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Arbeitsmodelle im Wandel – Eine theoretische und empirische Untersuchung zyklussensitiver Arbeitsgestaltung

  • Open Access
  • 11.11.2025
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Zusammenfassung

Der Fachbeitrag untersucht, wie zyklussensitive Arbeitsmodelle die Gesundheit und Produktivität menstruierender Mitarbeitender fördern können. Er beleuchtet die physiologischen Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die Arbeitsfähigkeit und zeigt auf, wie flexible Arbeitszeiten, digitale Tools und eine offene Unternehmenskultur dazu beitragen können, zyklusbedingte Bedürfnisse in die Arbeitsgestaltung zu integrieren. Der Artikel diskutiert auch die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Umsetzung solcher Modelle in verschiedenen Branchen. Zudem wird die Bedeutung von Datenschutz und ethischen Rahmenbedingungen bei der Nutzung digitaler Tools hervorgehoben. Die Forschung betont, dass zyklussensitive Arbeitsgestaltung nicht nur die individuelle Gesundheit verbessert, sondern auch die betriebliche Effizienz und Fairness stärken kann. Der Beitrag schließt mit der Feststellung, dass ein kultureller Wandel und die Sensibilisierung von Führungskräften entscheidend für die erfolgreiche Implementierung solcher Modelle sind.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

1 Arbeitsgestaltung im Kontext aktueller Arbeitswelten

Mit der Einführung eines staatlich garantierten Menstruationsurlaubs im Jahr 2023 hat Spanien ein deutliches politisches Signal gesetzt: Menstruation ist kein privates, sondern auch ein arbeitsrelevantes Thema. Während Spanien mit dieser Gesetzgebung eine Vorreiterrolle einnimmt, wird das Thema in Deutschland bislang überwiegend auf symbolischer Ebene diskutiert. Es mangelt an strukturierten Ansätzen auf betrieblicher Ebene, um zyklische Bedürfnisse von Mitarbeitenden konkret in die Arbeitsgestaltung zu integrieren (Reinhardt et al. 2025). Die vorliegende Forschung setzt an dieser Lücke an und untersucht, wie zyklussensitive Arbeitsmodelle einen innovativen Beitrag zu einer inklusiveren und gesundheitsfördernden Arbeitswelt leisten können.
Trotz zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Einfluss des Menstruationszyklus auf das Wohlbefinden, die Konzentrationsfähigkeit und das Leistungsvermögen (Al-harbi et al. 2020), werden diese biologischen Aspekte in der heutigen Arbeitswelt bislang nur unzureichend berücksichtigt. Zahlreiche menstruierende Personen berichten von zyklusbedingten Einschränkungen wie Energietiefs, Stimmungsschwankungen oder kognitiven Beeinträchtigungen; dennoch stellen flexible Arbeitszeitmodelle oder eine an den individuellen Zyklus angepasste Aufgabenverteilung bislang eher die Ausnahme als die Regel dar (Schoep et al. 2019b).
Studien zeigen, dass zwei Drittel der menstruierenden Befragten sich im Beruf mehr Flexibilität während der Menstruation, etwa durch freie Zeiteinteilung, mobile Arbeit oder alternative Aufgaben wünschen (Schoep et al. 2019a). Auch andere Länder wie Japan zeigen zudem, dass hohe Arbeitsbelastung und geringe Regenerationsphasen die Menstruationsgesundheit zusätzlich beeinträchtigen (Nishikitani et al. 2017).
Zyklussensitive Arbeitsgestaltung versteht sich demnach als Antwort auf diese Missstände. Ziel ist es, hormonelle Schwankungen nicht länger als individuelles Problem, sondern als strukturell gestaltbares Element der Arbeitsorganisation zu begreifen. Moderne Technologien, digitale Tools und arbeitspsychologische Erkenntnisse bieten neue Möglichkeiten, Arbeitszeiten und Aufgaben an die Bedürfnisse menstruierender Mitarbeitender anzupassen, sei es durch zyklusbasiertes Task Management, Selbstorganisation über Apps oder individuelle Arbeitszeitgestaltung (Hu et al. 2023). Besonders praxisnah ist der Blick in den Leistungssport. Professionelle Athletinnen nutzen zyklische Erkenntnisse längst, um Trainings- und Regenerationsphasen optimal zu steuern, um das Trainingspotenzial optimal auszuschöpfen (Bruinvels et al. 2022; Carmichael et al. 2021). Empirische Beispiele, etwa das zyklussensitive Training der britischen Olympiasiegerin im Siebenkampf (McCallum 2022), verdeutlichen, dass eine Übertragung entsprechender Prinzipien auf die Arbeitswelt möglich ist.
Gleichzeitig steht der betrieblichen Umsetzung ein breites Bündel an Herausforderungen entgegen. Neben rechtlichen Unsicherheiten und technischer Machbarkeit ist vor allem die kulturelle Dimension entscheidend. In bestimmten Berufsgruppen – etwa im Schichtdienst, in der Produktion oder bei stark kundenabhängigen Tätigkeiten – ist eine flexible Anpassung von Arbeitszeiten oder Aufgaben naturgemäß deutlich schwerer umzusetzen. Solange Menstruation im Arbeitskontext als unangemessen oder tabuisiert gilt, bleibt die strukturelle Verankerung zyklussensitiver Modelle zusätzlich erschwert (Nishikitani et al. 2017). Die Einführung solcher Konzepte setzt daher nicht nur technische oder organisatorische Maßnahmen voraus, sondern auch einen grundlegenden kulturellen Wandel – hin zu mehr Sichtbarkeit, Offenheit und Normalisierung im Umgang mit zyklischer Gesundheit.

2 Theoretische Grundlagen der zyklussensitiven Arbeitsgestaltung

Das Konzept zyklussensitiver Arbeitsgestaltung basiert auf der Erkenntnis, dass hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus kognitive und physische Leistungsfähigkeit beeinflussen, ein Aspekt, der in herkömmlichen Arbeitsmodellen weitgehend unberücksichtigt bleibt. Der Menstruationszyklus gliedert sich in vier Phasen: Menstruation, Follikelphase, Ovulation und Lutealphase. In diesen Phasen verändern sich die Konzentrationen von Östrogen, Progesteron und weiteren Hormonen, was sich spürbar auf Energie, Stimmung und Belastbarkeit auswirken kann (McNulty et al. 2020).
Zyklussensitives Arbeiten zielt darauf ab, diese biologischen Rhythmen in die Arbeitsgestaltung zu integrieren, um das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit menstruierender Mitarbeitender zu fördern (Bruinvels et al. 2022). Die Umsetzung solcher Modelle setzt jedoch strukturelle Flexibilität voraus. Flexible Arbeitsmodelle, wie Gleitzeit, Homeoffice oder projektbasierte Arbeit, ermöglichen es, Arbeitszeit, -ort und -aufgaben an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Damit bieten sie eine geeignete Grundlage für zyklussensitive Gestaltung, sofern betriebliche und rechtliche Rahmenbedingungen dies zulassen.
In der Arbeitspsychologie ist Flexibilität ein zentraler Hebel für Motivation, Produktivität und Gesundheit. Die individuelle Anpassung von Arbeitsbedingungen an biologische Rhythmen, sei es der zirkadiane Rhythmus oder der Menstruationszyklus, verbessert die Selbstorganisation und steigert die intrinsische Motivation (Marcus 2011). Studien zeigen, dass starre Arbeitszeitregelungen Leistungseinbußen begünstigen, wenn sie natürliche Hoch- und Tiefphasen ignorieren (Collewet und Sauermann 2017). Diese Überlegungen knüpfen an etablierte Konzepte wie das Zwei-Prozess-Modell des Schlafs nach Borbély (1988) oder das Job-Demands-Resources-Modell von Demerouti et al. (2001) an. Beide heben die Bedeutung biologischer Rhythmen und individueller Ressourcen im Arbeitskontext hervor. Ein zentrales Beispiel ist der Chronotyp, die innere zeitliche Präferenz einer Person. Zyklische Leistungsunterschiede können dabei als wichtige Orientierungspunkte für die individuelle Gestaltung von Arbeitszeiten dienen.
Die grundlagenorientierte Forschung zeigt, dass der Menstruationszyklus mit deutlichen körperlichen und kognitiven Veränderungen einhergeht, die sich auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit auswirken können. Während Follikel- und Ovulationsphase häufig mit einer gesteigerten Konzentrationsfähigkeit, höherem Energielevel und positiver Stimmung assoziiert sind, berichten viele Betroffene in der Luteal- und Menstruationsphase von Beschwerden wie Müdigkeit, Schmerzen und eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit (McNulty et al. 2020; Bruinvels et al. 2022; Al-harbi et al. 2020). Die Bandbreite der individuellen Ausprägungen unterstreicht die Notwendigkeit, zyklussensitive Modelle flexibel und anpassbar zu gestalten.
Im Rahmen der problemorientierten Literatur wird deutlich, dass strukturelle Barrieren wie starre Arbeitszeiten, wenig individuelle Aufgabenverteilung sowie eine nach wie vor weit verbreitete Tabuisierung des Themas Menstruation die Integration entsprechender Modelle erschweren. In vielen Unternehmen gilt Menstruation weiterhin als privates oder unangemessenes Thema, was zu Unsichtbarkeit und mangelnder Unterstützung führt (Hu et al. 2023). Auch zeigen Studien, dass zyklusbedingte Beschwerden regelmäßig zu Produktivitätsverlusten und erhöhten Fehlzeiten führen können (Schoep et al. 2019a), was betriebliche wie gesundheitliche Relevanz gleichermaßen unterstreicht.
Lösungsorientierte Forschungsansätze betonen, dass flexible Arbeitszeitmodelle, mobile Arbeitsformen, individuell anpassbare Pausenregelungen sowie zyklusorientierte Aufgabenverteilung wirkungsvolle Maßnahmen darstellen. Besonders digitale Anwendungen wie Zyklustracking-Apps oder KI-basierte Selbstorganisationshilfen bieten Potenzial, um menstruierenden Mitarbeitenden alltagsnahe Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Arbeitsabläufe zu ermöglichen (Hajkova und Doyle 2024). Dabei wird jedoch auf die Notwendigkeit strenger Datenschutzrichtlinien verwiesen, um den sensiblen Umgang mit Gesundheitsdaten zu gewährleisten (Hu et al. 2023).
Die zukunftsorientierte Literatur befasst sich mit der langfristigen Integration zyklussensitiver Arbeitsgestaltung in moderne Unternehmensstrukturen. Dabei steht nicht ausschließlich die Zielgruppe menstruierender Personen im Mittelpunkt, sondern auch eine mögliche Ausweitung auf weitere Lebensphasen wie Schwangerschaft oder Menopause, die ebenfalls mit hormonellen Veränderungen einhergehen und entsprechende Anforderungen an eine flexible Arbeitsgestaltung stellen (Bruinvels et al. 2022; Ray und Pana-Cryan 2021). Auch kulturelle Unterschiede und globale Unterschiede in der Wahrnehmung und Thematisierung von Menstruation werden berücksichtigt (Nishikitani et al. 2017). Besondere Bedeutung kommt dabei sogenannten FemTech-Anwendungen zu, einem Sammelbegriff für technologische Lösungen zur Unterstützung der weiblichen Gesundheitsversorgung, insbesondere im Bereich des Zyklus-Trackings. Diese digitalen Tools ermöglichen nicht nur eine präzisere Planung und Selbststeuerung, sondern tragen auch zur Sichtbarmachung und gesellschaftlichen Normalisierung zyklusbezogener Themen bei (Tylstedt et al. 2023).
Insgesamt lässt sich festhalten, dass zyklussensitive Arbeitsgestaltung ein interdisziplinäres Konzept ist, das biologische Rhythmen, technologische Unterstützung, organisatorische Rahmenbedingungen sowie kulturelle und gesellschaftliche Faktoren miteinander verknüpft. Der aktuelle Forschungsstand bildet eine tragfähige Grundlage für die Entwicklung entsprechender Modelle. Für eine erfolgreiche Umsetzung bedarf es jedoch nicht nur technischer und organisatorischer Anpassungen, sondern auch eines kulturellen Wandels, der Offenheit, Sichtbarkeit und Diversität im betrieblichen Alltag stärkt. Zyklussensitives Arbeiten lässt sich als Weiterentwicklung flexibler und rhythmusorientierter Arbeitsgestaltung verstehen. Es verbindet arbeitspsychologische Theorien, physiologische Grundlagen und moderne Arbeitsmodelle zu einem Konzept, das Diversität, Gesundheit und Effizienz gleichermaßen adressiert.

3 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung zyklussensitiver Anforderungen

Zur fundierten Entwicklung zyklussensitiver Arbeitsgestaltung wird im Folgenden ein mehrstufiges, integriertes methodisches Vorgehen gewählt, das sowohl theoriegeleitete als auch empirische Elemente kombiniert. Im Zentrum steht eine Mixed-Methods-Erhebung bestehend aus qualitativen Experteninterviews und einer quantitativen Online-Befragung.
Basierend auf einer Literaturanalyse wurde ein Anforderungskatalog für zyklussensitive Arbeitsmodelle abgeleitet. Diese Anforderungen wurden mittels einer qualitativen und quantitativen Komponente validiert und erweitert. Qualitative in Form leitfadengestützter Experteninterviews mit Personen aus der Praxis in den Bereichen Human Resources, Change- und Diversity-Management sowie quantitative auf Basis einer Online-Befragung zur Akzeptanz, Machbarkeit und datenschutzrechtlichen Einschätzung zyklussensitiver Maßnahmen.
Die Erkenntnisse wurden anschließend zusammengeführt und in einem Arbeitskalender exemplarisch umgesetzt, der veranschaulicht, wie zyklussensitive Flexibilität im beruflichen Alltag konkret Anwendung finden kann. Die empirischen Befunde bestätigen die theoretischen Annahmen und bieten zugleich praxisnahe Anhaltspunkte für die Entwicklung zukunftsfähiger und gesundheitsförderlicher Arbeitsmodelle.

4 Anforderungsprofil zyklussensitiver Arbeitsgestaltung

Basierend auf theoretischen Analysen und empirischen Daten ergibt sich ein differenziertes Anforderungsprofil für die Implementierung zyklussensitiver Arbeitsmodelle. Ziel ist es, betriebliche Strukturen so zu gestalten, dass zyklusbedingte Bedürfnisse berücksichtigt werden und gleichzeitig praktikabel im Alltag umsetzbar sind.

4.1 Quantitative Umfrage

Die quantitative Umfrage verfolgt das Ziel, Einstellungen, Erfahrungen und Anforderungen menstruierender Personen im Hinblick auf zyklussensitive Arbeitsmodelle zu erfassen. Hierzu wurde ein strukturierter Online-Fragebogen eingesetzt, der sowohl geschlossene Fragen als auch Likert-Skalen zur Erhebung von Einstellungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen enthält. Insgesamt nahmen 139 Personen im Alter von 16 und 65 Jahren an der Erhebung teil, wobei der Fokus auf berufstätigen menstruierenden Personen lag. Ziel der Untersuchung war es, die in der Literatur identifizierten Anforderungen zu überprüfen, neue Erkenntnisse zu generieren und praxisnahe Perspektiven zu ergänzen. Die Befragung gliederte sich in vier Themenbereiche: Zunächst wurde das allgemeine Verständnis sowie bestehende Erfahrungen mit zyklussensitiven und flexiblen Arbeitsmodellen erfasst. Anschließend wurden individuelle Arbeitsbedingungen und bisherige Flexibilitätsmöglichkeiten untersucht. Darauf folgte die Erhebung von Einstellungen, Erwartungen und möglichen Bedenken gegenüber zyklussensitiven Modellen. Abschließend wurden demografische Daten erhoben, um Unterschiede zwischen Zielgruppen zu analysieren.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Konzept zyklussensitiver Arbeitsgestaltung bislang nur wenig Bekanntheit erlangt hat, gleichzeitig jedoch auf eine grundsätzlich hohe Zustimmung trifft. So bewerten 86 % der Befragten entsprechende Modelle als eher oder sehr sinnvoll. Trotz einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber dem Konzept zeigen sich auch relevante Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Akzeptanz durch Führungskräfte, den erwarteten organisatorischen Aufwand sowie bestehende kulturelle Hemmnisse wie die Tabuisierung des Themas Menstruation.
Die Datenanalyse belegt, dass viele menstruierende Personen regelmäßig zyklusbedingte Schwankungen in ihrem Energielevel, ihrem Wohlbefinden sowie ihrer Produktivität wahrnehmen. Dennoch wird der Menstruationszyklus bislang nur selten aktiv in die Arbeitsgestaltung integriert. Eine wesentliche Ursache hierfür liegt in der Tatsache, dass das Thema Menstruation im betrieblichen Kontext vielfach nicht thematisiert wird. So berichten 79 % der Befragten, dass Menstruation in ihrem Arbeitsumfeld kaum oder gar nicht offen angesprochen wird. Als wesentliche Gründe hierfür werden gesellschaftliche Normen, individuelle Hemmungen, mangelnde Aufklärung sowie eine unzureichende Kommunikationsbereitschaft von Führungskräften identifiziert. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse eine Offenheit gegenüber unterstützenden Maßnahmen. Viele der Teilnehmenden nutzen bereits digitale Zyklus-Tracking-Tools oder flexible Arbeitszeitregelungen. Spezifisch zyklussensitive Regelungen sind hingegen bislang kaum verbreitet, was auf einen erheblichen Handlungsbedarf hinweist.
Auf Grundlage der Befragungsergebnisse lassen sich zehn zentrale Anforderungen für die erfolgreiche Implementierung zyklussensitiver Arbeitsmodelle identifizieren. Dazu gehören die verstärkte Aufklärung und Informationsvermittlung, die gezielte Qualifizierung von Führungskräften sowie die Etablierung einer offenen und wertschätzenden Kommunikationskultur.
Weitere zentrale Aspekte betreffen die flexible und individuelle Gestaltung von Arbeitszeit und Aufgaben, die Berücksichtigung zyklusbedingter Leistungsschwankungen, der transparente und sensible Umgang mit Gesundheitsdaten, die Schaffung geeigneter struktureller Rahmenbedingungen sowie die Integration geeigneter Technologien unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Darüber hinaus besteht ein Bedarf an Evaluationsmechanismen zur Messung des Nutzens solcher Modelle sowie an zielgruppenspezifischer Kommunikation, etwa im Hinblick auf altersbedingte Unterschiede in der Akzeptanz.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere Befragte ab 35 Jahren zyklussensitiven Arbeitsmodellen tendenziell aufgeschlossener gegenüberstehen als jüngere Personen unter 35 Jahren. Dies könnte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass erstere in der Vergangenheit einen stärkeren Bedarf an Offenheit und Akzeptanz in Bezug auf das Thema wahrgenommen haben. Zugleich belegen die statistischen Analysen, dass individuelle zyklusbezogene Verhaltensweisen, etwa die bewusste Gestaltung des Alltags oder sportlicher Aktivitäten nach dem Zyklus, keinen signifikanten Einfluss auf die Einschätzung des mit der Umsetzung verbundenen organisatorischen Aufwands haben.
Die Befunde unterstreichen die Relevanz eines ganzheitlichen, kultursensiblen und partizipativen Ansatzes bei der Einführung zyklussensitiver Arbeitsmodelle. Dabei sind sowohl individuelle Bedürfnisse als auch strukturelle und kulturelle Gegebenheiten zu berücksichtigen. Die Umfrage leistet somit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Akzeptanzbedingungen und Umsetzungspotenziale zyklussensitiver Arbeitsgestaltung und stellt eine fundierte Grundlage für weitere Forschung sowie für die betriebliche Praxis dar.
Der vollständige Fragebogen sowie eine detaillierte Auswertung der Umfrageergebnisse können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

4.2 Qualitative Umfrage

Zur Vertiefung der empirischen Erkenntnisse wurden drei halbstrukturierte Experteninterviews mit Fachpersonen unterschiedlichen Geschlechts aus dem Personalwesen sowie aus verschiedenen Bereichen der Unternehmenspraxis durchgeführt, um ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven abzudecken. Ziel war es, die theoretisch und quantitativ gewonnenen Anforderungen zyklussensitiver Arbeitsmodelle zu validieren und praxisnahe Herausforderungen, Lösungsansätze und Perspektiven zu erfassen.
Die Interviews wurden gemäß dem einfachen Transkriptionssystem nach Dresing und Pehl (2018) verschriftlicht. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2010), basierend auf acht deduktiven Hauptkategorien: Wahrnehmung, technologische, organisatorische, physische, rechtliche, personelle und kulturelle Anforderungen sowie Zukunftserwartungen.
Folgende zentrale Ergebnisse lassen sich ableiten:
  • Allgemeine Wahrnehmung: Zyklussensitives Arbeiten ist kaum bekannt, wird jedoch als relevant und anschlussfähig an bestehende flexible Modelle eingeschätzt. Kulturelle Tabus gelten als zentrales Hindernis.
  • Technologische Aspekte: Tools zur Selbstorganisation werden befürwortet, jedoch bestehen starke Datenschutzbedenken gegenüber betrieblichen Anwendungen.
  • Organisation: Flexible Zeit- und Aufgabenmodelle (z. B. Gleitzeit ohne Kernzeiten, Homeoffice nach Bedarf) sind grundlegend. In starren Systemen wie Schichtarbeit ist die Umsetzung erschwert.
  • Physische Rahmenbedingungen: Angebote wie Ruheräume, ergonomische Ausstattung und Gesundheitsmaßnahmen gelten als förderlich, sind aber selten etabliert.
  • Rechtlich-ethische Anforderungen: Datenschutz, Gleichbehandlung und Freiwilligkeit stehen im Vordergrund. Die Nutzung sensibler Daten muss streng geregelt sein.
  • Personelle Anforderungen: Mitarbeitende sollen selbstorganisiert agieren können. Unterstützt werden sollte dies durch Schulungen, Reflexion und freiwillige Tools.
  • Kulturelle Dimension: Die Enttabuisierung des Themas Menstruation wird als Schlüsselfaktor gesehen. Offene Kommunikation, Etablierung in die Unternehmensstrategie, Workshops und Sichtbarkeit sind entscheidend.
  • Zukunftsperspektiven: Zyklussensitive Modelle gelten als langfristig anschlussfähig, insbesondere bei zunehmender Individualisierung und Gesundheitsorientierung. Pilotprojekte werden empfohlen.
Die Interviews verdeutlichen, dass zyklussensitive Arbeitsmodelle sowohl strukturelle Anpassungen als auch kulturellen Wandel erfordern. Erfolgsfaktoren sind u. a. flexible Arbeitsgestaltung, Datenschutz, freiwillige Nutzung, offene Kommunikation, Schulungen sowie rechtliche und ethische Absicherung.

4.3 Systematisierung zentraler Anforderungen an zyklussensitive Arbeitsmodelle

Die systematische Analyse von Literatur, quantitativer Umfrage und qualitativen Experteninterviews ergibt ein umfassendes Anforderungsprofil für die Umsetzung zyklussensitiver Arbeitsmodelle. Die Anforderungen können in sieben Kategorien gebündelt werden: Organisatorische, physische, technologische, kulturelle, rechtliche/ethische, personelle sowie zusätzliche empirisch identifizierte Anforderungen. Letztere umfassen neue Aspekte wie zielgruppenspezifische Kommunikation, zyklusadaptierte Planungshilfen, Evaluationsmethoden und vertrauliche Anlaufstellen im Unternehmen – Themen, die über den bisherigen Diskurs in der Fachliteratur hinausgehen.
Die tabellarische Matrix (Abb. 1) macht transparent, aus welchen Quellen die jeweiligen Erkenntnisse stammen, und zeigt, dass viele theoretisch abgeleitete Anforderungen auch empirisch bestätigt werden. Die Schattierung markiert jene Anforderungen, die in der empirischen Untersuchung besonders häufig erwähnt wurden. Insgesamt zeigt sich: Zyklussensitives Arbeiten ist ein interdisziplinär zu gestaltendes Konzept, das nur durch die Berücksichtigung struktureller, kultureller und individueller Bedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann.
1.
Essenzielle Anforderungen (Basis): Diese Anforderungen stellen die Grundvoraussetzung für die Einführung zyklussensitiver Arbeitsmodelle dar. Sie umfassen insbesondere die Schaffung flexibler Arbeitszeitmodelle, den Schutz sensibler Gesundheitsdaten, die freiwillige Teilnahme ohne Stigmatisierung sowie eine offene, diskriminierungsfreie Unternehmenskultur. Zudem zählen dazu auch die digitale Unterstützung durch vertrauenswürdige Tools sowie klare rechtliche Rahmenbedingungen. Ohne die Umsetzung dieser Basisfaktoren ist eine strukturelle Integration zyklussensitiver Konzepte kaum realisierbar.
 
2.
Wichtige strukturelle Maßnahmen: Diese Anforderungen ergänzen die Basiskomponenten und sorgen für eine nachhaltige Verankerung und Praxistauglichkeit der Modelle. Dazu zählen beispielsweise eine transparente interne Kommunikation, die Berücksichtigung individueller Rhythmen bei der Projektplanung, freiwillige digitale Selbstmanagement-Angebote sowie gezielte Führungskräfteschulungen. Auch strategische Aspekte wie Diversität-Maßnahmen oder standardisierte Evaluationen gehören in diese Kategorie.
 
3.
Ergänzende und unterstützende Maßnahmen: Diese Ebene umfasst Maßnahmen, die eine ganzheitliche Umsetzung fördern, aber nicht zwingend für die erstmalige Einführung erforderlich sind. Dazu zählen etwa ergonomische Arbeitsplätze, Gesundheitsförderung, körperlich-zyklusangepasste Maßnahmen oder gezielte Kommunikationskampagnen. Auch infrastrukturelle Rahmenbedingungen wie Ruheräume oder Pilotprojekte in Unternehmen werden hier berücksichtigt.
 
Abb. 1
Anforderungsübersicht
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Die Priorisierung (Abb. 2) dient dazu, die Anforderungen hinsichtlich ihrer Relevanz und Umsetzbarkeit zu strukturieren und gibt Unternehmen eine praxisnahe Orientierungshilfe für die schrittweise Einführung zyklussensitiver Arbeitsstrukturen.
Abb. 2
Anforderungspriorisierung
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Die Priorisierung der dargestellten Anforderungen erfolgte auf Grundlage einer qualitativen Bewertung entlang zweier zentraler Kriterien: Relevanz und Umsetzbarkeit. Diese Kriterien wurden aus der theoretischen Analyse, den empirischen Ergebnissen der quantitativen Umfrage sowie den Experteninterviews abgeleitet. Dabei wurden sowohl die Häufigkeit der Nennungen als auch die inhaltliche Gewichtung der jeweiligen Anforderungen berücksichtigt.

5 Zyklussensible Selbstorganisation im Arbeitsalltag – Ein Praxisbeispiel

Ein zentrales Ziel zyklussensitiver Arbeitsgestaltung ist die alltagsnahe Unterstützung menstruierender Mitarbeitender bei der individuellen Planung und Aufgabenstrukturierung. Neben übergeordneten Maßnahmen wie flexiblen Arbeitszeiten oder individuell gestaltbaren Pausen können insbesondere digitale Tools helfen, den Arbeitsalltag im Einklang mit dem persönlichen Zyklus zu gestalten.
Ein praxisnaher Ansatz ist beispielsweise die Integration von Zyklusinformationen in digitale Kalenderanwendungen. Durch farblich codierte Zyklusphasen und tagesbezogene Empfehlungen erhalten Mitarbeitende Hinweise zu passenden Tätigkeiten, z. B. für kreative Aufgaben in der Ovulationsphase oder administrative Tätigkeiten während der Menstruation. Dadurch lassen sich sogenannte „Powertage“ gezielt für anspruchsvolle Aufgaben nutzen.
Ziel ist nicht nur eine höhere Effizienz, sondern auch eine Stärkung der Selbstwahrnehmung und Arbeitszufriedenheit. Die dargestellten Kalenderbeispiele (Abb. 3) verdeutlichen, wie zyklusadaptierte Planung konkret aussehen kann, beispielsweise durch empfohlene Aufgaben, kontextbezogene Hinweise und eine intuitive visuelle Struktur. Zyklussensitive Kalenderansichten machen so die physiologischen Schwankungen sichtbar und integrierbar, nicht als Einschränkung, sondern als Planungsgrundlage für einen individuell stimmigen Arbeitsalltag.
Abb. 3
Praxisbeispiel Kalenderplanung
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Zyklusorientierte Kalenderfunktionen zielen darauf ab, individuelle Leistungsschwankungen bei der Arbeitsplanung zu berücksichtigen. Dabei stehen mehrere Aspekte im Spannungsverhältnis: Erstens erfordert die personalisierte Anpassung der Arbeitsgestaltung eine freiwillige und kontrollierbare Nutzung durch die betroffene Person. Zweitens unterliegen gesundheitsbezogene Zyklusdaten besonderen Datenschutzanforderungen gemäß Artikel 9 DSGVO und dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung verarbeitet werden. Drittens ist sicherzustellen, dass solche Funktionen nicht zu Benachteiligung oder Stigmatisierung führen, sondern gleichstellungsfördernd und inklusiv ausgestaltet sind. Viertens ist die Mitbestimmung zentral: Sowohl Beschäftigte als auch Interessenvertretungen müssen in die Einführung und Gestaltung solcher Tools einbezogen werden, um Akzeptanz, Transparenz und Fairness zu gewährleisten. Darüber hinaus sind weitere Aspekte zu berücksichtigen: Die medizinische und gesundheitliche Aufklärung der Nutzer*innen, technische Transparenz hinsichtlich der Funktionsweise des Systems, Interoperabilität mit bestehenden Arbeitsplattformen sowie die Garantie, dass eine Nicht-Nutzung keinerlei Nachteile mit sich bringt. Schließlich sollten zyklusorientierte Funktionen so gestaltet sein, dass sie auch andere individuelle Rhythmen und Bedürfnisse einbeziehen – etwa bei neurodiversen Personen oder chronischen Erkrankungen – und regelmäßig durch Nutzerfeedback und Evaluation weiterentwickelt werden.

6 Diskussion und Fazit

Die vorliegende Forschung hat gezeigt, dass zyklussensitive Arbeitsmodelle nicht nur ein innovativer Ansatz zur Förderung individueller Gesundheit und Arbeitszufriedenheit sind, sondern auch ein konkretes Instrument zur Weiterentwicklung moderner Arbeitswelten. Durch die systematische Auseinandersetzung mit biologischen Rhythmen, organisationalen Strukturen und kulturellen Rahmenbedingungen wurde deutlich, dass die Berücksichtigung zyklusbedingter Schwankungen sowohl das Wohlbefinden menstruierender Mitarbeitender verbessern als auch betriebliche Effizienz und Fairness stärken kann.
Die theoretische Analyse hat die physiologischen Grundlagen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar gemacht. Empirische Erkenntnisse aus der Umfrage und den Experteninterviews bestätigten die praktische Relevanz: Viele Mitarbeitende erleben Einschränkungen durch zyklusbedingte Symptome, wünschen sich jedoch eine Arbeitsumgebung, die diesen Realitäten gerecht wird, nicht durch Sonderregelungen, sondern durch integrative Flexibilität. Diese Flexibilität kann durch bestehende Modelle wie Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice-Regelungen oder aufgabenorientierte Selbstorganisation realisiert werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass rein strukturelle Anpassungen nicht ausreichen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die betriebliche Kultur, die Offenheit, Vertrauen und Sensibilität im Umgang mit körperlichen Unterschieden fördern muss.
Gleichzeitig werden die Grenzen dieses Ansatzes deutlich. In stark fremdbestimmten Tätigkeitsbereichen wie Schichtarbeit, Pflege oder Produktion ist eine Umsetzung individueller Anpassungen schwieriger und erfordert kreative Lösungen, etwa adaptive Dienstpläne oder gezielte Berücksichtigung zyklischer Präferenzen bei der Aufgabenverteilung. Auch der Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten, die Wahrung von Fairness im Team sowie das Spannungsfeld zwischen individueller Anpassung und kollektiver Planungssicherheit stellen zentrale Herausforderungen dar. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert daher freiwillige Teilnahme, klare ethische Leitplanken und technische Lösungen zur Gewährleistung von Datenschutz und Vertrauen.
Darüber hinaus zeigt sich, dass der kulturelle Wandel eine ebenso entscheidende Rolle spielt. Solange Menstruation in Organisationen tabuisiert bleibt oder als rein privates Thema betrachtet wird, bleiben strukturelle Anpassungen schwer umsetzbar. Kommunikationsformate, Schulungen und die Sensibilisierung von Führungskräften als Kulturträger sind daher essenziell, um Offenheit, Vertrauen und eine nachhaltige Verankerung zyklussensitiver Modelle zu fördern.
Zyklussensitive Arbeitsgestaltung sollte zudem nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil umfassender Strategien verstanden werden. Erkenntnisse aus der Berücksichtigung hormoneller Schwankungen lassen sich auf andere zyklus- oder gesundheitsbedingte Veränderungen übertragen, etwa Schwangerschaft, Stillzeit, Menopause oder chronische Erkrankungen. Auf diese Weise können Synergien mit bestehenden Diversity‑, Gesundheits- und Work-Life-Balance-Programmen entstehen, die sowohl individuelle Arbeitsfähigkeit sichern als auch langfristig Resilienz, Motivation und Innovationskraft von Organisationen steigern. Technologische Entwicklungen, wie FemTech-Anwendungen oder adaptive Planungstools, bieten hierbei wertvolle Unterstützung, sofern sie verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Insgesamt zeigt die Forschung, dass zyklussensitives Arbeiten kein kurzfristiger Trend ist, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Individualisierung, Diversität und Gesundheit am Arbeitsplatz. Dennoch bleibt die Umsetzung komplex und erfordert sowohl strukturelle als auch kulturelle Veränderungen, die auf die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse verschiedener Berufsgruppen zugeschnitten sind. Diese Arbeit versteht sich daher nicht als abschließende Lösung, sondern als Ausgangspunkt für weiterführende Forschung, Pilotprojekte und praktische Erprobung. Sie soll dazu beitragen, zyklussensitive Arbeitsmodelle nicht nur zu denken, sondern aktiv umzusetzen, um eine gesündere, inklusive und zukunftsfähige Arbeitswelt zu gestalten.
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Hinweis des Verlags

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Titel
Arbeitsmodelle im Wandel – Eine theoretische und empirische Untersuchung zyklussensitiver Arbeitsgestaltung
Verfasst von
Stefanie Würth
Jochen Günther
Publikationsdatum
11.11.2025
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 1436-3011
Elektronische ISSN: 2198-2775
DOI
https://doi.org/10.1365/s40702-025-01224-1
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