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Über dieses Buch

Über Software-und Systemprojekte wird viel geredet. Trotzdem ist es sehr schwer, handfeste Information zu bekommen. Zwar gibt fast jeder im kleinen Kreise gern die eigenen Erlebnisse zum Besten, nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen; doch wenn man Genaueres wissen will, dann läuft man gegen eine Wand oder greift ins Leere: Fakten sind in der Regel geheim, soweit sie überhaupt aufgezeichnet werden. Damit befindet sich der forschende Software Engineer in der Rolle eines Medi­ ziners, dessen Patienten, wenn sie überhaupt in die Praxis kommen, sich auf keinen Fall entkleiden wollen. Daß es ihnen nicht gut geht, bringt sie nicht dazu, ihre intimen Informationen zugänglich zu machen. Entsprechend vage bleibt das Bild der Situation, die wir verbessern wollen. Das vorliegende Buch stellt einen Versuch dar, in diesem Punkt einen Schritt weiterzukommen. Es enthält eine Sammlung von Berichten aus Projekten, die wirklich durchgeführt wurden, mit realen Zielen und zu realen Kosten, also keine netten, aber fiktiven Projekte wie bei Race {1979).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Bericht 1. Information Technology Study

Zusammenfassung
Das erste hier vorzustellende Projekt scheint zunächst sehr exotisch und wenig typisch für Software-Projekte: Das BMFT vereinbart mit einem industriellen Schwellenland, die Einführung von Informationstechnologie zu fördern. Ein den lokalen Verhältnissen angepaßter Bedarf und dessen Deckung soll in einer Studie untersucht werden. Das BMFT überträgt diese Arbeiten einem bundesdeutschen Systemhaus.
Jochen Ludewig

Bericht 2. Direktinkasso in einem Versicherungskonzern

Zusammenfassung
Viele Projekte stoßen auf nichttechnische Schwierigkeiten, die den Informatiker verblüffen und im Rückblick unbedeutend erscheinen, vor allem dann, wenn das Projekt erfolgreich war wie dieses.
Jochen Ludewig

Bericht 3. Planung und Realisierung eines Laborführungssystems

Zusammenfassung
Während in der Ausbildung Software meist als eigenständiges, mit anderen Bereichen nur schwach gekoppeltes Thema erscheint, geht es in der Praxis, vor allem bei technischen Anwendungen, meist um Systeme, in denen die Software den übrigen, meist schon vorhandenen Komponenten angepaßt werden muß. Das hier vorgestellte Projekt aus der chemischen Industrie mit einem Software-Volumen von 2,5 Mannjahren ist dafür typisch.
Jochen Ludewig

Bericht 4. Hüttenwerkautomatisierung

Zusammenfassung
Sehr große Aufgaben wie die Automatisierung eines hochkomplexen Produktionsprozesses sind zunächst schon von der Fragestellung her schwer in den Griff zu bekommen; um die Aufgabe sinnvoll zu erfassen, wären Strukturen, Abgrenzungen und nicht zuletzt Erfahrungen nötig, die erst das Projekt selbst liefert. Dadurch kommt es vor allem zu Beginn leicht zu Fehlentwicklungen, die den Fortgang des Projekts erheblich verzögern. Ein Beispiel liefert der folgende Bericht eines an diesem Mammutprojekt (3300 Mannmonate) in verschiedenen Rollen Beteiligten (Verantwortlicher für Standards, Einzelprojektleiter, Leiter einer Projektgruppe).
Jochen Ludewig

Bericht 5. Umstellung der Mitgliederbestandsführung — ein kommerzielles Großprojekt

Zusammenfassung
Der Ersatz eines großen, ständig benötigten Systems entspricht dem Neubau eines Schiffes auf hoher See. Der folgende Bericht des Projektleiters zeigt, wie ein solcher Wechsel praktisch durchgeführt wurde. Es handelt sich um die Mitgliederbestandsführung eines Vereins mit fast 10 Millionen Mitgliedern.
Jochen Ludewig

Bericht 6. Rechnergestützte Qualitätssicherung

Zusammenfassung
Innerbetriebliche Projekte haben oft mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen als Produktentwicklungen, vor allem wegen unklarer Kompetenzen und konkurrierender Zielsetzungen der Beteiligten. Umso mehr ist der breite Rücken des Projektleiters gefragt.
Jochen Ludewig

Bericht 7. Stammdatenverwaltungsprogramm

Zusammenfassung
Wo sich die Datenverabeitung im Laufe der Zeit quasi organisch entwickelt hat, ist eines Tages die Vielfalt der mehr oder minder inkompatiblen Lösungen nicht mehr akzeptabel, eine einheitliche Datenschnittstelle muß realisiert werden, damit die Werkzeuge besser integriert werden können. Mit dem Projekt „Stammdatenverwaltung“ für Kanzleien (und daher für den PC unter DOS) wurde u.a. das Ziel verfolgt, eine einmalige Erfassung und Verwaltung bestimmter Daten verschiedener Anwendungen zu ermöglichen. Es wird sowohl die Pflege der Daten am PC wie die Kommunikation zu den korrespondierenden Anwendungen im zentralen Rechenzentrum unterstützt.
Jochen Ludewig

Bericht 8. Ein Automatisierungsprojekt in der Grundstoffindustrie

Zusammenfassung
Die Modernisierung von Produktionsverfahren impliziert einen steigenden Bedarf an schnellen und sehr zuverlässigen Informationssystemen; Entscheidungen, die im traditionell organisierten Betrieb „nach Gefühl“ getroffen werden konnten, müssen vom Rechner übernommen werden. Die starke Abhängigkeit von der Informationsverarbeitung treibt die Zuverlässigkeitsanforderungen in die Höhe.
Jochen Ludewig

Bericht 9. Entwicklung eines Leittechnik-Systems in Stufen

Zusammenfassung
Auch erfahrene Ingenieure und Manager verlieren in großen Projekten leicht die Übersicht; mit dem Umfang wächst die Zeitspanne vom Projektstart bis zum ersten sichtbaren Ergebnis, und damit die Kontrolle im Projekt. Häufig kommt es dadurch zu einem Verlust an Orientierung, und die Termin- und Kostenziele werden weit verfehlt.
Jochen Ludewig

Bericht 10. Realisierung einer CASE-Entwicklungsumgebung

Zusammenfassung
Die Entwicklung von Werkzeugen für die Software-Entwicklung stellt eine spezielle Aufgabe dar: Einerseits sind die Anforderungen nur teilweise vorgegeben, müssen also im Rahmen der Entwicklung geklärt werden, andererseits ist der Aufwand sehr hoch, so daß es naheliegt, die Komponenten des Systems auch in anderen Werkzeugen einzusetzen.
Jochen Ludewig

Bericht 11. Auswahl von Methoden und Werkzeugen für Projekte der innerbetrieblichen Informationsverarbeitung

Zusammenfassung
Die Durchführung von Software-Projekten kann durch geeignete Methoden und Werkzeuge wesentlich erleichtert werden, auch wenn die in der Werbung in Aussicht gestellten Produktivitätsgewinne meist stark übertrieben sind. Aber welche Methoden und Werkzeuge sind geeignet? Die Beantwortung dieser Frage ist schwierig und stellt selbst ein anspruchsvolles Projekt dar.
Jochen Ludewig

Nachwort: Die Arbeit am Buch als Software-Projekt

Zusammenfassung
Ein Merkmal und eine Besonderheit der Informatik ist die inhärente Rekursivität: Während ein Brückenbauer mühelos unterscheiden kann zwischen einer Brücke und der Beschreibung einer Brücke, geht bei uns das eine in das andere über, wir verwenden formale Sprachen, um formale Sprachen zu definieren, wir schreiben Programme, um damit leichter Programme schreiben zu können, und wir sind uns oft nicht darüber im klaren, ob wir an einem Programm oder an der Beschreibung dieses Programms arbeiten (man denke an den Ausdruck „selbstdokumentierender Code“).
Jochen Ludewig

Backmatter

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