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05.12.2012 | Social Media | Im Fokus | Onlineartikel

Energiekonzerne bleiben im Imagetief stecken

Autor:
Andrea Amerland
1:30 Min. Lesedauer

Die großen Energiekonzerne gehören nicht zu den beliebtesten Unternehmen in Deutschland: Die Energiewende und die Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel bescheren den Energieriesen dauerhaft schlechte Imagewerte.

Die vier großen Energiekonzerne - E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE - stecken fortwährend im Imagetief. Insbesondere die EnBW befindet sich auf einem Tiefpunkt und hat das schlechte Niveau von Vattenfall erreicht, so das Ergebnis des YouGov-Markenmonitor BrandIndex. Im bundesweiten Vergleich verliert EnBW deutlich an Ansehen und fällt auf -46 Punkte im BrandIndex. Anfang Mai waren es noch -35 Punkte. Insgesamt erscheinen die Energiekonzerne in keinem guten Licht. Keiner erzielt im BrandIndex einen positiven Wert, ein Trend, der sich offenbar seit 2010 fortsetzt. Die aktuellen Umstrukturierungen des Energiemarktes tun ihr Übriges. Nach der aktuellen Erhebung des GPRA-Vertrauensindexes belegen die Stromkonzerne die hinteren Plätze.

Public Affairs ist für Energiekonzerne schwieriger geworden

Alle Stromkonzerne stehen vor der Herausforderung, für eine bessere Reputation zu sorgen und ihre unternehmerischen Interessen durchzusetzen. In Zeiten sich permanent wandelnder Rahmenbedingungen keine leichte Aufgabe, schreibt Jürgen Hogrefe, ehemaliger Generalbevollmächtigter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG im Bereich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft der Holding. Politik agiere immer mehr stimmungsorientiert statt sachbezogen. Darauf müsse sich jeder Public-Affairs-Manager einstellen. Angela Merkels Umschwenken beim Atomausstieg ist hierfür ein geeignetes Beispiel.

Die Faktoren, die einen politischen Meinungsbildung- und Entscheidungsprozess beeinflussen sind vielfältig. Neben Pressearbeit gehören auch CSR-Maßnahmen dazu. Allerdings scheint es um diese nicht gut bestellt. Im Gegensatz zu Non-Profit-Organisationen haben sich etablierte Konzerne "allzu lang auf den Podesten der Macht, der Gewohnheit und des Erfolges ausgeruht. Gerade auch im Bereich der Energiewirtschaft, die oft noch nicht hinreichend verstanden hat, dass es ihr nicht anders geht als Greenpeace, Beate Uhse und dem Papst: Alle Genannten müssen sich um gesellschaftliche Akzeptanz bemühen", so Hogrefes Beurteilung der Öffentlichkeitsarbeit von Energiekonzernen.

Fazit: Die Energieriesen müssen die Öffentlichkeitsarbeit, aber auch ihr Reputations- und Public-Affairs-Management neu ausrichten, um aus dem dauerhaften Imagetief heraus zu kommen.

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