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Über dieses Buch

Die Soziologie der Mitgliedschaft behandelt Grundlagenfragen der soziologischen Theorie der Gegenwartsgesellschaft umfassend und tiefgreifend. Sie kommt in ihren Rekonstruktionen und der Begründung des Forschungsprogramms der mitgliedschaftstheoretischen Gesellschafts-, Organisations- und Interaktionstheorie zu Einsichten, die zur Diskussion und Weiterführung motivieren. Dabei wertet sie das überlieferte soziologische Wissen aus und führt es einer Reinterpretation zu. Daraus ergibt sich eine Perspektive, welche die Evolution der Mitgliedschaftsvoraussetzungen sozialer Systeme unter den Bedingungen der veränderten Struktur der Gegenwartsgesellschaft untersucht. Es betrifft dies die Teilnahmebedingungen an den Kommunikationssystemen in allen Funktionssysteme, z. B. die der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Die Soziologie der Mitgliedschaft leitet eine Neufassung der Theorie der sozialen Integration ein, die den normativ orientierten Ansatz der soziologischen Theorie einer Kritik unterzieht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung Soziologische Theorie der Gegenwartsgesellschaft I Mitgliedschaftstheoretische Untersuchungen

Übersicht und Problembezüge

Die soziologische Systemtheorie stellt den am weitesten entwickelten theoretischen Ansatz in der soziologischen Theorie dar. Von einem Forschungsprogramm der Systemtheorie sollen wir deshalb sprechen, da den unterschiedlichen Ansätzen der harte Kern gemeinsam ist, dass soziale Systeme durch ihre Selbstkonstitution (Selbstselektion) und Grenzerhaltung bestimmt sind. Die Selbstkonstitution als Aufrechterhaltung der Innen-Außen-Differenzierung ist eine alte systemtheoretische und soziologische Einsicht.

Gerhard Preyer

Soziologie der Mitgliedschaft

Frontmatter

Chapter 2. Mitgliedschaft als Letztelement sozialer Systeme

1. Volkssoziologie. Es gehört in der Regel zur soziologischen Normalwissenschaft, dass Soziologen mehr oder weniger in einer Volkssoziologie professionalisiert werden. Das legt für Soziologen eine bestimmte Selektion und Beobachtung des soziologischen Gegenstandsbereichs nahe, der sich auf ein solches volkssoziologisches Vorverständnis stützt. Es besagt, dass Gesellschaft aus handelnden Menschen, Traditionen und von ihnen gestifteten und tradierten Institutionen besteht.

Gerhard Preyer

Chapter 3. Problemstufenordnung der Mitgliedschaftssoziologie

1. Problemstufen. Für die systemtheoretische und evolutionäre Analyse des Mitgliedschaftscodes erweist es sich als fruchtbar, die Analyse von Mitgliedschaftsbedingungen auf drei Problemstufen Gesellschaft, Organisation und Interaktion der Funktionsbestimmung von Mitgliedschaft als Typen sozialer Systeme durchzuführen. Vorausgesetzt ist dabei die mitgliedschaftstheoretische System-Umwelt Beziehung sozialer Systeme. Sie kann durch die Mitgliedschaftsdifferenzierung nicht negiert werden.

Gerhard Preyer

Chapter 4. Funktionale Differenzierung

1. Strukturellen Überschneidung. Für eine Soziologie der Mitgliedschaft folgt die Differenzierung des Gesellschaftssystems in Teil- und Handlungssysteme aus einer Differenzierung, der Variabilität und der multiplen Konstitution der Mitgliedschaftsbedingungen. Es betrifft dies die Störbarkeit, Änderbarkeit und den Neuaufbau von Strukturen sozialer Systeme. Die Entscheidung über Mitgliedschaft ist die Bedingung dafür, dass und ob sich Strukturen ändern oder in ihrer Selbstanpassung scheitern.

Gerhard Preyer

Von der Moderne zur Postmoderne

Frontmatter

Chapter 5. Veränderte Problemstellung

Es gehört zu den soziologischen Gemeinplätzen, dass das Programm der modernen Kultur – die Optimierung von individuellem Nutzen und Rechten – nicht einfach umschreibbar ist. Es ist auf Wachstum und auf Perfektibilität programmiert, nicht nur im Wirtschaftssystem, sondern auch in der Psychologie der Gesellschaftsmitglieder, z. B. sind Wachstumsbedürfnisse, wie individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung, nicht sättigbar, sondern gehen ins Unendliche. Gleichzeitig wird uns bewusst, dass sich die Wachstumsprogramme in einem Grenzbereich bewegen.

Gerhard Preyer

Chapter 6. Jenseits der Moderne

Die wissenssoziologische Beschreibung der Revisionen der Moderne besagt, dass sie sich durch die Dehumanisierung des Gesellschaftssystems einstellt, die wiederum mit funktionaler Differenzierung einhergeht. Das veränderte Verständnis von Sozialem betrifft, dass wir soziale Systeme von ihrer basalen Operationsweise her, über Mitgliedschaft zu entscheiden, beobachten. Dadurch prozessualisieren sie die Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdreferenz, ohne die sie nicht bestehen können.

Gerhard Preyer

Soziologie der Globalisierung

Frontmatter

Chapter 7. Was heißt Globalisierung?

1. Erste Bestandsaufnahme. Seit Anfang der 1990er Jahre wird die Analyse von Globalisierung zu einem einflussreichen Paradigma in den Human- und Sozialwissenschaften. Die Auseinandersetzung mit der damit einhergehenden Gesellschaftsentwicklung und dem Problemkatalog sozialwissenschaftlicher Forschung stellt die Ablösung der Kontroversen über Moderne und Postmoderne im Hinblick auf die Erklärung und das Verständnis von soziokulturellem Wandel in den 1970er und 1980er Jahren dar. Mittlerweile liegt dazu eine umfangreiche Forschung vor.

Gerhard Preyer

Soziale Integration

Frontmatter

Chapter 8. Strukturprobleme der sozialen Integration

1. Inklusion als Problem. Für das moderne Gesellschaftssystem sind eine hohe und wachsende Komplexität und ein Auseinandertreten des Gesellschafts-, Organisations- und Interaktionssystems charakteristisch. Damit geht einher, dass die Festlegung der Mitgliedschaftsbedingungen und ihre Codierung/Programmierung durch die (Teil-) Funktionssysteme und die formalen Organisationen vorgenommen werden und ihnen überlassen bleiben. Es wurde bereits hervorgehoben, dass in der modernen Gesellschaft ein strukturelles Integrationsproblem durch die Durchsetzung von funktionaler Differenzierung vorliegt, da die Mitgliedschaftsbedingung variabel wird und nicht mehr durch die Differenzierungsform vorreguliert ist.

Gerhard Preyer

Chapter 9. Neufassung der Theorie sozialer Integration

1. Mitgliedschaft und Integration. Die Soziologie der Mitgliedschaft ist ein Beitrag zur allgemeinen Theorie sozialer Systeme. Sie geht deshalb nicht vom Gesellschaftsbegriff aus. Soziale Systeme sind in ihrer Operations- bzw. Verfahrensart durch die Entscheidung über Mitgliedschaft selbstkonstitutierte (selbstreferentielle, geschlossene) Systeme.

Gerhard Preyer

Backmatter

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