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02.03.2020 | Sport Utility Vehicle | Fahrbericht + Test | Onlineartikel

Luxus-Version des Renault Koleos im Test

Autor:
Patrick Schäfer
4 Min. Lesedauer

Der Renault Koleos hat im vergangenen Jahr eine Überarbeitung bekommen. Die Redaktion von springerprofessional.de hat das SUV in der Topausstattung Initiale Paris mit dem stärksten Dieselmotor getestet.

Der Renault Koleos ist das größte SUV der Renault-Modellpalette. Er ist 4.672 Millimeter lang, 1.843 Millimeter breit und 1.673 Millimeter hoch. Von außen bietet die Ausstattungsversion "Initiale Paris" bereits viel Chrom und Initiale-Schriftzüge sowie 19 Zoll große, glanzgedrehte Leichtmetallräder. Auch die speziellen Einstiegsleisten weisen auf die luxuriöse Ausstattung hin. Das gesteppte Nappaleder im Innenraum sieht mit farblich konstrastierenden Nähten und Keder sehr edel aus. Die bequemen, elektrisch einstellbaren Sitze sind beheiz- und belüftbar, für den Fahrer stehen drei Massagefunktionen zur Verfügung. Die Aludekorleisten sind mit einer farblich einstellbaren Ambientebeleuchtung versehen. 

Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen etwas auseinander. Beispielsweise passt die einfache Türverkleidung nicht recht zur doppelten Ziernaht am Armaturenbrett, und die verschiebbare Armlehne in der Mittelkonsole knarzt furchtbar laut. Dafür bietet der Fond durch den 2,71 Meter langen Radstand viel Beinfreiheit auf der leicht erhöhten Sitzbank. Für die hinteren Passagiere stehen zwei USB-Ports zur Verfügung, gegen Aufpreis gibt es dort auch Sitzheizung. Hinter der elektrisch betätigten Heckklappe wartet ein 498 bis 1706 Liter großer Kofferraum.

Infotainment und HMI

Der Innenraum wirkt modern und ist bis auf eine Ausnahme klar gegliedert. Renault hat es geschafft, mehrere altmodische Schalter etwas versteckt links unter dem Lenkrad unterzubringen. Der Öffner für den Tankdeckel oder die Regelung der Lichtweitenverstellung sind dort noch gut platziert, fehl am Platz sind aber die Lenkradheizung oder der zuschaltbare Allradantrieb. Das kann zu gefährlichen Situationen führen. Das Cockpit bietet mittig ein kleines digitales Instrument, das von analogen Anzeigen für Wassertemperatur und Tankinhalt flankiert wird. Dafür sind drei Anzeigenstile verfügbar. Das etwas veraltete System ist nicht frei konfigurierbar und ist mit teilweise sehr kleinen Grafiken überfrachtet.

Für den aufgeräumten Innenraum sorgt der 8,7-Zoll große Touchscreen des Infotainmentsystems R-Link 2 – dessen Bedienung wird allerdings durch zu klein geratene Bedienfelder, mangelnde Sensititivät und verschachtelte Menüs erschwert. Die Sprachsteuerung ist keine große Hilfe, da sie oft mit "Ich habe das nicht verstanden" antwortet. Dazu fiel das DAB-Radio oft aus, das Navigationssystem stürzte einmal ab und führte auch nach einem Neustart noch viele Minuten in die Irre. Als Beispiel für die umständliche Bedienung mag auch die Massagefunktion dienen: Eine Taste am Sitz lässt die Auswahl im Monitor erscheinen, dann muss diese erst angestellt werden, bevor das gewünschte Programm gewählt werden kann. Dafür gefiel das Bose-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern mit einem klaren Klang.

Antrieb

In der Topversion wird der Koleos von einem Blue-dCi-Dieselmotor angetrieben. Er leistet 140 Kilowatt (190 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern. Für die Kraftübertragung sorgt das CVT-Getriebe X-tronic, das sieben fest definierte Übersetzungsstufen simuliert. Das "Schaltverhalten" ist dabei sehr träge. Der variable Allradantrieb "All Mode 4x4-I" bietet mit Auto, Lock und Frontantrieb drei verschiedene Modi. Der brummige Dieselmotor wird im normalen Fahrbetrieb vom auf- und abschwellenden Heulen des Turboladers übertönt. Erst bei konstanter Fahrt in einem bestimmten Drehzahlbereich wird es ruhig im Innenraum, eine Akustikverglasung hält Außengeräusche weitgehend fern. Glaubhafte 10,1 Sekunden für die Beschleunigung von null auf 100 km/h stehen im Datenblatt, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 198 km/h erreicht. Der Verbrauch lag bei moderater Fahrweise bei 7,3 Litern. Das weich abgestimmte Fahrwerk macht den Koleos komfortabel, Probleme hat es aber bei kurzen Stößen, die im Innenraum teilweise hart ankommen. Sportliche Ambitionen kommen beim Fahren eines SUV naturgemäß nicht auf, dazu trägt auch die zu leichtgängige und indifferente Lenkung bei. Der Renault Koleos ist ein typischer Langstrecken-Wagen.

In der Topausstattung sind viele Fahrerassistenzsysteme wie etwa Frontkollisionswarner, Rückfahrkamera oder eine Verkehrszeichenerkennung enthalten. Die etwas veraltete Basis der Systeme zeigt sich allerdings in einem Spurhalteaassistenten, der nur warnt sowie in einem adaptiven Tempomaten, der nur von 40 bis 160 km/h arbeitet und somit keine Staufunktion bietet. Oftmals fuhr der etwas hektisch regelnde "Tempopilot" schnell auf Fahrzeuge auf, um sich dann mit einem Warnton zu verabschieden und die Längsführung an den Fahrer zurückzugeben.

Fazit Renault Koleos Initiale Paris

Das große SUV von Renault bietet Licht und Schatten. Der guten Ausstattung und dem vornehmen Ambiente stehen ein etwas umständliches Bediensystem und ein träger Dieselmotor entgegen. Dafür bietet der Koleos in der Ausstattung "Initiale Paris" viel Platz und viel Ausstattung fürs Geld: Der Testwagen liegt bei knapp über 50.000 Euro. Wer nicht die neuesten Fahrerassistenzsysteme oder eine stärkere Motorisierung benötigt, bekommt ein komfortables, gut ausgestattetes SUV.

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