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Über dieses Buch

Soziale Versorgung hat zum Gegenstand, Leistungen für hilfebedürftige Menschen in einem Gemeinwesen zur Verfügung zu stellen – oder anders: soziale Probleme umfassend zu lösen. Ihre Gestaltung ist eng verknüpft mit verschiedenen gesellschaftlichen Funktionssystemen und erfordert die Sozialpolitik, die Steuerung von und zwischen Organisationen sowie das methodische Handeln differenziert in den Blick zu nehmen.

Die Publikation gibt einen Überblick über die aktuelle Diskussion zu sozialer Versorgung im deutschsprachigen Raum. Theoretische Entwicklungen, Forschungsergebnisse und praktische Anwendungen werden dabei gleichermaßen berücksichtigt. Sie bietet damit länderübergreifende Vergleichsmöglichkeiten und Impulse für eine zukunftsfähige Gestaltung von Versorgung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Aus dem 3. internationalen INAS-Fachkongress, der im Februar 2014 an der Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Olten stattfand, ist die vorliegende Publikation hervorgegangen. Mit »Versorgung« bzw. »sozialer Versorgung« klingen verschiedene begriffliche Ebenen an, die in diesem Band unterschiedlich aufgenommen und diskutiert werden.

Agnès Fritze, Jeremias Amstutz, Bernadette Wüthrich

Teil I Sozialstaatliche Rahmenbedingungen

Frontmatter

Sozialstaatliche Rahmenbedingungen in der Schweiz

Der Wohlfahrtsstaat in der Schweiz ist ein hybrides Konstrukt, mit dem schon Esping-Andersen (1990), als er seine drei Regimes von Wohlfahrtsstaaten entwickelte, seine Mühe bekundete. Im welfare mix der Schweiz dominiert zwar die Erwerbsarbeit als primäre Quelle sozialer Sicherheit, aber auch die Familie als sekundäre Quelle spielt in vielerlei Zusammenhängen eine überaus wichtige Rolle für den sozialen Schutz und die gesellschaftliche Teilhabe. Konzentriert man sich auf den Sozialstaat selber, finden sich auch dort liberale, konservative und sozialdemokratische Elemente in einem komplexen Zusammenspiel von Sozialversicherungen, Bedarfsleistungen und der Sozialhilfe. Dieses staatliche System wird durch ein dichtes Netz von nichtstaatlichen Hilfsorganisationen, Genossenschaften und Stiftungen ergänzt, die ebenfalls zur sozialen Sicherheit der Menschen in der Schweiz beitragen.

Carlo Knöpfel

Rahmenbedingungen sozial- und wohlfahrtsstaatlicher Versorgung in Österreich

Das österreichische Sozialschutzsystem ist reichlich komplex, nicht zuletzt wegen fehlender verfassungsrechtlicher Bestimmungen sowie aufgrund der föderalen Struktur des Staates. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der sozialen Sicherheit in Österreich seit 1980, über Leistungen und Finanzierungsmodelle, sozial- und wohlfahrtsstaatliche Strukturvoraussetzungen. Der Bedeutung der sozialwirtschaftlichen Unternehmen, bei denen fünf »Big Player« die Hauptrolle spielen, und der »Gemengelage« unterschiedlicher Organisations-, Auftragserteilungs- und Finanzierungsformen, in der soziale Dienstleistungen in Österreich erbracht werden, sind zwei weitere Abschnitte gewidmet. Das Schlusskapitel skizziert die wichtigsten Herausforderungen, die das österreichische Sozialschutzsystem in den nächsten Jahren zu bewältigen hat wenn eine bedarfsdeckende, angemessene Arbeitsbedingungen bereitstellende, soziale Inklusion generierende, verantwortlich steuerbare und nachhaltig finanzierbare Ausgestaltung der sozialen Dienstleistungen im Rahmen der sozialen Daseinsvorsorge gelingen soll.

Nikolaus Dimmel

Sozialstaatliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Der folgende Beitrag kann nur einen sehr groben Überblick über die sozialstaatlichen Rahmenbedingungen bieten, die bei einer wünschenswerten Weiterentwicklung der Versorgung mit sozialen Gütern zu berücksichtigen wären, sei es als fördernde, sei als hemmende Größen. In einem ersten Schritt sollen die Sozialstaatsverständnisse und der deutsche Wohlfahrtsstaatstyp skizziert werden. Im zweiten werden die wesentlichen organisatorischen Strukturen zur Erbringung sozialer Leistungen dargestellt, bevor im dritten Schritt ein Überblick über Zuständigkeitsregeln und Akteure folgt. Der vierte Schritt beschäftigt sich mit Auftragsverhältnissen zwischen Trägerorganisationen auf der einen und Personen und Organisationen, die soziale Leistungen erbringen, auf der andern Seite.

Martin Bellermann

Teil II Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven

Frontmatter

Social Policy Making

Mit dem Titel unseres Beitrags »Social policy making« wollen wir einerseits eine Analogie zu Groenemeyers »doing social problems« (Groenemeyer 2010) schaffen, andererseits bietet sich die Verwendung des Englischen an, da der „deutsche“ Politikbegriff zu unscharf ist und somit den Gegenstand unserer Diskussion nicht richtig trifft. Unter policy verstehen wir die inhaltliche Dimension der Politik für die Gesamtheit eines politischen Themenfeldes, hier der Sozialpolitik oder, noch schärfer abgegrenzt, der Politik im Sozialwesen, alternativ in Deutschland der Sozialwirtschaft. Letztlich geht es in unserem Beitrag um die Zuspitzung der Frage, wie wir mit sozialen Problemen umgehen, und für uns hier im Kreise der Scientific Community des Sozialmanagements auch um die Frage, welche Rolle und Aufgaben wir in diesem Politikfeld haben.

Beat Uebelhart, Peter Zängl

Innovative Soziale Dienstleistungen in Europa

Soziale Dienstleistungen als sozialpolitisches Instrument haben eine wachsende Bedeutung, ihre Weiterentwicklung spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Sozialpolitik, aber auch bei der Bewältigung der Konsequenzen des sozialen Wandels und der demografischen Entwicklung. Innovation in sozialen Dienstleistungen ist vor dem Hintergrund stetig steigender Kosten und Bedarfe einerseits eine umstrittene Aufgabe, andererseits jedoch eine notwendige Strategie. Die zentrale Frage, die in diesem Aufsatz bearbeitet wird, lautet deshalb: Welche organisationalen, politischen und weiteren institutionellen Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren ermöglichen und begünstigen Innovationen in sozialen Dienstleistungen beziehungsweise in Dienstleistungsunternehmen?

Andreas Langer, Johannes Eurich

Partizipative Zugänge zur Planung von Leistungen für ältere Menschen im Sozialraum. Ein Beispiel aus Oberösterreich

Der folgende Beitrag handelt von der Versorgungslandschaft im Bereich der Altenpflege. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Methoden, Zuständigkeiten beziehungsweise der Reichweite von Planungen, die sicherstellen, dass Leistungen für ältere Menschen tatsächlich im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer gestaltet werden.

Brigitta Nöbauer, Heike Maun

Teil III Dimensionen der Gestaltung von Versorgung im Fokus

Frontmatter

Wie Innovation in der Sozialen Arbeit entsteht

Im vorliegenden Beitrag wird eine qualitative Studie vorgestellt, in der Projekte mit innovativem Anspruch untersucht wurden und eine Modellierung zu Innovation in (der Praxis) der Sozialen Arbeit erfolgte. Die Ergebnisse sind Grundlage für ein Innovationsprogramm, das nachfolgend ebenfalls skizziert wird, bevor ein kurzes Resümee den Beitrag abschließt.

Matthias Hüttemann, Anne Parpan-Blaser

Auswirkungen des Social-Entrepreneurship-Trends für das Sozialmanagement in der Schweiz

Die Debatte über die idealen Beziehungen zwischen Wirtschaft und Sozialwesen, ist zu begrüßen. Gleichzeitig ist die angesprochene Vielfalt nicht unproblematisch. Die verschiedenen Verständnisse von

Sozialmanagement und

die unterschiedlichen Wirkungszieldefinitionen und –messmethoden können für Spannungen sorgen, die für das gesamte Feld des Sozialwesens möglicherweise schädlich wirken könnten. Gegenseitiges Lernen und enge Zusammenarbeit sind notwendig, um aus der Vielfalt Synergien zu schaffen, welche die Stärken der jeweiligen Weltbilder hervorheben und die Schwächen abdämpfen. Dafür müssen aber die Mitglieder der verschiedenen Trends lernen, sich gegenseitig zu verstehen und zu verständigen.

Michaël Gonin

Public Management und Sozialmanagement – Verbindendes und Trennendes

Der folgende Beitrag beschäftigt sich aus der Sicht verschiedener Autorinnen und Autoren1 mit dem möglichen Zusammenwirken von Public Management und Sozialmanagement vor dem Hintergrund einer gemischten Wohlfahrtsproduktion bzw. Governance.

Andrea Tabatt-Hirschfeldt

Die Eignung von Kooperationen zur strategischen und operativen Versorgungssicherung. Ausgewählte Aspekte von Versorgung und Gründe für Kooperationsnotwendigkeiten

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Relevanz von organisationsübergreifenden Kooperationen und geht der Frage nach, in welchen Situationen und Kontexten von Versorgung diese Erfolg versprechen und wo sie an ihre Grenzen stoßen. Empfehlungen für die Entwicklung von Kooperationen zur Sicherung strategischer und operativer Versorgungsziele werden aus den Perspektiven des Kooperationsmanagements und der Sozialwirtschaft abgeleitet. Die Erarbeitung der Themen erfolgt theoretisch-konzeptionell unter Einbindung von Literatur des Netzwerk- und Kooperationsmanagements sowie der Sozialwirtschaft und des Sozialmanagements.

Waltraud Grillitsch

Was heißt hier eigentlich Management? Entscheidungsarenen und Entscheidungsprozesse in sozialen Dienstleistungsorganisationen

»Entscheiden« oder »Entscheidung« ist ein zentrales Thema in und für Organisationen, gleich, welcher Branche. Nichtsdestotrotz wird das Thema in den Lehrplänen der Aus- und Weiterbildung zum Management nicht prominent behandelt. In diesem Beitrag wird dargelegt, welche Bedeutung Entscheidungstheorien für soziale Dienstleistungsorganisationen haben, und daraus einige Schlussfolgerungen gezogen, vor allem auch im Hinblick auf Forschung und Lehre.

Jeremias Amstutz, Peter Zängl

Sozialpolitik und Sozialplanung

Frontmatter

Intermediäre Steuerung von Versorgung. Anmerkungen zu hybriden Modi der Sozialplanung

Die Versorgungssysteme kommen in den derzeitigen Wohlfahrtsstaaten merklich in Bewegung. Staatliche Instanzen, gewerbliche Organisationen, zivilgesellschaftliche Akteure und auch informelle Netzwerke ringen – in unterschiedlicher Weise – um die Ausgestaltung ihrer gesellschaftlichen Rollen und die mit ihnen verbundene Ressourcenausstattung. Der vorliegende Beitrag lotet diese Wechselbezüge aus, indem er die Grundstruktur von Governance als plurales Format von Regierung thematisiert, um von dort aus die Wirkungen auf die Formen der Produktion sozialer Dienstleistungen zu beschreiben. Daraus werden Konsequenzen für die Sozialplanung allgemein und die mit ihr einhergehenden transformierten Modi von Steuerung im Besonderen abgeleitet. Das Fazit führt die Ergebnisse für die Planung sozialer Dienstleistungen zusammen und stellt ihre möglichen Perspektiven dar.

Anselm Böhmer

Versorgungssysteme im Wandel. Welche Faktoren beeinflussen die Ausgestaltung sozialer Versorgung?

In diesem Beitrag steht die Entwicklung von Strukturen sozialer Versorgung im Vordergrund. Insbesondere interessieren mögliche Erklärungen für Unterschiede in Strukturen, die vergleichbare soziale Probleme adressieren. In unserem Beitrag wird die theoretische Ausgangslage dargelegt, auf der die Überlegungen basieren, anschließend werden erste Ergebnisse aus einer Vorstudie vorgestellt. Die Zielsetzung des später geplanten Projektes ist es, den Wandel von Versorgungssystemen besser zu verstehen. Dazu werden die Verläufe der Bearbeitung sozialer Probleme rekonstruiert und Faktoren herausgearbeitet, die den Wandel geprägt haben. Aus diesen beiden Teilen werden Fragestellungen, Zielsetzung und Hypothesen abgeleitet, welche die Grundlage bilden für das geplante umfassende Forschungsprojekt.

Roger Kirchhofer, Bernadette Wüthrich

Wie kommt das Neue in die Sozialwirtschaft? Soziale Innovation als neue Perspektive zur Gestaltung von zukunftsfähigen Versorgungssystemen aus österreichischer Sicht

Ziel des folgenden Beitrags ist es, Konzepte zur Entwicklung und Umsetzung sozialer Innovationen aufzuzeigen. Einleitend wird die Ausgangslage im Sozialbereich skizziert, und es werden einige österreichische Ansätze zur Förderung von Innovationen in der Sozialwirtschaft vorgestellt. Nach einer Begriffsbestimmung von »sozialer Innovation« werden hilfreiche und hemmende Faktoren für soziale Innovationen aufgezeigt und das Instrument »Sozialplanung« zur Gestaltung von Innovationsprozessen betont. Der Ansatz von »Open Innovation« kann dabei hilfreich sein. Abschließend werden Anregungen zur Gestaltung zukunftsfähiger Versorgungssysteme präsentiert.

Anton Konrad Riedl

Möglichkeiten und Grenzen kantonaler Sozialberichterstattung für die Sozialplanung – am Beispiel des Sozialberichts 2013 für den Kanton Solothurn

Der Beitrag diskutiert anhand des Sozialberichts für den Kanton Solothurn ein Modell von Sozialberichterstattung, welches im kantonalen Sozialgesetz verankert ist. Gemäß Paragraph 20 des kantonalen Sozialgesetzes berichtet der Regierungsrat dem Kantonsrat periodisch in einem Sozialbericht, ob die Ziele, Resultate und Wirkungen gemäß Sozialplanung erreicht worden sind und wo die Sozialplanung anzupassen ist. Somit erfüllt die Sozialberichterstattung in diesem Modell primär eine Informationsfunktion, ergänzend kommen die Funktionen einer Sozialstaatsbeobachtung wie auch der Evaluation staatlichen Handelns hinzu. Die Herausforderungen im Hinblick auf die Informations- und Evaluationsfunktion werden anhand der Kriterien Vollständigkeit, Analysetiefe sowie Zielprüfung und Wirkungsnachweise diskutiert.

Jörg Dittmann, Roland Baur, Edgar Baumgartner

Sozialplanung und die Rolle der Sozialen Arbeit am Beispiel der Region Basel. Ergebnisse einer explorativen Studie

Gegenwärtig ist in der Schweiz eine Verdichtung von Planungsaktivitäten im Bereich des Sozialen festzustellen. Als Gründe können hier unter anderem die zunehmende Ausdifferenzierung der sozialen Wirklichkeit und die damit einhergehende Entstehung sozialer Probleme sowie die Bedeutungszunahme von (Sozial-)Planung im Kontext von Verwaltungsreformen nach den Prinzipien des New Public Management (NPM), die Verknappung öffentlicher Mittel und der steigende Kosten- und Effizienzdruck angeführt werden. Gleichzeitig scheint Sozialplanung in der Schweiz bisher weder begrifflich noch konzeptuell Eigenständigkeit erreicht zu haben. Ob und welche Planungsverständnisse bei potenziellen Planungsträgern derzeit vorliegen und welche Bedeutung der Sozialen Arbeit in der gegenwärtigen Planungspraxis zukommt, soll anhand der im Jahr 2013 durchgeführten und auf den Raum Basel bezogenen qualitativen Forschungsstudie »Sozialplanung und die Rolle der Sozialen Arbeit am Beispiel der Region Basel« (Dittmann/Tappert 2014) skizziert werden.

Jörg Dittmann, Simone Tappert

Die zentrale Ressource Personal ist in Gefahr! Herausforderungen für das Personalmanagement und die Unternehmenspolitik

Der vorliegende Beitrag behandelt ein Thema, das für ganz Europa von Bedeutung ist. Das Forschungsprojekt PESSIS, aus dem hier Aussagen vorgestellt werden, hat Länderstudien in Belgien, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Österreich, Slowenien und Spanien durchgeführt. Im Kern wird die Problematik, die mit dem Begriff der »Sociosclerose« bezeichnet wird, durch die Makroebene (Sozialpolitik, Tarifpolitik) vorgegeben, wobei auf der Mesoebene (insbesondere mit Sozialmanagement) darauf reagiert werden muss, woraus gewichtige Auswirkungen auf die Mikroebene (Praxis der Sozialen Arbeit) entstehen. Die Spezifik des Themas besteht darin, dass zentrale Probleme auf der Mesoebene nicht gelöst werden können, weshalb ein Rückbezug zur Makroebene hergestellt werden muss.

Armin Wöhrle

Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten in Deutschland. Relevante Akteure oder quantité négligeable in der deutschen Gesundheitspolitik?

Die Interessen von Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten gewinnen im politischen Bereich an Bedeutung. Eine Analyse der Struktur der Interessenorganisationen in Deutschland zeigt, dass die advokatorische Interessenvertretung zwar wichtig bleibt, zunehmend aber auch Organisationen mit Selbsthilfecharakter auftreten. Selbst unter den Beauftragten der Bundesregierung für spezifische Belangen finden sich zunehmend Personen, die einen engeren persönlichen Bezug zu den betreffenden Problemen aufweisen. Problematisch an der Entwicklung zu einer professionalisierten Interessenvertretung erscheint aber, dass diese mit erhöhtem Finanzbedarf der Organisationen einhergeht, aber keine Transparenzpflichten bestehen.

Uwe Kranenpohl

Teilhabe

Frontmatter

Subjekt- und teilhabebezogene Gestaltung der Behindertenhilfe

Der folgende Beitrag beschreibt einleitend aktuelle Probleme der Behindertenhilfe auf unterschiedlichen Systemebenen und stellt im Anschluss theoretische Bezüge zur Bearbeitung der Herausforderungen dar. Nach einem Fazit werden im Ausblick Entwicklungsrichtungen skizziert und Vorschläge für eine Umgestaltung der Behindertenhilfe formuliert.

Matthias Widmer, Daniel Oberholzer

Versorgungssicherheit im eigenen häuslichen Umfeld

Der Großteil der älteren Bevölkerung wünscht sich, im eigenen häuslichen Umfeld alt werden zu können. Damit das gelingt, müssen, bezogen auf räumliche Gegebenheiten und in Hinblick auf die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, eine Reihe von Rahmenbedingungen erfüllt sein. Ziel ist dabei immer die Schaffung von Versorgungssicherheit, die sowohl Aspekte der Barrierefreiheit als auch die umfassende Versorgung mit allen Bedarfen des täglichen Lebens umfasst. Bisher kann dies oftmals nur in stationären Einrichtungen der Altenhilfe erreicht werden. Der folgende Beitrag zeigt die Entwicklung von Ansätzen, wie Versorgungssicherheit auch in einem »normalen« Wohnumfeld umgesetzt und gewährleistet werden kann. Exemplarisch wird dies anhand der Analyse eines Quartierprojektes gezeigt. Der Fokus liegt dabei auf Integration von bestehenden Angeboten und Strukturen der Quartierarbeit.

Katharina Pucher

Partizipationsprozess zur Neugestaltung der gemeindeübergreifenden Kinderbetreuung

Veränderte Familienstrukturen und die wachsende Bedeutung der außerfamiliären Kinderbetreuung als Bildungseinrichtung haben die Ausgangssituation für öffentliche Anbieter deutlich verändert. Zwei ländliche Gemeinden in Oberösterreich haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, die Herausforderungen gemeindeübergreifend zu meistern. Sie haben sich auf einen Partizipationsprozess eingelassen, den die Autorin im Jahr 2011 begleitet hat. Durch die Beteiligung der betroffenen Eltern sollten zukunftsfähige Lösungsansätze zur Gestaltung der Kinderbetreuungsangebote entwickelt werden. Die Erfahrungen werden reflektiert und im Sinne von »Lessons learned« für weitere Partizipationsprozesse verallgemeinert.

Franziska Cecon

Versorgungsstrukturen

Frontmatter

Integrierte Versorgungsmodelle für ältere Menschen. Zu Fragen der Wirksamkeit und Ausgestaltung

Die älter werdende Bevölkerung und die damit einhergehende Zunahme mehrfacher oder chronischer Erkrankungen sowie der technisch-medizinische Fortschritt haben in den letzten Jahren zu starken Kostensteigerungen im Gesundheitswesen geführt. Damit wird das Gesundheitssystem mit großen Herausforderungen konfrontiert. Herausgefordert ist jedoch auch das gesamte Sozialsystem, das Modelle einer adäquaten Begleitung und Versorgung von älteren Menschen entwickeln muss. Modelle integrierter Versorgung könnten als Antwort auf die Herausforderungen im mittlerweile hochkomplexen Sozial- und Gesundheitssystem verstanden werden; sie könnten der Zersplitterung von Diensten und Leistungsangeboten entgegenwirken, damit einer Über-, Unter- und Fehlversorgung entgegensteuern und eine hohe Qualität der Begleitung und Versorgung gewährleisten. Dieser Beitrag beleuchtet die Situation integrierter Versorgungsmodelle in der Schweiz, fragt vor dem Hintergrund systematischer Reviews nach deren Wirksamkeit im internationalen Vergleich und leitet ausblickend Empfehlungen für die Einrichtung erfolgreicher Modelle integrierter Versorgung ab.

Sigrid Haunberger, Daniel Oberholzer

Auswirkungen der Föderalismusreform «Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen» (NFA) auf den Sozialsektor. Reflexionen am Beispiel der stationären Behindertenhilfe

In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2012 nicht mehr der Bund für die Politik und Finanzierung im Bereich der stationären Angebote für erwachsene Menschen mit Behinderung zuständig, sondern die Kantone. Diese fundamentale Umgestaltung der Aufgaben und Finanzierungsströme durch die "Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenverteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA)" zog sowohl für die Institutionen im Sozialbereich als auch für die zuständigen Stellen bei den Kantonen einschneidende Konsequenzen nach sich. Die Änderungen und die damit zusammenhängenden Auswirkungen waren Diskussionsthema an einem Workshop im Dezember 2013 an welchen sowohl Leitungspersonen aus Einrichtungen im Behindertenbereich als auch Verantwortliche kantonaler Amtsstellen und Leitungen von Beratungsstellen teilgenommen haben. Der vorliegende Artikel befasst sich mit den unterschiedlichen und teilweise in Konflikt stehenden Sichtweisen der unterschiedlichen Akteure sowie mit dem Stand der Umsetzung des NFA in den verschiedenen Kantonen.

Roger Kirchhofer, Andreas Laib, Jürgen Stremlow, Beat Uebelhart

Wie soziale Dienste in der Sozialhilfe zusammenarbeiten. Eine soziale Netzwerkanalyse interinstitutioneller Kooperationsstrukturen

Das Forschungsprojekt »Kooperationsformen im Bereich der sozialen Grundversorgung« untersucht unterschiedliche Formen der interinstitutionellen Kooperation in der Sozialhilfe. Dabei liegt das Interesse auf der fallbezogenen Kooperation zwischen Sozialdiensten und anderen Fachstellen, die Leistungen für Klientinnen und Klienten der Sozialhilfe erbringen. In diesem Beitrag wird der Blick hauptsächlich auf die Strukturen dieser interinstitutionellen Kooperation gerichtet. Im Vordergrund steht somit die Frage, welche Sozialdienste mit welchen anderen Institutionen zusammenarbeiten.

Roland Hauri

Integrierte Versorgung in der Psychiatrie. Strategische Bedeutung von Netzwerken in der Sozialwirtschaft

In diesem Beitrag wird gezeigt, wie die neuen gesetzlichen Möglichkeiten in Deutschland von der Techniker Krankenkasse in einen Versorgungsvertrag »Netzwerk psychische Gesundheit« gefasst wurden und von der Organisation Verbund sozialpsychiatrischer Angebote (VersA) im Rhein-Main-Gebiet umgesetzt werden.

Wolfgang Schrank, Klaus Liedke

Professionelle Netzwerke für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil

In der Versorgung von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil sind häufig Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Professionen und Organisationen mit je unterschiedlichen Aufträgen beteiligt. In diesem Beitrag wird auf der Grundlage von Forschungsergebnissen aus dem Projekt wikip – Winterthurer Präventions- und Versorgungsprojekt für Kinder psychisch kranker Eltern – dargelegt, welche Herausforderungen Akteurinnen und Akteure des professionellen Helfersystems für eine gelingende Zusammenarbeit wahrnehmen und was aus der Sicht von Nutzerinnen und Nutzer gelingende Unterstützung ausmacht. Ein Konzept, das den Sichtweisen der Professionellen und Nutzerinnen und Nutzern Rechnung trägt, ist der No-Wrong-Door-Ansatz. Der Ansatz beinhaltet die Forderung, dass unabhängig von der Art und Stelle des Erstkontakts mit dem Hilfesystem die Unterstützungsbedürfnisse des gesamten Familiensystems erfasst und entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden.

Renate Gutmann, Brigitte Müller, Lukas Fellmann, Kurt Albermann

Angebote und Programme früher Förderung im Kanton Aargau. Versorgungslage und Bedarf

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Versorgungslage und Hinweise auf die Quantität und die Qualität von Angeboten und Programmen früher Förderung im Kanton Aargau. Er veranschaulicht, welche Funktion das Programm »schritt:weise« bei der bedarfsgerechten Ausgestaltung des Gesamtangebots früher Förderung unter Beachtung seines spezifischen Wirksamkeitsprofils (vgl. Biesel 2013: 85) im Kanton hat.

Kay Biesel, Lukas Fellmann, Sandra Janett, Brigitte Müller

Überbrücken struktureller Löcher zwischen der älteren Bevölkerung und der Infrastruktur im Sozialraum

Die empirische Analyse der Kenntnisse und der Nutzung sozialer Dienstleistungen macht deutlich, dass es Personen gibt, die über die Angebote für das Alter in der institutionellen Systemwelt nicht informiert sind. Vor diesem Hintergrund wurden als Bedarfs- und Zielgruppe des geplanten Handlungskonzepts Personen definiert, die nicht über infrastrukturelle Angebote der Altenhilfe Bescheid wissen, jedoch in Läden und Dienstleistungseinrichtungen im Sozialraum kommunizieren und über diese Alltagskontakte ansprechbar sind. Im Rahmen einer Typenanalyse wurden vier Gruppen mit ähnlichen Strukturmerkmalen identifiziert.

Herbert Schubert

Management von Organisationen

Frontmatter

Innerorganisationale Kooperationskompetenz. Voraussetzung für interorganisationale Kooperation?

Komplexer werdende Problemfelder und eine zunehmende Spezialisierung von Fachpersonen sind heute Alltag in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit. Dies zeigt sich in umfassenderen und differenzierteren Falllösungen und steigenden Fallkomplexitäten. Ein geplantes, kooperatives Vorgehen zur Lösung solch komplexer Problemfälle ist dabei unabdingbar, besonders dort, wo die Soziale Arbeit aufgrund ihrer Spezialisierungen vermehrt zu teilautonomen Systemen führt, die jeweils nur noch Teilaspekte bearbeiten. Kessl (2011: 405ff.) zeigt auf, dass in der Sozialen Arbeit vermehrt nach Kooperationskonzepten gesucht wird, da in der interdisziplinären Zusammenarbeit unter anderem die Betrachtungsweisen der verschiedenen Berufsleute helfen, einen Fall differenziert zu analysieren.

Anne Birk, Barbara Bösiger, Urs Kaegi

Benchmarkbasiertes, wertschöpfendes Qualitätsmanagement als Innovationsmotor für Alten- und Pflegeheime. Eine Skizze für ein Pilotprojekt

An allen Ecken und Enden fehlt es an Geld für den Bereich der Versorgung und Pflege älterer Menschen. Dabei nimmt die ältere Bevölkerung zu. Es braucht daher einen noch effizienteren und effektiveren Einsatz der zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen. Ansatzpunkt für derartige Überlegungen ist hier die Theorie rund um das Qualitätsmanagement (QM). Ziel dieses Beitrages ist es, ein Modell für ein benchmarkbasiertes QM vorzustellen, das mit ökonomisch, juristisch und pflegerisch geprüften Best-Practice-Beispielen arbeitet, die einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterworfen sind. Damit wird es möglich, eine Organisationseinheit bei jeder Auditierung mit dem neuesten Stand der Wissenschaft und Praxis zu vergleichen. Das Modell soll gleichzeitig zu einem höheren Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch zu einem geringeren Ressourceneinsatz führen.

Paul Brandl

Das »Luzerner Governance-Modell«. Soziale Organisationen systematisch führen und Schwachstellen erkennen

Wie lassen sich soziale Organisationen ganzheitlich und über alle Hierarchiestufen hinweg kohärent führen? Einen systematischen Weg dazu bietet das »Luzerner Governance-Modell«. Der auf organisationalen Governance-Theorien basierende und spezifisch auf das Sozialwesen angepasste Ansatz lässt sich auf einfache Weise in sozialen Organisationen implementieren.

Patrick Renz, Alex Lötscher, Werner Riedweg, Silvan Stricker

Netzwerke effektiv als Informationsquelle nutzen. Bedingungen erfolgreicher Vernetzung

Netzwerke sind in Mode. Sie sollen als Lösungsstrategie für wirtschaftliche, personelle und organisatorische Fragen dienen. Dieser Beitrag beleuchtet die Unterstützung, die Netzwerke Führungskräften in der freien Wohlfahrtspflege beim Umgang mit Veränderungen bieten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Frage des Wissensaustausches über den Umgang mit Veränderungen und so auch darin, wie Führungskräfte an neues, nicht redundantes Wissen gelangen können.

Monika Sagmeister

Netzwerke des Managens. Über den Ursprung und die Weiterentwicklung von Managementinnovationen

Die zentrale These dieses Beitrags ist, dass die Managementinnovationen und Managementmodelle, mit denen die Praktikerinnen und Praktiker des Managements heute experimentieren, stark durch Netzwerke beeinflusst werden, deren Einflussgrößen und Mechanismen wir noch kaum kennen und die noch kaum erforscht sind.

Winfried W. Weber

Steuerung und Finanzierung

Frontmatter

EU-Programme: Förderung von sozialer Innovation und sozialer Versorgung?

Die Europäische Union hat in der »Initiative für soziales Unternehmertum« (2011) Sozialunternehmen als Schlüsselakteure der Sozialwirtschaft und der sozialen Innovation definiert. Die EU-Programmgeneration 2014–2020 umfasst Aktionsprogramme mit Relevanz für sozialwirtschaftliche Organisationen zur sozialen Versorgung spezifischer Zielgruppen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über strategische Leitlinien und die Förderlogik der EU sowie über ausgewählte EU-Aktionsprogramme und geht auf Chancen und Risiken in der Durchführung von EU-Projekten ein.

Brigitta Zierer

Steuerung sozialer Dienstleistungen mittels Wirkungsprozessketten

Der ständig steigende Kostendruck und die von der Gesellschaft und den Fördergebern geforderte Transparenz hinsichtlich der Mittelverwendung und der Wirkungen sozialer Dienstleistungen fordern soziale Organisationen auf, ihre Dienstleistungen unter den Aspekten der Effizienz und Wirkungsorientierung neu durchzudenken. In diesem Beitrag wird ein wirkungsprozessorientierter Ansatz zur Analyse und Steuerung der Versorgungsprozesse innerhalb einer Organisation skizziert. Dieser outcomeorientierte Steuerungsansatz mit dem Fokus auf den Wirkungen sozialer Dienstleistungen bei den Klientinnen und Klienten wird anhand eines Wirkungsprozesskettenmodelles beschrieben– am Beispiel einer arbeitsmarktpolitischen Intervention mit dem Ziel der Vermittlung von Menschen mit Beeinträchtigung am Arbeitsmarkt. Das Modell optimiert soziale Versorgungsprozesse durch Kostensenkung (Erreichung Teil-/Wirkungsziel = Maßnahmenende) bei gleichbleibender Qualität und Wirkungstransparenz; es setzt zugleich einen sozialpolitischen Konsens (Leistungsvereinbarung) der Akteure voraus.

Thomas Prinz

Die Bedeutung von Versorgungsketten für die Wirksamkeit von Programmen Sozialer Arbeit. Erfahrungen aus empirischen Projekten

In diesem Beitrag wird anhand zweier exemplarischer Forschungsprojekte deutlich gemacht, dass der Erfolg Sozialer Arbeit immer öfter von komplexen Wertschöpfungsketten abhängig ist. Dazu werden zwei Forschungsprojekte, die ursprünglich mit einem anderen Erkenntnisinteresse durchgeführt wurden, vorgestellt und zunächst einzeln im Hinblick auf Versorgungsketten einer Sekundäranalyse unterzogen. In Anschluss werden die gewonnenen Erkenntnisse verdichtet und thesenhaft verallgemeinert.

Robert Lehmann, Bernd Halfar

Wirkungsorientierte Berichterstattung im Diakonischen Werk Rosenheim. Über die Implementierung des Social-Reporting-Standards als Stakeholder-Management

Im Jahr 2014 hat das Diakonische Werk Rosenheim für alle seine Einrichtungen die wirkungsorientierte Berichterstattung anhand des Social-Reporting-Standards (Social Reporting Initiative e. V. 2014) eingeführt. Im folgenden Beitrag werden sowohl die Ausgangslage des Trägers und die Grundlagen des Social-Reporting-Standards als auch die Ergebnisse der implementierten Wirkungsforschung am Beispiel der Flexiblen Jugendhilfe München dargestellt. Dadurch wird ein pragmatischer Weg aufgezeigt, die Gestaltung sozialer Versorgung wirkungsorientiert auszugestalten und dazustellen.

Andreas Dexheimer

Hilfeleistungen unter verschiedenen Entgeltregimen. Eine experimentelle Studie

Bei der Gestaltung von Versorgungs- und Betreuungssystemen liegt der Fokus meist auf dem Zuschnitt des berechtigten Personenkreises und der inhaltlichen Ausgestaltung der Maßnahmen. Die Gestaltung des Entgeltsystems für die sozialen Dienstleister wird häufig als administratives Anhängsel gesehen. Dieser Beitrag wird verdeutlichen, dass dem Entgeltsystem eine wesentliche, die Wirksamkeit eines Sozialprogramms beeinflussende Funktion zukommt. Grundlage dieser Erkenntnis ist ein ökonomisches Experiment, das sich eng am Setting einer sozialen Dienstleistung orientiert.

Uwe Kaspers

Freiwillige als »Puffer« für bezahlte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Bezahlte und freiwillige Arbeit in Non-Profit- Organisationen

Versorgungsarbeit findet sowohl im informellen Rahmen innerhalb des familiären Umfelds oder in der Nachbarschaft als auch im formellen Rahmen – zumeist in öffentlichen oder Non-Profit-Organisationen (NPO) – statt. Ein wesentliches Merkmal vieler NPO ist die Beschäftigung von unbezahlten Freiwilligen, die sehr oft parallel zu bezahlten Arbeitskräften eingesetzt werden. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie das Verhältnis dieser beiden Beschäftigtengruppen in NPO beschrieben werden kann und wie sich die Präsenz Freiwilliger auf bezahlte Beschäftigte auswirkt. Freiwillige werden womöglich in einer »Pufferfunktion« anstelle von bezahlten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingesetzt und können somit eine »Bedrohung« für Letztere darstellen. Der Beitrag stellt auch Ergebnisse aus Untersuchungen vor, die anhand von Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten österreichischer NPO durchgeführt wurden.

Astrid Pennerstorfer

Wozu loben? Die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Sozialen Arbeit

Die Erfüllung von Versorgungsaufträgen im sozialen Bereich und die Befriedigung individueller Bedürfnisse setzen implizit voraus, dass die Mitarbeitenden sich so verhalten, wie es Auftraggeberinnen und Auftraggeber, Klientinnen und Klienten und Unternehmensleitungen von ihnen erwarten. In diesem Beitrag wird diese Annahme näher untersucht, indem, vom Ausgangspunkt einer leistungsorientierten Bezahlung (LOB) ausgehend, der Frage nachgegangen wird, ob und wie das Mitarbeitendenverhalten so gesteuert werden kann, dass die Erwartungen der Beteiligten an einer Versorgungskette hinreichend befriedigt werden können.

Georg Kortendieck

Teil IV Abschließende Betrachtungen

Frontmatter

Das sozialwirtschaftliche Geflecht der Versorgung. Ein Fazit aus den Beiträgen

An der sozialen Versorgung, wie sie im wohlfahrtsstaatlichen Rahmen eingerichtet ist, wirken und gestalten viele Akteure mit: sozialpolitische Entscheider, öffentlich- rechtliche Leistungsträger, gemeinnützige und privat-gewerbliche Erbringer, zivile Interessenvertreter, engagierte Bürgerinnen und Bürger, das professionelle Personal und freiwillige Helferinnen und Helfer, Angehörige von Leistungsberechtigten, andere Betroffene und diese selber in eigener Sorge. Ihre aller Beziehung zueinander behandeln die vorangestellten Beiträge in der einen oder anderen Hinsicht. Sie leuchten nach der einen oder anderen Seite den ganzen Aktionsraum und das Geflecht aus, in dem sozial gewirtschaftet und die humandienstliche Versorgung organisiert und gesteuert wird. Die Beiträge wenden den Blick von herkömmlicher Deckung eines sozialen Bedarfs darauf, wie sich ihm auf innovative Weise nachkommen lässt. Die Themen der einzelnen Abhandlungen stehen für traits and trends in der Sozialwirtschaft und können auf sie bezogen diskutiert werden.

Wolf Rainer Wendt

Sozialmanagerinnen und Sozialmanager und ihre Rolle bei der Gestaltung sozialer Versorgung

Aus sozialarbeiterischer Warte geht der vorliegende Beitrag davon aus, dass die Teilnahme an der Gestaltung von sozialer Versorgung zum Verantwortungsbereich von Sozialmanagerinnen und Sozialmanagern gehört. Sie erfüllen diese Managementaufgabe, indem sie sich aktiv an den politischen Entscheidungsprozessen in ihrem Handlungsfeld beteiligen. In Kooperation mit den Fachkräften, mit Interessenvertreterinnen und -vertretern, anderen Führungskräften sozialer Organisationen, Sozialpolitikerinnen und -politikern und weiteren Akteuren tragen Sozialmanagerinnen und Sozialmanager zur Entwicklung bedarfsorientierter Versorgungsstrukturen bei. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bearbeitung sozialer Probleme und zur Produktion gesellschaftlicher Wohlfahrt (vgl. Uebelhart 2011).

Jeremias Amstutz, Agnès Fritze, Bernadette Wüthrich

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