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2024 | Buch

Sozial - Innovativ - Nachhaltig

Herausforderungen und Perspektiven für die Sozialwirtschaft

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Über dieses Buch

Der Tagungsband zum 8. Fachkongress der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialmanagement / Sozialwirtschaft (INAS) an der FH Salzburg thematisiert aus sozialwissenschaftlicher Perspektive innovative, soziale und nachhaltige Ansätze der Sozialwirtschaft, um auf aktuelle gesellschaftliche Problemlagen zu reagieren und zukünftige Herausforderungen zu bewältigen. Die hier zusammengeführte sozialwissenschaftliche Expertise ermöglicht ein besseres Verständnis für die Bedingungen, Methoden und Wirkungen sozialer und nachhaltiger Innovationen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Einleitung
Zusammenfassung
Der vorliegende Tagungsband ist ein Ergebnis des 8. Fachkongresses der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialwirtschaft/Sozialmanagement (INAS e.V.), der von 8. bis 10. Februar 2023 in Kooperation mit dem Studiengang Soziale Innovation am Department für Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Salzburg in hybrider Form stattgefunden hat.
Birgit Schmidtke, Daniela Molzbichler

Innovation in (Aus-)Bildung und Beruf

Frontmatter
Innovationskompetenz in der Hochschulausbildung von Sozialmanager*innen – Eine explorative Studie zur Bestandsaufnahme, Perspektiven und Thesen zur Diskussion
Zusammenfassung
Im Zentrum der Studie Innovationskompetenz in der Hochschulausbildung von Sozialmanager*innen stehen die personenbezogenen Innnovations-Skills im Sinne einer Innovationskompetenz, die nicht ausschließlich bei spezialisierten „Innovationsmanager*innen“ gegeben sind, sondern vielmehr auch bei qualifizierten Sozialmanager*innen. Hochschulen setzen im Rahmen ihrer weiterführenden Ausbildung bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Studiengänge Standards für eine entsprechende Kompetenzförderung. Insofern stellt sich die Frage, in welcher Prägung Hochschulen curricular ein Innovationskompetenzprofil explizit bzw. implizit formulieren und befördern. Vor diesem Hintergrund dient die Studie einer Bestandsaufnahme und der Beantwortung der Frage, welches Innovationskompetenzprofil sich für den Bereich Sozialmanagement abzeichnet. Es wird Aufschluss darüber gegeben, welche spezifischen Innovationskompetenzprofile diese aufweisen, um weiterführend die Curricula hinsichtlich ihrer Kompatibilität, Kohärenz sowie Vergleichbarkeit zu überprüfen. Die Befunde werden vor dem Hintergrund der spezifischen Perspektive für das Sozialmanagement in Form von Thesen diskutiert.
Cornelia M. Enger, Linda Bursch
Digitalisierung im Sozialmanagement – Das Curriculum zukunftsfähig machen
Zusammenfassung
Digitalisierung hat Einzug in das alltägliche Leben gehalten und auch die Soziale Arbeit sieht sich in ihrer beruflichen Praxis mit dieser Entwicklung konfrontiert. Trotz des fortschreitenden gesellschaftlichen Wandels durch die Digitalisierung reagieren Einrichtungen der Sozialen Arbeit mit Verzögerung auf die digitalisierte (Arbeits-)Welt. In vielen Fällen wird dieser Umstand mittlerweile in der Praxis erkannt. Einrichtungen Sozialer Arbeit gelingt eine digitale Transformation dennoch mangels entsprechender Handlungskompetenz oft nur unzureichend. Sozialmanagement-Studiengänge verfolgen das Ziel, (zukünftigen) Fachkräften in der Sozialen Arbeit umfassende Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, Strukturierungs- und Leitungsaufgaben in Einrichtungen zu analysieren und kompetent zu bewältigen. Angesichts der praktischen Herausforderungen gehört die Gestaltung der digitalen Transformation zu diesen Aufgaben. In diesem Beitrag wird ein Vorschlag diskutiert, wie Curricula den (zukünftigen) Sozialmanager*innen entsprechende Kompetenzen zum Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung vermitteln und auf die geänderten Arbeitsanforderungen vorbereiten.
Philipp Aldendorff, Julian Löhe
Digital-soziale Kinder- und Jugendarbeit: Anforderungen und Weiterbildungsbedarfe
Zusammenfassung
Der digitale Wandel in der Kinder- und Jugendarbeit (KiJuA) bringt mehrere Spannungsfelder mit sich. Insbesondere sind neue Anforderungen an Fachkräfte entstanden, die Weiterbildungen notwendig machen. Im Rahmen einer steirischen Studie wurden Anforderungen und Weiterbildungsbedarfe aus den Perspektiven von Fach- und Führungskräften erhoben und erste Weiterbildungsideen erarbeitet. Die Ergebnisse zeigen Herausforderungen im Arbeitsalltag bedingt durch verschiedene Rahmenbedingungen auf. So fehlt es z. B. an technischer Ausstattung, zeitlichen Ressourcen und einem einheitlichen und klaren Auftrag für digital-soziale KiJuA. Der Datenschutz stellt Fachkräfte in der Nutzung von digitalen Medien vor weitere Hindernisse und die Möglichkeit online immer erreichbar zu sein beeinträchtigt ihre Work-Life-Balance. Kompetenzanforderungen beinhalten eine offene und neugierige Haltung, Mut zum Scheitern, Umgang mit aktuellen Tools, Medienpädagogik und Wissen zum Datenschutz. Erste innovative Weiterbildungsideen thematisieren medienpädagogische Inhalte im Sinne eines Verständnisses von Algorithmen sozialer Medien und die dadurch entstehenden Filterblasen, digitale Jugendkulturen sowie die Einbettung einer offenen, professionellen Haltung für digitale KiJuA in bereits bestehende Weiterbildungen bzw. Qualitätsentwicklungsprozesse als Querschnittsmaterie.
Christiane Reischl, Max Kölbl, Marie-Therese Sagl
Führungsherausforderungen, Führungskompetenzen und der Stellenwert von Innovation
Implikationen für die Organisations- und Führungskräfte-Entwicklung in Sozialorganisationen
Zusammenfassung
Führungsherausforderungen in Nonprofit- und Sozialorganisationen sind in der Literatur ausführlich beschrieben, aber nur wenig empirisch untersucht. Die vorgestellte Studie setzt an diesem Defizit an. In den Jahren 2018–2022 wurden 246 Interviews mit Führungskräften aus Sozialorganisationen zu herausfordernden Situationen und notwendigen Kompetenzen geführt. Als herausfordernd wird vor allem erlebt, die Leistungserbringung zu koordinieren. Das Managen des Personaleinsatzes, die Koordination des Teams, die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Professionen bei knappen Ressourcen sind Themen, die die Führungskräfte in diesem Kontext beschäftigen. Auch die Sandwichfunktion, die auf allen Ebenen in unterschiedlicher Form wahrgenommen wird, wird angesprochen. Beide Aspekte bilden sich auch in den genannten Kompetenzen ab. Dagegen scheint das Initiieren und Umsetzen von Innovationen auf allen Führungsebenen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle zu spielen.
Brigitta Nöbauer, Daniela Wetzelhütter, Alexandra Riegler-Klinger
Führungsmotivation von Erzieher*innen: Ein Vergleich mit Erwerbstätigen ohne Führungsverantwortung
Zusammenfassung
Die Zahl der zu betreuenden Kinder pro pädagogische Fachkraft nahm deutschlandweit in den vergangenen Jahren ab. Trotzdem herrscht Führungskräftemangel in elementarpädagogischen Einrichtungen. Diese Arbeit untersucht, ob die Bereitschaft zur Übernahme von Führung, die sogenannte „Führungsverantwortung“, von Erzieher*innen ein Erklärungsansatz sein kann. Dazu beantworteten vom 01. Mai 2021 bis zum 30. Juni 2021 97 Erzieher*innen bayernweit vollständig das Führungsmotivationsinventar Felfe et al. 2012 in einem online Fragebogen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Führungskräftemangel in elementarpädagogischen Institutionen in Bayern nicht auf die Führungsmotivation von Erzieher*innen in Bayern zurückführen lässt. Weitere Forschungen zur Ergründung des Führungskräftemangels in bayerischen elementarpädagogischen Einrichtungen und zukünftige soziale Innovationen müssen sich daher den Faktoren der Bekleidung einer Führungsposition (gesellschaftliche Rahmenbedingungen, familiären Erwartungen, unternehmerische Fördermaßnahmen, fachlichen Kompetenzen, Fähigkeit der Selbstvermarktung, Fähigkeit der Vernetzung) in elementarpädagogischen Einrichtungen widmen.
Hartwin Maas
Coaching in der Sozialwirtschaft: Exploration des Raums als Rahmen- und Umgebungsvariable
Zusammenfassung
Coaching gilt als eine wichtige Interventionsmethode in der Sozialwirtschaft. Kaum Berücksichtigung in der Ausbildung zukünftiger Coaches fand bisher die bewusste Reflexion des räumlichen Settings im Coaching. Ziel dieses theorieorientierten Beitrags ist es daher zu untersuchen, welchen Einfluss die Nutzung und die Wahrnehmung des Raums auf die Gestaltung der Systemischen Coaching-Gesprächsarbeit besitzt. Den theoretischen Hintergrund bilden im zweiten Abschnitt neben raumtheoretischen Ansätzen und Theorien des mentalen Raums die Untersuchungen des Anthropologen Edward Twitchell Hall, der sich u. a. mit unterschiedlichen Kulturdimensionen in der zwischenmenschlichen Interaktion beschäftigt hat. Neben den Dimensionen Zeit und Kontext hatte er sich bereits in den 1960er Jahren mit der Nutzung und Wahrnehmung des Raums im Rahmen interpersonaler und interkultureller Kommunikation auseinandergesetzt. Im Anschluss daran wird im dritten Abschnitt exemplarisch auf die Reflexion des Coaching-Raums in der wissenschaftlichen Coachingliteratur eingegangen. Abschließend werden im vierten Abschnitt zwei ausgewählte Interventionsmöglichkeiten und -strategien (analog/digital) zur Gestaltung des räumlichen Settings im Coaching überblicksartig vorgestellt und im fünften Abschnitt entsprechende praktische Schlussfolgerungen für deren Einsatz in professionellen Coachings abgeleitet.
Maik Arnold

Innovative Organisationsformen & Innovationen in sozialen Organisationen

Frontmatter
Beteiligung – Macht – Sinn. Selbstorganisation in der Sozialwirtschaft
Zusammenfassung
In diesem Beitrag stellen wir Erkenntnisse aus unserer Studie vor, welche in Kooperation mit der Anny-Klawa-Morf-Stiftung durchgeführt wurde. In der quantitativen Umfrage wurden erstmals Mitarbeitende in Selbstorganisationen zu den Transformationsprozessen, Veränderungen und Zufriedenheit befragt. Damit Selbstorganisation entwickelt werden kann, ist ganzheitliche Partizipation im Transformationsprozess notwendig. Erwartungen an Selbstorganisationen sollten realistisch sein und die Beweggründe für die Einführung von Selbstorganisation sollten hinterfragt werden. Durch die individuellen Umsetzungsmöglichkeiten und ihren partizipativen und an Nachhaltigkeit orientierten Charakter, stellt Selbstorganisation eine innovative Organisationsform für das Sozialwesen dar. Eine Orientierung an Selbstorganisation in der Sozialwirtschaft könnte Potenzial für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt darstellen. In diesem Beitrag wird zunächst der aktuelle Diskurs über Selbstorganisation beleuchtet und einige Modelle exemplarisch vorgestellt. Anschliessend legen wir unser Verständnis von Selbstorganisation dar und präsentieren ausgewählte Ergebnisse unserer Studie. Beleuchtet werden Veränderungen durch Selbstorganisation, die Meinung der Stichprobe zu direktiven Führungsverständnissen und beobachtete Herausforderungen bei der Transformation. Auf dieser Basis diskutieren wir mögliche Spill-Over-Effekte auf Mikro- und Mesoebene und Faktoren für eine gelingende Transformation. Im Fazit legen wir mögliche Potenziale von Selbstorganisation als innovative Organisationsform im Sozialwesen, bzw. in der Sozialwirtschaft dar.
Marisa Gawron, Peter Zängl
Dynamiken der (De-)Institutionalisierung in der österreichischen Behindertenhilfe
Unter spezieller Berücksichtigung der Deinstitutionalisierung von Kindern mit Behinderungen
Zusammenfassung
Der Beitrag diskutiert Hintergründe politischer und struktureller Entwicklungen der Behindertenhilfe in Österreich, die Deinstitutionalisierung ermöglichen oder behindern. Ambivalenzen zwischen Ansprüchen sozialer Arbeit, Kommodifizierung, Eigendynamik von Dienstleistungen sowie die fehlende politische Koordination werden angesprochen. Die Partizipation von Menschen mit Behinderungen wird in dieser Dynamik hinterfragt, zentrale Eckpunkte effektiver Strategien für Deinstitutionalisierung werden im Zusammenhang mit aktuellen menschenrechtlichen Standards angeführt. Ein eigenes Kapitel widmet sich der fehlenden Deinstitutionalisierung von Kindern mit Behinderungen in Österreich und konkretisiert das Thema exemplarisch.
Petra Flieger, Volker Schönwiese
Hybride Organisationen als Perspektive für die Sozialwirtschaft? Strategien einer proaktiven Zukunftsgestaltung
Zusammenfassung
Die Diskussion um neue Organisationsmodelle ist aufgrund der unterschiedlichen Herausforderungen der Sozialwirtschaft ein wichtiger Aspekt für eine nachhaltige Entwicklung der Wohlfahrt. In Zeiten des verstärkten Wettbewerbs stellt sich die Frage, welche Organisationsmodelle und Strategien freie Träger der Wohlfahrt für sich finden, um ihre Zukunft proaktiv gestalten zu können. Eines der Modelle für die Zukunft könnten hybride Organisationen sein, die mindestens zwei verschiedene Organisationslogiken, beispielsweise die Logik des Dritten Sektors sowie die Logik des Marktes, in sich tragen, da sie in beiden Sektoren aktive Mitbewerber sind. Wichtig ist, dass hierbei planvoll und zielgerichtet vorgegangen wird, also dass hybride Organisationen für beide Sektoren eine klare Strategie haben, die bestenfalls miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig befruchten.
Meinrad Kibili
Regulierte Koopkurrenz und Innovationsnetzwerke in der Sozialwirtschaft
Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt, dass sich unter dem Begriff des Innovationsnetzwerks zwei unterschiedliche Handlungsebenen unterscheiden lassen: Auf der unteren Ebene sind dies kurzfristige Netzwerke in Laborsituationen wie dem Design Thinking. In ihnen erarbeiten die Akteur*innen gleichsam losgelöst von ihren institutionellen Zuordnungen in einen kreativen Prozess interdisziplinär innovative Lösungen. Diese Handlungsebene ist in ein Basisnetzwerk eingebettet, in dem die Schlüsselorganisationen der Sozialwirtschaft koopkurrent, d. h. sowohl konkurrierend als auch kooperativ längerfristig zusammenwirken. Das dabei erzeugte Sozialkapital gibt die innovativen Impulse, die auf der Handlungsebene der Labore serienreif gemacht werden. Insofern ist es sinnvoll und notwendig, im Hinblick auf konkrete Ergebnisse beide Ebenen zu verschränken, um hierdurch die Innovationsbereitschaft zu erhöhen und hierarchische Blockaden zu minimieren.
Werner Schönig, Herbert Schubert
Mit LISSI & HÖSL zur Community Nurse – Die funktionale Organisation digital überwinden
Zusammenfassung
Ziel des Artikels ist, eine ressourcenschonende, analoge und digitale Weiterentwicklung der mobilen Betreuung und Pflege aufzuzeigen. Am Anfang steht die Problembeschreibung der mobilen Betreuung und Pflege. Einerseits steigt die Lebenserwartung, anderseits haben auch schon sehr junge Menschen Unterstützungsbedarf, weil die Liegedauer in Kliniken reduziert ist. Dem folgt die Darstellung des salutogenetisch arbeitenden Modells „HÖSL“. Darauf aufbauend die digitale Plattform „LISSI“. Anschließend wird dieses gemeinsame Modell ethisch überprüft und als gemeinsame, analoge und digitale Plattform für Personen mit Selbstversorgungsdefiziten dargestellt. Erste Umsetzungsschritte und ein Blick auf die nahe Zukunft der mobilen Betreuung und Pflege stehen am Ende des Artikels.
Paul Brandl, Gabriela Hösl, Jürgen Schnabler
Ökonomisierung: veränderte Rahmenbedingungen und Umgangsperspektiven der Sozialen Arbeit
Zusammenfassung
Die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit wird im Zusammenhang mit der pandemiegetriebenen Verstärkung der Digitalisierung thematisiert. Möglicherweise begibt sich die Soziale Arbeit mit ihren Abwehrmechanismen gegenüber der Digitalisierung in dieselbe Falle, wie dereinst bezüglich ihrer Abwehr gegenüber der Einflussnahme seitens der Wirtschaft. Stattdessen gilt es sich aktiv mit den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung auseinanderzusetzen und diese aktiv zu gestalten. In dem vorliegenden Beitrag werden Parallelen und Gestaltungsoptionen aufgezeigt. Auf der Grundlage eines Begriffsverständnisses der Ökonomisierung Sozialer Arbeit, werden die politischen Gründe bzw. Auslöser dargelegt (Makroebene). Diese erzeugen besondere Herausforderungen auf der Mesoebene, der leistungserbringendenden Träger*innen. In Bezug auf die Organisation gewinnt Sozialinformatik als fachliche Verantwortung an Bedeutung. Bezüglich des Personals gilt es die Medienkompetenz zu stärken. Vor‐ und Nachteile der Ökonomisierung werden in Bezug auf die Digitalisierung beleuchtet. Abschließend werden verschiedene Umgangsformen mit der Ökonomisierung in Bezug auf die Digitalisierung diskutiert.
Andrea Hirschfeldt

Nachhaltigkeit & Wirkungen von sozialen Innovationen

Frontmatter
Soziale Innovationen wirkungsorientiert gestalten
Zusammenfassung
Veränderte Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Entwicklungen sorgen dafür, dass soziale Dienstleistungsunternehmen ihr Angebotsportfolio immer wieder überarbeiten und neue Angebote und Dienstleistungen im Rahmen von sozialen Innovationen hervorbringen müssen. Hierbei erscheint es sinnvoll, bereits bei der Entwicklung dieser Innovationen wirkungsorientiert vorzugehen (vgl. Ottmann & König, 2019, 2023). Darüber hinaus sollten bereits in der Entwicklungsphase die einzelnen Schritte mit empirischen Daten und Befunden untermauert werden. In diesem Beitrag wird dargestellt, wie die Schritte einer wirkungsorientierten Konzeptionserstellung in der Praxis aussehen können und worin der Mehrwert eines solchen Vorgehens für die Beteiligten liegt.
Sebastian Ottmann, Joachim König
Wirkungsorientierte Evaluation innovativer Arbeitsmarktansätze
Zusammenfassung
Über die wissenschaftliche Begleitung des Projektes Auszeit-Aktiv-Arbeit A3 im Rahmen des BMAS-Programms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ wird ein für Jobcenter innovatives Herangehen an die Beratung von Langzeitarbeitslosen mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen untersucht. Dabei basiert die Beratungsarbeit des Socialcoachs (SC) vor allem auf der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan und der motivierenden Gesprächsführung von Miller und Rollnick. Neben klassischen Zielsetzungen werden auch Wirkziele formuliert, um zu beobachten, ob die Beratungsarbeit der SCs bei der Zielgruppe zunächst den Wunsch nach Verhaltensänderungen und im Idealfall anschließend die konkrete Umsetzung hervorrufen kann. Es werden erste qualitative Ergebnisse hinsichtlich verschiedener Wirkmechanismen im Projekt näher betrachtet.
Frank Unger, Uli Sann, Dagmar Wiesmann, Carolin Martin
Die Bedeutung von Wirkungsmessungen bei der Gewinnung von Investor*innen für Social Entrepreneure
Zusammenfassung
Sozialunternehmen sind je nach Geschäftsmodell häufig auf Finanz- und Fördermittel angewiesen. Jedoch ist die Mittelakquise oft mit einem hohen Ressourcenaufwand verbunden. Da der Markt an sozialen Initiativen sehr groß ist, ist es auch für Investor*innen schwierig, Sozialunternehmen nach geeigneten Kriterien auszuwählen. Dienstleistungserbringer*innen im Non-Profit-Sektor stehen zunehmend in der Pflicht, die Wirksamkeit ihres Angebots zu belegen, um öffentliche und private Finanz- und Fördermittel zu generieren. Sozialunternehmen, deren Unternehmensziel vorrangig darin liegt, durch den Einsatz unternehmerischer Mittel eine positive gesellschaftlichen Wirkung zu erzielen, sind demnach in besonderer Weise gefordert, dem Trend zur Wirkungsmessung nachzukommen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um den Zusammenhang zwischen der Durchführung von Wirkungsmessungen/-analysen und der Akquise monetärer und nicht monetärer Finanz- und Fördermittel im Social Entrepreneurship zu analysieren, wurde eine qualitative Untersuchung mit 17 Sozialunternehmer*innen in Deutschland durchgeführt. Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse der Studie präsentiert und diskutiert.
Wolfgang Gehra, Barbara Hieronymus
Policy Entrepreneurship in der Sozialen Arbeit – Drei Fallbeispiele aus der Schweiz
Zusammenfassung
Neben der individuellen Unterstützung von Adressat*innen bringen sich Fachpersonen der Sozialen Arbeit aktiv in politische Entscheidungsprozesse ein, um sozialen Wandel zu gestalten. Dieses Handeln auf politischer Ebene kann in unterschiedlicher Weise erfolgen. Der vorliegende Beitrag nimmt eine der Möglichkeiten genauer in den Blick, indem er die Figur des Policy Entrepreneurs auf die Soziale Arbeit anwendet. Theoretisch gerahmt durch den Multiple Streams Ansatz wird entlang von drei realen Fallbeispielen aus der Schweiz skizziert, wie Sozialarbeitende als Policy Entrepreneurs tätig werden und Einfluss auf politische Prozesse ausüben können.
Tobias Kindler, Konstantin Kehl
Nachhaltigkeitsmanagement in sozialwirtschaftlichen Organisationen
Zusammenfassung
Einige sozialwirtschaftliche Organisationen in der DACH-Region haben in den letzten Jahren begonnen, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen bzw. Nachhaltigkeit punktuell in die Arbeit mit Klient*innen zu integrieren. In Zukunft ist es wichtig, Nachhaltigkeit systematisch im Management der sozialen Organisation zu verankern. Der Beitrag zeigt, wie sich Sozialorganisationen vor dem Hintergrund von Ressourcenmangel, Klimakatastrophe und fehlender Umweltgerechtigkeit mit Nachhaltigkeit auseinandersetzten können, was man unter Nachhaltigkeitsmanagement versteht und welche Ansätze zur Implementierung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeitsziele es gibt. Es wird der Nutzen von Nachhaltigkeitsstandards für den Aufbau eines nachhaltigen Controllings und Reportings dargestellt. Zum Abschluss wird auf ein Forschungsprojekt eco3 – Sustainability Management and Green Controlling in Social Economy verwiesen.
Peter Stepanek
Transdisziplinäre Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung
Zusammenfassung
Es besteht kein Zweifel am menschengemachten Klimawandel. Wir erleben bereits jetzt weltweit negative Auswirkungen, wie etwa Extremwetterereignisse. Ohne ein schnelles und zielgerichtetes Handeln werden sich weitere dramatische Folgen der globalen Erwärmung nicht abwenden lassen. Seit über 50 Jahren wird die Erderwärmung auf wissenschaftlicher Ebene diskutiert und die Schlussfolgerungen der Forschung in die Öffentlichkeit getragen. Mittlerweile sind der Klimawandel und die dafür notwendige Auseinandersetzung mit nachhaltiger Entwicklung langsam, jedoch stetig in der Gesellschaft und auch in der hochschulischen Ausbildung kein Randthema mehr. Um intensiver die dringliche Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen aufzuzeigen, gilt es – neben einer stetigen Weiterentwicklung der Curricula, der Implementierung von innovativen Lehr- und Lernmethoden, sowie der Intensivierung der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit – über die Grenzen der Hochschulen und Universitäten hinaus zu wirken, um den dafür notwendigen Wissenstransfer zu stärken. Das Projekt 1FH Sustain der Fachhochschule Salzburg will hierzu einen Beitrag leisten. Daher wird dieses mitsamt den zugrunde liegenden transformativen Bildungsansätzen und Zielsetzungen vorgestellt.
Daniela Molzbichler, Sabrina Stattmann
Metadaten
Titel
Sozial - Innovativ - Nachhaltig
herausgegeben von
Birgit Schmidtke
Martin Lu Kolbinger
Daniela Molzbichler
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-42847-1
Print ISBN
978-3-658-42846-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-42847-1

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