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Über dieses Buch

Das für Gesellschaften ebenso brisante wie zentrale Thema Wettbewerb wurde bislang der Ökonomie respektive der politisch-medialen Rhetorik überlassen. Soziologische Klassiker (Simmel, Weber, Bourdieu u. a.) bieten Anknüpfungspunkte für eine Wettbewerbssoziologie. Deren Intuitionen aufgreifend besteht die „Soziologie des Wettbewerbs“ aus einer sowohl sozialtheoretisch fundierten als auch empirisch orientierten Feldanalyse. Vier soziale Felder/Märkte und die dort vorfindlichen Praktiken werden analysiert: 1. Bildung (Exzellenzinitiative), 2. Finanzmärkte (Großbanken), 3. Sport (Doping) und 4. Liebe (Onlinedating). Daraus resultiert eine theoretisch und empirisch fundierte Wettbewerbskritik, die die aktuellen ideologischen Überfrachtungen dekonstruiert und kritisch auf die Auswirkungen bezüglich Subjektpositionen, Leistung und Erfolg sowie auf Mechanismen der Re- und Destabilisierung eingeht. Die Überlegungen münden in ein Nachdenken über die Bedingungen guter Lebensführung in Zeiten einer Wettbewerbsgesellschaft.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung, Methode und Übersicht

Frontmatter

1.. Einleitung: Dispositive des Wettbewerbs

Zusammenfassung
Märkte und vor allem Wettbewerb sind in aller Munde. So gibt es mittlerweile kaum ein gesellschaftliches Problemfeld, für das nicht der Markt beziehungsweise der Wettbewerb als Lösung bemüht werden.
Dietmar J. Wetzel

2.. Methode und Erkenntnisinteresse

Zusammenfassung
In methodischer Hinsicht erfasst diese Arbeit im Anschluss an die Arbeiten von Michel Foucault und der (wissenssoziologischen) Diskursanalyse (Keller 2004, 2008) historisch gewachsene zeitgenössische Diskursformationen.
Dietmar J. Wetzel

3.. Wettbewerbsanalytik: Kulturen und drei Dimensionen

Zusammenfassung
Als Teil der historisch-systematischen Analyse von Wettbewerbsdispositiven verfolge ich einen Zugriff, der sich zum einen auf die Sicht der Feldakteure und (indirekt) auch auf deren Konkurrenzpraktiken konzentriert.
Dietmar J. Wetzel

Theorie-historischer Rahmen

Frontmatter

4.. Geschichte, Bausteine und Dimensionen des Wettbewerbs

Zusammenfassung
Die Geschichte des (ökonomischen) Wettbewerbs ist in erster Linie stark von der Wettbewerbstheorie beeinflusst worden (Gabler Wirtschaftslexikon 2000, S. 3488ff.).
Dietmar J. Wetzel

Feldanalysen – Fallstudien

Frontmatter

5.. Feld 1: Bildung – Universitäten

Zusammenfassung
Wissensmärkte sind vielfältige und bedeutsame Märkte in postindustriellen Gesellschaften.58 In der Auseinandersetzung mit wissensbasierten Gesellschaften darf dieses Feld daher ebenso wenig fehlen wie in einer wettbewerbsanalytischen Betrachtung.
Dietmar J. Wetzel

6.. Feld 2: Ökonomie – Finanzmärkte

Zusammenfassung
Im Folgenden analysiere ich die Finanzmärkte im Sinne eines spezifischen Wettbewerbsdispositivs.
Dietmar J. Wetzel

7.. Feld 3: Sport – Hochleistungssport

Zusammenfassung
Ein kritischer Beobachter könnte zur Einschätzung gelangen, dass der (Hochleistungs-)Sport seit einigen Jahren in der Krise steckt.
Dietmar J. Wetzel

8.. Feld 4: Liebe – Onlineplattformen

Zusammenfassung
Sind (Online-)Partneragenturen wie Slavoj Žižek in dem Eingangszitat vermutet tatsächlich „Liebestöter par excellence“? Wie steht es um die Liebe und deren ‚Vermittlung‘ im Zeitalter des Internets? Der von Peter Sloterdijk konstatierte Paarungswettbewerb, in dem so ziemlich alles berechnet, verglichen und geprüft wird, gehört zunehmend zum Alltag postmoderner Individuen.
Dietmar J. Wetzel

Fazit: Kapitalismus, Wettbewerbskulturen und Lebensführung

Frontmatter

1.. Vergleich zwischen den Feldern

Zusammenfassung
Wesentliche Erträge der einzelnen Feldanalysen resultieren aus einem systematischen Vergleich, der sich analytisch in vier Bereiche einteilen lässt: Die Bedeutsamkeit von Erwartungen und der Temporalisierung für die Strukturierung der (Wettbewerbs-)Praktiken (1.1), Doping als Felder übergreifende Strategie: (Neuro-)Enhancement (1.2), Die Macht der Zahlen, der Messwerte und statistischer Semantiken (1.3) sowie Affektregulationen (1.4).
Dietmar J. Wetzel

2.. Resümierendes Tableau: Grammatik der Wettbewerbe

Zusammenfassung
Wir können davon ausgehen, dass es gegenwartsdiagnostisch gesprochen im Vergleich zur Moderne in der Spätmoderne/Postmoderne zu einem (fundamentalen) Wandel der Rechtfertigungsdiskurse in puncto Kapitalismus, Lebensführung und Wettbewerbskulturen ge-kommen ist, was sich im Zuge der gegenwärtigen Finanzkrise (Stichwort: Ende des Neoliberalismus?) nochmals verändern dürfte. Die von mir ins Spiel gebrachten Dispositive des Wettbewerbs lassen sich – und eben das war hier detailliert zu zeigen – historisch, systematisch und feldspezifisch entfalten.
Dietmar J. Wetzel

3.. Soziologie einer gelingenden Lebensführung

Zusammenfassung
Normativ aufgeworfene Fragen des guten Lebens respektive nach einer gelingenden Lebensführung zählten bislang nicht zu den expliziten Hauptinteressensgebieten soziologischer Forschung (vgl. allerdings Rosa 1999, 2009a).287
Dietmar J. Wetzel

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