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Über dieses Buch

Der Autor untersucht, wie Menschen, deren Renteneintritt oft noch Jahrzehnte entfernt ist, das schwierige Vorhaben privater Altersvorsorge angehen. Dabei zeigt er, dass sich die in Politik und Öffentlichkeit verbreitete Vorstellung einer rationalen Organisation des Lebensabends zur Beschreibung von Vorsorgeentscheidungen nicht eignet. Die mit den Riester-Reformen zum Leitbild erhobene Idee rationaler Lebensplanung reibt sich an Theorie wie auch Praxis. Das liegt daran, dass weite Teile der Öffentlichkeit, aber auch die Sparforschung bisher das Wesentliche der Vorsorge ausklammern: Diesbezügliche Entscheidungen gehen mit erheblichen Unsicherheiten einher. Durch Längsschnittanalysen von Surveydaten und qualitative Interviews arbeitet Felix Wilke heraus, welche Strategien Individuen im Umgang mit Unsicherheit entwickeln und wie sie mit dem vorherrschenden Leitbild umgehen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Zusammenfassung
In der Moderne wird die Planung der Zukunft zu einem wichtigen Bestandteil der individuellen Lebensführung. Gleichzeitig muss diese Planung ambivalent bleiben, denn im Zukunftsdenken ist immer auch das Nicht-Planbare, »Unbestimmte«, angelegt (Beck-Gernsheim 1994). In genau diesem Spannungsfeld bewegt sich die Daseinssicherung.
Felix Wilke

Chapter 2. Altersvorsorge in historischer Perspektive

Zusammenfassung
Zwar betreibt heute nicht jeder private Altersvorsorge, das Ansparen von Vermögenswerten für den Ruhestand gilt jedoch weithin als eine Möglichkeit der Daseinssicherung. Doch welche Rolle hat private Vorsorge in der Vergangenheit gespielt? Und: Wie wurde früher über Daseinssicherung gedacht? Das Aufkommen und die Verbreitung der Idee privater Altersvorsorge ist Ergebnis eines langfristigen historischen Prozesses, der zur sinnhaften Strukturierung privater Vorsorge als Form der Daseinssicherung führte. Das Bürgertum erweist sich im doppelten Sinne als richtungsweisend für diese Strukturierung.
Felix Wilke

Chapter 3. Alterssicherung nach dem Systemwechsel

Zusammenfassung
Das System kollektiver Alterssicherung auf Basis der gesetzlichen Rentenversicherung erlebt mit den Reformen um die Jahrtausendwende einen Bruch, der vielfach als paradigmatischer Wandel beschrieben wird (Hinrichs 2008; Ruland 2012).
Felix Wilke

Chapter 4. Theorie der Vorsorge: individuelle Strategien unter Ungewissheit

Zusammenfassung
Nach dem Systemwechsel sind Individuen durch eigene Sparentscheidungen maßgeblich an ihrer Alterssicherung beteiligt. Ob deren Denken und Handeln dem von Politik und Öffentlichkeit unterbreiteten ›Sinnangebot‹ folgt, wird nun unter Rückgriff auf die Sparforschung theoretisch erörtert. Aufschluss darüber, wie sich Individuen in Bezug auf die Altersvorsorge verhalten und welche Ideen diesem Verhalten zugrunde liegen, geben theoretische Modelle zum Sparverhalten.
Felix Wilke

Chapter 5. Stand der Vorsorgeforschung

Zusammenfassung
In Deutschland hat die wissenschaftliche Beobachtung des Alterssparens erst mit der Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorge eine deutliche Intensivierung erfahren. Auffällig ist, dass der Rekonstruktion individueller Entscheidungsprozesse bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Zwar lässt sich inzwischen sagen, welche Bevölkerungsgruppen in welchem Umfang für das Alter vorsorgen. Darüber, wie sich das Verhalten der Individuen im Einzelnen verstehen und erklären lässt, ist aber nur wenig bekannt.
Felix Wilke

Chapter 6. Vorbereitung der Studie: Das Untersuchungsdesign

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die methodologischen Grundlagen der empirischen Studie beschrieben. Ziel ist es, die oben entwickelte Vorsorgetheorie zu testen, in der Ungewissheit als Handlungsgrundlage explizit modelliert und die sinnhafte Prozessierung von Unsicherheit in Vorsorgeentscheidungen aufgedeckt wird. Aus diesem Ziel ergeben sich besondere Anforderungen an das Untersuchungsdesign.
Felix Wilke

Chapter 7. Empirie der Vorsorge – von der Planung zum Produktabschluss?

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie argumentiert, dass sich die Idee privater Vorsorge im 18. und 19. Jahrhundert zunächst im Bürgertum etablierte und von diesem sukzessive als ein anderen Formen überlegener Modus der Daseinssicherung an breite Bevölkerungsschichten herangetragen wurde. Es wurde gezeigt, dass von den Politikverantwortlichen nach der Jahrtausendwende ein Sicherungssystem installiert wurde, in dem private Vorsorge als ›normaler‹ Bestandteil der Alterssicherung eines jeden vorgesehen ist.
Felix Wilke

Chapter 8. Schluss

Zusammenfassung
Diverse soziologische Theorien versuchen, zeitgenössische gesellschaftliche Entwicklungen zu charakterisieren, indem sie eine Generation XY ausrufen (Gukenbiehl 2003). Was sagt es dann aus, wenn die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine »Generation Vorsorge« proklamiert (Lösekrug-Möller 2014)? In bestimmter Hinsicht erfasst dieser Begriff tatsächlich einen gesellschaftlichen Großtrend, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern zu beobachten ist. Private Vorsorgearrangements, die auf der Akkumulation eines Kapitalstocks beruhen, nehmen in vielen Bereichen der sozialen Daseinssicherung an Bedeutung zu; ob in der Alterssicherung, Pflege, der Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit oder Krankheit (Ebbinghaus u.a. 2013).
Felix Wilke

Backmatter

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