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Über dieses Buch

Die Untersuchung legt eine systematische neue Rekonstruktion der „Theorie des kommunikativen Handels“ von Jürgen Habermas vor. Sie erörtert im Kontext der klassischen Soziologie, der Soziologie der Gegenwartsgesellschaft, der Evolutionstheorie und Sprachtheorie die Probleme dieses Forschungsprogramms. Aus der Sicht der soziologischen Theorie ist dabei der Problembezug, die Folgeprobleme dieses Ansatzes zu erkennen und wie sie zu bearbeiten sind. Angesprochen ist damit der Problembezug der Grenzen der Innovationsfähigkeit dieses Forschungsprogramms.

Das betrifft die grundlegende Fragestellungen der soziologischen Theorie in der postmodernen Gesellschaft und ihrer Evolution zur „nächsten Gesellschaft“, die alle Funktionssysteme z. B. der Wirtschaft, der Politik und des Rechts betreffen. Angesprochen ist damit aber auch, in welchem Ausmaß sich ‚unsere’ Verständigungsvoraussetzungen verändert haben, die einer erneuten Reflexion bedürfen, ohne den Anspruch zu erheben, damit die gesellschaftliche Kommunikation auf normativ erzwungene Zustände hin zu steuern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Soziologische Theorie der Gegenwartsgesellschaft II Lebenswelt, System, Gesellschaft Übersicht und Problembezüge

Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas stellt ein interdisziplinäres Projekt zwischen Philosophie, Soziologie und Sprachtheorie dar, die einen Beitrag zur soziologischen Theorie vorlegt. Ihre Zielsetzung unterscheidet sich nicht von der Systemtheorie N. Luhmanns, da beide eine tragfähige Gesellschaftstheorie aufzustellen beanspruchen. Die Theoriebildung ist, vergleichbar der Systemtheorie T. Parsons, transdisziplinär und kooperative angelegt.

Gerhard Preyer

Entwicklungslogik von Weltbildern

Frontmatter

Rationalisierung von Weltbildern

Strukturmodell gesellschaftlicher Rationalisierung. Mit Webers Forschungsprogramm der Religionssoziologie liegt eine theoretische Orientierung vor, das Verhältnis zwischen den großen religiösen Bewegungen und den Eigenarten der Gesellschaften zu erfassen, die sich unter ihrem Einfluss entwickelten. Er beansprucht durch die Untersuchung dessen, was er Rationalisierung nennt, Einsichten in die Eigenart des okzidentalen Rationalismus und die mit ihm einhergehenden sozial-strukturellen Innovationen bereitzustellen.

Gerhard Preyer

Strategien der Analyse der Weltbildentwicklung

Typisierung von Handlungsstrukturen. Webers Typologie und Soziologie des Rationalismus seiner Religionssoziologie beansprucht, eine Variation von Typen von Handlungsstrukturen aufzustellen, mit denen die Kontrollkapazität und die Spannungen einer Sozialstruktur anzugeben sind. Mit den Mitteln der vergleichenden Beschreibung kann aus seiner Sicht eine empirische Kontinuität und eine Verwandtschaftsbeziehung zwischen der biologischen, den sozialen und den kulturellen Merkmalen der Evolution nachgewiesen werden.

Gerhard Preyer

Gesellschaft als Lebenswelt und System

Frontmatter

Strukturen der Lebenswelt

Phänomenologische Soziologie. Der Hintergrund der soziologischen Theorie der Problemebene Gesellschaft als Lebenswelt und System sind die auf E. Husserl zurückgehende phänomenologische Soziologie von A. Schütz und T. Luckmann, die auf L. Wittgenstein zurückgehende Lebensformbeschreibung (P. Winch) und die systemtheoretische Handlungstheorie, vor allem von Parsons und Luhmann. Der Anspruch ist die Verknüpfung von zwei Forschungsprogrammen der soziologischen Theorie, die Handlungen und Handlungsfolgen als durch lebensweltlich geregelte Kommunikation oder durch Systemerfordernisse bestimmt beschreibt. Der kulturalistische Begriff der Lebenswelt der phänomenologischen Soziologie wird durch die Integration der beiden Traditionen der soziologischen Theorie eine Kritik unterzogen.

Gerhard Preyer

Verständigungsformen

Evolutionstheorie. Stellt sich der Soziologe die Aufgabe der Rekonstruktion von evolutionären Universalien, so finden sich als spezifische Abgrenzungskriterien der sozialen von der natürlichen Evolution die verschiedenen Zurechnungsmodi von Handlungen zu Systemreferenzen und die Institutionalisierung von sozialen Regelungen der Konfliktaustragungsverfahren und damit ihrer Begrenzung. Für den Soziologen sind die Analyse der Infrastruktur von Handlungen und der Struktur von Handlungssystemen für die Analyse von Sozialsystemen und den verschiedenen Institutionen (Organisationen) dahingehend von Interesse, insofern sie über einen größeren Zeitraum evolutionäre Stabilisierungen herbeigeführt haben.

Gerhard Preyer

Parsons-Kritik und Medientheorie

Einwand. Ein weiterer Problembezug der Problemebene „Gesellschaft als Lebenswelt und System“ ist die soziologische Systemtheorie Parsons als der mit am weitesten ausgearbeitete Ansatz in der soziologischen Theorie. Das Motiv für dieses Interesse ist die Überprüfung des Gesellschaftsbegriffs „Gesellschaft als Lebenswelt und System“ am Beispiel von Parsons Theorie der Handlungssysteme, um Konstruktionsfragen einer Gesellschaftstheorie zu erörtern.

Gerhard Preyer

Formal-pragmatische Bedeutungstheorie

Frontmatter

Theorie illokutiver Akte

Sprachfunktionen. Der theoretische Beitrag der entwicklungslogischen Rekonstruktion der Weltbildentwicklung für die Analyse des Bezugsrahmens der evolutionären Unterscheidung von Verständigungsformen ist die gerichtete Auswirkung des Rationalisierungsvorgangs (Weber). Die Identifikation dieses evolutionären Vorgangs wird von Habermas mit Hilfe der Variation von Weltbildstrukturen systematisiert. Die Dezentrierung des Weltbildes und somit die handlungsrelevante Differenzierung der Einstellungen zur Welt hat zu ihrem Analysans eine Handlungs- und Kommunikationskompetenz.

Gerhard Preyer

Moralisches Bewusstsein

Frontmatter

Bewusstseinsstrukturen

Entwicklungstheorie und Entwicklungslogik. Das Ziel der Weltbildanalyse ist es, evolutionäre Problemlagen mit dem Ziel zu identifizieren, Steuerungsprobleme von Lernschritten von Gesellschaften hinreichend gut unterscheiden zu können. Im Zentrum der Theoriebildung steht deshalb die Rekonstruktion einer universalisierbaren Lernkompetenz, die von der Unterscheidung zwischen kognitiven und ethischen Potenzialen und dem implementierten Wissen gekennzeichnet wird. Hierfür steht die Entwicklungspsychologie von Piaget Pate.

Gerhard Preyer

Diskurs und moralisches Bewusstsein

Hypothetische Einstellung, Status der Diskursethik. Welcher methodologische Ansatz der Systematisierung der Entwicklungslogik wird von Habermas gewählt?

Gerhard Preyer

Konstruktionsprobleme

Frontmatter

Folgeprobleme

Grundannahme. Weltbilder stellen nach Habermas Lernpotenziale dar und sind kollektive Orientierungssysteme. Die Weltbildentwicklung folgt einer internen Geschichte, die nach seinem Ansatz strukturell von der Lösung von Systemproblemen zu unterscheiden ist. Ihre kognitiven und semantischen Merkmale werden als Einstellungen zur Welt rekonstruiert. Die Grundannahme über ihre Signifikanz als Lernpotenziale besagt, dass die Variation von Sollwerten in einer Gesellschaft von der Eigenlogik der Weltbildentwicklung begrenzt wird.

Gerhard Preyer

Zur Rechts-, Demokratie- und Diskurstheorie

Frontmatter

Rechtstheorie

H. Schelsky hat in den 1960er Jahren die Interdisziplinarität zwischen Rechtstheorie und Rechtssoziologie auf den Weg gebracht. Seitdem hat das sozialwissenschaftliche Interesse an der Rechtssoziologie nicht nur nicht nachgelassen, sondern Rechtssoziologie hat sich als feststehendes Angebot an den meisten deutschen Universitäten – an den sozialwissenschaftlichen und juristischen Fakultäten – etabliert. Luhmann gehört z. B. zu den deutschen Soziologen und Rechtstheoretikern, die den evolutionären Stellenwert des modernen Rechts rekonstruiert haben.

Gerhard Preyer

Wahrheitstheorie, Erkenntnistheorie, Sprach- und Gesellschaftstheorie

Aus der Innenperspektive sind wir als Mitglieder von sozialen Systemen und als Volkssoziologen mit einer „Unhintergehbarkeit einer sprachlich strukturierten Lebenswelt“ konfrontiert. Sie besteht in einer primordialen Sinnselektion, die der Orientierung dient. Sie ist ein Horizont, den wir nicht überschreiten können.

Gerhard Preyer

Ethik und Diskurstheorie

Reinterpretation der praktischen Philosophie. Die Diskursethik von Habermas und Apel steht im Kontext einer Gesellschaftstheorie, welche die Bestandserhaltung von sozialen Ordnungen an der Lösung von evolutionären Herausforderungen bemisst. Gleichzeitig grenzt sie sich von jenen, bis zu uns heute reichenden, geschichtsphilosophischen Visionen ab, die Gesellschaftsgeschichte und Sozialordnung an der Idee der Perfektibilität orientieren. Die Diskurstheorie wird von Habermas als eine Reinterpretation der praktischen Philosophie Kants eingeführt.

Gerhard Preyer

Religionstheorie

Frontmatter

Philosophie und Religion in der säkularen Gesellschaft

Fragestellung und Situationsbeschreibung. Für Soziologen ist die gegenwärtige Revitalisierung von Religion kein ganz überraschendes Ereignis. Die religiöse Kommunikation ist in der Gesellschaftsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert nicht verschwunden. Das gilt auch dann, wenn es wirkungsmächtige antireligiöse gesellschaftspolitische Gruppierungen gab. Gleichzeitig wird der Main Stream der gegenwärtigen Philosophie von unterschiedlichen Versionen des Naturalismus dominiert.

Gerhard Preyer

Verschwinden des Menschen

Der normative Begriff der Menschheit und des Anderen ist in der deutschen Tradition durch Schiller und Humboldt inspiriert. Davon trennt uns mittlerweile mehr, als uns lieb sein mag. Es ist deshalb zuerst auf das Problem des Nihilismus und seiner Überwindung eingehen, wie es durch Nietzsches Philosophie wirkungsgeschichtlich geworden ist. Die Theorie des kommunikativen Handelns hat für diese Problemsituation keinen Blick, obwohl sie mit ihr theoretisch vertraut ist, da in ihrer Rekonstruktion des philosophischen Diskurses der Moderne für den Postmodernismus und die postmoderne Nietzsches Philosophie in unterschiedlichen Interpretationen die Anlaufstation ist.

Gerhard Preyer

Backmatter

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