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Über dieses Buch

Plattformen wie Facebook, Wikipedia, YouTube oder Twitter haben in den vergangenen Jahren das Internet stark verändert. Sie gelten als „soziale Medien“, weil sie großen Einfluss darauf haben, wie Menschen sich selbst und ihre Interessen im Internet präsentieren, wie sie Beziehungen pflegen, neu knüpfen und sich über relevante Themen informieren. Zugleich werfen sie eine Reihe von weit reichenden Fragen auf: Verschwindet durch soziale Medien die Privatsphäre? Machen soziale Medien jeden zum Journalisten? Bringen soziale Medien Wissen für alle? Sind die sozialen Medien partizipativ – oder überwachen und kontrollieren sie den Menschen? Diese Fragen beantwortet der Band aus kommunikationssoziologischer Sicht und gibt so einen Überblick darüber, wie soziale Medien unseren individuellen Alltag wie auch unsere Gesellschaft verändern. Für die zweite Auflage wurde der Band aktualisiert und um ein Kapitel zur Meinungsbildung in und mit sozialen Medien erweitert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einstieg: Was sind soziale Medien?

Zusammenfassung
Am 22. Juli 2016 erschoss ein 18-jähriger Schüler in München neun Menschen, bevor er sich, von Polizisten gestellt, selbst tötete. Fernsehsender änderten ihr Programm, um in Sondersendungen über die sich entwickelnde Lage zu berichten – doch für viele Menschen war das Internet eine mindestens ebenso wichtige Anlaufstelle: Die Müncher Polizei verbreitete aktuelle Informationen über Facebook und Twitter, während parallel auf diesen Plattformen auch erste Augenzeugen-Videos kursierten, deren Herkunft und Authentizität noch nicht geklärt waren. Besorgte Menschen nahmen via WhatsApp Kontakt zu Freunden und Bekannten in München auf, um sich über deren Wohlergehen zu versichern.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 2. Aufbau des Bandes

Zusammenfassung
Zugespitzt formuliert, lässt sich die Kommunikationswissenschaft auf zwei einfache, aber grundsätzliche Fragen reduzieren: Was machen die Menschen mit den Medien? Und was machen die Medien mit den Menschen?
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 3. Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien

Zusammenfassung
Wenn ich jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen, auf Facebook schaue, sehe ich unter anderem Folgendes: Ein Bekannter hat ein Video vom Flug seiner eigenen Drohne über hessische Hügellandschaften hochgeladen und fachsimpelt nun in den Kommentaren mit einigen seiner Freunde über die Vorzüge unterschiedlicher Modelle. Ein Social-Media-Berater, den ich nur über das Internet kenne, veröffentlicht drei (züchtige) Fotos vom Junggesellenabschied seines besten Freundes, und direkt darunter empfiehlt die Freundin der Mutter meines Schwagers voller Enthusiasmus eine Ferienwohnung in Frankreich.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 4. Medienöffentlichkeit und Journalismus

Zusammenfassung
An mehreren Stellen des vorigen Kapitels wurde bereits deutlich, dass die sozialen Medien unser Verständnis von Öffentlichkeit tiefgreifend verändern. Nach den Bemerkungen zum veränderten Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit soll in diesem Kapitel nun der Schwerpunkt auf den Veränderungen von Medienöffentlichkeit liegen – das heißt, auf den Veränderungen, die die sozialen Medien für den Journalismus mit sich bringen. Dazu muss zunächst etwas weiter ausgeholt werden. Denn um diese Veränderungen zu begreifen, ist es hilfreich, daran zu erinnern, was Medienöffentlichkeit ist und welche Rolle sie für die Gesellschaft spielt.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 5. Meinungsbildung in und mit sozialen Medien

Zusammenfassung
Im Jahr 2016 haben zwei Ereignisse dafür gesorgt, dass vehement über die Rolle sozialer Medien für die politische Meinungsbildung debattiert wurde: Das Votum der britischen Bevölkerung für den Brexit sowie die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA waren nicht nur weltpolitisch einschneidend. Es handelte sich auch um vergleichsweise knappe Entscheidungen, die anders ausfielen, als vorab prognostiziert worden war.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 6. Teilhabe an Wissenswelten

Zusammenfassung
Im Zusammenhang mit dem Internet begegnen uns immer wieder Klagen, die Informationsfülle überfordere uns und mache es unmöglich, das Relevante vom Irrelevanten, das Gesicherte vom Gerücht oder das Überdauernde vom Flüchtigen zu unterscheiden. Dahinter steckt die Furcht, dass niemand Ordnung in die chaotischen und rasant wachsenden Informationsmengen bringt, auf die wir mit Hilfe des Internets zugreifen können und zu denen wir selbst fleißig beisteuern, wenn wir uns aktiv in den sozialen Medien bewegen.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 7. Das Partizipationsparadox

Zusammenfassung
In den vorangegangenen Kapiteln tauchten immer wieder Begriffe wie » Partizipation «, » Teilhabe « oder » Beteiligung « auf. In der Tat haben soziale Medien ein Versprechen erneuert, das von Anfang an mit dem Internet verbunden wurde: Menschen könnten, so die Hoffnung, sich mit Hilfe der Medientechnologien besser Gehör verschaffen, an politischen Debatten und Entscheidungen beteiligen, die eigene Meinung und das eigene Können in die Gesellschaft einbringen. Das Internet würde dadurch einen zentralen demokratischen Wert unterstützen, nämlich die Teilhabe von Menschen an der Gesellschaft, in der sie leben.
Jan-Hinrik Schmidt

Chapter 8. Fazit und offene Fragen

Zusammenfassung
Die vorangegangenen Kapitel haben deutlich gemacht, dass die sozialen Medien in vielen Bereichen unseres Alltags weitreichende Veränderungen anstoßen. Sie setzen Entwicklungen fort, die bereits vor mehr als 20 Jahren begonnen haben, als das Internet begann, sich in der Gesellschaft zu etablieren. Bei allen Besonderheiten, die die zahlreichen Gattungen und Angebote voneinander unterscheiden, lassen sich zwei entscheidende Gemeinsamkeiten ausmachen.
Jan-Hinrik Schmidt

Backmatter

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