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Über dieses Buch

Drittmittelakquisition, Berufungen, Vorträge, Interviews & Co: Die Leser*innen erhalten eine praxisnahe Gebrauchsanleitung, wie sie konkrete kommunikative Herausforderungen ihres beruflichen Alltags effizienter, professioneller und effektiver bewältigen können. Rasch auf den Punkt zu kommen, sich einfach und doch präzise ausdrücken zu können und sich selbst bzw. wissenschaftliche Projekte besser positionieren bzw. verkaufen zu können – damit sind Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen und aller Karrierestufen innerhalb wie außerhalb der Universitäten aktuell ständig konfrontiert. Corona hat deutlich gemacht, was sich schon länger gezeigt hat: Fachwissen allein ist zu wenig.Dieses Buch ist ein praxisnaher Leitfaden für alle, die vor Fördermittelgebern und Kooperationspartnern, bei wissenschaftlichen Hearings, vor Laien-Publikum und in den Medien punkten wollen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
In meiner Tätigkeit als Executive Coach im deutsch- und englischsprachigen Raum beobachte ich diese Entwicklung seit Jahren. Als erstes registrierte ich, wie problematisch die Auflage, Drittmittel für Forschungsprojekte im Zuge einer Präsentation nach ganz genau festgelegten Spielregeln aufzustellen, für viele von Ihnen war und ist. Unter anderem, weil „Verkaufen“ so ziemlich das Letzte ist, was Forscher*innen beherrschen bzw. beherrschen wollen – die älteren Semester sehen die Reduzierung der Basisfinanzierung und die daraus resultierende Entwicklung auch mit Furor.
Regina Maria Jankowitsch

2. Die Spielregeln professioneller Kommunikation

Zusammenfassung
Abseits von Forschung und Lehre erfordert der immer stärker werdende Wettbewerb von Wissenschaftler*innen neue kommunikative Verhaltensweisen. Ziel dabei ist es, einerseits sich und seine Forschungsprojekte besser und erfolgreicher zu „verkaufen“ bzw. andererseits Erkenntnisse und ihre Bedeutungen bei den relevanten Zielgruppen zu positionieren. Die Basis dazu bilden allgemein gültige Spielregeln professioneller Kommunikation, die bei allen konkreten Settings – egal ob Präsentation, Hearing, Vortrag, Diskussion oder Interview – ihre Anwendung finden: rasch auf den Punkt zu kommen, den Zugang zu erleichtern und Technologie richtig zu nutzen. Alle drei Aspekte stellen gerade die deutschsprachige Scientific Community, die sich erst daran gewöhnen muss, nicht nur der inhaltlichen Akkuratesse und Exzellenz ihr Augenmerk zu schenken, vor beachtliche Herausforderungen. Mit entsprechender kommunikativer Vorbereitung können Wissenschaftler*innen aber gerade heute besonders viel Wirkung erzielen.
Regina Maria Jankowitsch

3. Einbringen von Drittmitteln

Zusammenfassung
Forschung ist ohne zusätzliche, von Ihnen als Wissenschaftler*innen selbstständig aufgestellte Finanzierungen zum größten Teil nur eingeschränkt möglich. Auch von daher ist das erfolgreiche Einwerben von Drittmitteln ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Ihre akademische Karriere – an etlichen Universitäten vielleicht inzwischen ebenso wichtig wie das Publizieren Ihrer Arbeiten in angesehenen internationalen Journals. Im folgenden Kapitel erwartet Sie ein Streifzug durch die drei herkömmlichen Settings auf dem Weg zu mehr Forschungsgeldern: a) Small talk & Networking, indem Sie sich positionieren und offensiv Kontaktpflege betreiben, b) Präsentationen im Wettbewerb vor Fördermittelgebern aller Art und c) Präsentationen vor Kooperationspartnern, die von sich aus auf Sie zugehen oder von Ihnen aktiv angesprochen werden müssen. Die Relevanz Ihrer Forschung kurz und prägnant darzustellen sowie zu zeigen, dass Ihr Projekt auch operativ in besten Händen liegt, sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
Regina Maria Jankowitsch

4. Präsentationen im Berufungsverfahren

Zusammenfassung
Die Verfahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind einander sehr ähnlich: für die Berufung in eine wissenschaftliche Spitzenposition ist jeweils ein Auftritt im Stehen (Probevorlesung oder Probevortrag für den Professor bzw. Hearing-Präsentation für das Rektorat) sowie ein Gespräch mit der Kommission in Form einer Fragerunde im Sitzen jeweils im Anschluss daran vorgesehen. Das klassische wissenschaftliche Format der Vorlesung überspringend konzentriert sich dieses Kapitel auf erfolgreiche Ansätze zur Strukturierung der Präsentationen in Berufungsverfahren und zeigt, wie man sich professionell und seriös von Konkurrent*innen differenzieren kann: Sich selbst loben zu können, Commitment zu zeigen, persönliche Fragen zu parieren und sich repräsentativ im Sinne späteren Verhaltens zu präsentieren. Außerdem werden beliebte ins Persönliche gehende Fragen der Kommissionen aufgelistet und Empfehlungen für Vorbereitungsschritte gegeben.
Regina Maria Jankowitsch

5. Auf der Bühne: Vorträge und Diskussionsveranstaltungen

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit jenen Momenten, in denen sich Wissenschaftler*innen vor Nicht-Expert*innen auf Bühnen befinden: bei Vorträgen und bei Diskussionsveranstaltungen. An keinem Ort außerhalb des Hörsaals sind Referent*innen mit derart vielen unterschiedlichen Parametern konfrontiert. Infotainment ist hier stärker als sonst gefragt. In jedem Fall gelten aber als Schlüssel zum Erfolg: (a) die Klärung Ihres Ziels und Ihrer Rolle, (b) die Beeinflußung des Settings zu Ihren Gunsten, (c) das Intensivieren von Interaktion in allen Facetten und (d) das Akzentuieren mit Ihrer Stimme, wie es nirgendwo sonst angemessen ist. Im Gegensatz zu den bisher besprochenen Präsentationsanlässen haben Sie als Forscher*innen hier die Möglichkeit, Ihr jeweiliges Publikum zum Handeln anzuregen und so auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag zu erfüllen. Wir befinden uns inmitten der externen Wissenschaftskommunikation.
Regina Maria Jankowitsch

6. Kommunikation mit Journalist*innen

Zusammenfassung
Interviews oder Pressekonferenzen sind für Wissenschaftler*innen besondere Herausforderungen. Denn nirgendwo sonst ist der Anspruch, kurz, plakativ und dennoch fundiert zu kommunizieren so hoch. Gleichzeitig sind Forscher*innen prädestinierte Kooperationspartner*innen der Medien: sie werden gebraucht, um Ereignisse zu interpretieren, Ergebnisse zu erläutern und Prognosen zu machen. Wer die Elemente einer Story beherzigt, wie ein Profi antwortet, die Besonderheiten des Fernsehens berücksichtigt und grundsätzlich langsamer – zum Mitschreiben – spricht als normal, wird jedenfalls profitieren. Sie bereiten Ihre Botschaften an Journalist*innen immer nach demselben Prinzip auf: a) Die eigene Headline, b) die journalistischen 5Ws, c) ein Beispiel und d) der Sager. Wer Medienkontakte wahrnimmt, muss außerdem immer wissen, wie es weitergehen kann, soll oder muss.
Regina Maria Jankowitsch

7. Digital Audio und Digital Video

Zusammenfassung
Social Media haben in den letzten Jahren zwei Formate entstehen lassen, die für die Wissenschaftskommunikation besonders relevant sind: Digital Audio und Digital Video. Wissenschaftler*innen können mit Podcasts quasi ihre eigenen Radiosendungen sowie als Video für Instagram oder YouTube ihre eigenen Fernsehbeiträge produzieren. Beide Formate decken unterschiedliche Kommunikationsziele und -möglichkeiten ab: der Podcast vertieft Inhalte und schafft Verbindung zur Scientific Community, das Video macht neugierig und verstärkt den emotionalen Bezug. Jedenfalls braucht es aber klare Konzepte, denn auch wenn niemand dieselbe Qualität wie im professionellen Funk und TV erwartet, sind Themenwahl, Ablauf und Durchführung nicht egal. Podcast-Moderator*innen tun gut daran, sich im geplanten Plaudern und Nachhaken zu üben, Video-Produzenten müssen sich selbst ins Bild bringen und auf Dialog in Alltagssprache setzen. In beiden Fällen ist Regelmäßigkeit ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Regina Maria Jankowitsch

8. Wissenschaft mit Humor präsentiert

Zusammenfassung
Humor erhöht das Interesse auf Wissenschaft. Das ist keine Behauptung aus dem Nichts heraus, sondern eine Schlussfolgerung aus vielen praktischen Erfahrungen. Das sagen nicht nur Forscher*innen, die regelmäßig an Wettbewerben wie Fame Lab oder Science Slam teilnehmen oder auch jene, die Wissenschaftskabarett machen wie die Science Busters aus Österreich oder Vince Ebert aus Deutschland. Das bestätigen mittlerweile auch aktuelle Forschungsergebnisse: Philipp Nieman und Kolleg*innen vom Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation halten fest: Wissenschaftlicher Inhalt und Humor widersprechen einander nicht (Niemann et al. 2020), lustig gestaltete Forschungsnews auf Twitter erhöhen sogar nachweislich die Willigkeit, sich zu engagieren (Yeo et al. 2020).
Regina Maria Jankowitsch

9. Schlussbemerkung und Fazit

Zusammenfassung
Wie geht es weiter? Wie kommen wir als Gesellschaft zu besser kommunizierenden Wissenschaftler*innen und wie kommen Sie als Wissenschaftler*in zu Ihrer eigenen höchstpersönlichen professionelleren Kommunikation? Da haben wir zunächst einmal die handwerklichen Notwendigkeiten. Um Wissenschaftskommunikation überhaupt betreiben zu können, müssen Sie die Spielregeln der Kommunikation beherrschen und sie auf sich selbst heruntergebrochen haben. Sie müssen wissen, wie Sie Ihre Authentizität mit der nötigen Professionalität in Verbindung bringen. Das lernen Sie nicht durch Erfahrung allein – sonst wären alle erfahrenen Präsentator*innen auch fesselnde, klare und unmissverständliche Redner*innen. Mitnichten ist das der Fall.
Regina Maria Jankowitsch
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