Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext
Herausforderungen, Umgangsweisen und Prävention
- 2023
- Buch
- Herausgegeben von
- Heike Pantelmann
- Sabine Blackmore
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Dieses Buch bietet einen Überblick über ein komplexes, auch an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend sichtbarer werdendes gesellschaftliches Problem: Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG). Die vielfältigen Aspekte, rechtlichen Fragen und komplexen Erscheinungsformen machen das Thema in einem hierarchischen Umfeld mit vielfach undurchsichtigen Verantwortungsstrukturen zu einer organisationalen und individuellen Herausforderung. 16 Beiträge nehmen die vielfältigen Erscheinungsformen und Ausprägungen als Forschungsgegenstand und Teil des organisationalen Alltags in den Blick. Sie erläutern den Umgang mit SBDG in verschiedenen Kontexten und Räumen in der Wissenschaft aus verschiedenen Perspektiven und informieren über Strukturen zur Prävention. Dieses Werk ist eine orientierende Handreichung für alle, die im universitären und/oder Forschungsbereich arbeiten, Personalverantwortung tragen, die Entwicklung von akademischen Einrichtungen begleiten und nicht zuletzt für all jene, die von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in hochschulischen Kontexten direkt betroffen oder ihr indirekt begegnet sind.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Einleitung: S(B)DG im Hochschulkontext – Einführung und Überblick
Heike Pantelmann, Sabine BlackmoreDas Kapitel behandelt das Thema sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (S(B)DG) im Hochschulkontext. Es beginnt mit einer Einführung in die gesellschaftlichen und strukturellen Aspekte dieses Problems und bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand. Es wird auf frühere Studien und Publikationen eingegangen, die das Thema bereits behandelt haben, und es werden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen diskutiert. Ein zentraler Punkt ist die Analyse der strukturellen Diskriminierung und der Machtasymmetrien an Hochschulen, die das Auftreten von S(B)DG begünstigen. Darüber hinaus werden verschiedene Settings und Hochschultypen untersucht, um spezifische Herausforderungen und Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung von S(B)DG zu beleuchten. Der Text bietet auch einen Einblick in internationale Perspektiven und aktivistische Ansätze zur Bekämpfung von S(B)DG. Besonders interessant ist die Darstellung der Notwendigkeit, Maßnahmen an die spezifischen Kontexte und Bedingungen der jeweiligen Hochschule anzupassen, um wirksam zu sein. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe und offene Fragen, die weiterhin untersucht werden müssen.KI-Generiert
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ZusammenfassungSexualisierte (Belästigung,) Diskriminierung und Gewalt (S(B)DG) ist ein gesellschaftliches Problem – und eines an Hochschulen, auch wenn dieser Befund nicht mit dem Selbst- und Fremdbild der Hochschule als einer enlightened organisation (Schüz et al., Open Gender J 5, 2021, S. 2) übereinstimmt. Durch feministische Bewegungen der 1970er und 1980er generell als Thema sichtbar gemacht, wurde es bereits in den 1990er Jahren ein gleichstellungspolitisches Thema an Hochschulen (z. B. Bußmann H, Lange K (1996) Sexuelle Grenzverletzungen im Lichte akademischer Gleichstellungspolitik. In: Bußmann H, Lange K (Hrsg) Peinlich berührt. Sexuelle Belästigung von Frauen an Hochschulen. Verlag Frauenoffensive, München, S 9–19). Seitdem scheinen Erkenntnisse über S(B)DG an Hochschulen jedoch verloren gegangen (Schüz et al., Open Gender J 5, 2021, S. 14) oder marginalisiert worden zu sein, zumal sich im Zuge der Institutionalisierung der Gleichstellung an Hochschulen Geschlechterpolitik und feministische Wissensproduktion voneinander gelöst haben (ebd., S. 15). Im Zusammenhang mit medialen Debatten um #MeToo erfährt das Thema seit einiger Zeit nun auch an Hochschulen (wieder) mehr Aufmerksamkeit. -
Kritische Perspektiven auf Recht, Struktur und Daten
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Frontmatter
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Kapitel 2. „Islands of Empowerment“ – Recht als Instrument der Selbstermächtigung gegen rassistische und sexistische Diskriminierung
Doris LiebscherDas Kapitel 'Islands of Empowerment' beleuchtet die Rolle des Rechts als Instrument zur Selbstermächtigung gegen rassistische und sexistische Diskriminierung im Hochschulkontext. Es beginnt mit einer Darstellung der vielfältigen Formen der Diskriminierung und Belästigung, die an Universitäten auftreten, und analysiert die gesellschaftliche Tabuisierung dieser Themen. Das Recht wird sowohl als potenzielles Mittel zur Unterstützung Betroffener als auch als ambivalentes Instrument betrachtet, das sowohl schützen als auch exkludieren kann. Besondere Aufmerksamkeit wird der Bedeutung von Empowerment und kollektiver Rechtsdurchsetzung geschenkt, um die individuellen und strukturellen Dimensionen der Diskriminierung zu adressieren. Der Text hebt die Notwendigkeit hervor, das Recht als Teil eines umfassenderen emanzipatorischen Ansatzes zu verstehen und betont die Bedeutung von Empowerment-Workshops und rechtlicher Grundbildung für Hochschulangehörige.KI-Generiert
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ZusammenfassungRecht ist ein machtvoller und ein ambivalenter Diskurs. Recht erhebt einen egalitären und inklusiven Anspruch, wirkt aber gleichzeitig auch hierarchisierend und ausschließend. Im Recht gegen Diskriminierung und Gewalt zeigt sich das in der Schwierigkeit, erkämpfte Rechte in der Praxis auch durchzusetzen. Ausgehend von Patricia Williams Zitat „In the law, rights are islands of empowerment“, wirbt der Beitrag dafür, Antidiskriminierungsrecht als Instrument zum Empowerment einzusetzen. Ziel ist dann nicht primär die Durchsetzung von Rechten vor Gerichten – denn hier zeigt die Erfahrung, dass dieser Prozess Betroffenen von Diskriminierung und Gewalt oft mehr Ressourcen abverlangt, als sie besitzen. Ziel ist vielmehr, den Kreislauf von Scham und Ohnmacht zu durchbrechen, der allzu oft mit Diskriminierungserfahrungen im Hochschulkontext einhergeht. -
Kapitel 3. Nein heißt nein: Universitäre Maßnahmen gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. Richtlinien, Beratung, Prävention
Tanja Wälty, Heike PantelmannDer Beitrag beleuchtet die Maßnahmen deutscher Universitäten gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG). Trotz umfangreicher theoretischer und praktischer Arbeit bleibt das Problem weit verbreitet. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) empfiehlt Richtlinien, Präventionsmaßnahmen und Anlaufstellen, deren Umsetzung und Wirksamkeit jedoch kritisch hinterfragt werden. Nur wenige Universitäten haben spezifische Richtlinien, und die Definitionen von SBDG sind oft nicht intersektional. Die Interviews mit Berater*innen zeigen, dass strukturelle Barrieren und mangelnde Ressourcen die Bekämpfung von SBDG erschweren. Der Text hebt die Notwendigkeit eines Kulturwandels und verpflichtender Maßnahmen hervor, um die Prävalenz von SBDG zu reduzieren.KI-Generiert
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ZusammenfassungSexualisierte Übergriffe an deutschen Universitäten sind so normal wie tabuisiert. Zum Schutz der Hochschulmitglieder werden hochschulweit geltende Richtlinien verabschiedet, mit denen der Umgang mit sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt sowie Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen geregelt werden. Die Zuständigkeit für die Umsetzung der Maßnahmen liegt meist bei den Gleichstellungsakteur*innen. Auf der Grundlage einer Auswertung von Richtlinien und Expert*inneninterviews mit Berater*innen diskutieren wir in diesem Beitrag die Frage, wo die Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen von Richtlinien und den in ihnen genannten Maßnahmen gegen sexualisierte Belästigung Diskriminierung und Gewalt an Universitäten liegen und stellen die kritische Frage, inwiefern die Ansiedlung der Problematik im Gleichstellungsbereich sinnvoll ist. -
Kapitel 4. International vergleichende Forschung über Formen geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftsorganisationen
Anke Lipinsky, Claudia SchredlDieser Beitrag untersucht die international vergleichende Forschung zu Formen geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftsorganisationen. Quantitative Studien zeigen, dass geschlechtsbezogene Gewalt stark mit Geschlechterungerechtigkeiten korreliert und sowohl Ursache als auch Folge ist. Die Forschung zielt darauf ab, evidenzbasierte Maßnahmen zur Prävention und Intervention zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf den methodischen Herausforderungen bei der Erhebung und Analyse von geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftseinrichtungen. Die Studie betont die Notwendigkeit länderübergreifender Studien und die Berücksichtigung von Kontextfaktoren wie Organisationstoleranz und strukturellen Bedingungen. Die Analyse zeigt, dass individuelle Faktoren oft überbetont werden, während organisationale Faktoren vernachlässigt werden. Die Autoren schlagen vor, dass zukünftige Studien diese Kontextfaktoren exakter untersuchen sollten, um ein umfassenderes Verständnis von geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftseinrichtungen zu gewinnen.KI-Generiert
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ZusammenfassungZahlreiche empirische Prävalenzstudien befassen sich mit dem Vorkommen geschlechtsbezogener Gewalt in der Wissenschaft. Die theoretischen Ansätze und Konzepte, welche die Studiendesigns und Operationalisierung der empirischen Messinstrumente bestimmen, stellen sich in einer Überblicksstudie im direkten Vergleich als heterogen dar. Die Heterogenität betrifft die Operationalisierung von Geschlechterkonzepten genauso wie die Auswahl der behandelten Gewaltformen. Durch die Entwicklung eines gemeinsamen Bezugsrahmens aus drei Dimensionen (Kontext des Geschehens, Geschlecht, Gewalt) lassen sich Unterschiede herausstellen, die ausschlaggebend für das spätere Verständnis der jeweiligen Prävalenzdaten sind. Ausgangspunkt unserer Analyse ist ein Mapping von Umfragestudien und Messinstrumenten aus dem Themenbereich geschlechtsbezogener Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von sexualisierter Belästigung und Gewalt. Unsere Auswertung von neun Umfragestudien stellt Erhebungsinstrumente in den Mittelpunkt, die für die empirische Forschung im Hochschul- und Wissenschaftskontext entwickelt und dort zur Datenerhebung eingesetzt wurden. Die Befunde unseres Mappings weisen auf konzeptionelle Entscheidungen bei der Erhebung von sexueller Belästigung und Übergriffen hin, die unter Berücksichtigung des jeweiligen Forschungskontexts und der späteren Nutzungsabsicht der Ergebnisse getroffen wurden, einen direkten Vergleich der Prävalenzniveaus jedoch erschweren. Die hier angewendete Methode des selektiven Vergleichs weist auf Grenzen und Möglichkeiten der kulturübergreifenden Interpretation von Prävalenzdaten hin, selbst wenn die Umfragen alle aus dem Hochschul- und Wissenschaftskontext stammen.
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Perspektiven auf spezifische Herausforderungen von Settings und Hochschultypen
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Frontmatter
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Kapitel 5. Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in der Universitätsmedizin in Theorie und Praxis
Pia Djermester, Sabine C. Jenner, Sabine Oertelt-PrigioneDas Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Maßnahmen zur Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in der Universitätsmedizin. Es wird die spezifische Problematik der Arbeitsbedingungen in der Medizin und die Rolle von Hierarchien und Machtgefällen beleuchtet. Internationale Studien zeigen eine hohe Prävalenz von sexualisierter Belästigung unter Ärzt*innen, insbesondere Frauen. Die Charité-Universitätsmedizin Berlin führte eine erste Studie zu diesem Thema durch, die die hohe Betroffenheit und die negativen gesundheitlichen und beruflichen Auswirkungen aufzeigt. Präventionsmaßnahmen wie eine Null-Toleranz-Haltung, Sanktionierung der Täter*innen und die Etablierung klarer Beschwerdewege werden diskutiert. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen oft an mangelnder Anonymität und fehlender Unterstützung der Betroffenen scheitert. Der Fokus liegt auf der Notwendigkeit einer diskriminierungsarmen Team- und Organisationskultur, die durch Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen gefördert werden sollte.KI-Generiert
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ZusammenfassungSexualisierte Diskriminierung und Gewalt (SDG) am Arbeitsplatz stellt ein relevantes Problem im Kontext akademischer Hochschulmedizin dar. Der medizinische Arbeitsbereich sowie die Hochschulmedizin im Besonderen sind stark von Hierarchien geprägt, wobei Machtgefälle zum Auftreten von SDG beitragen können (Freedman-Weiss et al., Ann Surg 271:608–613, 2020). Ein proaktiver und effektiver Umgang mit dem Problem sexualisierter Grenzverletzungen ist daher im medizinischen Arbeitsbereich potenziell sogar wichtiger und notwendiger als in anderen Kontexten. Der folgende Beitrag bietet einen Einblick in die aktuelle Studienlage zum Thema mit Fokus auf die weitreichenden negativen Folgen von SDG auf Gesundheit und Arbeitsleben der Betroffenen. Forschungsergebnisse zu Präventionsmaßnahmen werden diskutiert sowie Präventions- und Schutzmaßnahmen vorgestellt, welche seit 2016 an der Charité-Universitätsmedizin Berlin zum Schutz der Beschäftigten, Studierenden und Auszubildenden umgesetzt wurden. Abschließend gewährt dieser Beitrag einen Einblick in die Probleme und Herausforderungen, welche in der Beratungsstelle der Frauen- und Gleichberechtigungsbeauftragten der Charité gegenwärtig in der Beratungspraxis auftreten und erörtert mögliche Lösungsansätze. -
Kapitel 1. Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen
Birgit Fritzen, Martina BickDer Beitrag beleuchtet die zunehmende Sichtbarkeit des Themas Nähe und Distanz an deutschen Musikhochschulen seit der #Aufschrei-Debatte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Umsetzung von Handlungsempfehlungen durch die Rektorenkonferenz der Musikhochschulen (RKM) zur Prävention von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Die Arbeitsgruppe der RKM erarbeitete konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Organisationsstruktur und -kultur, die von den Musikhochschulen umgesetzt werden sollten. Besonders hervorgehoben werden die Maßnahmen an zwei großen Musikhochschulen, wie die Einführung von Antidiskriminierungsrichtlinien und Beschwerdeverfahren. Die Entwicklung zeigt, wie strukturelle und kulturelle Veränderungen durch die Zusammenarbeit von Gleichstellungsakteuren und Hochschulgremien erreicht werden können. Die Aktivitäten und Initiativen der Hochschulen werden anhand konkreter Beispiele und Fallstudien dargestellt, was den Text besonders informativ und praxisnah macht.KI-Generiert
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ZusammenfassungKünstlerische Ausbildungen profitieren von intensiven persönlichen Lehr- und Lernbeziehungen, sind durch diese aber auch besonders anfällig für sexualisierte Diskriminierung und Gewalt (SDG). Der Artikel beschreibt die Entwicklungen im Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt, die durch die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) angestoßen wurden, exemplarisch an zwei Musikhochschulen. Die Autorinnen beobachten aus Gleichstellungssicht, wie Veränderungsprozesse von verschiedenen Seiten initiiert werden: durch Betroffene, die es wagen, sich an die Gerichte zu wenden; durch eine engagierte öffentliche Berichterstattung und kritische Debatten zum Thema; durch klare Top-down-Richtlinien und Null-Toleranz-Strategien sowie Bottom-up durch selbstfürsorgliche Mitarbeitende und Studierende in den Institutionen, unterstützende Maßnahmen und Beratungs- und Beschwerdemöglichkeiten von hierfür geschulten Akteur*innen. Flankiert werden die Veränderungsprozesse von einer kritischen, intersektionalen Reflexion künstlerischer Arbeit, die sich auch in den Curricula niederschlagen sollte. -
Kapitel 7. Kunst braucht Nähe. Nähe braucht Regeln. Vom professionellen Umgang mit Grenzen in der musikalischen Ausbildung an Musikhochschulen
Antje KirschningDas Kapitel untersucht die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs mit Nähe und Distanz im musikalischen Unterricht an Musikhochschulen. Es beleuchtet die Herausforderungen, die durch die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden entstehen, und die oft unzureichende Behandlung von Missbrauch und Übergriffen. Der Text analysiert die Rolle von Machtverhältnissen und die Bedeutung von klaren Regeln im Unterricht. Es werden präventive Maßnahmen und Handlungsempfehlungen vorgestellt, um die Studierenden zu schützen und eine achtsame Kultur zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit wird den Vorerfahrungen der Studierenden und den ritualisierten Aufnahmeprüfungen geschenkt. Der Beitrag betont die Notwendigkeit von Weiterbildungen für Lehrende und die Implementierung von Wertekodizes sowie die Bedeutung von Seminaren für Studierende zum Umgang mit Nähe und Distanz. Zudem werden intersektionale Diskriminierung und die Rolle von Intimitätskoordinator*innen diskutiert. Das Kapitel schließt mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Situation an Musikhochschulen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDieser Aufsatz beleuchtet einige Spezifika von Musikhochschulen wie die besondere Prägung von vielen Musikstudierenden in der Kindheit, Einzelunterricht, Körperkontakt, Emotionalität als Ausdrucksmittel, anspruchsvolle Aufnahmeprüfung und der große Einfluss der Lehrenden auf ihre künstlerischen Karrieren. Anhand einiger Schlaglichter wird gezeigt, wie die Hochschulstrukturen und der alltägliche Umgang Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und Machtmissbrauch begünstigen. Dies geschieht durch überzogenen Leistungsdruck und Angstmachen als didaktisches Mittel, fehlende Bewertungskriterien, intransparente Auswahlverfahren, unreflektiertes Übernehmen von sexistischen Schönheitsidealen, ein fehlendes normatives Gerüst mit gemeinsam vereinbarten Grundwerten, fehlende pädagogische Vor- und Weiterbildung von Lehrenden sowie Versperrung von Zugängen und Netzwerken. Präventive Maßnahmen müssen verhindern, dass hierarchische Situationen ausgenützt und Abhängigkeiten missbraucht werden. Aufgrund ihrer Erfahrungen als Frauenbeauftragte, die zu Grenzüberschreitungen und sexualisierter Belästigung ausdrücklich auch Männer und nicht-binäre Menschen berät, empfiehlt die Autorin verpflichtende Weiterbildungen für Lehrende zum Ausbalancieren von Nähe und Distanz und mehrsprachige, unbenotete Seminare für Studierende zum Umgang mit körperlichen und seelischen Grenzen. Abschließend werden drei Vorschläge zur Prävention von Machtmissbrauch, sexualisierter Belästigung und Gewalt gemacht, die über die Hochschulen hinaus in die Kulturbranche hineinwirken würden: Verhaltenskodizes, eine bundesweite Aufklärungskampagne sowie der Einsatz von Intimitätskoordinator*innen. -
Kapitel 8. Für ein gutes Miteinander auf See. Eine Initiative zur Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen auf Forschungsfahrten
Kristin Hamann, Nikole Lorenz, Catharina Jäcke, Ulrike Schroller-LomnitzDas Kapitel beschreibt die Initiative des Gleichstellungsteams des GEOMAR zur Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen auf Forschungsfahrten. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um klare Strukturen und zielgerichtete Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen und Führungskräften zu schaffen. Die Ausgangslage der Initiative basiert auf der Erfahrung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die unerwünschte Situationen im Kontext von sexualisierter Gewalt erlebt haben. Die Ziele der Initiative umfassen die Erhöhung des Bewusstseins für sexualisierte Gewalt und die Etablierung angemessener Präventions- und Umgangsstrategien. Die Initiative zielt darauf ab, das Thema ins Bewusstsein der Fahrtteilnehmenden zu rufen und einen offenen Raum für Aufklärung und Unterstützungsangebote zu schaffen. Konkrete Maßnahmen wie Infoflyer, Power-Point-Präsentationen, Aushänge und Workshops wurden entwickelt, um die Prävention und den Umgang mit Vorfällen zu unterstützen. Die Initiative wurde in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren entwickelt und an die spezielle Situation auf See angepasst. Die langfristige Verankerung der Initiative und ihre Ausweitung auf weitere Forschungseinrichtungen sind zentrale Ziele. Die Herausforderungen und Risiken, die bei der Umsetzung der Initiative auftreten, werden ebenfalls thematisiert und Lösungsansätze aufgezeigt. Die Initiative hat das Potenzial, das Thema sexualisierte Gewalt auf See sichtbar zu machen und nachhaltige Veränderungen in der Forschungsschifffahrt zu bewirken.KI-Generiert
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Zusammenfassung„Für ein gutes Miteinander auf See“ ist eine Initiative am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die sich der Prävention von sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG) auf deutschen Forschungsschiffen widmet. Geleitet wird die Initiative vom Gleichstellungsteam, das in der komplexen Organisationsstruktur der Forschungsschifffahrt viele Akteur*innen zusammenbringen muss, um die Maßnahmen passgenau zu entwickeln und zu etablieren. Auf Forschungsfahrten sind die Menschen für einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammen und können unerwünschten Situationen nicht ausweichen. Das Ziel der Initiative ist es, dafür eine Rettungsinsel zu bieten: Etablierte und klare Strukturen sollen Sicherheit geben und eine Klärung von unerwünschten Situationen ermöglichen. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Vorgehensweise der Entwicklung der Initiative und erläutert, welche Herausforderungen Forschungsschiffe als Arbeitsort für eine SBDG-Initiative darstellen.
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Perspektiven auf Strukturen, Umgang und Lösungsansätze
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Kapitel 9. Die Hochschule – ein möglichst sicherer Ort! Elemente eines Schutzkonzepts zur Prävention von und zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt
Ulrike Richter, Sünne Andresen, Elisa Kassin, Holger SpechtDer Fachbeitrag beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Schutzkonzepts zur Prävention und zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen. Ein zentrales Element des Konzepts ist die Übung mit zehn Schritten, bei der Studierende in verschiedene Rollen schlüpfen und sich mit Situationen aus dem Hochschulalltag auseinandersetzen. Diese Übung verdeutlicht die Notwendigkeit, sensibel für problematische Situationen und die Bedürfnisse der Betroffenen zu sein. Das Schutzkonzept basiert auf den Leitprinzipien Einsicht, Enttabuisierung und Betroffenengerechtigkeit. Einsicht bedeutet, das Problem sexualisierter Gewalt anzuerkennen und zu tabuisieren. Enttabuisierung zielt darauf ab, ein offenes Gespräch über das Thema zu ermöglichen und die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Betroffenengerechtigkeit stellt die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt und zielt darauf ab, jede Meldung ernst zu nehmen und angemessen zu reagieren. Das Schutzkonzept der HTW Berlin umfasst ein Melde- und Beschwerdeverfahren, ein Hilfenetz und ein Vertrauensteam, das für die Fallbearbeitung verantwortlich ist. Das Konzept wird durch eine Risikoanalyse und die Einbindung der Hochschulangehörigen kontinuierlich weiterentwickelt, um eine sichere und unterstützende Umgebung für alle zu schaffen.KI-Generiert
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ZusammenfassungBasierend auf der Antidiskriminierungsrichtlinie, die sich die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) im Jahr 2018 gegeben hat, wurde im Wintersemester 2021/22 damit begonnen, ein Schutzkonzept zur Prävention von und zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zu erarbeiten. Dieses Schutzkonzept basiert auf drei Leitprinzipien: Einsicht, Enttabuisierung und Betroffenengerechtigkeit. Diese sind in der Organisationskultur zu verankern, wobei das letztgenannte Prinzip die grundlegendsten Veränderungen für die Organisation mit sich bringt. Im vorliegenden Beitrag werden erstens die genannten Leitprinzipien mit dem Fokus auf der Betroffenengerechtigkeit eingeführt und erläutert. Zweitens wird das Schutzkonzept in den Kontext des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und der internen Antidiskriminierungsrichtlinie gestellt. Drittens wird das dichte Hilfenetz beschrieben, welches die etablierten, hochschuleigenen Beratungseinrichtungen, die Interessenvertretungen bestimmter Gruppen mit den „Knotenpunkten“ bilden sollen, die im Zuge der seit 2018 verstärkten Antidiskriminierungsarbeit an der HTW Berlin neu geschaffen werden, insbesondere der Antidiskriminierungsrat und die Antidiskriminierungsstelle. Viertens wird der Bearbeitungsprozess von Meldungen und Beschwerden Schritt für Schritt dargestellt. Die Hochschule hat damit begonnen, intensiv und unter Beteiligung vieler Hochschulangehöriger daran zu arbeiten, ein möglichst sicherer Ort für alle zu werden. Die Organisationskultur befindet sich im Wandel, maßgebliche Veränderungen für Strukturen und Prozesse wurden angestoßen. Die Praxis der kommenden Jahre wird zeigen, wie tragfähig diese tatsächlich sind. Wie bei jeder guten Organisationsentwicklung ist es auch hier entscheidend, entsprechende Signale wahrzunehmen und gegebenenfalls nachzujustieren. Dieser Beitrag ist als Werkstattbericht zu verstehen, denn er dokumentiert einen Zwischenstand. -
Kapitel 10. „Na, dann brauchen wir wohl einen Workshop oder Coaching …“ – Trainings und Coaching als Instrumente in der hochschulischen Arbeit bei Fällen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt
Sabine Blackmore, Lisa HorvathDas Kapitel untersucht die Rolle von Trainings und Coaching als Instrumente zur Bewältigung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt (SDG) an Hochschulen. Es wird aufgezeigt, dass trotz mangelnder Datenlage und unsystematischem Vorgehen, diese Maßnahmen wertvolle Beiträge zur Prävention und zum Umgang mit SDG leisten können. Besonders hervorgehoben werden die Rahmenbedingungen, Zielgruppen und Inhalte von Trainings sowie die spezifischen Herausforderungen und Nutzen von Coaching. Empfehlungen zur systematischen Implementierung und zur Verbesserung der Hochschulkultur runden den Beitrag ab.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem praxisorientierten Beitrag wird die Rolle von Trainings und Coachings als Instrumente in der Arbeit mit Vorfällen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt (SDG) im hochschulischen Kontext vorgestellt, eingeordnet und diskutiert. Dabei geht es zum einen um die Möglichkeiten, wie Coachings und Trainings als Maßnahmen bei der Arbeit mit Vorfällen von und als Präventionsmaßnahme gegen SDG an Hochschulen eingesetzt werden können. Zum anderen werden die Grenzen in diesem spezifischen Feld und der Einsatz der beiden Instrumente durch Hochschulen kritisch beleuchtet. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen für einen guten Umgang mit Coaching und Training in der Arbeit mit und gegen SDG (Der Beitrag basiert auf unserer Arbeit an deutschen und österreichischen Hochschulen und bezieht eine deutsch-österreichische Perspektive ein.). -
Kapitel 11. Beratung bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt: Ein Schulungskonzept für Hochschulen
Brigitte Reysen-Kostudis, Wendy StollbergDas Kapitel behandelt die Beratung bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG) an Hochschulen und stellt ein Schulungskonzept für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte vor. Es wird auf die zunehmende Bedeutung des Themas an deutschen Hochschulen eingegangen und die verschiedenen Maßnahmen und Richtlinien zur Prävention und Unterstützung von Betroffenen beschrieben. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die oft ohne spezifische Ausbildung in dieser verantwortungsvollen Aufgabe tätig sind. Das Schulungskonzept umfasst die Vermittlung von Beratungskompetenzen und die Beschäftigung mit SBDG, wobei sowohl theoretische als auch praktische Aspekte berücksichtigt werden. Die Schulung dauert zwei Tage und vermittelt Techniken wie Aktives Zuhören, Spiegeln und Visualisierung, um Betroffenen effektiv zu helfen. Zudem wird auf die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten und Präventionsarbeit eingegangen, um langfristig eine sichere und respektvolle Hochschulkultur zu fördern.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Beitrag wird das Konzept einer Schulung für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte vorgestellt, die deren Beratungskompetenz im Umgang mit Betroffenen sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG) stärken soll. Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind häufig erste Anlaufstellen bei SBDG an Hochschulen. Die Amtsinhaber*innen sind jedoch für diese komplexe und sensible Funktion in der Regel nicht ausreichend ausgebildet. Diese Schulung schließt die Lücke im System und vermittelt den teilnehmenden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Kompetenzen, Informationen und Methoden, um professionell und mit mehr Selbstvertrauen SBDG-Betroffene erstberaten zu können. Neben notwendigen Rahmenbedingungen für die Schulung werden der zeitliche Ablauf und wesentliche inhaltliche Aspekte dargestellt. Die praxisnahe Beschreibung von Techniken und Übungen zeigt, wie die Inhalte vermittelt bzw. gemeinsam erarbeitet werden. Erfahrungsberichte aus zahlreichen Schulungen zu SBDG, immer wiederkehrende Fragen und Reaktionen von Teilnehmer*innen und exemplarische Ergebnisse von Gruppenarbeiten runden die Beschreibung dieses Angebots ab. Das Ziel der Schulung ist es, den Teilnehmer*innen in kurzer Zeit und auf einfachem Weg die Grundkompetenz für eine vertrauensvolle und unterstützende Beratung zu vermitteln. -
Kapitel 12. Sensibilisierung zum Thema „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“ im Rahmen der jährlichen Sicherheitsunterweisung nach Arbeitsschutzgesetz – eine präventive Maßnahme
Robin von Both, Britta Bergfeldt, Birgid LangerDas Kapitel behandelt die Bedeutung der Sensibilisierung zum Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt (SDG) im Rahmen der jährlichen Sicherheitsunterweisung nach dem Arbeitsschutzgesetz. Es wird die Notwendigkeit einer regelmäßigen Auseinandersetzung mit dem Thema und der Verantwortung der Führungskräfte hervorgehoben. Die Integration des Themas in die obligatorische Unterweisung wird als effektive Maßnahme zur Prävention und Sensibilisierung dargestellt. Rechtliche Grundlagen und praktische Umsetzungsvorschläge werden detailliert erläutert, um die Sensibilisierung nachhaltig zu verankern. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Rolle der Führungskräfte und die Bedeutung von Beratungsangeboten gelegt. Die Erfahrungen und Erfolge der bisherigen Umsetzung werden ebenfalls reflektiert.KI-Generiert
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ZusammenfassungLaut Art. 2 (2) Grundgesetz hat jeder Mensch das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dies beinhaltet auch den Schutz vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt (SDG). Im Arbeitsschutzgesetz steht, dass die Sicherheit und der Gesundheitsschutz bei der Arbeit gesichert und verbessert werden müssen, weshalb jährliche Sicherheitsunterweisungen, z. B. in der Chemie, der Gentechnik und dem Strahlenschutz etc., stattfinden. Schutz vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt gehört aber ebenfalls dazu. Daher haben die Autor*innen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das ergänzende Modul „Sensibilisierung zum Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“ eingeführt, um hier Grundlagenarbeit zu leisten und dies prozessual nachhaltig zu verankern. Mit der Maßnahme sollen die Teilnehmenden auch dafür sensibilisiert werden, dass der Schutz vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt nicht in der Verantwortung der betroffenen Personen, also überwiegend der Frauen, liegt, sondern in der Organisation – aber vor allem bei den Führungskräften.
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Erweiterung der Perspektive
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Kapitel 13. Intersektionalität, Repräsentanz und safer spaces bei sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen
Gabriele RosenstreichDas Kapitel untersucht die Herausforderungen und Chancen der Intersektionalität, Repräsentanz und safer spaces bei der Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen. Es betont die Notwendigkeit, die Vielfalt der Identitäten und Machtverhältnisse zu berücksichtigen, um effektive Maßnahmen zu entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten geschenkt, deren Vertretungsanspruch aus intersektionaler Perspektive hinterfragt wird. Zudem werden Strategien zur Schaffung von safer spaces diskutiert, die die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Hochschulmitglieder gewährleisten sollen. Der Beitrag hebt die Bedeutung von Teamstrukturen und allyship hervor, um die Bedürfnisse marginalisierter Gruppen besser zu adressieren und diskriminierungsarme Räume zu schaffen.KI-Generiert
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ZusammenfassungHinsichtlich sexualisierter Diskriminierung und Gewalt nehmen an Hochschulen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte als Interessenvertretung und Anlaufstelle eine herausragende Stelle ein. Aus intersektionaler Perspektive – wenn also verschiedene Identitäten und Diskriminierungsformen als verschränkt begriffen werden – wird die Idee der Repräsentanz brüchig, denn jede Person hat zugleich eine Vielzahl an Zugehörigkeiten und ist an der Schnittstelle unterschiedlicher Machtachsen positioniert. Dieser Beitrag geht der Frage der Repräsentanz nach, sowohl hinsichtlich des Vertretungsanspruchs als auch bei Fragen nach Zielgruppen und dem symbolischen Status der Ansprechpersonen. Dem intersektionalen Ansatz folgend, können weder Funktionen noch Räume existieren, die die Erfahrungen und Perspektiven aller von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt betroffenen Personen repräsentieren, denn diese sind vielfältig und komplex. Somit sind alle Räume von Machtunterschieden durchdrungen und in allen Räumen ist Diskriminierungspotenzial vorhanden. Das heißt in letzter Konsequenz, dass es keine safe spaces und umfassende Repräsentanz geben kann. Auch wenn die inhärenten Herausforderungen nicht auflösbar sind, ist es jedoch möglich, Handlungsansätze zur Schaffung von safer spaces herzuleiten und das Potenzial des intersektionalen Ansatzes bei der Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zu nutzen. -
Kapitel 14. Gender.Macht.Wissenschaft – Akademischer Aktivismus. Ein Bericht über aktivistische Schreib- und Arbeitsprozesse
AG Gender.Macht.WissenschaftDer Beitrag 'Gender.Macht.Wissenschaft – Akademischer Aktivismus' beschreibt die Initiative einer überregionalen Arbeitsgruppe von Frauen* aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich gegen Sexismus, sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen engagiert. Im Dezember 2020 veröffentlichte die Gruppe eine gemeinsame Erklärung und nutzt seither das Schreiben als Methode der Selbstreflexion und Solidarität. Die Arbeitsgruppe analysiert die strukturellen und individuellen Herausforderungen in der Wissenschaft und setzt sich für strukturelle Veränderungen ein, die über den akademischen Aktivismus hinausgehen. Besonders bemerkenswert ist die detaillierte Darstellung der Methoden und Erfahrungen der Arbeitsgruppe, die ein tiefes Verständnis für die komplexen Dynamiken in der Wissenschaft vermittelt und zum Nachahmen anregt.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Arbeitsgemeinschaft Gender.Macht.Wissenschaft berichtet von ihren Erfahrungen mit aktivistischen Arbeits- und Schreibprozessen. Im Dezember 2020 hat die interdisziplinäre Gruppe eine gemeinsame Erklärung gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen veröffentlicht: www.gender-macht-wissenschaft.de. Die kollaborativen Schreibmethoden und Arbeitsprozesse werden im Text nachgezeichnet. Der Erfahrungsbericht möchte zum Nachahmen einladen und Akademiker*innen darin bestärken, sich trotz prekarisierter Arbeitsbedingungen und persönlicher Abhängigkeiten gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen zur Wehr zu setzen. Hochschulen sind Räume eines diskursiven Miteinanders von verschiedenen Einzelnen. Hochschulen müssen Orte sein, an denen ein kollegialer, solidarischer Umgang erlernt, gelebt und praktiziert wird. Gender.Macht.Wissenschaft ist eine selbstorganisierte Gruppe von Frauen* aus der Wissenschaft, die daran arbeiten, die Strukturen, die sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen ermöglichen, offenzulegen. Gemeinsame Schreibprozesse können eine Methode sein, um selbstermächtigende Äußerungsformen zu finden und strukturelle Veränderungen in der Wissenschaft anzuregen, die über die Institutionalisierung eines akademischen Aktivismus hinausgehen.
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Perspektiven internationaler Hochschulkontexte
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Kapitel 15. Tackling Sexual Harassment and Violence in Universities: Seven Lessons from the UK
Alison PhippsDer Beitrag 'Tackling Sexual Harassment and Violence in Universities: Seven Lessons from the UK' bietet eine umfassende Analyse der Herausforderungen und Strategien im Kampf gegen sexuelle Belästigung und Gewalt an Universitäten. Die Autorin, eine britische Akademikerin mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich, teilt sieben wertvolle Lektionen, die aus der britischen Erfahrung gewonnen wurden. Diese Lektionen umfassen die Bedeutung des Namensgebens des Problems, die Notwendigkeit, das Problem nicht zu individualisieren, das Verständnis der Institution und ihrer Rolle, den Verzicht auf die 'Werkzeuge des Meisters', die Unterscheidung zwischen Empörung und Gerechtigkeit, die Vermeidung der Berufung auf Autoritäten und die Notwendigkeit eines langfristigen Engagements. Der Beitrag betont die strukturellen Ursachen von sexueller Gewalt und die Notwendigkeit, über individuelle Maßnahmen hinauszugehen, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Die Autorin plädiert für einen abolitionistischen Ansatz, der darauf abzielt, die grundlegenden Strukturen zu verändern, die Gewalt ermöglichen. Der Beitrag ist eine wertvolle Ressource für Akademiker, Sozialarbeiter und Aktivisten, die sich mit der Bekämpfung von sexueller Gewalt an Universitäten beschäftigen.KI-Generiert
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AbstractThis article offers seven lessons on tackling sexual harassment and violence in universities, based on fifteen years of activism in the UK. The problem must be named and understood as caused not by individual ‘bad apples’ but by structural dynamics both within universities and without. Many of the approaches taken so far have used what Audre Lorde would call ‘the master’s tools’ and have made use of naming and shaming and media outrage to appeal for punitive and authoritarian responses. This article argues that such responses merely consolidate oppressive institutional power, and offers an alternative approach drawn from abolitionist thinking and practice. -
Kapitel 16. Green Tides and Pink Glitter: A Brief Account of the 21st-century Feminist Movement in Mexican Higher Education
Kenya Herrera BórquezDer Beitrag untersucht die feministische Bewegung in der mexikanischen Hochschulbildung im 21. Jahrhundert, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Gewalt gegen Frauen und die Reaktionen der Gesellschaft und der Bildungseinrichtungen gelegt wird. Die Autoren analysieren die Ursachen und Auswirkungen der Gewalt, die zu den Protesten geführt haben, und die verschiedenen Strategien, die feministische Studentengruppen entwickelt haben, um ihre Forderungen durchzusetzen. Dabei wird auch die Rolle der digitalen Medien und sozialen Netzwerke beleuchtet, die die Organisation und Sichtbarkeit der Proteste erheblich gesteigert haben. Der Text hebt hervor, wie die feministischen Studentengruppen trotz institutioneller Widerstände und gesellschaftlicher Ablehnung ihre Forderungen vorantreiben und sich gegen die strukturelle Gewalt und Diskriminierung wehren. Die Analyse zeigt die Komplexität der Herausforderungen, denen sich die feministische Bewegung in Mexiko gegenübersieht, und die Notwendigkeit, innovative und oft radikale Strategien zu entwickeln, um Gehör zu finden und Veränderungen zu erreichen.KI-Generiert
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AbstractThe first decades of the 21st century have witnessed a tremendous feminist uprise on a global scale. In Mexico, the protagonists of this movement are predominantly young university students. Through many creative strategies, these women have gained visibility and brought to the public opinion long-ignored issues such as sexual harassment and systemic sexism within universities. At the same time, they have joined other women outside academic settings to address problems that surpass university settings, such as reproductive rights, femicides, and forced disappearances. This social movement collides with the backfire of a conservative, religious sector of Mexican society and the inefficacy of the Mexican government that appears to be oblivious to the dangers that Mexican women face in everyday life. In this text, I’d like to sketch a landscape that illustrates that the uprising of women in Mexico has been going on for decades. Global historic junctures have given it momentum and potency. As a result, the feminist movement in higher education achieved accurate, tangible results that have legally and culturally transformed Mexico and its universities. -
Kapitel 17. Sexual Violence in the University Environment in Mexico: Some Reflections on its Manifestations and its Relationship with Feminist Activism
Daniela Cerva Cerna, Marcela Suárez EstradaDer Beitrag beleuchtet die erschreckende Realität sexueller Gewalt und Belästigung in mexikanischen Universitäten, wobei die Autoren die Definitionen und Manifestationen dieser Problematik detailliert untersuchen. Besonders bemerkenswert ist die Betonung der Rolle feministischer Studentenaktivismus, die durch soziale Netzwerke und öffentliche Denunziationen wie 'tendederos' und 'escraches' gegen die Normalisierung von Gewalt und die Komplizenschaft der Institutionen kämpfen. Die Analyse zeigt, wie diese Aktivitäten nicht nur die Öffentlichkeit sensibilisieren, sondern auch strukturelle Veränderungen in den Universitäten anregen. Der Text bietet zudem eine umfassende Diagnose der Herausforderungen und zukünftigen Forschungsrichtungen, um die Prävention und Behandlung von sexueller Gewalt in Bildungseinrichtungen zu verbessern.KI-Generiert
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AbstractGender violence in academia exposes female students to sexual harassment and bullying as the most common expressions of gender discrimination and misogyny. In 2019/2020 in Mexico, students have started to initiate a series of actions to demonstrate against sexual violence in academia and to publicly denounce their aggressors through both public exposure of perpetrators (escraches) and clotheslines (tendederos). As documented by several scholars (Barreto Barreto, Rev Mex Sociol 79:261–286, 2017; Cerva Cerva, Rev. de la Educ. Super 49:135–145, 2020a, Cerva D (2020b) La protesta feminista en México. La misoginia en el discurso institucional y en las redes sociodigitales. Rev Mex Cienc Polit Soc 65(240):177–205; González González G (2019) Acciones colectivas para enfrentar la violencia de género en las universidades: el caso de los escraches en la Red No Están Solas. Tesis de Maestría en Estudios Políticos. UNAM Posgrado en Ciencias Políticas y Sociales, México and Mingo Mingo A (2020) Juntas nos quitamos el miedo. Estudiantes feministas contra la violencia sexista. Rev Iberoam Educ Superior 11(31):3–23. 10.22201/iisue.20072872e.2020.31.703), these forms of public denunciation have served to render visible practices of sexual violence and strongly emphasized the need for specific institutional responses. Due to these actions, university authorities decided to implement the revision of the protocol of protection. However, these reactions are not enough. The objective of this article is to document the development of the conflict around sexual violence and harassment at Mexican universities, the institutional reactions as well as the mobilization process of feminist activism to fight violence. We argue that there is a dire need of establishing processes to legitimate a gender perspective as a tool for analyzing the experiences of inequality and discrimination of women in academia.
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18. Erratum zu: Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen
Birgit Fritzen, Martina BickDas Erratum korrigiert und aktualisiert den Abschnitt 6.4.5 des Beitrags 'Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen', um die Perspektive betroffener Personen angemessener zu berücksichtigen. Dieser Schritt unterstreicht die Bedeutung einer sensiblen und inklusiven Darstellung in der Hochschulpädagogik und -verwaltung. Die Aktualisierung zielt darauf ab, die Herausforderungen und Erfahrungen betroffener Personen besser zu reflektieren und somit die Qualität der good practices an Musikhochschulen zu erhöhen.KI-Generiert
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- Titel
- Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext
- Herausgegeben von
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Heike Pantelmann
Sabine Blackmore
- Copyright-Jahr
- 2023
- Electronic ISBN
- 978-3-658-40467-3
- Print ISBN
- 978-3-658-40466-6
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-40467-3
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