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12.06.2013 | Social-Media | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Pinterest allmählich beachtenswert ist

Autor:
Andrea Amerland

Pinterest? Brauchen wir jetzt auch noch Pinterest? Beim Blick auf aktuelle Zahlen lautet die Antwort "Ja". Denn in Deutschland ist die Zahl der Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten um 181 Prozent gestiegen.

Rund drei Jahre ist Pinterest nun alt - und gewinnt nach einem ersten Hype jetzt auch in Deutschland sichtlich an Bedeutung. Einer Comscore-Statistik zufolge, ist die monatliche Besucherzahl von Pinterest hierzulande auf 864.000 gestiegen. In Amerika hat Pinterest sogar den Blogdienst Tumblr überholt. In den USA ist Pinterest neben Instagram das Soziale Netzwerk mit dem größten Wachstum der letzten 18 Monate. Visuelle Plattformen legen also am stärksten zu. Rund 41 Prozent der Unternehmen weltweit setzen den Bilderdienst in der Kommunikation ein, so das Ergebnis einer Umfrage der Marketing-Plattform SocialMedia Examiner unter 3.000 Marketing-Verantwortlichen aus aller Welt, auf die Focus online verweist.

Visuelle Kommunikation hat Vorteile

Neben der Facebook-Timeline steht das Foto-Netzwerk für den Trend zur visuellen Kommunikation, den die Foto-Community Flickr vor etlichen Jahren eingeleitet hat. Marketing, PR und auch die Kommunikationsforschung haben erkannt, dass Bilder mehr als die Illustration von Texten sind. Bilder sind ein eigener Kommunikationsmodus. Bildkommunikation kann visuelle persuasive Wirkungen entfalten, die über reine Textkommunikation nicht zu realisieren ist, so Stephanie Geise in ihrem Fachbeitrag "Der Modus visueller Kommunikation und seine Funktionslogik". Das wirft bei vielen Firmen die Frage auf, ob sie zusätzlich zu ihren etablierten Kanälen im Social Web jetzt auch noch auf Pinterest kommunizieren müssen. Inwieweit kann Pinterest für PR und visuelle Kommunikation nützlich sein?

Wie funktioniert Pinterest?

Wer auf Pinterest aktiv werden möchte, muss sich zunächst ein wenig gedulden. Nach der Registrierung verschickt Pinterest nämlich Einladungen. Bis diese im Postfach sind, können ein paar Tage vergehen. Wer die erste Hürde überwunden hat, wird dann um so herzlicher empfangen: "You're in! I'm excited to invite you to join Pinterest, a social catalog. I can't wait to have you join our little community", heißt es in der Begrüßungsmail.

Der Nutzer muss sich dann Themenbereiche aussuchen, die interessant sind. Im Gegensatz zu Twitter folgen Pinterest-Nutzer nicht nur Firmen oder Personen, sondern auch Themen. Und dieses Prinzip bietet Ansatzpunkte für die Öffentlichkeitsarbeit.

Bilder pinnen und verbreiten

Der Name Pinterest ist Programm: Er setzt sich aus 'pin' für 'anheften' und 'interest' für 'Interesse' zusammen. Auf so genannten Boards werden die eigenen Pins, also eigene Fotos, Grafiken oder Videos organisiert. Das Publizieren dieser Fotos nennt sich 'Pinnen', meint aber nichts anderes als das Teilen mit anderen. Damit das Pinnen möglichst einfach ist, hat sich Pinterest ein Browser-Plugin und eine App fürs Smartphone ausgedacht.

Aus der einfachen Bedienbarkeit ergeben sich allerdings Probleme: Grafiken sind so schnell gepinnt, dass die Frage nach den Bildrechten und dem Urheber leicht vergessen wird. Wer nur eigenes Fotomaterial postet, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Die Macht der Bilder, der sich kaum jemand entziehen kann, ist das große Plus des Fotonetzwerkes.

Berater feiern die neuen Möglichkeiten visueller Kommunikation mit Pinterest bereits als Weg aus der Kommunikationskrise, in der klassische Claims und Werbebotschaften kaum noch ihre Zielgruppen erreichen. Ein weiterer Vorteil, so die Kommunikationsforschung: beim Bildverstehen muss nur eine viele geringere mentale Anstrengung investieret werden als beim Textverstehen. Bilder wirken unmittelbarer, so Stephanie Geise.

Pinterest eignet sich für visuelle Kommunikation

Ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte. Pinterest ist visuell, ein Bildmedium, dass sich für Firmen eignet, die über ansprechendes Bildmaterial verfügen bzw. für Organisationen, die vor allem auf visuelle Kommunikation setzen. Für Babynahrung, Spielzeug oder Bekleidung, sämtliche Lifestyle-Themen wie etwa Design, Architektur, Kochen, Deko oder Fitness ist Pinterest ein geeigneter Kanal. Zu den bekanntesten deutschen Marken auf Pinterest zählen unter anderem HRS, audible.de oder Best Western Hotels. Aber auch Zeit Online, das SZ Magazin, RTL II und Adidas sind dort bereits zu finden.

Kotex - die erste erfolgreiche Pinterest-Kampagne

Als erste gelungene Kampagne auf Pinterest gilt eine Geschenkbox-Aktion des amerikanischen Hygieneartikel-Herstellers Kotex, berichten verschiedene Blogger. 50 Frauen, die besonders interessante Pins an ihren Boards gepostet hatten, erhielten individuelle Geschenkboxen, deren Inhalt sich aus den Ideen ihrer Boards zusammensetzte. Als einzige Gegenleistung hoffte Kotex darauf, dass Fotos von den Geschenkboxen gepostet wurden. Das Ergebnis waren laut eines Blogeintrags 2.284 Interaktionen sowie 694.853 Impressions, die auch Twitter, Facebook und Instagram erreichten.

Fazit: Kampagnen, die vor allem auf emotionale Bilder und stylische Bildwelten setzen, sind auf Pinterest gut aufgehoben. Dazu gehören echte Männerthemen aus dem Bereich Motorrad und Autos, das Thema Reisen, Hair- und Beauty-Produkte, Architektur oder auch Games. In der politischen Kommunikation können Plakate und Claims so getestet und verbreitet werden. Das Beispiel Kotex zeigt zudem, wie dialogorientierte Kommunikation auf Pinterest gelingen und virale Effekte entstehen können. Ein Großteil der Pins auf Pinterest sind Re-Pins. Der Grad an Viralität ist also hoch. Mit dem entsprechenden Storytelling für Bilder lässt sich Pinterest auch als Mittel der Online-PR einsetzen. So können Unternehmen Chancen und Vorteile der virtuellen Kommunikation erfolgreich nutzen, sofern sie international aufgestellt sind. Wer ausschließlich auf dem deutschen Markt präsent ist, fährt mit einer visuell genutzten Facebook-Timeline derzeit wohl noch besser.

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