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2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

75. Finanzmärkte im Umbruch

verfasst von: Alexis Eisenhofer

Erschienen in: Marktplätze im Umbruch

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Computer haben die Finanzindustrie in den letzten Jahren grundlegend verändert. Dies betrifft sowohl den Handel von Wertpapieren an Börsen, als auch das klassische Bankgeschäft. Waren Finanzplätze vor wenigen Jahren noch Orte, von denen Politiker Prestige ableiteten und diese mit Initiativen förderten, sind Börsen heute nur mehr eine Software, die an beliebigen Orten betrieben werden kann. Die Handelsteilnehmer sind heute dezentral, und meistens haben Maschinen die Aufgaben von Börsenhändlern übernommen. Der Hochfrequenzhandel, bei dem Nanosekunden entscheidend sind, stellt vollkommen neue Anforderungen an die Marktteilnehmer sowie an die Aufsichtsbehörden. Die zunehmende Digitalisierung von traditionellen Bankgeschäften wird durch eine Vielzahl von Start-Up Unternehmen vorangetrieben und stellt die Bankbranche vor große Herausforderungen. Jahrzehntelang haben Banken Innovationen ausschließlich bei neuen Finanzinstrumenten gesucht und ihre IT-Systeme vernachlässigt. Entsprechend verwundbar sind sie durch innovative Internetunternehmen, die für die technologieaffinen Generationen X (1964–1979) und Y (1980–1995) neue Konzepte zur Vermögensbildung anbieten.
Fußnoten
1
Würde eine Pensionskasse eine Verkaufsorder von 50.000 BMW-Aktien in das Orderbuch stellen, würden andere Marktteilnehmer dies sehen. Höchstwahrscheinlich würde dies den Kurs nach unten drücken und damit den Verkaufserlös für die Pensionskasse mindern.
 
2
Viele Handelssysteme bieten hierfür bestimmte Ordertypen an, so dass ein Blockhändler nicht unbedingt programmieren muss, sondern sogenannte „Eisberg-Orders“ direkt platzieren kann. Eine sehr einfache Order wäre immer ein Nachlegen eines gleichen Folgeauftrags, wenn die gezeigten Stücke am Markt ge- oder verkauft wurden.
 
3
Siehe hierzu den Entwurf eines Gesetzes zur Vermeidung von Gefahren und Missbräuchen im Hochfrequenzhandel (Hochfrequenzhandelsgesetz) vom 26.11.2012, Deutscher Bundestag (2012).
 
4
Wird eine Blockorder an einer Börse platziert, besteht eine Ausführungssicherheit und eine Preisunsicherheit. Je nach Orderbuchlage kann der Preis bei einer großen Order stark abweichen. Dark Pools zeichnen sich durch eine Preissicherheit bei gleichzeitiger Ausführungsunsicherheit aus. Der erste Dark Pool war Instinet, wo institutionelle Anleger über Nacht Blockorders zum Tagesschlusskurs der Börse einstellen konnten. Es bestand die Chance, allerdings nicht die Sicherheit, dass eine entsprechende Gegenorder eingestellt und damit der Auftrag abgewickelt wurde.
 
5
Mit über 12 Mio. Finanzinstrumenten weltweit ist der Markt jedoch völlig übersättigt. Paradoxerweise führt die große Auszahl jedoch zu weniger Aktivität, weil Privatkunden verunsichert werden und daher lieber keine Auswahlentscheidung treffen („Paradox of Choice“)
 
6
Die HypoVereinbank wird 300 ihrer 600 Filialen bis Ende 2016 schließen. Vgl. [12].
 
7
Zwar zeichnet sich insgesamt eine Verschärfung der Regulierung ab, allerdings bieten viele Finanzdienstleister ihre Infrastruktur im Rahmen eines „White Labels“ Angebots an. Kapitalanlagegesellschaften haben sich seit einiger Zeit für Drittfonds von Vermögensverwaltern geöffnet, die als Anlageberater fungieren und dadurch die stärke regulatorische Hürde überwinden müssen. Privatpersonen können heute „Fondsmanager“ werden, indem sie z. B. bei Wikifolio ein Portfolio betreuen, das über deren Partner Lang & Schwarz als Zertifikat verbrieft wird und eine offizielle ISIN-Nummer für den internationalen Wertpapierhandel erhält.
 
8
Ende 2013 besitzen 82 % aller Afrikaner ein Mobiltelefon. In Tanzania, Uganda, Kenya und Madagascar gibt es mehr Mobile Banking Kunden als traditionelle Bankkunden.
 
9
Dies sind insbesondere Telekommunikationsdienste oder Energieverträge.
 
10
Das Unternehmen wurde erst 2012 in Hamburg gegründet und beschäftigt bereits 140 Mitarbeiter.
 
11
In der Regel erhalten Banken ca. 1 % der Vermögenswerte als jährliche Vergütung.
 
12
Das 99 % Perzentil der Vermögensververteilung in Deutschland wird auf 817.279 EUR geschätzt (Schätzung aus dem Jahr 2012; Siehe hierzu [7].
 
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Aitken, M., Cumming, D., & Zhan, F. (2014) Trade size, high frequency trading, and co-location around the world, SSRN Working Paper No. 2417474. Aitken, M., Cumming, D., & Zhan, F. (2014) Trade size, high frequency trading, and co-location around the world, SSRN Working Paper No. 2417474.
3.
Zurück zum Zitat Breuer, A., & Burghof, H. P. (2013) Algorithmic trading vs. bid-offer spreads, volatility, and the distribution of profits and losses: A simulation, SSRN Working Paper No. 2200075. Breuer, A., & Burghof, H. P. (2013) Algorithmic trading vs. bid-offer spreads, volatility, and the distribution of profits and losses: A simulation, SSRN Working Paper No. 2200075.
4.
Zurück zum Zitat Brogaard, J., Garriott, C., & Pomeranets, A. (2014). High-frequency trading competition, SSRN Working Paper No. 2435999. Brogaard, J., Garriott, C., & Pomeranets, A. (2014). High-frequency trading competition, SSRN Working Paper No. 2435999.
5.
Zurück zum Zitat Burghof, H. P. (2013). From traditional floor trading to electronic high frequency trading (HFT), Präsentation vom 14.5.2014 beim IBF Symposion, Universität Hohenheim. Burghof, H. P. (2013). From traditional floor trading to electronic high frequency trading (HFT), Präsentation vom 14.5.2014 beim IBF Symposion, Universität Hohenheim.
6.
Zurück zum Zitat Deutscher Bundestag. (2012). Entwurf eines Gesetzes zur Vermeidung von Gefahren und Missbräuchen im Hochfrequenzhandel (Hochfrequenzhandelsgesetz) vom 26.11.2012. http://​bit.​ly/​1q9bURS. Zugegriffen: 6. Nov. 2014. Deutscher Bundestag. (2012). Entwurf eines Gesetzes zur Vermeidung von Gefahren und Missbräuchen im Hochfrequenzhandel (Hochfrequenzhandelsgesetz) vom 26.11.2012. http://​bit.​ly/​1q9bURS. Zugegriffen: 6. Nov. 2014.
10.
Zurück zum Zitat Jester, A. (2007). Algorithmic Trading und Informationseffizienz, Präsentation im Rahmen der 3. Jahrestagung des Münchner Finance Forum e. V. am 25.10.2007 in München. Jester, A. (2007). Algorithmic Trading und Informationseffizienz, Präsentation im Rahmen der 3. Jahrestagung des Münchner Finance Forum e. V. am 25.10.2007 in München.
11.
Zurück zum Zitat Kokert, J. (2013). Arbeitsschwerpunkt der IT-Aufsicht, Informationsveranstaltung: IT-Aufsicht bei Banken, Vortrag am 29.10.2013, Rererat BA 57, BaFin Bonn. Kokert, J. (2013). Arbeitsschwerpunkt der IT-Aufsicht, Informationsveranstaltung: IT-Aufsicht bei Banken, Vortrag am 29.10.2013, Rererat BA 57, BaFin Bonn.
12.
Zurück zum Zitat Lewis, M. (2014). Flash boys. A wall street revolt, W. W. Norton, 2014. Lewis, M. (2014). Flash boys. A wall street revolt, W. W. Norton, 2014.
16.
Zurück zum Zitat Nagel, J. (2012). High Frequency Trading und Marktimplikationen – Eine Einschätzung aus Notenbanksicht, Rede anlässlich der TradeTech DACH 2012 am 4.7.2012 in Frankfurt/Main. Nagel, J. (2012). High Frequency Trading und Marktimplikationen – Eine Einschätzung aus Notenbanksicht, Rede anlässlich der TradeTech DACH 2012 am 4.7.2012 in Frankfurt/Main.
Metadaten
Titel
Finanzmärkte im Umbruch
verfasst von
Alexis Eisenhofer
Copyright-Jahr
2015
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-43782-7_75

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