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Soziale Investitionen

Interdisziplinäre Perspektiven

  • 2012
  • Buch

Über dieses Buch

Soziale Investitionen bezeichnen unterschiedliche Formen privater Beiträge zum Gemeinwohl. Was jedoch als Beitrag zum Gemeinwohl verstanden werden kann, unterliegt dem Diskurs in Zivilgesellschaft und politischer Öffentlichkeit. Aus der Perspektive wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen prüfen die Forscher des Heidelberger Centrums für Soziale Investitionen und Innovationen den Erklärungsgehalt dieses neuen forschungsleitenden Konzepts Sozialer Investition. Das Konzept beansprucht die prinzipielle Vergleichbarkeit unterschiedlicher Beiträge zum Gemeinwohl, wie die Arbeit von Stiftungen, Spenden, freiwilliges bürgerschaftliches Engagement und Sozialunternehmertum.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Soziale Investitionen – Einleitung

    1. Soziale Investitionen – Einleitung

      Volker Then, Andreas Schröer, Helmut K. Anheier
      Zusammenfassung
      Der Begriff der Sozialen Investitionen schlägt Brücken und ermöglicht neue Relationen in der Wahrnehmung gemeinwohlbezogenen Handelns. Wir schlagen den Begriff für die wissenschaftliche Debatte und Analyse vor, weil es an der Zeit ist, privates Handeln mit Gemeinwohlbezug nicht nur als Residuum oder Externalität anderer Handlungslogiken zuzulassen, sondern in seinem Eigenwert zu thematisieren. Begriffliche Anstrengungen zum besseren Verständnis privater Gemeinwohlbeiträge und Bemühungen um eine entsprechende Theoriebildung müssen notwendigerweise in interdisziplinären Bezügen denken. Insofern stellen der Gebrauch des Begriffs der Sozialen Investitionen und die theoriebildende Anstrengung eine Übung in praktizierter Interdisziplinarität dar. Die in diesem Band enthaltenen Beiträge können jedoch noch nicht den Anspruch erfüllen, eine Theorie sozialer Investitionen zu formulieren. Stattdessen geht es darum, einen analytischen Bezugsrahmen – etwa im Sinne der von Ostrom (1999) vorgeschlagenen Abgrenzung zu Theorien und Modellen – zu formulieren, der aus den unterschiedlichen Theorietraditionen schöpft, die sich mit privaten (d. h. nicht-öffentlichen) Beiträgen zum Gemeinwohl beschäftigt haben.
  3. Soziale Investitionen als Leitbegriff einer neuen Forschungsagenda

    1. Frontmatter

    2. Von Non-Profit-Organisationen und Philanthropie zu Sozialer Investition – Auf dem Weg zu einer neuen Forschungs-Agenda

      Helmut K. Anheier
      Zusammenfassung
      Der Versuch, eine Forschungs-Agenda zur Thematik „Soziale Investition“ auf Basis der bisherigen Forschung zu Non-Profit-Organisationen und Philanthropie aufzustellen, bringt zwei Herausforderungen mit sich. Die erste umfasst die massiven ökonomischen, demographischen und sozialen Veränderungen, die in allen entwickelten Ländern stattfinden – Entwicklungen, die von bedeutenden Richtungswechseln in der Politik begleitet werden wie der Neubewertung der Rolle des Staates, dem Schub zur Privatisierung öffentlicher Funktionen und dem Ruf nach größerer individueller und unternehmerischer Verantwortung. Gerade nach der Finanzkrise 2008/09 stellt sich die zentrale Frage post-wohlfahrtsstaatlicher Politikgestaltung: Welche Rahmenbedingungen, Institutionen, Organisationen und individuellen Leistungen können die Rolle des sich verändernden Staates einnehmen und eine Wächterfunktion über die Gemeinwohlproduktion in postindustriellen Gesellschaften einnehmen und gleichzeitig zur Gemeinwohlproduktion beitragen?
    3. Soziale Investitionen: ein konzeptioneller Entwurf

      Volker Then, Konstantin Kehl
      Zusammenfassung
      Mit dem Begriff der Sozialen Investitionen schlagen wir einen Leitbegriff für die Untersuchung privater Beiträge zum Gemeinwohl vor, der deutlich über ein ökonomisches Verständnis von Investitionen sowie eine politische oder kultursoziologische Interpretation von Zivilgesellschaft hinausreicht. Zugleich vermeidet er es, durch Orientierung an nur einem Sektor (wie z. B. Non-Profit-Sektor am wirtschaftlichen Handeln) oder einer positivistischen Setzung des Rechtssystems (Gemeinnützigkeit) privates Handeln mit Gemeinwohlbezug seiner Eigenständigkeit zu berauben und nur in Ableitung wirtschaftlichen oder rechtsstaatlichen Handelns beschreiben zu können.
    4. Soziale Investition – zur Multidimensionalität eines ökonomischen Konzepts

      Andreas Schröer, Steffen Sigmund
      Zusammenfassung
      Geht ein Gespenst in der Zivilgesellschaft um, das Gespenst der Ökonomisierung? Dem scheint so, blickt man auf die umfangreichen sozialwissenschaftlichen Zeitdiagnosen der letzten Jahre. Vom Sieg des Neoliberalismus und der zunehmenden ökonomischen Globalisierung über das kapitalistische Weltsystem (Wallerstein 2004) bis hin zur Beobachtung einer zunehmenden Ressourcenabhängigkeit auch der vermeintlich wirtschaftsfernen gesellschaftlichen Bereiche wie Kultur, Bildung oder Sport scheinen Indikatoren für den Primat der Ökonomie und des ökonomischen Denkens in der Moderne zu sein. Mittlerweile zeigt sich dies auch auf der Ebene der gesellschaftlichen Semantik (Luhmann 1980). So begann in den 70er Jahren das klassische ökonomische Konzept des Kapitals seinen konzeptionellen Siegeszug in den Sozialwissenschaften in Form von kulturellem, symbolischem und insbesondere sozialem Kapital, das seitdem als Maßstab für den Grad der Integration von Gesellschaften herangezogen wird. Seit den 90er Jahren zeigt sich, dass mit dem Konzept des sogenannten Sozialunternehmers, der gesellschaftliche Probleme durch innovative Ressourcenrekombination und Gespür für das richtige „window of opportunity“ zu lösen sucht (Dees 2001), ein weiterer Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften Prominenz im gesellschaftstheoretischen Diskurs fand, und jüngst findet sich nun mit einem Begriff aus der (Politischen) Ökonomie ein weiteres Konzept, das bislang in der sozialwissenschaftlichen Literatur wenig und mit Blick auf zivilgesellschaftliche Prozesse überhaupt nicht von Bedeutung war, ohne dass die damit verbundenen Begriffs-Implikationen entsprechend reflektiert werden: das Konzept der sogenannten Sozialen Investitionen.
  4. Formen und Organisation Sozialer Investitionen

    1. Frontmatter

    2. Soziale Investitionen von Zeit: freiwilliges Engagement

      Konstantin Kehl, Volker Then
      Zusammenfassung
      Wenn die Europäische Kommission das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ erklärt, die Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst mit einem „Bundesfreiwilligendienst“ kompensiert werden soll und eine Medienkampagne zur Förderung von Engagement die andere jagt – dann darf man feststellen: Engagement ist en vogue.
    3. Qualifizierung und Anreiz für das Engagement im Konzept der Sozialen Investitionen

      Georg Mildenberger
      Zusammenfassung
      Der Begriff der Sozialen Investitionen soll dazu dienen, alle privaten Beiträge zum Gemeinwohl zu fassen. „Soziale Investitionen bezeichnen alle privaten Beiträge zum Gemeinwohl, die freiwillig getätigt werden und von den Investoren als auch von der relevanten sozialen Gruppe bzw. der Gesellschaft als gemeinwohlbezogen legitimiert sind.“ (Vgl. Kehl/Then in diesem Bd.). Solche privaten Beiträge können in monetärer Form geleistet werden, als Spende etwa oder auch in anderen Formen der Finanzierung gemeinwohlförderlicher Aktivitäten. Mindestens ebenso bedeutend sind aber Beiträge zum Gemeinwohl, die darin bestehen, dass Menschen uneigennützig für andere tätig sind. Übungsleiterinnen in Sportvereinen, Musikanten in Blasmusikorchestern, Menschen, die ein oder zweimal im Jahr mit Scheren, Sägen und Beilen in die Natur ziehen und wertvolle Biotope pflegen, die vielen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes, Schülerinnen und Studenten, die Hausaufgabenhilfe leisten, Lesepaten, Integrationslotsen und wie sie alle heißen, erbringen Beiträge nicht zu ihrem eigenen Wohl, sondern zum Wohle der Gemeinschaft. Der Begriff der Sozialen Investitionen soll auch ihre Beiträge umfassen. Es geht dann um Zeitspenden oder, anders gesagt, die Soziale Investition von Zeit. Was genau unter einer solchen Zeitspende zu verstehen ist, führte der Beitrag von Kehl/Then in diesem Band hinreichend aus und braucht hier nicht wiederholt zu werden.
    4. Hybride Organisationen – Spezial- oder Regelfall?

      Gunnar Glänzel, Björn Schmitz
      Zusammenfassung
      Regierungen sehen sich angesichts der zunehmenden Zahl, Größe und Komplexität sozialer, ökonomischer und ökologischer Probleme immer weniger in der Lage, diese adäquat zu lösen. Auf diesen Missstand reagiert die Öffentlichkeit auf unterschiedliche Weise: Einerseits werden von staatlicher Seite fortwährend Lösungen gefordert (passive Reaktion), andererseits aber entwickeln sich mehr und mehr Organisationen, die möglichst ohne staatliche Zuschussfinanzierung Geschäftsmodelle mit sozialer Ausrichtung entwickeln (aktive Reaktion. Diese treten neben die etablierten Non-Profit-Organisationen (NPO), da sie im Sinne von unternehmerischer Stabilität und Nachhaltigkeit durchaus daran interessiert sind, ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Derartige sozial ausgerichtete und gleichzeitig ökonomisch orientierte Akteure bezeichnen wir als hybride Organisationen (HO). Sie kombinieren staatliche, öffentliche, for-profit- und non-profit-Elemente und brechen damit Sektorgrenzen auf (vgl. Weisbrod 1998; Anheier/Then 2004; Emerson 2004). So kreieren HO eine neue Funktionslogik, die als Amalgam aus einer Sach- oder Marktlogik angesehen werden kann. Einerseits liegt die primäre Zielfunktion von HO vor allem in der eigennützigen Mehrung häufig individuellen materiellen Wohlstands, andererseits folgen sie einer Solidaritätslogik (oder Drittsektorlogik), nach der das Wohlergehen aller Beteiligten verfolgt und immaterielle (Gemein-)Güter mit erfasst und eingerechnet werden.
    5. Social Entrepreneurship – Forschungsperspektiven

      Markus Strauch, Andreas Schröer, Björn Schmitz
      Zusammenfassung
      Social Entrepreneurship (SE) ist noch ein relativ junges Feld. Verständnis und Definition dieses Phänomens bedürfen noch einer genaueren Bestimmung und Übereinkunft in der wachsenden Forschungslandschaft. Dennoch oder gerade deswegen ist Social Entrepreneurship über die letzten zwei Jahrzehnte in Praxis, Lehre und Forschung immer populärer geworden (z. B. Nicholls 2006; Martin/Osberg 2007) und inzwischen auch im deutschen Sprachraum angekommen. Ausgehend von einer ersten begrifflichen Untersuchung von Social Entrepreneurship und einer Analyse des sozialunternehmerischen Prozesses stellen wir in diesem Beitrag drei am CSI vertretenen Forschungsperspektiven auf Social Entrepreneurship vor.
    6. Marktnahe Strategien für Soziale Investoren: ein Weg zur Schaffung nachhaltiger sozialer Wirkungen

      Robert Münscher
      Zusammenfassung
      Man kann Organisationen, die Finanzmittel einsetzen, um soziale Zwecke zu fördern (etwa in Bereichen wie Völkerverständigung, Entwicklungszusammenarbeit oder Kultur), als Soziale Investoren bezeichnen. Unabhängig davon, ob man über eine gemeinnützige Stiftung spricht, über ein Unternehmen, das im Rahmen seiner Corporate Social Responsibility (CSR) Spenden tätigt oder Sponsoring betreibt, oder über einen Fonds zur Förderung von Sozialunternehmen: Mit dem Begriff der Investition bzw. des Investors lenkt man den Blick stets auf das Verhältnis der eingesetzten Mittel zum erreichten Effekt. Man schlägt eine Perspektive vor, aus welcher es tendenziell darum geht, mit den eingesetzten Mitteln einen möglichst großen Effekt bzw. eine möglichst große soziale Wirkung zu erzielen. Was als eine „große soziale Wirkung“ gelten kann, hängt dabei von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt von der Art der sozialen Zwecke, um die es geht. Allerdings kann man übergreifend feststellen: Ein Aspekt großer sozialer Wirkung ist zweifellos deren Nachhaltigkeit: Erfolgreiche Soziale Investitionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie langfristigen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.
    7. Sind Stiftungen Soziale Investoren? Zur Anwendbarkeit eines ökonomischen Begriffs auf die Tätigkeit gemeinnütziger europäischer Stiftungen

      Ekkehard Thümler, Nicole Bögelein
      Zusammenfassung
      Der Begriff „Investition“ entstammt dem Bereich der Ökonomie. Von Investitionen ist in einem betriebswirtschaftlichen Kontext dann die Rede, wenn es um die Anschaffung von Produktionsmitteln oder um Geldanlagen mit dem Ziel der Generierung finanzieller Gewinne geht. Stiftungen hingegen engagieren sich mit eigenen Projekten oder finanziellen Transfers für das Gemeinwohl. Auf den ersten Blick scheinen Stiftungen also alles andere als klassische Investoren zu sein. Inwiefern lässt sich philanthropische Tätigkeit dennoch als – wenngleich Soziale – Investition beschreiben und welchen Nutzen hat eine solche Perspektive für die wissenschaftliche Analyse und für die Praxis? Unser Beitrag untersucht diese Fragestellung auf Grundlage der Ergebnisse des Forschungsprojekts „Strategies for Impact in Philanthropy“ (SIP). Ausgangspunkt für unser Vorhaben war die Beobachtung, dass die materiellen Ressourcen, die Stiftungen zur Verfügung stehen, in Relation zu den adressierten Problemen in der Regel als marginal anzusehen sind.
  5. Erfolg und Wirkung

    1. Frontmatter

    2. Dimensionen der Bewertung gemeinnütziger Organisationen und Aktivitäten

      Georg Mildenberger, Robert Münscher, Björn Schmitz
      Zusammenfassung
      Die Frage, wie sich gemeinnützige Organisationen und Aktivitäten bewerten lassen, stellt sich für Soziale Investoren wie Non-Profit-Organisationen, Sozialunternehmen, Stiftungen, Spender und Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Perspektiven. Fördernde Organisationen wie Stiftungen wollen genau wie individuelle Spender begründete Vergabeentscheidungen treffen. Non-Profit-Organisationen und Sozialunternehmen haben ein Interesse gegenüber der Öffentlichkeit und ihren Förderern bzw. Anteilseignern, Rechenschaft abzulegen. Insgesamt konstatieren wir einen Trend zu Transparenz, Rechenschaftslegung und Wirkungsbestimmung im gemeinnützigen Sektor (Abschn. 1). Gleichwohl ist die Aufgabenstellung hier nicht einfach, denn die Bewertung gemeinnütziger Organisationen und Aktivitäten sieht sich mit einer Reihe grundsätzlicher Schwierigkeiten konfrontiert (Abschn. 2).
    3. Social Return on Investment: auf dem Weg zu einem integrativen Ansatz der Wirkungsforschung

      Konstantin Kehl, Volker Then, Robert Münscher
      Zusammenfassung
      Im Gegensatz zu rein marktförmig handelnden Unternehmen sind gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Organisationen nicht in erster Linie auf die Maximierung von Renditezielen, sondern auf die Erfüllung sozialer Zwecke ausgerichtet (vgl. etwa Anheier 2005; Zimmer/Priller 2007). Während das Verhältnis von Investitionen und Profit bzw. von Kosten und Nutzen mit gängigen Methoden der Betriebswirtschaft (Return on Investment, Cost-Benefit Analysis) zu bestimmen ist, fehlt ein allgemein akzeptiertes Verfahren für die Beurteilung von Organisationen und Maßnahmen, deren „Erfolg“ sich vorrangig am Wohle der Allgemeinheit orientiert. Da sich öffentliche und private Geldgeber in zunehmendem Maße nicht mehr mit der ordnungsgemäßen Ausgabe überlassener Mittel zufriedengeben, sondern verstärkt Nachweise über Effizienz und Effektivität der Ressourcenverwendung einfordern, wird mit SROI – dem Social Return on Investment – seit Mitte der 1990er Jahre eine Methode der Wirkungsforschung diskutiert und zur Anwendung gebracht, welche neben der ökonomischen Wertschöpfung die gesellschaftlichen Zusatzkosten und -erträge gemeinwohlorientierter Programme identifizieren helfen soll. Kosten-Nutzen-Analysen berücksichtigen im erweiterten Verständnis zwar durchaus ebenso nicht-monetäre Größen, setzen diese aber vor allem in Beziehung zu den Investitionen und Interessen der jeweiligen Unternehmen, Organisationen oder Programme. Auf betriebswirtschaftlicher Ebene arbeitet SROI mit ähnlichen Methoden, argumentiert jedoch neben der Beschreibung von konkreten Effekten für Träger und Klienten immer auch mit gesellschaftstheoretischem Anspruch. Dieser leitet sich aus dem legitimatorischen, sozial-innovativen und politischen Ehrgeiz der Stiftungen und Sozialunternehmen her, die das Instrument als Vorreiter vorangetrieben und in der Praxis erprobt haben (vgl. Kehl/Then 2009a).
    4. Quantifizierung Sozialer Investitionen? Beiträge aus der Zivilgesellschaftsmessung

      Norman Spengler
      Zusammenfassung
      In den letzten zwanzig Jahren wurden im Feld der Zivilgesellschafts- und Non-Profit-Studien signifikante Fortschritte in konzeptioneller wie auch empirischer Hinsicht gemacht. In diesen Jahren hat sich eine Vielfalt an miteinander konkurrierenden Begriffen ausdifferenziert, die in Wissenschaft, Praxis, Politik und Medien Verwendung finden (Zivil- oder Bürgergesellschaft, Non-Profit-, Freiwilliger, Dritter oder gemeinwohlorientierter Sektor, Gemein- oder Sozialwirtschaft). Die durch Forschung und professionelle Anwendung gewonnenen Erkenntnisse spiegeln das seit den Anfängen Mitte der 1990er sowie den Umwälzungsprozessen Ende der 1990er Jahre gestiegene Interesse der politischen Öffentlichkeit wie auch der zivilgesellschaftlichen Akteure wider (Anheier 2006).
  6. Schlussfolgerungen

    1. Frontmatter

    2. Soziale Investitionen: Schlussfolgerungen für Politik, Forschung und Sektorentwicklung

      Andreas Schröer, Helmut K. Anheier, Volker Then
      Zusammenfassung
      Ziel des Bandes ist es, den Begriff der Sozialen Investition als Brückenbegriff vorzustellen, der den Diskurs verschiedener akademischer Disziplinen, die sich mit gemeinwohlbezogenen Handlungsformen beschäftigen, aufeinander zu beziehen hilft. Damit soll auch der Eigenwert gemeinwohlbezogenen Handelns betont, Handeln in seiner Wirkung vergleichbar dargestellt und die derzeitige, stark finanz- und ökonomiezentrierte Debatte um Soziale Investitionen konzeptionell erweitert werden. Durch die systematische Integration gesellschaftlicher, politischer, und kulturell-normativer Bezüge soll die institutionelle Einbettung der Phänomene Sozialer Investition ins Blickfeld gerückt und die analytische Aussagekraft des Konzepts weiter geschärft werden.
  7. Backmatter

Titel
Soziale Investitionen
Herausgegeben von
Helmut K. Anheier
Andreas Schröer
Volker Then
Copyright-Jahr
2012
Verlag
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Electronic ISBN
978-3-531-94105-9
Print ISBN
978-3-531-16546-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-531-94105-9

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