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Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext

Herausforderungen, Umgangsweisen und Prävention

  • 2023
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Buch bietet einen Überblick über ein komplexes, auch an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend sichtbarer werdendes gesellschaftliches Problem: Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG). Die vielfältigen Aspekte, rechtlichen Fragen und komplexen Erscheinungsformen machen das Thema in einem hierarchischen Umfeld mit vielfach undurchsichtigen Verantwortungsstrukturen zu einer organisationalen und individuellen Herausforderung. 16 Beiträge nehmen die vielfältigen Erscheinungsformen und Ausprägungen als Forschungsgegenstand und Teil des organisationalen Alltags in den Blick. Sie erläutern den Umgang mit SBDG in verschiedenen Kontexten und Räumen in der Wissenschaft aus verschiedenen Perspektiven und informieren über Strukturen zur Prävention. Dieses Werk ist eine orientierende Handreichung für alle, die im universitären und/oder Forschungsbereich arbeiten, Personalverantwortung tragen, die Entwicklung von akademischen Einrichtungen begleiten und nicht zuletzt für all jene, die von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in hochschulischen Kontexten direkt betroffen oder ihr indirekt begegnet sind.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einleitung: S(B)DG im Hochschulkontext – Einführung und Überblick

    Heike Pantelmann, Sabine Blackmore
    Das Kapitel behandelt das Thema sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (S(B)DG) im Hochschulkontext. Es beginnt mit einer Einführung in die gesellschaftlichen und strukturellen Aspekte dieses Problems und bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand. Es wird auf frühere Studien und Publikationen eingegangen, die das Thema bereits behandelt haben, und es werden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen diskutiert. Ein zentraler Punkt ist die Analyse der strukturellen Diskriminierung und der Machtasymmetrien an Hochschulen, die das Auftreten von S(B)DG begünstigen. Darüber hinaus werden verschiedene Settings und Hochschultypen untersucht, um spezifische Herausforderungen und Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung von S(B)DG zu beleuchten. Der Text bietet auch einen Einblick in internationale Perspektiven und aktivistische Ansätze zur Bekämpfung von S(B)DG. Besonders interessant ist die Darstellung der Notwendigkeit, Maßnahmen an die spezifischen Kontexte und Bedingungen der jeweiligen Hochschule anzupassen, um wirksam zu sein. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe und offene Fragen, die weiterhin untersucht werden müssen.
  3. Kritische Perspektiven auf Recht, Struktur und Daten

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 2. „Islands of Empowerment“ – Recht als Instrument der Selbstermächtigung gegen rassistische und sexistische Diskriminierung

      Doris Liebscher
      Das Kapitel 'Islands of Empowerment' beleuchtet die Rolle des Rechts als Instrument zur Selbstermächtigung gegen rassistische und sexistische Diskriminierung im Hochschulkontext. Es beginnt mit einer Darstellung der vielfältigen Formen der Diskriminierung und Belästigung, die an Universitäten auftreten, und analysiert die gesellschaftliche Tabuisierung dieser Themen. Das Recht wird sowohl als potenzielles Mittel zur Unterstützung Betroffener als auch als ambivalentes Instrument betrachtet, das sowohl schützen als auch exkludieren kann. Besondere Aufmerksamkeit wird der Bedeutung von Empowerment und kollektiver Rechtsdurchsetzung geschenkt, um die individuellen und strukturellen Dimensionen der Diskriminierung zu adressieren. Der Text hebt die Notwendigkeit hervor, das Recht als Teil eines umfassenderen emanzipatorischen Ansatzes zu verstehen und betont die Bedeutung von Empowerment-Workshops und rechtlicher Grundbildung für Hochschulangehörige.
    3. Kapitel 3. Nein heißt nein: Universitäre Maßnahmen gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. Richtlinien, Beratung, Prävention

      Tanja Wälty, Heike Pantelmann
      Der Beitrag beleuchtet die Maßnahmen deutscher Universitäten gegen sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG). Trotz umfangreicher theoretischer und praktischer Arbeit bleibt das Problem weit verbreitet. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) empfiehlt Richtlinien, Präventionsmaßnahmen und Anlaufstellen, deren Umsetzung und Wirksamkeit jedoch kritisch hinterfragt werden. Nur wenige Universitäten haben spezifische Richtlinien, und die Definitionen von SBDG sind oft nicht intersektional. Die Interviews mit Berater*innen zeigen, dass strukturelle Barrieren und mangelnde Ressourcen die Bekämpfung von SBDG erschweren. Der Text hebt die Notwendigkeit eines Kulturwandels und verpflichtender Maßnahmen hervor, um die Prävalenz von SBDG zu reduzieren.
    4. Kapitel 4. International vergleichende Forschung über Formen geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftsorganisationen

      Anke Lipinsky, Claudia Schredl
      Dieser Beitrag untersucht die international vergleichende Forschung zu Formen geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftsorganisationen. Quantitative Studien zeigen, dass geschlechtsbezogene Gewalt stark mit Geschlechterungerechtigkeiten korreliert und sowohl Ursache als auch Folge ist. Die Forschung zielt darauf ab, evidenzbasierte Maßnahmen zur Prävention und Intervention zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf den methodischen Herausforderungen bei der Erhebung und Analyse von geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftseinrichtungen. Die Studie betont die Notwendigkeit länderübergreifender Studien und die Berücksichtigung von Kontextfaktoren wie Organisationstoleranz und strukturellen Bedingungen. Die Analyse zeigt, dass individuelle Faktoren oft überbetont werden, während organisationale Faktoren vernachlässigt werden. Die Autoren schlagen vor, dass zukünftige Studien diese Kontextfaktoren exakter untersuchen sollten, um ein umfassenderes Verständnis von geschlechtsbezogener Gewalt in Wissenschaftseinrichtungen zu gewinnen.
  4. Perspektiven auf spezifische Herausforderungen von Settings und Hochschultypen

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 5. Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in der Universitätsmedizin in Theorie und Praxis

      Pia Djermester, Sabine C. Jenner, Sabine Oertelt-Prigione
      Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Maßnahmen zur Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in der Universitätsmedizin. Es wird die spezifische Problematik der Arbeitsbedingungen in der Medizin und die Rolle von Hierarchien und Machtgefällen beleuchtet. Internationale Studien zeigen eine hohe Prävalenz von sexualisierter Belästigung unter Ärzt*innen, insbesondere Frauen. Die Charité-Universitätsmedizin Berlin führte eine erste Studie zu diesem Thema durch, die die hohe Betroffenheit und die negativen gesundheitlichen und beruflichen Auswirkungen aufzeigt. Präventionsmaßnahmen wie eine Null-Toleranz-Haltung, Sanktionierung der Täter*innen und die Etablierung klarer Beschwerdewege werden diskutiert. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen oft an mangelnder Anonymität und fehlender Unterstützung der Betroffenen scheitert. Der Fokus liegt auf der Notwendigkeit einer diskriminierungsarmen Team- und Organisationskultur, die durch Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen gefördert werden sollte.
    3. Kapitel 1. Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen

      Birgit Fritzen, Martina Bick
      Der Beitrag beleuchtet die zunehmende Sichtbarkeit des Themas Nähe und Distanz an deutschen Musikhochschulen seit der #Aufschrei-Debatte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Umsetzung von Handlungsempfehlungen durch die Rektorenkonferenz der Musikhochschulen (RKM) zur Prävention von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Die Arbeitsgruppe der RKM erarbeitete konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Organisationsstruktur und -kultur, die von den Musikhochschulen umgesetzt werden sollten. Besonders hervorgehoben werden die Maßnahmen an zwei großen Musikhochschulen, wie die Einführung von Antidiskriminierungsrichtlinien und Beschwerdeverfahren. Die Entwicklung zeigt, wie strukturelle und kulturelle Veränderungen durch die Zusammenarbeit von Gleichstellungsakteuren und Hochschulgremien erreicht werden können. Die Aktivitäten und Initiativen der Hochschulen werden anhand konkreter Beispiele und Fallstudien dargestellt, was den Text besonders informativ und praxisnah macht.
    4. Kapitel 7. Kunst braucht Nähe. Nähe braucht Regeln. Vom professionellen Umgang mit Grenzen in der musikalischen Ausbildung an Musikhochschulen

      Antje Kirschning
      Das Kapitel untersucht die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs mit Nähe und Distanz im musikalischen Unterricht an Musikhochschulen. Es beleuchtet die Herausforderungen, die durch die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden entstehen, und die oft unzureichende Behandlung von Missbrauch und Übergriffen. Der Text analysiert die Rolle von Machtverhältnissen und die Bedeutung von klaren Regeln im Unterricht. Es werden präventive Maßnahmen und Handlungsempfehlungen vorgestellt, um die Studierenden zu schützen und eine achtsame Kultur zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit wird den Vorerfahrungen der Studierenden und den ritualisierten Aufnahmeprüfungen geschenkt. Der Beitrag betont die Notwendigkeit von Weiterbildungen für Lehrende und die Implementierung von Wertekodizes sowie die Bedeutung von Seminaren für Studierende zum Umgang mit Nähe und Distanz. Zudem werden intersektionale Diskriminierung und die Rolle von Intimitätskoordinator*innen diskutiert. Das Kapitel schließt mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Situation an Musikhochschulen.
    5. Kapitel 8. Für ein gutes Miteinander auf See. Eine Initiative zur Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen auf Forschungsfahrten

      Kristin Hamann, Nikole Lorenz, Catharina Jäcke, Ulrike Schroller-Lomnitz
      Das Kapitel beschreibt die Initiative des Gleichstellungsteams des GEOMAR zur Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen auf Forschungsfahrten. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um klare Strukturen und zielgerichtete Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen und Führungskräften zu schaffen. Die Ausgangslage der Initiative basiert auf der Erfahrung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die unerwünschte Situationen im Kontext von sexualisierter Gewalt erlebt haben. Die Ziele der Initiative umfassen die Erhöhung des Bewusstseins für sexualisierte Gewalt und die Etablierung angemessener Präventions- und Umgangsstrategien. Die Initiative zielt darauf ab, das Thema ins Bewusstsein der Fahrtteilnehmenden zu rufen und einen offenen Raum für Aufklärung und Unterstützungsangebote zu schaffen. Konkrete Maßnahmen wie Infoflyer, Power-Point-Präsentationen, Aushänge und Workshops wurden entwickelt, um die Prävention und den Umgang mit Vorfällen zu unterstützen. Die Initiative wurde in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren entwickelt und an die spezielle Situation auf See angepasst. Die langfristige Verankerung der Initiative und ihre Ausweitung auf weitere Forschungseinrichtungen sind zentrale Ziele. Die Herausforderungen und Risiken, die bei der Umsetzung der Initiative auftreten, werden ebenfalls thematisiert und Lösungsansätze aufgezeigt. Die Initiative hat das Potenzial, das Thema sexualisierte Gewalt auf See sichtbar zu machen und nachhaltige Veränderungen in der Forschungsschifffahrt zu bewirken.
  5. Perspektiven auf Strukturen, Umgang und Lösungsansätze

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 9. Die Hochschule – ein möglichst sicherer Ort! Elemente eines Schutzkonzepts zur Prävention von und zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt

      Ulrike Richter, Sünne Andresen, Elisa Kassin, Holger Specht
      Der Fachbeitrag beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Schutzkonzepts zur Prävention und zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen. Ein zentrales Element des Konzepts ist die Übung mit zehn Schritten, bei der Studierende in verschiedene Rollen schlüpfen und sich mit Situationen aus dem Hochschulalltag auseinandersetzen. Diese Übung verdeutlicht die Notwendigkeit, sensibel für problematische Situationen und die Bedürfnisse der Betroffenen zu sein. Das Schutzkonzept basiert auf den Leitprinzipien Einsicht, Enttabuisierung und Betroffenengerechtigkeit. Einsicht bedeutet, das Problem sexualisierter Gewalt anzuerkennen und zu tabuisieren. Enttabuisierung zielt darauf ab, ein offenes Gespräch über das Thema zu ermöglichen und die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Betroffenengerechtigkeit stellt die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt und zielt darauf ab, jede Meldung ernst zu nehmen und angemessen zu reagieren. Das Schutzkonzept der HTW Berlin umfasst ein Melde- und Beschwerdeverfahren, ein Hilfenetz und ein Vertrauensteam, das für die Fallbearbeitung verantwortlich ist. Das Konzept wird durch eine Risikoanalyse und die Einbindung der Hochschulangehörigen kontinuierlich weiterentwickelt, um eine sichere und unterstützende Umgebung für alle zu schaffen.
    3. Kapitel 10. „Na, dann brauchen wir wohl einen Workshop oder Coaching …“ – Trainings und Coaching als Instrumente in der hochschulischen Arbeit bei Fällen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt

      Sabine Blackmore, Lisa Horvath
      Das Kapitel untersucht die Rolle von Trainings und Coaching als Instrumente zur Bewältigung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt (SDG) an Hochschulen. Es wird aufgezeigt, dass trotz mangelnder Datenlage und unsystematischem Vorgehen, diese Maßnahmen wertvolle Beiträge zur Prävention und zum Umgang mit SDG leisten können. Besonders hervorgehoben werden die Rahmenbedingungen, Zielgruppen und Inhalte von Trainings sowie die spezifischen Herausforderungen und Nutzen von Coaching. Empfehlungen zur systematischen Implementierung und zur Verbesserung der Hochschulkultur runden den Beitrag ab.
    4. Kapitel 11. Beratung bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt: Ein Schulungskonzept für Hochschulen

      Brigitte Reysen-Kostudis, Wendy Stollberg
      Das Kapitel behandelt die Beratung bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt (SBDG) an Hochschulen und stellt ein Schulungskonzept für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte vor. Es wird auf die zunehmende Bedeutung des Themas an deutschen Hochschulen eingegangen und die verschiedenen Maßnahmen und Richtlinien zur Prävention und Unterstützung von Betroffenen beschrieben. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die oft ohne spezifische Ausbildung in dieser verantwortungsvollen Aufgabe tätig sind. Das Schulungskonzept umfasst die Vermittlung von Beratungskompetenzen und die Beschäftigung mit SBDG, wobei sowohl theoretische als auch praktische Aspekte berücksichtigt werden. Die Schulung dauert zwei Tage und vermittelt Techniken wie Aktives Zuhören, Spiegeln und Visualisierung, um Betroffenen effektiv zu helfen. Zudem wird auf die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten und Präventionsarbeit eingegangen, um langfristig eine sichere und respektvolle Hochschulkultur zu fördern.
    5. Kapitel 12. Sensibilisierung zum Thema „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“ im Rahmen der jährlichen Sicherheitsunterweisung nach Arbeitsschutzgesetz – eine präventive Maßnahme

      Robin von Both, Britta Bergfeldt, Birgid Langer
      Das Kapitel behandelt die Bedeutung der Sensibilisierung zum Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt (SDG) im Rahmen der jährlichen Sicherheitsunterweisung nach dem Arbeitsschutzgesetz. Es wird die Notwendigkeit einer regelmäßigen Auseinandersetzung mit dem Thema und der Verantwortung der Führungskräfte hervorgehoben. Die Integration des Themas in die obligatorische Unterweisung wird als effektive Maßnahme zur Prävention und Sensibilisierung dargestellt. Rechtliche Grundlagen und praktische Umsetzungsvorschläge werden detailliert erläutert, um die Sensibilisierung nachhaltig zu verankern. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Rolle der Führungskräfte und die Bedeutung von Beratungsangeboten gelegt. Die Erfahrungen und Erfolge der bisherigen Umsetzung werden ebenfalls reflektiert.
  6. Erweiterung der Perspektive

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 13. Intersektionalität, Repräsentanz und safer spaces bei sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen

      Gabriele Rosenstreich
      Das Kapitel untersucht die Herausforderungen und Chancen der Intersektionalität, Repräsentanz und safer spaces bei der Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen. Es betont die Notwendigkeit, die Vielfalt der Identitäten und Machtverhältnisse zu berücksichtigen, um effektive Maßnahmen zu entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten geschenkt, deren Vertretungsanspruch aus intersektionaler Perspektive hinterfragt wird. Zudem werden Strategien zur Schaffung von safer spaces diskutiert, die die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Hochschulmitglieder gewährleisten sollen. Der Beitrag hebt die Bedeutung von Teamstrukturen und allyship hervor, um die Bedürfnisse marginalisierter Gruppen besser zu adressieren und diskriminierungsarme Räume zu schaffen.
    3. Kapitel 14. Gender.Macht.Wissenschaft – Akademischer Aktivismus. Ein Bericht über aktivistische Schreib- und Arbeitsprozesse

      AG Gender.Macht.Wissenschaft
      Der Beitrag 'Gender.Macht.Wissenschaft – Akademischer Aktivismus' beschreibt die Initiative einer überregionalen Arbeitsgruppe von Frauen* aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich gegen Sexismus, sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen engagiert. Im Dezember 2020 veröffentlichte die Gruppe eine gemeinsame Erklärung und nutzt seither das Schreiben als Methode der Selbstreflexion und Solidarität. Die Arbeitsgruppe analysiert die strukturellen und individuellen Herausforderungen in der Wissenschaft und setzt sich für strukturelle Veränderungen ein, die über den akademischen Aktivismus hinausgehen. Besonders bemerkenswert ist die detaillierte Darstellung der Methoden und Erfahrungen der Arbeitsgruppe, die ein tiefes Verständnis für die komplexen Dynamiken in der Wissenschaft vermittelt und zum Nachahmen anregt.
  7. Perspektiven internationaler Hochschulkontexte

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 15. Tackling Sexual Harassment and Violence in Universities: Seven Lessons from the UK

      Alison Phipps
      Der Beitrag 'Tackling Sexual Harassment and Violence in Universities: Seven Lessons from the UK' bietet eine umfassende Analyse der Herausforderungen und Strategien im Kampf gegen sexuelle Belästigung und Gewalt an Universitäten. Die Autorin, eine britische Akademikerin mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich, teilt sieben wertvolle Lektionen, die aus der britischen Erfahrung gewonnen wurden. Diese Lektionen umfassen die Bedeutung des Namensgebens des Problems, die Notwendigkeit, das Problem nicht zu individualisieren, das Verständnis der Institution und ihrer Rolle, den Verzicht auf die 'Werkzeuge des Meisters', die Unterscheidung zwischen Empörung und Gerechtigkeit, die Vermeidung der Berufung auf Autoritäten und die Notwendigkeit eines langfristigen Engagements. Der Beitrag betont die strukturellen Ursachen von sexueller Gewalt und die Notwendigkeit, über individuelle Maßnahmen hinauszugehen, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Die Autorin plädiert für einen abolitionistischen Ansatz, der darauf abzielt, die grundlegenden Strukturen zu verändern, die Gewalt ermöglichen. Der Beitrag ist eine wertvolle Ressource für Akademiker, Sozialarbeiter und Aktivisten, die sich mit der Bekämpfung von sexueller Gewalt an Universitäten beschäftigen.
    3. Kapitel 16. Green Tides and Pink Glitter: A Brief Account of the 21st-century Feminist Movement in Mexican Higher Education

      Kenya Herrera Bórquez
      Der Beitrag untersucht die feministische Bewegung in der mexikanischen Hochschulbildung im 21. Jahrhundert, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Gewalt gegen Frauen und die Reaktionen der Gesellschaft und der Bildungseinrichtungen gelegt wird. Die Autoren analysieren die Ursachen und Auswirkungen der Gewalt, die zu den Protesten geführt haben, und die verschiedenen Strategien, die feministische Studentengruppen entwickelt haben, um ihre Forderungen durchzusetzen. Dabei wird auch die Rolle der digitalen Medien und sozialen Netzwerke beleuchtet, die die Organisation und Sichtbarkeit der Proteste erheblich gesteigert haben. Der Text hebt hervor, wie die feministischen Studentengruppen trotz institutioneller Widerstände und gesellschaftlicher Ablehnung ihre Forderungen vorantreiben und sich gegen die strukturelle Gewalt und Diskriminierung wehren. Die Analyse zeigt die Komplexität der Herausforderungen, denen sich die feministische Bewegung in Mexiko gegenübersieht, und die Notwendigkeit, innovative und oft radikale Strategien zu entwickeln, um Gehör zu finden und Veränderungen zu erreichen.
    4. Kapitel 17. Sexual Violence in the University Environment in Mexico: Some Reflections on its Manifestations and its Relationship with Feminist Activism

      Daniela Cerva Cerna, Marcela Suárez Estrada
      Der Beitrag beleuchtet die erschreckende Realität sexueller Gewalt und Belästigung in mexikanischen Universitäten, wobei die Autoren die Definitionen und Manifestationen dieser Problematik detailliert untersuchen. Besonders bemerkenswert ist die Betonung der Rolle feministischer Studentenaktivismus, die durch soziale Netzwerke und öffentliche Denunziationen wie 'tendederos' und 'escraches' gegen die Normalisierung von Gewalt und die Komplizenschaft der Institutionen kämpfen. Die Analyse zeigt, wie diese Aktivitäten nicht nur die Öffentlichkeit sensibilisieren, sondern auch strukturelle Veränderungen in den Universitäten anregen. Der Text bietet zudem eine umfassende Diagnose der Herausforderungen und zukünftigen Forschungsrichtungen, um die Prävention und Behandlung von sexueller Gewalt in Bildungseinrichtungen zu verbessern.
  8. 18. Erratum zu: Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen

    Birgit Fritzen, Martina Bick
    Das Erratum korrigiert und aktualisiert den Abschnitt 6.4.5 des Beitrags 'Zum Umgang mit Nähe und Distanz – good practice an Musikhochschulen', um die Perspektive betroffener Personen angemessener zu berücksichtigen. Dieser Schritt unterstreicht die Bedeutung einer sensiblen und inklusiven Darstellung in der Hochschulpädagogik und -verwaltung. Die Aktualisierung zielt darauf ab, die Herausforderungen und Erfahrungen betroffener Personen besser zu reflektieren und somit die Qualität der good practices an Musikhochschulen zu erhöhen.
Titel
Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext
Herausgegeben von
Heike Pantelmann
Sabine Blackmore
Copyright-Jahr
2023
Electronic ISBN
978-3-658-40467-3
Print ISBN
978-3-658-40466-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-40467-3

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