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Über dieses Buch

Mit Blick auf die Zukunft der sozialen Sicherung sind derzeit Herausforderungen feststellbar, die wegen ihrer Dynamik als Umbrüche bezeichnet werden können. Dazu gehören u.a. die immensen Anforderungen bei der Integration von zugewanderten Menschen, das Thema Bildung, der weitergehende Strukturwandel des Arbeitsmarktes oder der Aspekt der psychosomatischen Gesundheit. Dieser Band stellt mit Transdisziplinarität und Public Marketing neue konzeptionelle Grundgerüste als Tools vor, mit denen Herausforderungen sowie Lösungsansätze für soziale Sicherung erstellt und umgesetzt werden können. Vor diesem Hintergrund kommen ausgewiesene Experten aus Wissenschaft und Praxis mit einem innovativen und pragmatischen Blick auf soziale Sicherung zu Wort.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung zum Thema und Inhalt des Sammelbandes

Der Sammelband beinhaltet drei zentrale Kernrahmen: soziale Sicherung im Umbruch respektive soziale Herausforderungen unserer Zeit in Verbindung mit transdisziplinären Ansätzen. Die Einführung zum Sammelband spricht eingangs kurz an, um welche Phänomene es sich handelt und welche Schnittmengen zueinander bestehen. Ferner geht es um den Stellenwert der drei Aspekte in der Gesamtschau auf den Sammelband. In einem weiteren Part der Einführung werden die Beiträge zu den einzelnen Kapiteln anmoderiert.

Lutz C. Kaiser

Transdisziplinarität

Frontmatter

Transdisziplinarität und soziale Sicherung

Der Beitrag zeigt eingangs auf, inwieweit Transdisziplinarität in Abgrenzung sowie mit Schnittmengen zur Multi- und Interdisziplinarität beschrieben werden kann. Ferner werden die Gegenstandsbereiche der Multi-, Inter- und Transdisziplinarität aufgezeigt. Ein weiterer Part des Beitrags legt den Fokus auf die Nutzung von transdisziplinären Ansätzen im Segment der sozialen Sicherung. Es wird aufgezeigt, welchen Mehrwert transdisziplinäre Perspektiven für die Planung und Umsetzung von sozialer Sicherung haben und welche Grenzen ausgemacht werden können.

Lutz C. Kaiser

Tools für soziale Sicherung: Public Marketing und Planungspartizipation

Frontmatter

Public Marketing und soziale Sicherung

Der Beitrag führt zunächst in den Begriff und die Definition von Public Marketing in Abgrenzung und im Vergleich zu Paradigmen aus den Diskursen um ‚Bürgernähe‘, ‚New Public Management‘ und ‚Governance‘ ein. Public Marketing kann dabei als Oberbegriff für sämtliche zweckgerichtete Aktivitäten zur Vermarktung des Staatswesens (‚Primäres Public Marketing‘) sowie als Marketing von öffentlichen Geld-, Sach- und Dienstleistungen (‚Sekundäres Public Marketing‘) bezeichnet werden. Die Notwendigkeit von Public Marketing ergibt sich aus der Immaterialität des Staatsgebildes und der öffentlichen Dienstleistungen sowie aus der Angebotsmonopolstellung des Staates. Auf die Standortbestimmung folgend wird der Public Marketing-Managementprozess beschrieben und Public Marketing auf den Bereich der sozialen Sicherung übertragen. Es wird aufgezeigt, dass ein erhebliches noch brach liegendes Potential bei Public Marketing insbesondere nicht zuletzt auch für solche soziale Leistungen besteht, welche kein hohes öffentliches Ansehen innehaben. Mit einem entsprechenden Marketing the ‚Ugly‘ kann mitunter das schlechte Image der betreffenden Leistungen verbessert und eine damit potentiell einhergehende Stigmatisierung der Leistungsempfänger abgemildert werden

Lutz C. Kaiser

Crossmediale Partizipation als Beitrag zur (besseren) Planung von sozialer Sicherung? Beispiele aus dem Bildungsbereich aus Frankfurt und Kiel

Inwiefern können Partizipationsprozesse die Planung von Bildungsangeboten passgenau auf die Nutzer*innen zu schneiden? Mit der Untersuchung zweier kurzer Fallbeispiele zum Frankfurter Schulentwicklungsplan und dem Kieler Bildungsdialog prüfen die Autor*innen, welche Zielgruppen mit crossmedialen Beteiligungsverfahren erreicht werden und welchen Impact diese für die Planung von sozialer Sicherung haben können.

Julia Fielitz, Jan Korte

Integration von Flüchtlingen

Frontmatter

Integration von Flüchtlingen – Auch eine Frage der Wohnunterbringung

Die Wohnsituation kann einen wichtigen Beitrag zur Integration von Geflüchteten leisten – wenn sie entsprechende Anforderungen erfüllt. Der Beitrag erläutert das Unterbringungssystem in Deutschland, diskutiert mögliche Einschränkungen der Wohnbedürfnisse bei der Unterbringung in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften und zeigt alternative Wohnprojekte für Geflüchtete auf. Neben temporären Formen der Unterbringung gewinnt die dauerhafte Unterbringung von Geflüchteten über den regulären Wohnungsmarkt zunehmend an Bedeutung. Aufgrund des Mangels an preisgünstigem und öffentlich gefördertem Wohnraum in Ballungsregionen stellt dies für viele Kommunen eine zentrale Herausforderung dar. Entsprechend nimmt die Konkurrenz der von Diskriminierung bedrohten Gruppen um bezahlbaren Wohnraum zu. Der Beitrag diskutiert die Rolle des sozialen Wohnungsbaus bei der Wohnraumversorgung von Geflüchteten und die Diskriminierung am Wohnungsmarkt als eine zentrale Zugangsbarriere und skizziert abschließend Handlungsansätze für eine verbesserte Wohnintegration.

Katrin Gliemann, Anja Szypulski

Bildung

Frontmatter

Soziale Sicherung durch Bildung

Geht es um die Bekämpfung von Armutsrisiken, dann wird eine gute Bildung häufig als wichtiger Präventionsfaktor genannt. Andererseits wissen wir, dass gerade Bildungserfolg in starkem Maße herkunftsabhängig ist, also gerade Kinder aus Familien mit einem geringen Sozialstatus oft nicht die notwendige Bildung erhalten, um im weiteren Lebensweg über den ersten Arbeitsmarkt eine soziale Absicherung zu erreichen. Der folgende Beitrag stellt daher die Frage, wie benachteiligende Herkunftseffekte in Bezug auf Bildung gemessen, erklärt und verringert werden können. Im ersten Teil wird zunächst erläutert, was unter Bildung verstanden werden kann und welche veränderte Relevanz Bildung für die ökonomische Integration, die politische Teilhabe und das Wohlergehen hat. Im zweiten Teil wird die empirische Situation vorgestellt und schließlich die Theorien zur Erklärung der wachsenden Bildungsungerechtigkeit ausgeführt. Abschließend werden aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive Lösungen vorgeschlagen.

Carola Kuhlmann

Das Bildungs- und Teilhabepaket: Eine Miss-/Erfolgsstory?

Der Beitrag zeigt zunächst auf, welche allgemeinen Gegenstandsbereiche und Ambivalenzen gesellschaftliche Partizipation im Sinne von Bildung und sozialer Teilhabe innehat. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) kann vor diesem Hintergrund im Prinzip als innovativ bezeichnet werden, da es das Ziel der sozialen Inklusion von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in besonderen und u. U. prekären Lebenslagen verfolgt, in denen ‚Bildungsarmut‘ sowie soziale Isolation drohen können. Neben einer Beschreibung der Entstehungsgeschichte und der Instrumente des BuT wirft der Beitrag einen Blick auf die Erfahrungen bei der Ein- und Weiterführung des BuT. Vor diesem Hintergrund zeigt der Artikel auch die Schwierigkeiten beim Absatz dieser Leistungen auf. Schlussendlich wird der Fokus auf ein adäquates Public Marketing der BuT-Leistungen gelegt, um entsprechende Modifikationen und Alternativen vorzustellen.

Lutz C. Kaiser

Bildungspatenschaften – Das Lippstädter Modell

Die Bildungsverläufe von Kindern im Vergleich zeigen, dass in den Herkunftsfamilien eine sehr unterschiedliche Unterstützung geleistet wird. Hier spielen der Bildungsstand, das Einkommen und die kulturelle Herkunft der Eltern eine Rolle. Um diese uneinheitlichen Voraussetzungen auszugleichen, ist es mit einer rein finanziellen Unterstützung benachteiligter Familien nicht immer getan, wenn eine nachhaltige und bedarfsgerechte Förderung der Kinder erreicht werden soll.Der Beitrag stellt das Modell der Lippstädter Bildungspatenschaften vor. Deren Idee besteht darin, dass ein mit finanziellen Mitteln ausgestatteter ehrenamtlicher Bildungsbegleiter ein ausgewähltes Patenkind für den Zeitraum von ein bis drei Jahren betreut. Er initiiert und organisiert Förder- und Unterstützungsangebote, die individuell auf den Bedarf und die Neigungen des Kindes abgestimmt sind. Die Bildungspatenschaften werden dabei durch Spendenmittel von Einzelpersonen, Firmen, Service-Clubs etc. ermöglicht.

Frank Osinski

Erwerbstätigkeit

Frontmatter

Erwerbstätige mit geringen Einkünften

Ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen in Deutschland kommt auf nur spärliche Arbeitseinkommen. Dem Niedriglohnsektor, der nach der Höhe der Bruttostundenlöhne abgegrenzt wird, gehört mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer an. Noch größer ist der Anteil der Personen mit niedrigen Stundeneinkünften unter den Selbständigen. Zwar gehen geringe Stundenverdienste oft mit niedrigen Haushaltseinkommen einher, allerdings gehören viele Geringverdiener nicht einem einkommensschwachen Haushalt an. Denn sie ergänzen etwa mit einem Teilzeit- oder Mini-Job lediglich das Haushaltsbudget. Zudem lässt sich zeigen, dass es einem erheblichen Teil der Erwerbstätigen im Laufe der Zeit gelingt, höhere Einkommen zu erzielen und den Niedrigeinkommenssektor zu verlassen. Aufs Ganze gesehen ist er zwar geschrumpft, seit geraumer Zeit aber auch nicht mehr gewachsen.

Karl Brenke

Leistungen zur Existenzsicherung und zur Arbeitsmarktintegration für Alleinerziehende nach dem SGB II

Gegenstand des Beitrages sind rechtliche Rahmenbedingungen der Existenzsicherung und der Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Ferner sollen die Passung sowie die Wechselwirkung und Eignung der rechtlichen Regelungen mit Blick auf die sozialpsychologische Dimension der Lebenslage „Alleinerziehend“ dargestellt und kritisch bewertet werden. Der Artikel möchte damit einen Beitrag zu einer systematischen und fokussierenden Darlegung der sich daraus ergebenden rechtlichen Rahmenbedingungen für Alleinerziehende und ihrer sozioökonomischen Lebenssituation leisten.Ausgangspunkt der Untersuchung ist dabei die These, dass für Alleinerziehende nach dem SGB II im Wesentlichen der gleiche rechtliche Rahmen gilt, wie für alle erwerbsfähigen Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, so dass keine hinreichenden rechtlichen Rahmenbedingungen zur Überwindung spezifischer Nachteile von Alleinerziehenden bei der Integration in den Arbeitsmarkt gegeben sind und daher hier Handlungsbedarf besteht.

Petra Kleinschmidt, Stefan Hollenberg

Unterbrochene Erwerbskarrieren und Frauenförderung in der öffentlichen Verwaltung – ein (un)fairer Kampf?

Beschäftigte, die ihre Karriere aus privaten Gründen wie beispielsweise Elternzeit oder Pflege von Angehörigen unterbrechen, werden in deutschen Verwaltungen – wie auch in Organisationen der Privatwirtschaft – häufig marginalisiert. Ihre Arbeitsleistungen und Arbeitsmotivation werden unterschätzt. Der Wiedereinstieg gestaltet sich als schwierig, der Aufstieg wird immer unwahrscheinlicher. Gleichzeitig werden die Forderungen nach mehr Geschlechtergerechtigkeit im Beförderungsprozess beispielsweise durch die Einführung von Quoten lauter. Frauen fehlen dem öffentlichen Arbeitgeber auf mehreren Ebenen: als Fachkräfte unter den Bedingungen des Fachkräftemangels, als Repräsentantinnen einer großen, an Sichtbarkeit und Macht gewinnenden Gruppe sowie als Legitimation des öffentlichen Handelns, das soziale Gerechtigkeit (wieder)herstellen sollte. Der vorliegende Beitrag bespricht kritisch den state-of-the-art mit Blick auf die bereits existierenden Maßnahmen zur Frauenförderung in deutschen Verwaltungen.

Elisabeth Schilling, Katharina Geier

Psychosomatische Gesundheit

Frontmatter

Junge Menschen mit psychischen Krisen auf dem Verschiebebahnhof

Junge Menschen in einer psychischen Krise oder mit einer psychischen Erkrankung werden bei Eintritt in die Volljährigkeit zwischen verschiedenen Systemen hin- und hergeschoben. Dies bezieht sich sowohl auf Behandlungskonzepte, als auch auf die sozialrechtlichen Zuständigkeiten.Nachdem deutlich wurde, dass sich aus diesen Abgrenzungsfragen Lücken in der adäquaten Versorgung junger psychisch kranker Erwachsener ergeben, hat die Alexianer Köln GmbH ein Projekt für ein Beratungscafé für diese Zielgruppe konzipiert und mit einer dreijährigen Projektfinanzierung durch die Aktion Mensch umgesetzt.In dem Beitrag werden das Projekt „Proberaum“ und die daraus gewonnenen Erkenntnisse dargelegt. Auch wird die daraus entstandene Entwicklung weiterer Projekte beschrieben. Abschließend geben die Autorinnen einen Ausblick, welcher Kooperationsstrukturen es zwischen den jeweiligen Systemen bedarf, um drohende Chronifizierungen zu vermeiden und den jungen Betroffenen Integration und Teilhabe zu ermöglichen.

Uta Morgenroth, Laura Schweikhart

„Zwischen den Systemen“ – Erfahrungen des soziotherapeutischen Wohn- und Betreuungsverbundes Faßbacher Hof mit Menschen mit „Doppeldiagnose“ (psychische Erkrankungen und Sucht)

Schlussfolgerungen für die Struktur von psychiatrischen Versorgungssystemen

Menschen mit „Doppeldiagnose“ (psychische Erkrankungen und Sucht) wurden in den psychiatrischen, psychosomatischen und suchttherapeutischen Versorgungsystemen Deutschlands lange Zeit kaum wahrgenommen, obwohl sie epidemiologisch betrachtet eine wachsende Patientengruppe darstellen. Im Bereich der Eingliederungshilfe für Behinderte nach dem Sozialgesetzbuch SGB XII war der Faßbacher Hof in Leverkusen seit Beginn der 90er Jahre eine der ersten Einrichtungen bundesweit, die sich in systematischer und konzeptionell abgesicherter Form dieser Gruppe widmete. Der Beitrag schildert die Erfahrungen des Wohn- und Betreuungsverbundes; darüber hinaus geht er der Frage nach, wie ein zeitgemäßes Behandlungs-, Betreuungs- und Versorgungsystem für Menschen mit psychischer Erkrankung und Sucht aussehen könnte.

Wolfgang Krüger

What’s about Burn-out?

Der Beitrag geht davon aus, dass es eine Zunahme seelischer Erkrankungen gibt und diskutiert die Herkunft des in diesem Zusammenhang häufig genannten Begriffs „Burn-out“. Er erörtert die das Seelenleben beeinträchtigenden Risikofaktoren (Beschleunigung, Reizüberflutung und Synchronisationsdruck) und verortet sie im Alltagsleben der modernen Konsumgesellschaft, die mit ihrem „Humankapital“ nicht nachhaltig umgeht. Alternativen werden diskutiert: eine besonders wertvolle Form der seelischen Selbstbehauptung sieht der Autor im Prinzip der „schöpferischen Pause“ realisiert.

Till Bastian
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