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Über dieses Buch

Der Mediatisierungsschub der Digitalisierung hat die Produktion, Distribution und mediale Inszenierung von Popmusik grundlegend verändert. Zudem haben soziale Medien und Streaming gänzlich neue digitale Musikpraktiken hervorgebracht. Mario Anastasiadis analysiert die reflexiven Zusammenhänge zwischen musikrelevanten Social Media, den Wandelprozessen der Musikindustrie, den Praktiken von Fans und Followern und vertieft somit das Wissen über die Mediatisierung von Kulturproduktion und digitaler Musikpraxis in sozialen Medien.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Social-Pop-Media – Einleitung

Zusammenfassung
In keiner anderen Sparte der Unterhaltungsindustrie hat sich der Paradigmenwechsel von materieller zu immaterieller Kultur als Folge der Digitalisierung so früh und so stark ausgewirkt wie in der Musikindustrie. Dies steht paradigmatisch für den mitnichten immer freiwillig vollzogenen Anpassungsprozess eines gesamten Wirtschaftszweigs an die durch Digitalisierung, Netz und soziale Medien bewirkten Strukturbrüche von Produktion, Distribution, Marketing und Monetarisierung. In der Musikindustrie werden die disruptiven Kräfte der Digitalisierung besonders deutlich.
Mario Anastasiadis

Kapitel 2. Mediatisierung und medienkultureller Wandel

Zusammenfassung
Die vorliegenden Erkenntnisinteressen adressieren Fragen nach Prozessen medialen Wandels auf Ebene der Musikindustrie als Institution und Akteur der Medienindustrie sowie nach digitalen Musikpraktiken in und mit sozialen Medien. Somit sind Fragen nach Strukturen und Praktiken von Popmusik in und mit sozialen Medien aufgerufen und sollen jeweils analysiert und reflexiv aufeinander bezogen werden. Der Mediatisierungsansatz bietet ein rahmendes Forschungskonzept, in dem die hier in Rede stehenden Teilfragen integriert und für eine Analyse im Rahmen des Circuit of Culture nach Johnson (1999) zueinander in Beziehung gebracht werden können.
Mario Anastasiadis

Kapitel 3. Medienpraxis als soziale Praxis

Zusammenfassung
Im Kontext von Mediatisierung und Medienkultur konnte die hervorgehobene Relevanz der sozial-kommunikativen Dimension, also der durch Mediatisierung gewandelten Formen des Handelns mit und in Bezug auf Medien und medienvermittelte Artefakte skizziert werden. Um dies theoretisch zu konkretisieren und für die vorliegende praxeologische Analyse digitaler Medienkultur in sozialen Medien in Anwendung zu bringen, wird nachfolgend expliziert, von welchem Verständnis von Medienpraxis im vorliegenden Zusammenhang ausgegangen wird, wie sich dies aus dem Konzept der sozialen Praxis (Reckwitz 2003) erschließt und in einer Konzeption von Praxis in und mit sozialen Medien für die vorliegende Analyse nutzbar gemacht werden kann.
Mario Anastasiadis

Kapitel 4. Popmusik – Ursprünge, Einordnungen, Zugänge

Zusammenfassung
Im vorliegenden Zusammenhang wird ein Begriff von Popmusik begründet, der ihre Eigenschaften jenseits der rein klanglichen Form adressiert, und Popmusik als soziales Artefakt und Medientext konzeptualisiert. Erst so lässt sich Popmusik als Gegenstand eines kulturanalytischen Ansatzes kontextualisieren, bei dem ihre mediale Inszenierung und die auf sie bezogene Praxis in und mit sozialen Medien im Zentrum stehen.
Mario Anastasiadis

Kapitel 5. Soziale Medien als Erlebnisräume für Popmusik

Zusammenfassung
Jede mediatisierte Welt manifestiert sich in kommunikativen Arenen (Hepp 2011), die der Kommunikation, Vernetzung, Organisation, Stabilisierung und Erweiterung dienen. Foren, Chats, Mailing-Listen und Napster waren dabei die ersten Kristallisationspunkte digitaler Musikkultur im Netz. Dem folgte die Verbreitung von MySpace sowie die Entstehung von u.a. Facebook, YouTube, Blogs oder SoundCloud. Das folgende Kapitel fokussiert die Ursprünge der Digitalisierung von Musik, zentrale medienhistorische Entwicklungslinien digitaler Musikkultur in Netz und Social Media, Frühformen digitaler Musikkultur sowie die gegenwärtig für Popmusik wichtigsten Social-Media-Plattformen, durch die sich Popmusik in sozialen Medien zu einer umfangreichen und hochgradig ausdifferenzierten mediatisierten Welt entwickelt hat.
Mario Anastasiadis

Kapitel 6. Methodologie und Design der Studie

Zusammenfassung
Nachfolgend werden die zentralen Erkenntnisinteressen, Leitfragen und Ziele in den Kontext qualitativ-rekonstruierender Medienforschung eingebettet. Dazu werden die methodischen Schritte, die rekrutierten Samples, die Datenerhebung, die Grundlagen der Datenauswertung sowie die Prozeduren zur Einhaltung forschungsethischer Standards erläutert. Zudem werden die empirischen Teilschritte mit den Dimensionen des Circuit of Culture nach Johnson (1996; 1999) verknüpft.
Mario Anastasiadis

Kapitel 7. Inszenierungen von Popmusik in sozialen Medien

Zusammenfassung
Nach Auffassung von Frith (2010) ist digitale Musikpraxis seit der Verbreitung des Internets insbesondere dadurch gekennzeichnet, „dass die Individuen keine Plattenlabels oder andere Institutionen mehr benötigen, um ihren Musikgeschmack zu organisieren“ (Frith 2010, 51). In dieser Perspektive fungieren digitale Medien als Ermächtigungsmedien. Zweifelsohne haben Internet und Social Web Praxis und Aneignung von Popmusik verändert und die leitmediale Orientierungsfunktion klassischer Agenda-Setter aus Pop-Journalismus, Radio und Fernsehen deutlich erodieren lassen.
Mario Anastasiadis

Kapitel 8. Pop 2.0 revisited – Digitale Musikpraxis in sozialen Medien

Zusammenfassung
Wie bisher veranschaulicht, finden Musikfans im Social Web ein hochgradig ausdifferenziertes Netzwerk ineinander verschränkter Plattformen vor (Kapitel 5), das in hohem Maße durch die Kommunikation musikindustrieller Akteure geprägt ist (Kapitel 7). In diesen „konvergierenden Medienumgebungen“ (Hasebrink/ Domeyer 2010, 49) manifestieren sich Popmusik und popmusikbezogene Inhalte in vielfältigsten Inszenierungsformen, wodurch Fans ebenso vielfältige digitale Musikpraktiken ermöglicht sind, um die musikbezogenen Artefakte zu rezipieren und für die eigenen Interessen und Bedürfnisse nutzbar zu machen, zu teilen oder zu transformieren, und so in neue kommunikative und soziale Zusammenhänge zu stellen.
Mario Anastasiadis

Kapitel 9. Digitale Musikkultur im Social Web – Synthese

Zusammenfassung
Die Analysen der Inszenierungsstrategien musikindustrieller Akteure (Kapitel 7) und der digitalen Musikpraktiken von Fans (Kapitel 8) entsprechen der doppelten Artikulation des instrumentellen Medienbegriffs der Mediatisierungsforschung (Krotz 2012). Demnach fungieren auch soziale Medien einerseits als Inszenierungsapparate für vornehmlich institutionalisierte Akteure (Mesoebene), und andererseits als Erlebnisräume für Nutzerinnen und Nutzer (Mikroebene). Diese konzeptionelle Klammer hat die hier eingenommene Perspektive auf die Ermöglichungsräume digitaler Musikkultur in sozialen Medien, in der Inszenierung und Praxis eng miteinander verwoben und reflexiv aufeinander ausgerichtet sind, angeleitet.
Mario Anastasiadis

Backmatter

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