Skip to main content
main-content

22.03.2017 | Simulation + Berechnung | Nachricht | Onlineartikel

Volkswagen erprobt Quantencomputer

Autor:
Sven Eisenkrämer

Quantencomputer werden die Supercomputer der Zukunft sein. Volkswagen erprobt jetzt den Einsatz solcher Rechner für die Lösung realer Probleme.  

Als erstes Automobilunternehmen erprobt der Volkswagen-Konzern die Nutzung von Quantencomputern und arbeitet mit dem kanadischen Spezialisten D-Wave Systems zusammen. Auf der Cebit in Hannover präsentieren beide Unternehmen ihre Kooperation. Volkswagen entwickelt oder kauft dabei keinen eigenen Millionen Euro teuren Rechner, sondern nutzt Kapazitäten bei D-Wave.

Verkehrsfluss von Peking optimiert

In einem ersten Forschungsprojekt haben IT-Experten von Volkswagen auf einem D-Wave-Quantencomputer bereits einen Algorithmus zur Ver­kehrs­­fluss-Optimierung in Peking entwickelt und erprobt. Statt der theoretischen und abstrakten Probleme, die in der Quantencomputer-Forschung angewendet werden, wie das Zerlegen von Primzahlen in ihre Faktoren, will VW die Nutzung von Quantenrechnern zur Lösung reeller Probleme nutzen, wie Florian Neukart, Principal Data Scientist im Code Lab der Volkswagen-Konzern-IT in San Francisco und Forscher im Bereich Quantum Computing an der Universität Leiden, auf der Cebit im Gespräch mit Springer Professional sagte. "Wir wollen unsere Forschungen und Ergebnisse im Quantum Computing natürlich auch veröffentlichen", sagte Neukart und ließ durchblicken, dass mehrere weitere deutsche Industrieunternehmen und Forschungsinstitute großes Interesse hätten, sich ebenfalls in dieser Forschung zu engagieren.

Volkswagen und Neukart erwarten ein breites Feld an Einsatz­möglich­keiten, etwa in den Bereichen autonomes Fahren, Robotic Enterprise (KI-gestützte Prozess­steuerung), vernetzte Fertigung, maschinelles Lernen und intelligente Mobilitäts­lösungen.

Kein Quantencomputer im herkömmlichen Sinn

Quanten­computer können theoretisch hochkomplexe Aufgaben um ein Vielfaches schneller lösen als her­kömmliche Super-Rechner. Das Rechen­prinzip eines adiabatischen Quantencomputers wie dem von D-Wave ist auf soge­nannte Opti­mie­rungs­probleme spe­ziali­siert und ist kein Quantencomputer im herkömmlichen Sinne. 

Vereinfacht geht es um die Frage, wie eine Ressource wie Zeit, Geld oder Energie optimal in einem bestimmten Szenario genutzt werden kann. Die Komplexität dieser Aufgabe und damit der Rechenaufwand wachsen mit der Anzahl der Faktoren exponenziell, sodass her­kömmliche digitale Rechner schnell an ihre Grenzen stoßen. Die D-Wave-Rechner nutzen laut Neukart bestimmte Effekte der Quantenphysik und -mechanik wie den sogenannten Tunneleffekt, die Quantenverschränkung und die Superposition, um effiziente Optimierungen vorzunehmen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

26.10.2016 | Unternehmen + Institutionen | Nachricht | Onlineartikel

Volkswagen baut IT-Kompetenz aus

09.01.2017 | Verschlüsselung | Im Fokus | Onlineartikel

Der Quantencomputer als Angreifer

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices für die Mitarbeiter-Partizipation in der Produktentwicklung

Unternehmen haben das Innovationspotenzial der eigenen Mitarbeiter auch außerhalb der F&E-Abteilung erkannt. Viele Initiativen zur Partizipation scheitern in der Praxis jedoch häufig. Lesen Sie hier  - basierend auf einer qualitativ-explorativen Expertenstudie - mehr über die wesentlichen Problemfelder der mitarbeiterzentrierten Produktentwicklung und profitieren Sie von konkreten Handlungsempfehlungen aus der Praxis.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise