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Über dieses Buch

Sebastian Geßler zeigt exemplarisch am Beispiel der kanadischen Provinz Quebec, dass ein unabhängiger Staat nicht das zwangsläufige Ergebnis von Unabhängigkeitsbestrebungen ist. Dafür analysiert der Autor die Gründe für den Aufstieg und den Niedergang der Unabhängigkeitsbewegung in Quebec zwischen 1960 und 2014 und kommt zu dem Schluss, dass die Unabhängigkeitsbefürworter des Parti Québécois zu Opfern ihres eigenen Erfolges wurden. Darüber hinaus kann der Begriff der Souveränität in einer globalisierten Welt nicht mehr mit „Unabhängigkeit“ gleichgesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Unabhängigkeits- und Autonomiebestrebungen erleben im 21. Jahrhundert unter den Minderheitsnationen im westlichen Europa einen bisher nicht dagewesenen Aufschwung. In Schottland stimmte zwar eine Mehrheit von über 55 Prozent der Bürger 2014 für den Verbleib im Vereinigten Königreich. In Katalonien hingegen sprachen sich im Oktober 2017 92 Prozent der Katalanen in einem von Madrid untersagten Referendum für die Abspaltung der autonomen Gemeinschaft von Spanien aus. Im selben Monat stimmten die Bürger der zwei italienischen Regionen Venetien und der Lombardei jeweils in einem rechtlich nicht bindenden Referendum für mehr Autonomierechte für ihre Regionen.
Sebastian Geßler

Kapitel 2. Theoretischer Rahmen, Fragestellung und Methode

Zusammenfassung
Die Analyse basiert auf der von Max Weber aufgeworfenen Trias von Institutionen, Interessen und Ideen, die er als wichtig ansah, um soziale Phänomene in der Welt begreiflich werden zu lassen. Keine dieser Kategorien ist jedoch für sich selbst in der Lage, diese Leistung zu erbringen.
Sebastian Geßler

Kapitel 3. Die révolution tranquille und der Aufstieg des PQ (1960 – 1976)

Zusammenfassung
Um die Entwicklungen in Quebec in den vergangenen knapp 60 Jahren zu beurteilen und um die Frage nach dem Aufstieg der Unabhängigkeitsbewegung beantworten zu können, muss zeitlich an die Stelle zurückgegangen werden, an der die moderne Zeitrechnung der quebecer Politik beginnt: die révolution tranquille. In der révolution tranquille erfolgte die Politisierung des modernen quebecer Nationalismus (Monière 2001, S. 114). Sie bedeutete die Umsetzung eines kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Programms durch die liberale Partei Quebecs, welche in den 1950er und 1960er Jahren zunehmend nationalistischer wurde, und vermehrt auf Staatsinterventionismus setzte.
Sebastian Geßler

Kapitel 4. Der lange Weg zur Souveränität (1976 – 1995)

Zusammenfassung
Mit dieser Strategie des étapisme und einem sozialdemokratischen Programm startete der PQ in das Wahljahr 1976. Premier Bourassa und sein PLQ versuchten im Wahlkampf die Frage nach einer verfassungsrechtlichen Reform des kanadischen Bundesstaates herauszustreichen und sich für die Idee eines fédéralisme rentable einzusetzen. Dabei gab Bourassa folgende Eckpunkte für eine Reform vor: Erstens sollte Quebec ein Vetorecht bei Verfassungsänderungen erhalten, zweitens an der Auswahl der Richter für den obersten Gerichtshof mitwirken können, drittens Einwanderer nach Quebec selbst auswählen können, viertens ein verfassungsrechtlich festgeschriebenes Recht auf Opting out mit finanzieller Entschädigung zugesprochen bekommen und fünftens über die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz in kulturellen Angelegenheiten und der Bildungspolitik verfügen.
Sebastian Geßler

Kapitel 5. Die Unabhängigkeitsdebatte frisst ihre Kinder (1995 – 2014)

Zusammenfassung
Die Niederlage im Referendum von 1995 war bitter für die Anhänger der Unabhängigkeit, welche in den letzten Wochen vor der Abstimmung mit einem knappen Sieg gerechnet hatten. Ein derart enges Ergebnis konnte jedoch keine der beiden Seiten zufriedenstellen. Das Referendum zeigte auf, wie sehr sich die politische und gesellschaftliche Landschaft innerhalb Quebecs verändert hatte.
Sebastian Geßler

Kapitel 6. Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Analyse in dieser Arbeit drehte sich um die Frage, wie der Aufstieg und der Niedergang der Unabhängigkeitsbewegung in Quebec gedeutet werden kann. Dabei steht Quebec als ein Beispiel für den Fall von Minderheitsnationen, die in Westeuropa und Nordamerika seit einigen Jahrzehnten nach Souveränität und Unabhängigkeit streben. Darüber hinaus stellte sich die Frage, wie der PQ als politisches Vehikel dieser Bewegung strategisch auf die Veränderungen in der Zustimmung zur Unabhängigkeit reagierte.
Sebastian Geßler

Backmatter

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