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16.09.2015 | Social-Media | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Instagram für die Marken-PR interessant ist

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

Foto-Sharing im Internet boomt. Die Plattform Instagram schickt sich an, Facebook den Rang abzulaufen. Hauptgrund sind die Inszenierungsmöglichkeiten mit ästhetisch aufgeladen Einzelbildern oder Erzählstrecken. Ein Potenzial, das junge Nutzer und hippe Marken anlockt.

Worte sind im Word Wide Web offenbar genug gewechselt. Jetzt spricht die Macht des Bildes. Mit rund 300 Millionen aktiven Nutzern hat die Facebook-Tochter Instagram laut Statista im vergangenen Jahr den Microblogginig-Dienst Twitter überholt. Instagram ist Lieblingsbühne der jungen Zielgruppe. Über die Foto-Sharing-App laden sie eigene Bilder hoch, die sie zuvor optisch aufpoliert haben oder teilen hochglänzende Produktfotos von angesagten Marken. Der Austausch geht einfach und schnell vonstatten. Die hohe Suggestionskraft des Visuellen ersetzt den Text. Das macht die Social-Media-Plattform zum idealen Werbekanal, beliebt vor allem in Sachen Lifestyle und Schönheit.

Bildplattformen immer relevanter

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Der Branchenumfrage PR-Trendmonitor 2015 zufolge, den die DPA-Tochter News Aktuell und Faktenkontor in diesem Sommer veröffentlichten, erwarten rund 40 Prozent der Unternehmen und 47 Prozent der PR-Agenturen, dass Instagram in den kommenden 12 Monaten zu den drei Aufsteigern im Social Web gehören wird. Direkt hinter Youtube (58 und 65 Prozent) und Twitter (48 und 42 Prozent). Auf Verliererseite stehen hingegen Stayfriends, Facebook und Google+.

User und Marken interagierten auf Instagram um 400 Prozent aktiver als auf Twitter und Facebook, meint Sandro Günther von Werbeboten auf Lead-Digital. Autohersteller wie BMW schätzten vor allem die Möglichkeiten auf Instagram ihre Produkte zu inszenieren und vom Nutzer inszenieren zu lassen, schreibt das Magazin an anderer Stelle. Mit neuen Anzeigenformaten in Form von Video- und Foto-Ads sowie Call-to-Action Buttons will die Plattform nun noch attraktiver für Marken und Werbetreibende werden. Instagram setzt auf Information ohne Worte und die radikale Hinwendung zum optisch perfektioniertem Augenblick, warum funktioniert das so gut?

Grenzenlos verständlich

Die Springer-Autoren Björn Eichstädt und Katrin Kuch, sehen in der "Bild-Revolution" das logische Ergebnis von zwei Entwicklungen: Technologischer und kommunikativer Fortschritt gekoppelt mit der Bewegung vom Lokalen zum Universellen. In der Konsequenz sind Sprachbarrieren hinderlich. "Je grenzenloser die Plattformen, desto größer der Drang sich einer immer größeren Community mitteilen zu können", schreiben die Autoren in "Bildkommunikation: Das Ende der Sprache im Social Web" (Seite 35).

Von der Illusion ein Augenzeuge zu sein

Bilder, so beschreiben die Springer-Autoren Christian Schicha und Christina Vaih-Bauer in "Sinne und Gestaltung als PR-Kompetenzen", wirken stark, weil dem sogenannten Picture-Priority-Effect folgend, die Wahrnehmung des Menschen zuerst auf emotional ansprechende visuelle Signale reagiert. Danach erst kommt die Reaktion auf den Informationsgehalt des Wortes. Bei der Selektion von Reizen trumpfen demnach Bildeindrücke. "Durch die affektive Wirkung der Visualisierung fällt den Rezipienten die Distanz zu ihnen schwer. Es wird den Zuschauern die Illusion vermittelt, dass sie sich durch die visuelle Präsentation als Augenzeugen selbst ein Bild machen können (...)". (Seite 482) Ziel der Unternehmenskommunikation müsse es also sein, innere, lebendige Bilder bei den Zielgruppen zu erzeugen und an den so geschaffenen Erfahrungshorizont anzuknüpfen, so die Autoren auf Seite 484.

Bilder haben unterschiedliche Funktionen

Darstellungsfunktion Die Verwendung von Bildern nimmt eine Einbettung im medialen Kontext vor.
Belegfunktion Bilder werden als Tatsachenbeweis genutzt.
Werbefunktion Bilder generieren Aufmerksamkeit für strategische Zwecke.
Informationsfunktion Bilder ergänzen den Text um zusätzliche Informationen.
Erlebnisfunktion Bilder vermitteln die Illusion ein Ereignis als Augenzeuge miterleben zu können.
Emotionalisierungsfunktion Bilder können Emotionen eindringlicher produzieren als Texte.
Dekorierende Funktion Bilder können zur Steigerung und Attraktivität von Texten beitragen
Repräsentative Funktion Bilder bilden relevante Personen oder Objekte ab.
Erläuterungsfunktion Bilder dienen der Veranschaulichung von Inhalten.

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