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22.04.2021 | Sport Utility Vehicle | Fahrbericht + Test | Onlineartikel

Überzeugende Vorstellung des Mitsubishi Eclipse Cross PHEV

Autor:
Marc Ziegler
5:30 Min. Lesedauer

Mit dem Eclipse Cross Plug-in-Hybrid erweitert Mitsubishi sein Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen. Der Antriebsstrang stammt dabei aus dem größeren Outlander und kann bei einem Fahrtermin überzeugen.

Ein Crossover für die Stadt und den täglichen Weg zur Arbeit soll der Eclipse Cross sein. Angetrieben von zwei Elektromotoren und einem 2,4-l-Ottomotor, der im Niedrig- und Teillastbereich mit verlängertem Expansionshub (Atkinson-Zyklus) arbeitet, erreicht der Eclipse Cross eine Systemleistung von 138 kW und soll bis zu 61 km weit und bis zu 135 km/h schnell rein elektrisch fahren können.

Karosserie + Design

Der Eclipse Cross wurde für das aktuelle Modelljahr weitreichend überarbeitet. Er wächst deutlich um 14 cm in der Länge. Die coupéhafte Dachlinie fällt ab der B-Säule nach hinten ab, zugleich steigt die Schulterlinie nach hinten stark an. Zugleich prägen akzentuierende Radhäuser, Sicken und sportliche Kanten die Seitenansicht des Japaners.

Front und Heck wurden neu gestaltet, die Hauptscheinwerfer in LED-Technik wanderten in die Seitenschweller, die Motorhaube optisch nach oben. Der aktualisierte Kühlergrill dominiert die Front zusammen mit den schmalen LED-Tagfahrleuchten. Ein optischer Unterfahrschutz gibt dem Fahrzeug den gewünschten Crossover-Look. Hinten wurde die bisher geteilte Heckscheibe durch eine durchgängige ersetzt, die dritte Bremsleuchte wanderte an die Dachkante. Die Rundumsicht wurde so deutlich verbessert und die Heckansicht mit ruhigeren Flächen gefälliger.

Interieur + Bedienung

Im Innenraum herrscht Hartplastik vor. Die meisten Oberflächen fassen sich hart an. Die Bedienelemente wie der Getriebewählhebel und die Tasten für E-Strategie und Fahrmodus findet man auch im Outlander PHEV. Umsteiger finden sich sofort zurecht. Das Multifunktionslenkrad verfügt über Bedienteile für Tempomat und Telefon, die beiden Lenkradpedals dienen der Einstellung der Rekuperationsstufe des elektrischen Antriebs, die in vier Stufen angepasst werden kann. Möglich ist alles zwischen einem freien Gleiten bis hin zu dem oft erwähnten One-Pedal-Feeling, bei dem nahezu die gesamte Verzögerung von Stadtfahrten über die Maschine abgedeckt werden kann.

Ab der mittleren Ausstattungsvariante Plus wird das standardmäßige Entertainmentsystem mit Smart-Phone-Anbindung und 8″-Touchscreen durch eines mit integriertem Navigationssystem von TomTom ersetzt, das dann auch ermöglicht, Fahrzeugfunktionen wie die Standheizung per App zu aktivieren oder den Ladezustand der Batterie mobil zu überprüfen.

Motor + Antrieb

Das grundsätzliche Antriebslayout des Eclipse Cross entspricht dem des Outlander PHEV: Je ein Elektromotor treibt eine Achse an, bei Geschwindigkeiten über 135 km/h greift der 2,4-l-Ottomotor direkt in den Antriebsstrang mit ein. Bei geringerem Tempo wird das Aggregat, das nach dem Atkinson-Zyklus mit verlängertem Expansionshub arbeitet, über Direkteinspritzung und variable Ventilhübe und Steuerzeiten verfügt, lediglich bei Bedarf als Generator genutzt, der über den Umweg der 13,8-kWh-Batterie den elektrischen Antrieb mit Energie versorgt. 

Der Verbrennungsmotor hat hier eine Maximalleistung von 72 kW bei 4.000/min und ein maximales Drehmoment von 193 Nm bei 2.500/min. Die Permanentmagnet-Synchronmaschine an der Vorderachse liefert maximal 60 kW (25 kW Nennleistung) und 137 Nm, die an der Hinterachse 70 kW (30 kW Nennleistung) und 195 Nm Maximaldrehmoment. Dabei stammen alle Antriebsmotoren direkt von Mitsubishi, die Lithium-Ionen-Batterie wird von GS Yuasa zugeliefert.

Laden + Entladen

Geladen wird an Niedervoltanlagen mit einem Typ-2-Stecker. Dabei ist die Batterie an einer Ladestation oder Wallbox mit 16 A nach 4 h voll, an der Haushaltssteckdose wird auf 10 A reduziert, daher dauert die Beladung hier 6 h. An einer Schnellladesäule kann über den CHAdeMO-Stecker mit maximal 50 kW geladen werden. In 25 min ist hier eine Batteriekapazität von 80 % erreicht. Die zwei verschiedenen Ladestecker haben einen Grund: Als einer der wenigen Anbieter fördert Mitsubishi aktiv das bidirektionale Laden. Grundvoraussetzung ist hier aber die Kommunikation zwischen Ladestation und Wallbox. Bisher ist das nur mit dem CHAdeMO-Standard möglich. 9,8 kWh der gesamten Batteriekapazität können beim Eclipse Cross ins Hausnetz rückgespeist werden, die entsprechende Ladesäule vorausgesetzt. Hat man die nicht, kann man der Batterie über eine Steckdose im Kofferraum Strom für externe Verbraucher mit einer Maximalleistung von 1.500 Watt entziehen.

Fahreindruck

Der Fahrtermin fand, der avisierten Nutzung des Fahrzeugs entsprechend, in der Stadt statt. So waren weder lange Strecken noch hohe Geschwindigkeiten erfahrbar. Die mögliche Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h von 10,9 s und die Höchstgeschwindigkeit von 162 km/h blieben also ebenso ungeprüft wie die 61 km rein elektrische Reichweite. Die grundsätzlichen Fahreigenschaften des Eclipse Cross können durchaus überzeugen, besonders das Zuschalten des Verbrennungsmotors bei hoher Lastanforderung gefällt. 

Da der Motor nicht in den Antrieb direkt eingreift geht das nämlich ohne unangenehmes Rucken oder laute Höchstdrehzahlen vonstatten. Im Verkehr schwimmt der Mitsubishi behände mit, Kraftanforderungen werden angenehm direkt umgesetzt und das Geräuschniveau im Innenraum ist stets niedrig. Die großen Spiegel und die jetzt ungeteilte Heckscheibe sind der Übersicht in der Stadt durchaus dienlich, die benötigt man allerdings auch, denn mit etwas mehr als 1,80 m Breite (2.166 mm inklusive Spiegel) und über 4,54 m Länge ist das Crossover keineswegs klein. In engen Innenstädten stößt das Konzept daher schon mal an seine Grenzen.

Fazit + Preise

Mit dem Eclipse Cross PHEV erweitert Mitsubishi sein Portfolio um ein weiteres Modell im noch immer boomenden Crossover-Markt. Der Wagen bietet viel Platz, eine passable Anhängelast (1,5 t) und ordentliche Fahrleistungen. Gut nutzbare elektrische Reichweiten machen den Japaner ideal für den täglichen Weg zur Arbeit und für Kurzstrecken, solang man nicht zwingend in enge Innenstädte muss. Auf längeren Fahrten hat man zumindest die Möglichkeit, den Wagen ohne lange Ladestopps mit Ottokraftstoff zu nutzen, der angegebene Verbrauch von lediglich 19,3 kWh und 1,8 l/100 km Superbenzin ist dann obsolet, Erfahrungswerte mit dem größeren Outlander PHEV lassen aber mögliche Verbräuche um 7 l/100 km als realistisch erscheinen.

Bleibt noch der Blick auf die Preisliste: Hier startet der Mitsubishi Eclipse Cross bei 39.890 Euro, wobei der Staat den Kauf mit 4.500 Euro bezuschusst und Mitsubishi selbst ebenfalls 4.500 Euro hinzugibt. Den Kunden kostet der Wagen also mindestens 30.890 Euro. Um den Ein- und Umstieg zu erleichtern, bieten die Händler hier umfangreiche Hilfe bei Förderanträgen für Fahrzeug und Peripherie wie Wallboxen und Photovoltaikanlagen (KfW-Förderkredite) an. Zudem gibt es einen eigenen Ladetarif mit der Option auf Ökostrom umzustellen. Damit sind dann 30.000 Ladepunkte verfügbar.

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