessen betroffen sind (Betzelt und Fachinger 2004).
Christin Czaplicki, Dina Frommert, Dagmar Zanker

Gründungsaktivitäten in der zweiten Lebenshälfte als hybride Performanz Älterer am Arbeitsmarkt? Ein Vergleich zwischen Deutschland und Polen

Zusammenfassung
Für die meisten Länder in Europa stellt die demographische Alterung am Arbeitsmarkt eine große Herausforderung dar. Neben der Perspektive abhängiger Beschäftigung geraten auch Gründungsaktivitäten Älterer mit Begriffen wie „senior/silver/mature/late career entrepreneurs“ verstärkt in den Fokus. Entsprechende Publikationen wie der Policy Brief „Senior Entreprenership“ der OECD und der Europäischen Kommission oder der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) geben hier Empfehlungen für politische Akteure, entsprechende Rahmenbedingungen und Möglichkeiten (auch) für Personen 50 Jahre und älter zu schaffen, die sich selbständig machen möchten (OECD und EU Commission 2012; Schott et al. 2017).
Annette Franke, Justyna Stypińska, Janina Myrczik

Hybride Erwerbskonstellationen: Überblick über einige sozialpolitische Herausforderungen aus institutioneller Sicht

Zusammenfassung
Zwar ist Erwerbshybridisierung kein ganz neues Phänomen (Kay und Suprinovič 2019: 1) und auch in früheren Arbeiten kommen die „immer schwieriger werdende Abgrenzung zwischen abhängiger und selbständiger Erwerbstätigkeit“ sowie der Wechsel von abhängiger und selbständiger Beschäftigung schon zur Sprache (Becker und Faik 1999: 293 f.). Jedoch ist zu konstatieren, dass dem Phänomen Erwerbshybridisierung – auch unter dieser Begrifflichkeit – erst in den vergangenen Jahren in der Wissenschaft zunehmend mehr Aufmerksamkeit zuteilwurde und sich beispielsweise vermehrt den Ursachen und konkreten Formen hybrider Erwerbsformen gewidmet wurde – ebenso wie den sozialpolitischen Folgen dieser Erwerbstätigkeitsmuster (Bögenhold und Fachinger 2012; Bögenhold und Fachinger 2015; Bührmann et al. 2018a; Schulze Buschoff 2018; Kay und Suprinovič 2019).
Benjamin Belz

Existenzgründung und selbstständige Tätigkeit in der späten Erwerbsphase

Frontmatter

Gründungen in der zweiten Lebenshälfte: Lage und Ausblick am Standort Deutschland im europäischen Kontext

Zusammenfassung
Es ist nie zu spät zum Gründen. Denn eigentlich geschieht Gründung, hier in breitem Sinne verstanden, d.h. sie schließt sowohl die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit als auch die Unternehmensgründung ein, in jedem Alter und in jeder Lebensphase. Das wirtschafts- und sozialpolitische Interesse an Gründungen in der zweiten Lebenshälfte ist im engen Zusammenhang mit dem demografischen Wandel entstanden.
Noemí Fernández Sánchez

Bestandsfestigkeit von Neugründungen älterer Gründungspersonen: Welche Rolle spielen Erfahrung und Gründungsmotivation?

Zusammenfassung
Erfolgreiche Unternehmensgründungen gelten als Quelle für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Volkswirtschaften. Ihr Vordringen in bestehende Märkte trägt maßgeblich zur Erneuerung des Unternehmensbestandes bei, fördert den Strukturwandel und erhöht zugleich die Wettbewerbsintensität am Markt (Picot et al. 1989). Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat sich jedoch in den letzten Jahren stark verändert: Die Zahl der Gründungen sinkt seit 2010 stetig, während sich gleichzeitig die Altersstruktur unter den Neugründern ändert: Waren im Jahr 2000 etwa 12,2 % der Gründer in Deutschland laut Mikrozensus 50 Jahre und älter, betrug ihr Anteil im Jahr 2017 bereits 22,9 % (Statistisches Bundesamt: Sonderauswertung des Mikrozensus im Auftrag des IfM Bonn 2019).
Sebastian Nielen, Siegrun Brink, Sören Ivens

Selbstständigkeit in späten Erwerbsphasen als Umsetzung professioneller Standards - Entscheidungsprozesse von Hebammen für oder gegen die Freiberuflichkeit

Zusammenfassung
Wohl kaum ein anderer Gesundheitsberuf hat in den letzten Jahren mehr von sich hören lassen als der der Hebammen. Angesichts steigender Geburtenzahlen ist die Tätigkeit rund um die Betreuung von Schwangeren, Gebärenden sowie Wöchnerinnen von brisanter Aktualität. Gleichzeitig häufen sich Berichte über die fehlende Attraktivität des Berufes sowie zu ökonomischen und psychischen Belastungen.
Claudia Graf-Pfohl

Laufbahnentwicklung für ältere Erwerbstätige

Frontmatter

Laufbahngestaltung bei begrenzter Tätigkeitsdauer – Betriebliche Herausforderungen und Perspektiven

Zusammenfassung
In der arbeits(markt)politischen und arbeitssoziologischen Diskussion in Deutschland nimmt der demografische Wandel in der Erwerbsarbeit nach wie vor einen hohen Stellenwert ein. Die im Zusammenhang mit den Konsolidierungsbestrebungen der Rentenfinanzen vorgenommenen einschneidenden Veränderungen bei der Gestaltung des Rentenzugangs, die insgesamt auf eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit abzielen, werden in den Betrieben und bei den Beschäftigten immer deutlicher spürbar (vgl. u.a. Brussig et al. 2016; Vogler-Ludwig und Düll 2013;). Auch die - bereits seit Anfang der 90er Jahre in diesbezüglichen Prognosen herausgestellte - Alterung des Erwerbspersonenpotentials schlägt immer mehr auf die Betriebe durch und verstärkt den Trend hin zu alternden Belegschaften.
Frerich Frerichs

Wirkungen von Laufbahnberatung für die zweite Hälfte des Erwerbslebens - Erwartungen verschiedener Anspruchsgruppen

Zusammenfassung
Digitalisierung, Flexibilisierung und demographischer Wandel führen zu tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Dadurch werden ältere Erwerbstätige mehr und mehr mit steigenden Anforderungen an ihre Beschäftigungsfähigkeit konfrontiert. Während bis anhin klassische Laufbahnen dominierten und lange Betriebszugehörigkeiten eher die Regel denn die Ausnahme waren, werden lebenslanges Lernen und vermehrte Wechsel der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber oder sogar der Tätigkeit zunehmend erforderlich.
Anne Jansen, Michelle Zumsteg

Erwerbskarrieren nach Erreichen der Altersgrenzen in Alterssicherungssystemen

Frontmatter

(Wie) wollen wir im Rentenalter arbeiten? Eine Untersuchung zu den Beschäftigungsvorstellungen zukünftig erwerbstätiger Rentnerinnen und Rentner in Deutschland

Zusammenfassung
Bis wann und unter welchen Umständen Personen im Alter arbeiten wollen bzw. müssen stellt eine kontrovers diskutierte Frage der aktuellen arbeitsmarkt- und rentenpolitischen Debatte dar. Seit 2012 steigt die Altersgrenze für die Regelaltersrente stufenweise an und wird im Jahr 2031 erstmals 67 Jahre erreicht haben. Bereits heute lassen sich jedoch schon Stimmen finden, die die Notwendigkeit einer weiteren Erhöhung des Renteneintrittsalters diskutieren (Börsch-Supan et al. 2016; Kochsämper 2016; Bäcker et al. 2017). Neben der Frage nach der zeitlichen Verschiebung von Renteneintritten ist eine weitere Entwicklung im Kontext der zunehmenden Erwerbsbeteiligung Älterer von Bedeutung: So übersteigt insbesondere die Gruppe der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner, d.h. diejenigen Personen, die auch über die Regelaltersgrenze hinaus auf dem Arbeitsmarkt verbleiben und zusätzlich zu den ihr zustehenden Rentenbezügen ein Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit generieren, alle Wachstumsraten älterer Beschäftigter.
Laura Naegele, Philipp Stiemke, Jana Mäcken, Moritz Hess

Selbstständigkeit im Alter von 65 und mehr Jahren – Verbreitung, Struktur und Entwicklungstrends 1997-2017

Zusammenfassung
Das Alter von 65 Jahren wurde in der Vergangenheit von der Bevölkerung als ein Endpunkt der Erwerbsarbeit und Beginn der Altersruhephase wahrgenommen, sodass die Erwerbsquoten ab diesem Alter sehr niedrig waren. Seit einiger Zeit sind jedoch mehr ältere Personen erwerbstätig (Anger et al. 2018; Geyer et al. 2018), auch als Selbstständige. Darunter sind solche, die ihre Selbstständigkeit über das 65. Lebensjahr hinaus fortsetzen.
Peter Kranzusch, Olga Suprinovič

Die Vielfalt der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Rentenalter zwischen biographischer Kontinuität und Neuanfang – Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys (DEAS)

Zusammenfassung
In den letzten Jahren zeichnet sich ein deutlicher Trend der Zunahme der Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter ab. Die Anteile von Personen, die trotz Rentenbezugs noch erwerbstätig sind, haben sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt (vgl. z.B. Engstler und Romeu Gordo 2014; Franke und Wetzel 2017). Als Erwerbstätigkeit wird in diesem Beitrag jede bezahlte oder auf Gewinnerzielung ausgerichtete Arbeit verstanden, unabhängig davon, mit welchem Stundenumfang diese ausgeübt wird und unabhängig davon, ob diese abhängig beschäftigt oder selbstständig ausgeübt wird.
Heribert Engstler, Julia Simonson, Claudia Vogel

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