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Über dieses Buch

Im vorliegenden Sammelband wird untersucht, wie die Potenziale innovativer Formen nachhaltigen Konsums – wie kollaborativer Konsums und Gemeingüter-Ökonomie, Prosuming und Produsing, Upcycling und ReUse – zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung entfaltet werden können. Neben Vorschlägen zur Systematisierung der Vielzahl relevanter Phänomene finden sich empirische Einblicke in die Entwicklung und Verbreitung verschiedener Typen von Innovationen sowie ihrer sozial-ökologischen Wirkungen. Multiplikatoren und Förderer aus Politik, Zivilgesellschaft und Finanzwesen sowie die Akteure selbst kommen zu Wort und geben einen Einblick in die gelebte Praxis ganz unterschiedlicher innovativer Ansätze für nachhaltigen Konsum.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Soziale Innovationen für nachhaltigen Konsum: Wissenschaftliche Perspektiven, Strategien der Förderung und gelebte Praxis

Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es mit den vorrangig eingesetzten Strategien der Entwicklung nachhaltiger Produkte, effizienter Technologien sowie der Vermittlung von Wissen oder Appellen an das Umweltbewusstsein bisher nicht gelungen ist, eine umfassende Trendwende in Richtung nachhaltigerer Lebensstile einzuleiten (Jackson 2005; Bilharz 2006; Leitschuh 2013). Die Ursachen hierfür werden vor allem darin gesehen, dass konsumbezogene Entscheidungen und Handlungen Teile sozialer Praktiken sind, die in individuelle Alltagsabläufe und infrastrukturelle Rahmenbedingungen eingebettet sind und als Routinen relativ erfolgreich funktionieren und dadurch nur schwer veränderbar sind (John 2013, Jaeger-Erben 2010; Spaargaren/van Vliet 2000).
Melanie Jaeger-Erben, Jana Rückert-John, Martina Schäfer

Do-it-yourself oder do-it-together? – Eine Typologie sozialer Innovationen für nachhaltigen Konsum

Wenn es darum geht, die Potenziale innovativer Formen nachhaltigen Konsums zur Förderung nachhaltiger Lebensstile zu betonen, wird meist eine Bandbreite sehr unterschiedlicher neuer Organisationsformen, Dienstleistungen und Konsumhandlungen und Schlagwörter, wie Collaborative Consumption und Sharing Economy, Commoning und Gemeingüter-Ökonomie, Prosuming und Produsing, Upcycling und ReUse genannt (vgl. Blättel-Mink 2013; Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung 2012; Heinrichs/Grunenberg 2012; Jackson 2009; Ostrom 2011; Botsman/Rogers 2010; Ax/Becker 2007). Auffällig ist dabei, dass vor allem Literatur zu einzelnen der neuen Praktiken vorliegt (Litfin 2013; Kunze 2012; Müller 2011; Scholl 2008; Ax/Becker 2007; Mont 2004). Bisher wurde jedoch kein Versuch unternommen, die Vielzahl an Phänomenen, die vor allem im politischen und wissenschaftlichen Diskurs als soziale Innovationen nachhaltigen Konsums benannt werden, zu systematisieren.
Melanie Jaeger-Erben, Jana Rückert-John, Martina Schäfer

Wie kann die Umweltpolitik soziale Innovationen für nachhaltigen Konsum fördern?

Spätestens seit der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro und dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Jahre 2002 ist die Förderung nachhaltiger Konsummuster fester Bestandteil der internationalen, europäischen und nationalen Umweltpolitik. Der Schwerpunkt der Förderung liegt dabei auf der Entwicklung und Verbreitung nachhaltiger Produkte und Technologien. In diesem Bereich sind große Fortschritte erzielt worden, beispielweise bei der Einführung von Mindesteffizienzstandards für energieverbrauchende Produkte, bei der Umsetzung einer umweltorientierten öffentlichen Beschaffung oder bei der Auszeichnung ökologisch vorteilhafter Produkte durch das Umweltzeichen „Blauer Engel“.
Gerd Scholl, Maike Gossen

Sharing – eine innovative, soziale Praktik für einen ressourcenschonenden, nachhaltigeren Konsum?

Eine der gegenwärtigen großen Herausforderungen für Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik ist das Thema Ressourceneffizienz und -schonung. Diese wird in der Verknappung einiger Ressourcen (z. B. Erdöl) und den Problemen ihrer Verfügbarkeit sichtbar, infolgedessen die Preise fluktuieren und tendenziell steigen sowie die politischen Abhängigkeiten verstärkt werden. Zum anderen sind mit dem enormen Ressourcenverbrauch negative Umweltwirkungen verbunden, die unter anderem in Biodiversitätsverlusten, im Klimawandel und seinen Folgen zum Ausdruck kommen.
Martina Schmitt, Kristin Leismann, Carolin Baedeker, Holger Rohn

Neue Konzepte für nachhaltiges Wohnen und für nachhaltige Mobilität: Optionen der ökologischen und ökonomischen Bewertung

Wohnen und Mobilität sind Zukunftsthemen, die in ihrer aktuellen Dynamik für viele Akteure mit neuen Herausforderungen verbunden sind – insbesondere mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung. Überlegungen bezüglich der zukünftigen Lebensentwürfe sind für die Akteure, also die jetzigen und werdenden Bewohnerinnen und Bewohner von Häusern und Quartieren, Nutzerinnen und Nutzer von Mobilitätsdienstleistungen, aber auch Architektinnen und Architekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplaner, dabei ein zentrales Thema.
Bettina Brohmann, Martin Gsell

Solidarische Landwirtschaft als innovative Praxis – Potenziale für einen sozial-ökologischen Wandel

Die Frage nach den Auswirkungen kapitalistischer Strukturen auf die Lebensführung von sozialen Akteuren ist ein zentraler Gegenstand soziologischer Analysen. War dies in der jüngeren Vergangenheit oft verbunden mit einer eher deskriptiv ausgerichteten Suche nach Ordnungsmustern und Strukturmerkmalen der kapitalistischen Verfasstheit der Gesellschaft, so rücken in den aktuellen Debatten wieder vermehrt Konzepte in den Fokus der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen, die die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch beleuchten und alternative oder transformative Ansätze zum gegenwärtigen Kapitalismus entwickeln. Ein Bestandteil dieser Entwicklung ist die Diagnose einer „multiplen Krise“ (vgl. Brand 2009; Demirovic 2013), unter der sich die ökonomischen und ökologischen sowie sozialen und politischen Krisendynamiken subsumieren lassen.
Moritz Boddenberg, Max Heinrich Frauenlob, Lenard Gunkel, Sarah Schmitz, Franziska Vaessen, Birgit Blättel-Mink

Energiegenossenschaften als soziale Innovation und Initiator sozialer Innovationen – Neo-Institutionalistische Untersuchung von Energiegenossenschaften und ihrer funktionalen Wirkungen

Seit ihrer Einführung wird die genossenschaftliche Organisationsweise als eine wirtschaftsdemokratische und bürgernahe Form der Bearbeitung gesellschaftlicher Problemlagen behandelt (vgl. z. B. Oppenheimer 1896; Raiffeisen 1887; Schulze-Delitzsch 1910; Hettlage 1994; Flieger 2012). Die Organisationsweise der Genossenschaft wird derzeit als adäquate Form zur Gestaltung allgemein demokratischer, partizipativer Prozesse des Wandels im Energiesektor wiederentdeckt. Genossenschaften insgesamt haben im europäischen Raum eine lange Tradition, deren Ziel darin besteht, „wirtschaftlichen Erfolg an die Mitglieder weiterzugeben“ (Rutschmann 2009: 79 f.).
Daniel Dorniok

Nachhaltige Mobilität durch soziale Innovationen – Potenziale des Carsharing aus Sicht von Konsument/innen

In Anbetracht des massiv gestiegenen Verkehrsaufkommens ist die Gestaltung nachhaltiger urbaner Mobilität für die Kommunen eine zentrale Herausforderung im Hinblick auf Verkehrsminderung, Verbesserung der Lebensqualität und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien. Die Rückführung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ist hierbei von zentraler Bedeutung. Es gilt, Voraussetzungen zu schaffen, um Bürger/innen zu motivieren, ihr Verkehrsverhalten zu verändern und verstärkt komplementäre Verkehrsangebote, wie öffentlichen Verkehr, Fahrradfahren, Zufußgehen und Carsharing, wahrzunehmen.
Gabriele Tils, Regine Rehaag

Politischer Konsum im Netz als Ausdruck des Wandelns politischer Partizipation

Wie sich Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwesen einsetzen, ist von enormer Bedeutung für die Frage, inwieweit Demokratien den großen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen vermögen. Zwar gibt es gute Argumente dafür, bei dringend notwendigen Transformationen, wie etwa der Energiewende, primär auf staatliche Interventionen und nicht allein auf die gesellschaftsverändernde Wirkung bürgerschaftlichen Handelns zu setzen. Doch bedürfen grundlegende staatliche Reformen in der Regel der Akzeptanz und Umsetzungsunterstützung durch die Bürger/innen.
Mundo Yang, Sigrid Baringhorst

Nachhaltige Entwicklung braucht soziale Innovationen – die Sozial-ökologische Forschung als Wegbereiter

Seit einigen Jahren wird in verschiedenen Kontexten verstärkt über die Bedeutung sozialer Innovationen für die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft diskutiert. Diese Diskussion findet ihren Widerhall auch in der internationalen und deutschen Forschungspolitik. In zunehmendem Maße werden Programme der Forschungsförderung für einen breit gefassten Innovationsbegriff geöffnet, der sich nicht allein auf neue Technologien und Produkte konzentriert, sondern auch immaterielle Formen von Innovationen (z. B. institutionelle, organisatorische oder verhaltensbezogene) sowie soziale Aspekte des Innovationsprozesses umfasst.
Ralph Wilhelm, Thomas Schulz

Vom Haus der Eigenarbeit zur Stadt der Commonisten – Zum Forschungsverständnis der anstiftung

Die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis, eine gemeinnützige Forschungsgesellschaft aus München (anstiftung), fördert, vernetzt und erforscht seit mehr als 30 Jahren Aktivitäten im Bereich gemeinschaftliches Gärtnern und Eigenarbeit/Offene Werkstätten/Do it yourself und verbindet damit die Absicht, zu nachhaltigen Lebensstilen und Ökonomien beizutragen.
Andrea Baier, Christa Müller

Soziale Innovationen als Herausforderung für die Verbraucherarbeit

Soziale Innovationen erfahren ihre Relevanz für die Verbraucherarbeit durch Konsumpraktiken, die nach den Prinzipien der Redistribution, des Teilens, des Tauschens und des Schenkens erfolgen. Der vorliegende Beitrag diskutiert diese als neue Konsum- und Nutzungsformen vor dem Hintergrund der damit verbundenen Herausforderungen für die bisherige Verbraucherarbeit. Hierbei werden zwei zentrale Probleme identifiziert: Ein Strukturierungsproblem weicht den ‚Anbieter-Nachfrager-Dualismus‘ am Markt auf und ein Verhaltensproblem löst den Verbraucher aus seiner klassischen Rolle als Marktteilnehmer heraus.
Martin Klug, Sarah Gartner

Die Rolle von Investoren zur Förderung sozialer Innovationen am Beispiel der GLS Bank

Die 1974 gegründete Genossenschaftsbank GLS (kurz für: Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) trägt einerseits als finanzielle und strategische Unterstützerin zur Entstehung und Entwicklung sozial-innovativer Projekte bei, stellt andererseits aber bereits, für sich genommen, eine soziale Innovation dar. Im Folgenden wird zunächst der für das Finanzsystem hochinnovative Ansatz der GLSBank dargestellt und anschließend ihr Engagement zur Förderung sozialer Innovationen. Schließlich werden Ansatzpunkte für einen kulturellen Wandel zur Nachhaltigkeit genannt, die die gesamtgesellschaftliche Perspektive der GLSBank verdeutlichen.
Thomas Jorberg, Werner Landwehr

Regionalwert AG Bürgeraktiengesellschaft in der Region Freiburg

Welche Landwirtschaft wollen wir in der Region? Das war die Kernfrage, die im Vorfeld der Gründung der Regionalwert AG Bürgeraktiengesellschaft über Jahre hinweg von einem mal kleineren, mal größeren Kreis von Menschen aus Stadt und Land der Region Freiburg debattiert wurde. Als Initiatoren waren wir uns bewusst, dass diese Frage nicht endgültig und normativ beantwortet werden kann, sondern nur in der jeweiligen Zeit, in der man lebt, und für den Raum, in dem man sich aufhält.
Christian Hiß

Nachhaltig wirtschaften … auch ohne gute Vorsätze? – Urban Gardening als Nährboden für nachhaltiges Handeln

Das Allmende-Kontor ist eine Anlauf- und Vernetzungsstelle für urbane Landwirtschaft in Berlin, die sich der aktiven Stadtgestaltung durch ihre Bewohnerinnen und Bewohner verschrieben hat. Neben der Unterstützung von Menschen und Initiativen beim Aufbau selbst organisierter Gartenprojekte gestaltet das Allmende-Kontor aktiv die Kooperation mit Verwaltung und Politik, um urbanes Gärtnern als wichtigen Bestandteil in einer nachhaltigen Stadtentwicklung wahrzunehmen und umzusetzen. Das Allmende-Kontor initiierte 2011 mit einem Gemeinschaftsgarten einen Raum, in dem nicht-gewinnorientiert gewirtschaftet wird.
Dörte Martens, Miren Artola

Handlungspädagogik und Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft

Die Entwicklung der Landwirtschaft als gemeinschaftsgetragener Produktions- und Lebenslernort begann in den 1970er Jahren an verschiedenen Orten der Welt. Einer der Pioniere war Trauger Groh. Er ging früh von Deutschland in die USA und entwickelte seine Idee des CSA-Ansatzes (Community Supported Agriculture), die sich dort weit verbreitete. 2013 gab es in den USA etwa 1.500 CSA Projekte. Bei ihnen handelt es sich zum größten Teil um biologisch-dynamisch wirtschaftende Betriebe.
Tobias Hartkemeyer

Die Carrotmob-Akademie – eine Aktionsform für den Klimaschutz macht Schule

Carrotmobs sind eine Aktionsform, die versuchen, Konsum und Klimaschutz miteinander zu verbinden. Sie sensibilisiert Konsumentinnen und Konsumenten für die Klimarelevanz und die Einflussmöglichkeiten ihrer Konsumentscheidungen und zeigt Anbietern im Einzelhandel, dass sich grünes unternehmerisches Handeln lohnt. Der folgende Beitrag beschreibt die Aktionsform der Carrotmobs und berichtet vom Projekt der Carrotmob-Akademie der Umweltorganisation Green City e.V., mit der versucht wurde, diese stärker zu verbreiten.
Christian Grundmann, Daniel Reitmeier

Das Glückslokal – Vom Kaufrausch zum bewussten Konsum

Im April 2014 feierte das Glückslokal, ein Umsonstladen mit dem Motto „Schenk dich glücklich!“ in Kiel seine Eröffnung. Unter „Umsonstladen“ oder auch „Schenkladen“ ist hier zu verstehen, dass jede(r) Interessierte(r) ab einem Monatsbeitrag in Höhe von drei Euro im Verein Glückslokal e.V. Mitglied werden kann, um sich bei jedem Besuch des Ladens drei Gegenstände kostenlos mitzunehmen. Das Glückslokal basiert auf dem Prinzip des gegenseitigen Schenkens.
Nina Lage-Diestel

Selbermachen und viel mehr – Anspruch und Realität des Modellprojekts Haus der Eigenarbeit

„Verändert und sich treu geblieben“ war 2013 der Titel einer Ausstellung zum Abschluss des Jubiläumsjahres „25 Jahre HEi“. Im Kern ist das Haus der Eigenarbeit sich dem treu geblieben, als das es 1987 gegründet wurde: Offene Werkstätten, Kultur und sozialer Treffpunkt. Doch es hat von innen heraus aufgrund veränderter Nachfrage oder aus kommunalpolitischer Notwendigkeit heraus Neues hinzugenommen, Gewichte verlagert, Krisen bewältigt.
Elisabeth Redler

„Vergissmeinnicht“ – Ein Projekt der youngcaritas zur Aufwertung und Wiederverwendung von Kleidung

Mit Mode-Upcycling, das heißt dem Aufwerten und Weiterverwenden von eigentlich entsorgten Kleidungsstücken, versuchen gegenwärtig verschiedene Akteure, wie Designer, Sozialverbände und auch Käuferinnen und Käufer, auf die Schnelllebigkeit und den hohen Ressourcenverbrauch in der Modebranche zu reagieren. Ziele von Upcycling sind die Entschleunigung der Mode, die Abfallreduzierung, der Aufbau von natürlichen Kreisläufen und die Wertschätzung eines vormals auf Handarbeit basierenden Produkts. Upcycling umfasst das Verändern, Umgestalten und Transformieren von Alttextilien oder sonstigen Restmaterialien in neue, meist einzigartige Modelle.
Ariane Piper, Jenny Weber

Kann das weg – oder ist das Re-use?

Diese sehr einfache Frage gewinnt heute zunehmend an Bedeutung, vor allem vor dem Hintergrund der sich verknappenden Ressourcen. Tatsache ist jedoch, dass ein Gebrauchsgegenstand oftmals überhaupt nicht reparierbar ist. Außerdem wird der Wunsch, einen gebrauchten Gegenstand zu erhalten und zu bewahren, bisweilen auch als wachstumshemmend und damit gesellschaftsschädigend angesehen, denn der Handel verdient vor allem an kurzlebigen Produkten.
Frank Becker, René Scheumann, Johannes Dietrich, Gerhard Kast

Material Mafia – Kreisläufe für die Weiterverwendung von Ressourcen

Die Geschichte von Material Mafia begann 2010, als Katja von Helldorff, die spätere Gründerin der Initiative, Reverse Garbage kennenlernt. Diese seit 1974 bestehende australische Initiative vermeidet Müll, indem sie brauchbare Abfälle, wie beispielsweise Möbel, Papiere und Stoffe, aufbereitet und in einem ReUse-Warenhaus als Künstlerbedarf verkauft. Als umweltbewusste Künstlerin fühlte sich von Helldorff von diesem Konzept auf der Stelle angesprochen, da hierbei geringe Materialpreise mit einem expliziten Engagement für die Umwelt einhergehen. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland nur wenige derartige Initiativen, dazu gehören zum Beispiel ReUse-Computer e.V. (siehe auch Beitrag von Becker et al. in diesem Band) oder Kunst-Stoffe e.V., die sich professionell mit der Wiederund Weiterverwendung von Produkten oder der stofflichen Verwertung von Reststoffen beschäftigen (im Folgenden wird die Nutzbarmachung von Reststoffen kurz als „Weiterverwendung“ bezeichnet).
Katja von Helldorff, Simone Kellerhoff, Anja Carsten, Johannes Dietrich

Fahrradverleihsysteme – Wegbereiter für geteilte Mobilität

In der öffentlichen Wahrnehmung begann die Geschichte der Fahrradverleihsysteme am 15. Juli 2007 mit dem Start von ‚Vélib‘ in Paris, dem bis dahin größten System weltweit. Vélib stellte den Bewohnerinnen und Bewohnern von Paris und allen Besucherinnen und Besuchern der Stadt auf einen Schlag 7.500 graue Fahrräder mit auffälliger Plastikverkleidung zur Verfügung. Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass das neue Fahrradverleihsystem für den Betreiber, den international agierenden Außenwerber JCDecaux, und den damaligen Bürgermeister Bertrand Delanoë ein großer Erfolg in Bezug sowohl auf die Nutzung als auch die mediale Aufmerksamkeit werden würde.
Janett Kalina, Hendrik Mlasowsky

Gelebte Praxis nachhaltigen Konsums – Systematisierende Zusammenschau

Vor dem Hintergrund der Typologie sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums (vgl. Jaeger-Erben et al. in diesem Band) sollen abschließend die Beispiele „gelebter Praxis nachhaltigen Konsums“ im dritten Teil dieses Sammelbands in einer systematisierenden Zusammenschau betrachtet werden. Hierzu werden die Beispiele einerseits anhand der vorgestellten zentralen Kriterien sozialer Innovationen diskutiert, andererseits wird auch danach gefragt, welche Schlussfolgerungen hieraus für die Stabilisierung der Initiativen und Projekte sowie für die Integration sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums in den Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten gezogen werden können. Zentral ist dabei die Frage, unter welchen Bedingungen eine gesellschaftliche Verbreitung und Stabilisierung nachhaltiger Konsumpraktiken sowie eine Integration in den Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten gelingen können, die über die Experimentierräume und Nischen, in denen sie entstanden sind, hinausgehen.
Jana Rückert-John, Melanie Jaeger-Erben, Martina Schäfer

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