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22.07.2016 | Social-Media | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Snapchat die PR-Arbeit verändert

Autor:
Michaela Paefgen-Laß
2:30 Min. Lesedauer

Die Social-Media-Welt ist unbeständig und Zielgruppen zieht es von Spielwiese zu Spielwiese. Snapchat ist die nächste Herausforderung für PR-Manager.

Vor vier Jahren hat Arik Hanson auf der US-Plattform Ragan's PR Daily die zehn wichtigsten Skills für PR-Manager formuliert. Doch vier Jahre sind in der Zeitrechnung des Web 2.0 eine Ewigkeit. Social-Media-Kanäle, die gestern noch von der PR als innovative und hippe Errungenschaften gefeiert wurden, gelten heute teilweise als überholt.

Zeit für Hanson ein Update seiner Empfehlungen zu verfassen und ein wenig wehmütig festzustellen: "Many brand managers are having a tough time getting started and building communities on those platforms." Gemeint sind vor allem Blogs, die vor Jahren noch das treibende Rädchen im Social-Media-Getriebe darstellten und deren Betreiber seitdem als wichtige Influencer umworben werden. Aber lohnen sich langfristig angelegte Blogger Relations zur Zielgruppenansprache angesichts turbo-dynamischer Messenger wie Snapchat überhaupt noch?

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Getippt, gelesen, gelöscht

Snapchat ist aktuell der Star unter den Social-Media-Anwendungen. Laut Handelsblatt haben Investoren dem Whatsapp-Rivalen bislang 1,8 Milliarden US-Dollar zugesteckt. Geschätzte 20 Milliarden Dollar soll das Unternehmen hinter dem Instant-Messenger wert sein. Ende 2015 hatte dieser Statista zufolge bereits 110 Millionen tägliche aktive Nutzer auf seiner Seite. Am beliebtesten ist Snapchat bei Jugendlichen. Sie verschicken über die App Fotos, Videos und Nachrichten.

Im Gegensatz zu Facebook, Twitter und Co. steht der Messenger für das Flüchtige und Vergängliche von Kurzmitteilungen: Snapchat vernichtet die Inhalte nach kurzer Zeit wieder. Interaktionen bekommen aufgrund dieser Kurzlebigkeit und ihrer spontanen Aura für den Moment die geballte Aufmerksamkeit des Nutzers. Dann sind sie für immer gelöscht. Damit eignet sich Snapchat bestens zur Zielgruppenansprache. Im weiteren Austausch allerdings hält der zum Kommunikationsziel passende Social-Media-Mix den Nutzer nachhaltiger bei der Stange.

Technisches Verständnis reicht nicht aus

"Social Media, Werbung, Bewegtbild-Kommunikation und Blogger, beziehungsweise Influencer Relations sollten als gleichwertige Komponenten von PR- und Marketingkommunikation aufgefasst werden", schreibt Springer-Autorin Ira Reckenthäler in "Blogger Relations - Wie Marken mit der Glaubwürdigkeit umgehen" (Seite 89).  Um die Kanäle zu verstehen und bedienen zu können, brauchen PR-Manager jedoch nicht nur immer größeres technisches Know-how. Es ist auch Verhandlungssicherheit und Wissen um rechtliche Fallstricke gefordert.

Das gilt besonders für den Umgang mit Influencern, wie sie die Blogger Relations darstellen und bedeutet beispielsweise, Verträge mit fairen Konditionen abzuschließen. Nur so lassen sich einmal angestoßene Verbindungen über die schnellen Kanäle nachhaltig pflegen. "Enter influencer outreach – knowing how to find and approach those powerful online voices without offending them. You must also know how to draw up contracts that make sense in this pay-for-play environment", rät Arik Hanson.

Denn wem es gelingt, Menschen gleichermaßen mit Kopf und Herz anzusprechen, sie zu unterhalten, immer wieder zu überraschen und zu verblüffen und dabei die eigenen Botschaften zielgruppengerecht zu verpacken, der hat die Regeln guter PR verstanden – auch und gerade in Zeiten des rasanten Wandels," schreibt Lorenz Steinke im seinem "Exkurs: Neue Ansätze in der Öffentlichkeitsarbeit" auf Seite 241.

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