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05.01.2017 | Social Media Marketing | Im Fokus | Onlineartikel

Die größten Rechtsfallen in der Social-Media-Kommunikation

Autor:
Sabine Heukrodt-Bauer

Social Media ist mittlerweile Teil fast jeder Marketingstrategie. Doch die rechtlichen Fallstricke sind tückisch. Was Unternehmen beachten müssen.

Die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist mittlerweile Pflicht für jedes Unternehmen auf dem Markt. Doch treten bei der Nutzung dieser Dienste immer wieder rechtliche Hürden auf, die auch bei kleinen Fehlern zu teuren Abmahnungen führen können. Hier die drei größten Fallstricke, die uns immer wieder in der täglichen Anwaltspraxis begegnen:

Falsches Impressum

Was jeder weiß: Auf der eigenen Homepage oder im Onlineshop brauche ich als Gewerbetreibender ein Impressum. Die Impressumspflicht ist in § 5 Telemediengesetz (TMG) geregelt. Doch auch Social Media-Präsenzen von Unternehmen sind geschäftsmäßige Dienste und müssen ein Impressum aufweisen. Bei Facebook können die entsprechenden Informationen unter "Seite verwalten" angelegt werden. Bei anderen Pattformen kann direkt mit einem sprechenden Link wie zum Beispiel www.beispielseite.de/impressum aus dem Infobereich auf das bestehende Impressum der eigenen Webseite verwiesen werden.

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Mit der Entwicklung des Internets zum Web 2.0 sind Social Media aus unserem privaten wie beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dienste wie Facebook, Google+, YouTube, Twitter, WhatsApp oder Plattformen für Bewertungen und Blogs haben erheblic


Urheberrechte 

Immer wieder kommt es zu urheberrechtlichen Lizenzproblemen mit Bildern, die über Social Media Accounts geteilt werden. Das kann in zweierlei Hinsicht problematisch sein: Beim Teilen fremder Artikel erscheint in der eigenen Timeline auch das gegebenenfalls mitveröffentlichte Vorschaubild. Diese Bilder sind jedoch in der Regel urheberrechtlich geschützt und werden durch das Teilen auf der eigenen Plattform rechtserheblich genutzt. Durch das schlichte Teilen von Artikeln können also bereits Urheberrechtsverletzungen begangen werden. Daher sollten generell nur geteilte Inhalte mit eigenen Bildern, deren Rechte geklärt sind, geteilt werden. 

Zweites Problem: Die Berechtigung, ein Bild auf der eigenen Webseite nutzen zu dürfen (Internet-Lizenz), umfasst nicht automatisch auch das Recht zur Nutzung in Social-Media-Kanälen (Social-Media-Lizenz). Daher kann bereits das Einbinden eines Like-Buttons unter die eigenen Webinhalte eine Urheberrechtsverletzung begründen, denn Nutzer werden mit den Buttons zum Teilen aufgefordert. Die Gerichte rechnen etwaige Urheberrechtsverletzungen dann nicht dem Nutzer, sondern dem Seitenbetreiber zu. Werden daher Like-Buttons und andere Symbole auf der eigenen Internetseite integriert, müssen die auf der Webseite eingefügten Fotos auch über die erforderliche Social-Media-Lizenz verfügen. Diese kann extra zum Beispiel beim Fotografen oder bei der Agentur erworben werden.

Recht am eigenen Bild

Schließlich kommt es immer wieder wegen des Rechts am eigenen Bild zu rechtlichen Problemen. Das Unternehmen veranstalten Events und Fotos davon werden direkt in den Social-Media-Kanälen veröffentlicht, meist jedoch, ohne die darauf abgebildeten Geschäftspartner und Gäste zuvor um deren Erlaubnis gefragt zu haben.

Das Recht am eigenen Bild erfordert vor der Veröffentlichung die Einwilligung des oder der abgebildeten Personen. Eine Ausnahme besteht nur bei öffentlichen Veranstaltungen. Allerdings stellen Inhouse-Events eines Unternehmens keine öffentlichen Veranstaltungen dar. Daher muss bereits auf den Einladungen und/oder am Eingang darauf hingewiesen werden, dass Bilder gemacht und veröffentlicht werden. Möchte ein Gast nicht fotografiert werden, kann er Mitarbeiter informieren, damit der Fotograf dessen Widerspruch respektieren kann. 

Um teure Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, sollten Unternehmen das Thema Rechte in ihre Social-Media-Strategie integrieren, Social-Media-Richtlinien definieren und ihre Mitarbeiter rechtzeitig schulen.  

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