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Über dieses Buch

Johannes Geng geht der Frage nach, inwiefern der Film als technologisches Leitmedium des 20. Jahrhunderts auf die geschichtliche Bedingtheit des Sehens und Hörens zu beziehen ist, indem er in einem ersten Schritt den zugehörigen film- und kulturtheoretischen Diskurs systematisch aufarbeitet. Darüber kommt er zu dem filmtheoretischen Modell eines Sensorischen Regimes, das er dann an zwei Fallstudien – dem NS-Propagandafilm und dem Direct Cinema – exemplifiziert. In unserem Wahrnehmen leiten uns kulturell geformte Gewohnheiten, Erwartungen und Einstellungen. Damit ist Wahrnehmung mehr als nur ein biologischer Mechanismus, sondern historisch variabel.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Wozu Filmtheorie? Klassischerweise konnte sich eine filmtheoretische Abhandlung in ihrem Gegenstand und damit über Umwege in sich selbst begründen, indem sie herausstellt, dass sie den Wesenskern des Films als Medium respektive als Kunstform erfassen wolle. Angesichts ihrer engen, zumal essentialistischen Fokussierung mutet diese Fragestellung überholt, womöglich gar obsolet an, weshalb manch einer ihr ein despektierliches „noch“ hinzufügen würde. Doch zeichnet sich demgegenüber aktuell eine Gegenbewegung ab.

Johannes Geng

Kapitel 2. Die Geschichtlichkeit der Wahrnehmung als kulturtheoretisches Problem

Die Thematik der vorliegenden Arbeit wirft aus sich heraus Fragen auf: Was bedeutet es, der sinnlichen Wahrnehmung eine historische Bedingtheit zuzusprechen? Woran zeigt sich ihre Variabilität? Und weshalb erwuchs hieraus ein Problem, das epochenspezifisch für die Moderne sein soll?

Johannes Geng

Kapitel 3. Das Kino und der historische Charakter von Wahrnehmung

Nachdem im vorherigen Kapitel der grundlegende Theoriediskurs entfaltet sowie seine Fortführung in der aktuellen kulturwissenschaftlichen Forschung diskutiert wurde, ist nun darzulegen, wie die Filmwissenschaft den Gedanken einer Geschichtlichkeit von Wahrnehmung bis dato rezipiert hat. Zuvor gilt es jedoch, auf die Argumente der Kritiker einzugehen, die diese Bezugnahme als abwegig erachten und sie deshalb prinzipiell verwerfen.

Johannes Geng

Kapitel 4. Zur Konzeption eines Sensorischen Regimes – Theoretisches Modell und empirisches Faktum

Mit der Einsicht, dass Wahrnehmung mehr ist, als ein biologisch determinierter und dergestalt invarianter Mechanismus, weitet sich der Blick auf ihre kulturelle Form. Entsprechend stellt sich die Frage, inwiefern die moderne Medientechnologie durch ihren jeweils partikularen Gebrauch Wahrnehmung an der Schnittstelle von Natur und Kultur in historisch spezifische Konstellationen der Vermittlung gebracht hat. Doch was bezeichnet der Begriff einer filmtechnologisch vermittelten Wahrnehmung überhaupt und worin liegt sein Mehrwert? Die Antwort, die dieses Kapitel entwickelt, will an der fototechnologischen Basis des Filmbildes ansetzen, um darauf aufbauend den genuin filmischen Aspekten seiner Erscheinung nachzugehen, die es schlussendlich hinsichtlich ihrer sinnlichen Dimension zu durchdringen gilt.

Johannes Geng

Kapitel 5. Das Sensorische Regime von Körper, Masse und Raum im NS-Propagandafilm

Historisch betrachtet, war der Nationalsozialismus vieles zugleich: eine von Grund auf rassistische, zumal antisemitische sowie antikommunistische Ideologie, eine auf Terror basierende, antidemokratische Staats- und Gesellschaftsordnung, und damit einhergehend auch ein Wirtschafts-, ein Erziehungs- sowie (zumindest seinem Selbstverständnis nach) ein Rechtssystem – sowie nicht zuletzt, ein ideologisch gesetzter Erfahrungshorizont.

Johannes Geng

Kapitel 6. Das Sensorische Regime von authentifizierter Medienöffentlichkeit in den Filmen des Direct Cinema

Die in sich ebenso disparate wie vielschichtige Moderne kennzeichnet kaum ein anderer Aspekt derart übergreifend, wie ihr permanenter Wandel. Vor diesem Hintergrund hat die Einschätzung, dass sich das US-amerikanische Mediensystem auch in den 1950er und 1960er Jahren gewandelt habe, ihrer Korrektheit zum Trotz, nur geringe Aussagekraft. Durchaus interessant gestalten sich demgegenüber die Fragen, wie im Zuge dessen das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit neu bestimmt und in welche kulturgeschichtliche Bedingtheit Wahrnehmung dabei eingefasst wurde.

Johannes Geng

Kapitel 7. Schlussbetrachtung: Sensorische Regime als filmästhetisches Produkt und Produzent der Moderne

Die vorliegende Arbeit nahm ihren Ausgang mit der Frage, inwiefern der Film auf die geschichtliche Bedingtheit ergo auf die Historizität von Wahrnehmung zu beziehen ist. Die von mir geleistete Problematisierung hat verdeutlicht, dass bereits bei der Formulierung dieser Frage Vorsicht geboten ist. Denn allzu schnell wird dabei eine monokausale Wirkungsannahme impliziert.

Johannes Geng

Backmatter

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