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Über dieses Buch

Soziobiologie ist den evolutionsbiologischen Ursprüngen und Gründen tierlichen und menschlichen Sozialverhaltens auf der Spur. In diesem Buch werden Strategien sozialer Konkurrenz, also Gewalt, Kampf und Dominanz behandelt, aber auch Kooperation, Altruismus und Solidarität. Die Interessen der beiden Geschlechtern sind Treibstoff der sexuellen Selektion. Kooperation ist also immer auch brüchiger Kompromiss im Kampf der Geschlechter zu verstehen. Außerdem geht es um die neuesten Erkenntnisse zur Evolution der Eltern/Kind-Verhältnisses und um ein Brutpflegeverhalten, das Kindesvernachlässigung und zugleich auch tief empfundene elterliche Zuneigung und Fürsorge möglich macht. Beschrieben wird, wie eine evolutionäre Perspektive auf das menschliche Verhalten zum modernen Menschenbild beiträgt.

Das Buch richtet sich an Studierende und Lehrende der Biologie, Anthropologie, Psychologie und Sozialwissenschaften und an alle an der evolutionären Geschichte des menschlichen Sozialverhaltens Interessierte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Paradigma, Konzepte und Modelle der Soziobiologie

Soziobiologie ist die Wissenschaft von der biologischen Angepasstheit des tierlichen und menschlichen Sozialverhaltens. Weil Sozialverhalten eine ganz wesentliche Rolle in den Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungsbemühungen der Organismen spielt, unterliegt es der formenden und optimierenden Kraft der evolutionsbiologischen Vorgänge. Das Erkenntnisinteresse von Soziobiologen richtet sich auf die Aufdeckung derjenigen Faktoren und ihrer dynamischen Wechselbeziehungen, die für die Ausprägung jeweils spezifischer sozialer Verhaltenstendenzen verantwortlich sind. Es geht damit um die Frage, warum sich das Vermehrungsbestreben der Individuen (das als gegebene Systemeigenschaft des Lebens aufgefasst wird) gerade in den jeweils vorgefundenen und keinen anderen sozialen Verhaltensäußerungen niederschlägt.
Eckart Voland

2. Kooperation und Konflikt in sozialen Gruppen

Gegenüber einer weitgehend solitären Lebensweise kann – je nach ökologischer Situation – das Leben in sozialen Verbänden mit entscheidenden Vorteilen einhergehen.
Eckart Voland

3. Geschlechterbeziehungen

Zweigeschlechtliche Fortpflanzung setzt notwendigerweise ein Zusammenspiel zwischen Männchen und Weibchen voraus, weshalb im Verfolg direkter Fitnessinteressen immer auch die Fitnessinteressen von Geschlechtspartnerinnen oder Geschlechtspartnern berührt werden. Dabei können männliche und weibliche Interessen parallel verlaufen oder aber konfligieren und mit dem immerwährenden »Krieg der Geschlechter« einen Treibstoff der sexuellen Selektion bereitstellen.
Eckart Voland

4. Fortpflanzungsstrategien

Eltern stehen vor einem ständigen Optimierungsproblem. Sollen sie weiter in einen bereits existenten Nachkommen investieren – und wenn ja, in welchem Umfang? – oder aber sollen sie ihr begrenztes Investment zugunsten eines alternativen, möglicherweise zukünftigen reproduktiven Vorgangs zurückhalten?
Eckart Voland

5. Soziobiologie, Anthropologie und menschliche Kultur

Abendländische Denktradition hat die anti-evolutionäre Sichtweise einer Natur/Kultur-Antinomie hervorgebracht und weithin geistig verfestigt. Danach sei menschliche Natur körperlich, organisch, genetisch determiniert, angeboren, reflex- und instinkthaft, kurz: eben biologisch. Kultur hingegen sei geistig, seelisch, erworben, flexibel, künstlich, rational, geplant, nicht-materiell, einer höheren Sphäre angehörig. Kultur, als über oder jenseits der organismischen Welt schwebend, sei nicht zu verstehen als Manifestation der Natur, sondern als etwas Freies, davon Unabhängiges, Unbestimmtes, nur durch sich selbst Begrenztes, nur eigenen Regeln und Gesetzen unterworfen, auch nur durch sich selbst Erklärbares, kurz: als Kategorie eigener Art.
Eckart Voland

Backmatter

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