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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Einführung

Zusammenfassung
Das deutsche Alterssicherungssystem wird durch das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung dominiert. Individuelle und betriebliche Altersvorsorge spielen noch eine verhältnismäßig unbedeutende Rolle. Anders als in anderen Ländern mit entwickelten Finanzmärkten werden in Deutschland auch nur wenig Mittel zur Altersvorsorge in Aktien angelegt. Mit Blick auf die sich abzeichnenden Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung ist zu erwarten, daß die kapitalgebundene Altersvorsorge in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Auf lange Sicht lassen sich mit diversifizierten Aktienportefeuilles höhere Renditen erzielen als beispielsweise mit Anlagen in Forderungsbeständen entsprechender Größe.1 Anlagen in Aktien könnten daher in Deutschland mit wachsender Bedeutung der individuellen und betrieblichen kapitalgebundenen Altersvorsorge an Gewicht gewinnen.
Michael Schleef

Bedeutung und Funktionsweise des Transaktions-Controlling

A. Anlage von Sozialkapital

Zusammenfassung
Unter Sozialkapital werden hier Mittel verstanden, die - insbesondere zur Alterssicherung - gemeinschaftlich bei Anlageinstitutionen angelegt sind.1,2,3 Die Untersuchung beschränkt sich dabei auf Anlagen in Aktien. Alterssicherung umfaßt alle Maßnahmen, die dazu dienen, das Leben im Alter finanziell auskömmlich zu gestalten.4 Sie kann staatlich, betrieblich oder individuell organisiert werden.5 Betriebliche und individuelle Alterssicherung unterscheiden sich aus ökonomischer Sicht oftmals kaum. Daher wird in der Literatur manchmal nur noch zwischen staatlicher und privater Alterssicherung unterschieden.1 Die staatliche Komponente umfaßt neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der Beamtenversorgung die betriebliche Alterssicherung der öffentlichen Hand. Die private Komponente untergliedert sich in die betriebliche Alterssicherung der Privatwirtschaft und die individuelle Alterssicherung. Da die Mehrzahl der Beschäftigten in Deutschland in der Privatwirtschaft tätig ist, bleiben die Beamtenversorgung und die betriebliche Alterssicherung der öffentlichen Hand im folgenden unberücksichtigt. Es werden nur die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Alterssicherung der Privatwirtschaft und die individuelle Alterssicherung betrachtet.2
Michael Schleef

B. Analyse der Beziehung zwischen Anleger, Anlageinstitution und Bank aus agencytheoretischer Sicht

Zusammenfassung
Transaktionen in Aktien werden in Deutschland meist über Banken abgewickelt.1 Kreditinstitute mit dem Ausfuhren von Orders zu beauftragen kann Vorteile der Arbeitsteilung und Spezialisierung freisetzen.2 Interessenkonflikte zwischen Anleger, Anlageinstitution und Bank fuhren aber möglicherweise zu Reibungsverlusten. Die Agency-Theorie kann dazu beitragen, das Verhalten von Banken beim Ausfuhren von Orders zu erklären.
Michael Schleef

C. Transaktionskosten

Zusammenfassung
Unter Transaktionskosten werden die Kosten verstanden, die beim Kauf oder Verkauf einer Aktie anfallen.1 Der Großteil der bisherigen Arbeiten zu Transaktionskosten orientiert sich an der Allokationseffizienz, die Transaktionskosten werden aus makroökonomischer Sicht beleuchtet. Hier geht es hingegen darum, die Transaktionskosten aus der Perspektive einzelner institutioneller Anleger zu untersuchen. Bevor die für den institutionellen Anleger relevanten Komponenten der Transaktionskosten dargestellt werden, soll anhand einer Simulationsrechnung die Bedeutung der Transaktionskosten für die Anlage von Sozialkapital aufgezeigt werden.
Michael Schleef

D. Transaktions-Controlling

Zusammenfassung
Der Ausdruck Controlling wird in unterschiedlichen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Inhalten verwendet. Eine einheitliche Definition gibt es nicht.1 Verschiedene Controlling-Konzeptionen fuhren vielmehr zu spezifischen Controlling-Begriffen.2 Es überstiege den Rahmen dieser Arbeit, wollte man die verschiedenen, im Zeitablauf aufgetretenen Controlling-Konzepte gegeneinander abgrenzen.3 Konsens dürfte darin bestehen, daß es sich bei Controlling um eine Managementfunktion handelt, die der zielorientierten Steuerung von Unternehmensprozessen durch Planung, Informationsversorgung und Kontrolle dient.4 In diesem Sinne definiert P. Horvath (1978) Controlling als ein Führungssystem, das Planung, Kontrolle und Informationsversorgung koordiniert.5 V.H. Peemüller (1992) sieht Controlling als System, dessen Aufgabe es ist, die Unternehmensfuhrung mit Informationen zu versorgen, die für die Planung, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens erforderlich sind.6 L. Lachnit (1992) definiert Controlling als Unternehmens-Servicefunktion, die darauf gerichtet ist, der Unternehmensführung bei der zierlorientierten Lenkung der Unternehmung auf konzeptioneller, instrumenteller und informatorischer Basis behilflich zu sein.1
Michael Schleef

E. Zusammenfassung des ersten Teils

Zusammenfassung
Unter Sozialkapital werden hier Mittel verstanden, die - insbesondere zur Alterssicherung - gemeinschaftlich bei Kapitalanlagegesellschaften, Lebensversicherungsunternehmen und Pensionskassen angelegt sind. Bei langen Anlagedauern, die für Sozialkapital typisch sind, ließen sich in der Vergangenheit mit Aktien deutlich höhere Renditen erzielen als mit Spareinlagen oder festverzinslichen Wertpapieren. Aktienanlagen dürften daher von einer zunehmenden Bedeutung kapitalgebundener Alters Vorsorge besonders profitieren. Transaktionen in Aktien verursachen Kosten. Simulationsrechnungen zeigen, daß schon geringfügige Verringerungen der Transaktionskostenbelastung zu einem deutlich höheren Vermögen nach der Ansparphase und zu entsprechend höheren Renten in der Entnahmephase fuhren. Transaktionskosten institutioneller Aktienanlagen sind daher beobachtenswert.
Michael Schleef

Empirische Untersuchung absoluter und abnormaler Transaktionskosten

A. Datenbasis

Zusammenfassung
Für die empirische Untersuchung absoluter und abnormaler Transaktionskosten stehen zwei Datenbanken zur Verfügung, zum einen Transaktionsdaten institutioneller Anleger, zum anderen Daten aus dem Handelssystem IBIS.
Michael Schleef

B. Absolute Transaktionskosten

Zusammenfassung
Ziel dieses Abschnitts ist es, die absoluten Transaktionskosten zu messen, die beim Ausführen der institutionellen Aktienorders angefallen sind. Die Untersuchung beschränkt sich auf die impliziten Komponenten der Transaktionskosten. Da nur vollständig ausgeführte Orders betrachtet werden, handelt es sich hierbei um die Kosten sofortigen Abschlusses und die Opportunitätskosten ausgeführter Orders.
Michael Schleef

C. Abnormale Transaktionskosten

Zusammenfassung
Beim Messen abnormaler Transaktionskosten geht es darum, die absoluten Transaktionskosten der zu beurteilenden Order mit den absoluten Transaktionskosten vergleichbarer Aufträge zu kontrastieren. Auf diese Weise läßt sich feststellen, ob eine Order verhältnismäßig kostengünstig ausgeführt wurde. Auch wenn die Anlageinstitution genaue Weisungen für das Ausführen der Order erteilt hat, kann es sich lohnen, abnormale Transaktionskosten zu messen. Zwischen Anlageinstitution und Bank herrscht Informationsasymmetrie. Die Anlageinstitution kann daher oftmals nicht ohne weiteres erkennen, ob die Bank ihre Weisungen tatsächlich befolgt hat. Das Messen abnormaler Transaktionskosten kann wertvolle Hinweise auf etwaiges Fehlverhalten der Orderausführenden Bank liefern.
Michael Schleef

D. Zusammenfassung des zweiten Teils

Zusammenfassung
Ziel des zweiten Teils dieser Arbeit war es, die Transaktionskostenbelastung institutioneller Aktienorders zu untersuchen.
Michael Schleef

Befragung institutioneller Anleger zu Agency-Problemen bei der Orderausführung, Transaktionskosten und Transaktions-Controlling

Frontmatter

A. Transaktions-Controlling aus Sicht von Anlageinstitutionen

Zusammenfassung
Um Motive und Meinungen von Wirtschaftssubjekten zu untersuchen, eignen sich insbesondere -mündliche oder schriftliche- Befragungen.1 Mündliche Befragungen werden entweder telefonisch oder im Rahmen eines persönlichen Gesprächs durchgeführt. Es war nicht zu erwarten, daß sich Mitarbeiter von Anlageinstitutionen dazu bewegen lassen, telefonisch einem ihnen bislang unbekannten Gesprächspartner Auskunft über mögliche Prinzipal-Agent-Probleme bei der Ausfuhrung von Orders zu geben. Eine telefonische Befragung wäre der besonderen Vertraulichkeit des Untersuchungsgegenstandes nicht gerecht geworden. Für die vorliegende Untersuchung war daher neben der schriftlichen Befragung allenfalls die Befragung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs geeignet.
Michael Schleef

B. Zusammenfassung des dritten Teils

Zusammenfassung
Die Einstellung deutscher institutioneller Anleger zu Agency-Problemen bei der Ausführung, Transaktionskosten und Transaktions-Controlling wurde mittels einer schriftlichen Befragung erhoben: Deutsche institutionelle Anleger scheinen sich der möglichen Gegensätze zwischen ihren Interessen und denen der orderausführenden Finanzdienstleister bewußt zu sein. Obgleich es Anzeichen dafür gibt, daß sich die orderausführenden Finanzdienstleister nicht immer dem Wettbewerb stellen müssen, schätzen die Anlageinstitutionen die Bedeutung der Interessenkonflikte für den Anlageerfolg überwiegend als gering ein. Das könnte daran liegen, daß Transaktions-Controlling am deutschen Kapitalmarkt schon recht weit verbreitet ist. Transaktions-Controlling wird von den Anlageinstitutionen als wirkungsvolle Maßnahme geschätzt, bei unveränderter Anlagestrategie die Transaktionskosten zu senken. Der Schwerpunkt des Transaktions-Controlling liegt dabei auf den expliziten Transaktionskosten. Für die Zukunft rechnen die Anlageinstitutionen größtenteils damit, daß das Transaktions-Controlling weiter an Bedeutung gewinnt. Die Ausstattung der institutionellen Anleger mit elektronischen Informationssystemen könnte dieser Entwicklung Vorschub leisten.
Michael Schleef

Schlußbetrachtung

Schlußbetrachtung

Zusammenfassung
Transaktionskosten beim Kauf and Verkauf von Aktien können — das zeigte eine im Rahmen dieser Untersuchung durchgeführte Simulationsrechnung — die Rendite von Sozialkapital und damit die spätere Rente der Sozialanleger nachhaltig verringern. Die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung und die bislang in Deutschland noch wenig verbreitete kapitalgedeckte Altersvorsorge lassen es geraten erscheinen, jede Möglichkeit zu nutzen, den im internationalen Vergleich verhältnismäßig geringen Bestand an Sozialkapital so ertragreich wie möglich anzulegen. Dazu gehört es auch, die Transaktionskostenbelastung auf das unbedingt erforderliche Maß zu senken, soweit das noch nicht geschehen ist.
Michael Schleef

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