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Über dieses Buch

Grundlegende Veränderungen von der traditionellen Produktionsökonomie zur globalen Prozessökonomie werden anhand der klassischen betriebswirtschaftlichen Grundeinsichten zu Produktionsfaktoren, Wirtschaftlichkeit, Kosten oder Kennzahlen erläutert und mit vielen aktuellen Best-Practice-Beispielen illustriert. Unternehmen stehen heute nicht mehr im Wettbewerb ihrer Produkte und Programme, sondern im Wettbewerb ihrer Geschäftsmodelle. Dieser Umdenkungsprozess ist noch lange nicht überall angekommen.

Der Vergleich mit früheren Produktionsbedingungen in einer persönlich erlebten Vergangenheit zeigt die besonderen Herausforderungen für heutige Unternehmen und stellt neue Denkansätze unterhaltsam und damit insbesondere für Studierende als auch Praktiker leicht lesbar geschrieben dar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Von der Produktion zur Dienstleistung

Zusammenfassung
Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen war seit dem Beginn der Industrialisierung ein Wettbewerb, der auf dem Rücken der Produkte ausgetragen wurde, ein Wettbewerb um die rationellsten Produktionsbedingungen. Der technische Fortschritt und die folgende Massenproduktion haben zu einer rasanten Kostensenkung beigetragen. Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung der Schraubenindustrie. Die Verbesserungen in der Technik in der Schraubenherstellung (Schraubenpressen und Gewindewalzen), und der damit verbundene Übergang zur Massenherstellung, die Einführung der Normung der Schrauben und Gewinde – davor hatte jeder Hersteller eigene Gewindemaße für Schrauben und Muttern – ermöglichten eine erhebliche Kostensenkung in der Herstellung. So konnten z. B. die Kosten einer halbzölligen Gewindeschraube von 25 Pfennig pro Stück nach Einführung der Massenfertigung in nur wenigen Jahren auf 0,3 Pfennig gesenkt werden
Otto Brauckmann

2. Neue Formen der Wertschöpfung

Zusammenfassung
Das Unternehmen oder allgemein die Industrie war in der Vergangenheit prägender Teil unseres Alltags, sie hat große Namen hervorgebracht wie Siemens, Krupp, Borsig oder AEG, mit der Industrie wurden ganze Landstriche wie Sheffield, Solingen, Krefeld oder Ostwestfalen identifiziert – die Industrie ist damit auch wesentlicher Teil unserer Kultur. Industriealisierung bedeutete Herstellung von Produkten, Produkte beherrschen unser tägliches Leben, wir verdanken ihnen unsere Lebensqualität. Produkte beherrschen unser Denken und unseren Alltag – nicht nur Weihnachten Jeder Mensch hat durchschnittlich Preise von mindestens hundert Produkten im Kopf.
Otto Brauckmann

3. Neue Formen der Industriealisierung

Zusammenfassung
„Die Wandlung vom Produzenten zum Lösungsanbieter ist mit Veränderungen in allen Unternehmensbereichen verbunden, die bisher erst wenige Unternehmen vollzogen haben“. Während es für ein Management der Produktion seit über hundert Jahren eine Produktionswirtschaftslehre mit eindeutigen Methoden und Begriffen gibt, gibt es noch keine Managementlehre für eine hybride Wertschöpfung. Das traditionelle Denken überlagert bis heute die neuen Anforderungen an die Wertschöpfung, die sich längst von einer einseitigen Produktherstellung emanzipiert hat.
Otto Brauckmann

4. Neue Formen des Wettbewerbs

Zusammenfassung
Geschäftsmodelle als Kategorie gab es früher nicht. Das Bestreben ging dahin, mit guten Produkten aus einem gut geführten Unternehmen wettbewerbsfähig zu sein. Die veränderte Marktsituation durch die Globalisierung hat inzwischen aber die Spielregeln verändert: Der Wettbewerb wird heute nicht mehr über die Produkte ausgetragen – vergleichbare Produkte kann man heute an vielen Orten des Globus in vergleichbarer Qualität bekommen – sondern über den Kundennutzen. Der Anbieter muss daher Frage beantworten, mit welchem Markt, mit welchen Kunden und mit welche Leistungen man sich vom Wettbewerb absetzen und erfolgreich sein will – und umgekehrt: Welche Kunden oder welchen Markt man nicht bedienen will.
Otto Brauckmann

5. Unternehmensentwicklung bis heute

Zusammenfassung
Wachstum ist ein inhärentes Prinzip des Wirtschaftens. So haben alle Unternehmen immer schon versucht, größer zu werden und zu wachsen. Dabei haben die Wachstumspfade eine für ihre Zeit und ihr jeweiliges kulturelles Umfeld typische Entwicklung durchgemacht, die bis heute nicht abgeschlossen ist.
Otto Brauckmann

6. Wertschöpfung in der Supply Chain

Zusammenfassung
Wertschöpfung ist das Ergebnis einer langen Kette von Teilschritten, von denen das einzelne Unternehmen lediglich ein begrenzter Mitspieler ist. Für die Kette hat sich der Begriff Supply Chain eingebürgert. Er ist erst Ende der 90ger Jahren aufgekommen und richtet den Fokus auf die Gesamtheit der Wertschöpfungskette von der Herstellung des Rohmaterials über die Herstellung bis hin zur Distribution und den Endverbraucher. Eine weitere Begriffsbildung ist „Manufactured to market“, ein Ziel, das die Automobilindustrie anstrebt, aber in akzeptabler Zeit nicht in Sicht ist.
Otto Brauckmann

7. Konkurrenz- und Marktbeobachtung im Internet

Zusammenfassung
Wenn das Unternehmen wüsste, was das Web weiß
Ein Großhändler hat 1.500 Kundenadressen in der Datenbank und ca. 2.800 potentielle Kunden. Es sind 15 direkte Wettbewerber bekannt. Gleichzeitig existieren 8 Kooperationspartner und 23 Zulieferer. Fünf Hochschulen in Deutschland forschen an Themen, die das Geschäft betreffen. In diesem Netzwerk stecken täglich neue Risiken und Chancen. Wenn das Unternehmen wüsste, was das Netz weiß. Von den täglich 4.000 neuen Webseiten könnte eine interessant sein:
  • Welche Veränderungen auf Kundenwebseiten gibt es, die möglicherweise Auswirkungen haben (Neubau, Übernahme, Kooperationen)
  • Wo werden Kunden oder Konkurrenten in der regionalen Presse erwähnt?
  • Welche Veränderungen gibt es bei Kooperations- und Geschäftspartnern oder Zulieferern?
  • Wo oder wie wird über uns oder unsere Produkte geredet (Blogs)?
  • Gibt es erkennbare Technologie Trends, forschen Hochschulen an relevante Themen oder gibt es Patentanmeldungen, die das Unternehmen kennen sollte.
Otto Brauckmann

8. Das Produkt als Ergebnis von Prozessen

Zusammenfassung
Vorab eine kurze erfundene Geschichte: Stellen Sie sich einen genialen Tüftler vor. Er hätte eine kleine Fertigung mit einigen modernsten CNC Maschinen und ein oder zwei Mitarbeiter und dieser Tüftler hätte eine geniales Produkt entwickelt: Eine Bremsscheibe, die ewig hält, technisch den bisherigen Bremsscheiben überlegen wäre, weil sie kein Fading zeigt und praktisch nichts kostet, also eine Wunderbremsscheibe. Die Frage: Was macht er mit seinem Produkt, und wie kann er damit reich werden? Natürlich würde der Tüftler erst einmal bei VW (u. Co.) anfragen. Hier würde er aber als Anbieter mit nur einem einzigen Produkt im Angebot, ohne Zertifizierung und ohne Lieferantenzulassung und als Ein- Mann Betrieb nicht landen können – er wäre für den Automobilhersteller kein Gesprächspartner. Man würde ihn vielleicht zu einem der bekannten Bremsenhersteller schicken. Diese sähen natürlich kein Geschäft in einer Bremsscheibe, die nichts kostet und ewig hält, sie hätten also kein Interesse. Kurz: Es gäbe für das Produkt kein Geschäftsmodell. Dieses Beispiel ist nur z. T. erfunden, das Beispiel von der Ewigkeitsglühlampe von Binner (wurde oben schon genannt) ist Realität Ein Teil, wie es von der Maschine fällt ist heute ohne ein umfangreiches Bündel weitere Prozesse nicht verkäuflich, sondern Schrott.
Otto Brauckmann

9. Wissenschaftliche Wege zur Wirtschaftlichkeit

Zusammenfassung
Gibt es eine wissenschaftliche Theorie der Unternehmung, eine wissenschaftliche Hilfestellung für die Auswahl oder Beurteilung von Unternehmensstrategien oder wenigstens für eine ökonomische Durchführung des Wertschöpfungsprozesses? Gibt es eine Theorie der Unternehmung, die diese Fragen beantworten kann?
Otto Brauckmann

10. Kennzahlen: Vom Zahlenfriedhof zur Wirtschaftlichkeit

Zusammenfassung
Ein Airbuspilot sieht beim Landen die Piste nicht. So, wie sich ein Verkehrsflugzeug nicht ohne Instrumente fliegen lässt, so lässt sich ebenfalls ein Unternehmen nicht ohne Instrumente führen. Es ist ein entscheidendes Merkmal komplexer Systeme, dass sie sich nicht mehr ‚auf Sicht‘ beherrschen lassen. Aber auch im Alltag ist fast alles, was wir wissen, vermitteltes Wissen. Wir kennen weder Angela Merkel noch Joachim Loew persönlich und Wirtschaftlichkeit kann man auch nicht mit bloßem Auge erkennen. Begriffe wie Kosten, Gewinn oder Rentabilität etc. sind abstrakte Begriffe, Ergebnisse komplizierter Berechnungen, die durch Zahlen ausgedrückt werden – im betrieblichen Alltag durch Kennzahlen. Kennzahlen sind daher die wichtigsten Werkzeuge zur Unternehmensführung. Erst durch Kennzahlen wird es möglich, die Handlungsalternativen in objektiv messbaren Größen zu gießen, um damit das Leistungsangebot in das angestrebte Marktsegment zu lenken. Kennzahlen bilden das Betriebssystem des Unternehmens.
Otto Brauckmann

11. Ansätze zu einem Geschäftsmodell orientierten Produktionssystem

Zusammenfassung
„Der Kunde ist nicht der König, er ist der Gott“. (Tominaga) Der „Wert“ der Wertschöpfung entsteht nicht durch Ressourceneinsätze, sondern ausschließlich durch den Kundennutzen. Die konsequente Ausrichtung der gesamten Organisation auf den Kundennutzen erfordert ein neues Produktionssystem, wie es in dem Total Quality Managementsystem nach der ISO 9001 ff niedergelegt ist. Die Abb. 11.1 ist sinngemäß der TS 16949 entnommen. Die Norm verlangt eine ganzheitliche Lenkung der Wertschöpfung über die gesamte Prozesskette bis zur Einbeziehung des Kunden mit der Forderung, die Prozesse durchgängig aus der Sicht der Kundenzufriedenheit zu betrachten , sowie die Abfolge und Wechselwirkungen der Prozesse festzulegen und auf der Grundlage objektiver Messungen permanent zu verbessern.
Otto Brauckmann

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