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2022 | Buch

Sozialpolitik in Deutschland

Eine systematische Einführung

verfasst von: Prof. Dr. Jürgen Boeckh, Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster, Prof. Dr. Benjamin Benz, Prof. Dr. Johannes D. Schütte

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch führt systematisch in das breite Spektrum von Geschichte, Strukturen, Problemlagen und Lösungswegen der Sozialpolitik ein. Es zeigt die europäischen sowie die darüberhinausgehenden internationalen Zusammenhänge von Sozialpolitik in Deutschland auf und ordnet alles in eine Theorie des Sozialstaates ein. Die Autoren liefern einen umfassenden Überblick über die Ausgestaltung von und die Handlungsanforderungen an Sozialpolitik in Deutschland. Ausgehend von einer theoretischen wie historischen Ableitung von Sozialstaatlichkeit werden gegensätzliche sozialpolitische Standpunkte und Konzepte anhand aktueller sozialer Problemlagen und sozialpolitischer Instrumente diskutiert. Die fünfte Auflage wurde grundlegend überarbeitet und aktualisiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Legitimation und Infragestellungen des Sozialstaats in der aktuellen politischen Kontroverse
Zusammenfassung
Warum beschäftigen wir uns mit Sozialpolitik? Was ist sozial am Politischen und was politisch am Sozialen? Warum wird das Soziale (verstanden als das die Gesellschaft Betreffende) nicht einfach innerhalb der Gesellschaft und damit zwischen den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern verhandelt? Wie kommt es zu einer Übertragung von Teilbereichen des Sozialen an den Staat (verstanden als der Ort des Politischen)? Oder anders gefragt: Wie hängen diese beiden Sphären miteinander zusammen und lassen sie sich überhaupt trennen?
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Kapitel 2. Historische Phasen der Sozialpolitik in Deutschland
Zusammenfassung
In der Sozialpolitik entscheidet der Staat über Zielkonflikte bei der Bewältigung sozialer Problemlagen. Inhaltlich geht es um soziale Auseinandersetzungen darüber, wie die vorhandenen materiellen und immateriellen Ressourcen in einem Gemeinwesen verteilt werden sollen. Dem liegen Vorstellungen von Gerechtigkeit zugrunde, deren Werte und Normen geschichtlich entstehen, verändert oder auch aufgegeben werden. Mit ihnen werden jeweils soziale Interessen formuliert und gewichtet. Sozialpolitik steht in einem engen Wechselverhältnis zur Ökonomie, sie ist ihr einerseits vor-, andererseits aber auch nachgeordnet. Politik beansprucht in der liberalen Staatstradition einen Primat der Politik gegenüber der Ökonomie, dieser Rahmen und Grenzen setzend, ohne allerdings das freie Spiel der Kräfte im Wirtschaftsleben zu stark einzuschränken. Wird dieser Primat der Politik nicht umgesetzt, stellt sich die Frage nach der demokratische Substanz des Gemeinwesens.
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Kapitel 3. Sozialpolitische, Akteure, Strukturen und Prozesse
Zusammenfassung
Was wird in der Gesellschaft als gerecht empfunden, was nicht? Was wird erwirtschaftet und steht zur Verteilung durch Sozialpolitik für welche ihrer Aufgaben zur Verfügung? Was sind Instrumente, Prinzipien und Funktionen dieser Verteilung? Schließlich: Wer verteilt eigentlich was im horizontalen (staatlichen/nichtstaatlichen) und vertikalen Mehrebenensystem von sub- bis überstaatlichen Ebenen und entscheidet in welchen Prozessschritten hierüber?
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Kapitel 4. Soziale Probleme, Lebenslagen und Sicherungssysteme
Zusammenfassung
Sozialpolitik stellt den Versuch dar, gesellschaftliche Problemlagen zu erkennen, sie zu definieren, um dann zu entscheiden, ob und wie auf diese reagiert werden kann bzw. soll. Kapitel 4 beschreibt anhand der Themenfelder Einkommen und Verteilung; Arbeit und Arbeitsschutz; Familie und Haushalt; Gesundheit(sschutz) und Pflege; Alter(ssicherung) und besondere Lebenslagen/Most vulnerable people welche konkrete politischen Schritte und Maßnahmen zur Absicherung dieser Lebensrisiken unternommen werden. Dabei wird ausgeführt, wie die einzelnen Lebensbereiche und die damit zusammenhängenden Problemlagen systematisch in das gesamte gesellschaftliche System einzuordnen sind, welche Werte, Strukturen und Akteure dabei aktiviert werden, auf Basis welcher Rechtsgrundlagen und mit welchem Leistungsspektrum staatliche Sozialpolitik reagiert, welcher Stellenwert der Bewältigung dieser Probleme im gesamtgesellschaftlichen Verteilungssystem zukommt und wie zukünftige Trends einzuschätzen sind.
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Kapitel 5. Zentrale sozialpolitische Herausforderungen
Zusammenfassung
Sozialpolitik und die ihr zugrunde liegenden Leitbilder stoßen, wie schon der historische Rückblick gezeigt hat, stets auf neue Heraus- und Anforderungen und damit verknüpfte Interessenkonstellationen. Diese betrifft sowohl die Werte und Normen, also wie das Soziale gestaltet werden soll, als auch die Instrumente und Strukturen, mit denen man dieses erreichen will, und schließlich den politischen Prozess, in dem diese Vorstellungen umgesetzt werden sollen. Sozialpolitik ist also nicht beliebig – sie ist gebunden an historisch gewachsene gesellschaftliche Strukturen und daran, wie diese mit neuen Fragestellungen umgehen (können).
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Kapitel 6. Sozialpolitik im Sozialstaat
Zum theoretischen Zusammenhang zwischen Staatlichkeit und sozialpolitischer Intervention
Zusammenfassung
Der Staat verkörpert Macht nach innen und nach außen, er sichert Recht und er interveniert in gesellschaftliche Prozesse und Strukturen. Dabei kommt es zu Zielkonflikten, einmal zwischen Bürger*innen und dem Staat, zum anderen zwischen Politik und Ökonomie. Es geht um Abgrenzungen: Wieweit geht das staatliche Recht auf Rechtsetzung oder gibt es einen staatsfreien Rechtsraum? Es geht um liberale Rechte, um Menschenrechte als sog. negatorische Grundrechte, die unaufgebbar sind. Es entsteht die Forderung nach demokratischer Teilhabe, nach Wahlen, nach Kontrolle staatlichen Handelns durch das Volk insgesamt. Und es geht um die Maximen sozialer Teilhabe. Liberale Rechte schließen direkte staatliche Intervention aus, soziale Grundrechte dagegen fordern sie geradezu ein. Sie markieren Grenzen für soziale Ungleichheit und soziale Ausgrenzung. Unter Berufung auf soziale Grundrechte kann. ja sollte staatliches Handeln Grenzen für soziale Ungleichheit setzen und eine menschenwürdige Teilhabe aller am sozialen Leben mitgestalten - inzwischen keineswegs bloß auf nationaler Ebene, sondern auch europa- oder gar weltweit.
Jürgen Boeckh, Ernst-Ulrich Huster, Benjamin Benz, Johannes D. Schütte
Metadaten
Titel
Sozialpolitik in Deutschland
verfasst von
Prof. Dr. Jürgen Boeckh
Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster
Prof. Dr. Benjamin Benz
Prof. Dr. Johannes D. Schütte
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-36014-6
Print ISBN
978-3-658-36013-9
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36014-6