Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Vorwort Im Jahr 1980 erschien die erste Auflage dieses Lehrbuches unter dem Titel „So- alpolitik – Eine problemorientierte Einführung“. Damals hätte keiner von uns d- an gedacht und geglaubt, dass wir 27 Jahre später die vierte Auflage vorlegen w- den. Aber gerade die Unterschiede in den Themenfeldern, mit denen sich jeder Einzelne von uns in den vergangenen Jahren beschäftigt hat, waren eine wesent- che Voraussetzung für die vollständige inhaltliche Überarbeitung, Erweiterung und Aktualisierung des Lehrbuchs. Dass uns dieser Kraftakt – neben allen sonstigen beruflichen Belastungen – gelungen ist, freut uns sehr. Zugleich freuen wir uns, dass wir mit Jennifer Neubauer eine weitere (jüngere) Mitautorin gewonnen haben. Was 1980 noch in einen Band mit rund 400 Seiten passte, ist mittlerweile in der vierten, erweiterten und vollständig überarbeiteten Auflage auf zwei Bände mit 10 Kapiteln auf insgesamt über 1.200 Seiten angewachsen. Dahinter steht das - mühen, die Themenbreite und Komplexität der Sozialpolitik so aufzubereiten und vorzustellen, dass einerseits „Einsteigern“ eine verständliche Einführung geboten wird und zum anderen aber auch eine differenzierte Analyse der Probleme und Entwicklungsperspektiven in den einzelnen sozialpolitischen Bereichen ermöglicht wird. Wir hoffen, dass das Ergebnis auf positive Resonanz stößt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

V. Arbeit und Gesundheitsschutz

Die Gefährdung und Beeinträchtigung der Gesundheit ist ein elementares soziales Risiko für den Menschen. Die Absicherung gegen dieses Risiko zählt deshalb zum Kernbereich der Sozialpolitik. Dabei spielt eine zentrale Rolle für die Maßnahmen, die die Entstehung von Krankheiten verhindern sollen, welche Ursachen die Krankheiten haben. Unterschiedliche Ursachen bedingen unterschiedliche Herangehensweisen bei der Risikobegrenzung und Bewältigung der Krankheitsfolgen. Eine der Ursachen für Gesundheitsgefährdung kann in der Erwerbsarbeit liegen (vgl. zum Gesamtspektrum der Bestimmungsfaktoren von Erkrankungen, Kap. „Gesundheit und Gesundheitssystem“, Pkt. 2.4).
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer

VI. Gesundheit und Gesundheitssystem

Die Gesundheit gilt den meisten Menschen als das höchste Gut. Die Hoffnung auf ein von dauerhaften Gesundheitsbeeinträchtigungen freies Leben spiegelt das Wissen um die aus Krankheit und Pflegebedürftigkeit resultierenden körperlichseelischen Belastungen und sozialen Folgen wider. Hinzu kommt: Wer gesund und damit leistungsfähig ist, kann zumindest von seinen persönlichen Voraussetzungen her für den eigenen Lebensunterhalt und eventuell den seiner Angehörigen sorgen. Kranke Menschen sind auf die Hilfe anderer angewiesen und bedürfen oftmals der finanziellen Unterstützung.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer

VII. Familie und Kinder

Für die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung zählen das Zusammenleben in Partnerschaften oder Ehen sowie die Geburt von Kindern zur Normalität des Lebenslaufs. In modernen Gesellschaften unterliegt die Form des familiären Zusammenlebens allerdings einem Wandel, und es macht Schwierigkeiten, die Vielfalt bestehender Familienformen definitorisch in den Griff zu bekommen. Heute zählen neben dem sog. Normalfall von dauerhaft verheirateten Ehepaaren mit ihren leiblichen Kindern auch Ehepaare mit nicht leiblichen Kindern (Stiefeltern mit Stiefkindern, Adoptivkinder), Einelternfamilien (alleinerziehende Mütter oder Väter mit ihren Kindern) sowie Gemeinschaften unverheirateter Paare mit Kindern zu den Familien. Allgemein gefasst lässt sich „Familie“ damit als eine Eltern-Kind- Gemeinschaft definieren, die gewöhnlich, aber keineswegs immer, auf einer Ehe beruht oder daraus abgeleitet ist. Dieser auf die Lebensgemeinschaft mit Kindern bezogene Familienbegriff orientiert auf die Kernfamilie, die in einem gemeinsamen Haushalt lebt und mit dem Auszug der erwachsenen Kinder auseinander geht. Alleinlebende aber auch Ehepaare oder eheähnliche Gemeinschaften ohne Kinder bilden insofern keine familiären Lebensformen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer

VIII. Alter

Mit dem Altwerden und Altsein werden häufig negative Vorstellungen verbunden: Zum alten Eisen zu gehören, ins Altenheim abgeschoben zu werden, arm, einsam und womöglich krank und pflegebedürftig die letzten Lebensjahre verbringen zu müssen, dies waren und sind zum Teil auch heute noch auf das Alter bezogene Klischees und Befürchtungen. Die letzte Lebensphase wird aus dieser Sicht als weitgehend problematisch begriffen, geprägt durch vielfältige Einschränkungen, Verluste und Benachteiligungen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer

IX. Soziale Dienste

Soziale Probleme und aus ihnen resultierende Anforderungen an die Sozialpolitik ergeben sich nicht allein aus einer unzureichenden Verfügung über materielle Ressourcen. Es gibt eine Vielzahl von sozialen Bedarfs- und Notlagen, deren Lösung oder Linderung durch die Bereitstellung von (mehr) Einkommen allein nicht möglich ist. Dies wird offensichtlich, wenn man etwa an die Lebensrisiken Krankheit und Pflegebedürftigkeit oder an die verschiedenen psychosozialen Notsituationen denkt. Von entscheidender Bedeutung für die Lebenslage ist daher nicht nur, inwieweit die materiellen Grundbedürfnisse eines Menschen befriedigt werden und ausreichende Kaufkraft sichergestellt wird, sondern auch, ob und in welchem Umfang im Falle von sozialen Bedarfs- und Notlagen auf persönliche Hilfen durch andere zurückgegriffen werden kann, wenn die Betroffenen zur Problembewältigung allein nicht in der Lage sind. Lebenslage und Lebensqualität der Menschen werden also sowohl durch die Verfügungsmöglichkeit über Einkommen als auch über personengebezogene Hilfen bestimmt. Je nach Problemlage und Lebenssituation kommt dabei den sozialen Hilfe- und Unterstützungsleistungen eine unterschiedliche Bedeutung zu: Sie können in vielen Fällen von Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Krankheit wichtiger sein als finanzielle Leistungen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer

Backmatter

Weitere Informationen