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Erschienen in: Bankfachklasse 4/2019

01.04.2019 | Rechnungswesen

Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens

verfasst von: Meinrad Lippach

Erschienen in: Bankfachklasse | Ausgabe 4/2019

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Auszug

Betriebliches Rechnungswesen
■ Das Rechnungswesen ist ein Instrument zur Steuerung und Kontrolle von Unternehmen durch systematische rechnerische Erfassung des betrieblichen Geschehens für interne und externe Zwecke und Adressaten.
■ Es besteht aus vier Teilbereichen mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten.
Vier Teilbereiche des Rechnungswesens
Finanzbuchführung
■ Stellt die Höhe des Vermögens und der Schulden fest,
■ zeichnet während des Geschäftsjahres alle Veränderungen der Vermögens- und Schuldenwerte lückenlos in chronologischer und systematischer Ordnung auf,
■ erfasst alle Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres und ermittelt den Erfolg, das heißt den Gewinn oder Verlust des Geschäftsjahres,
■ stellt nach Beendigung des Geschäftsjahres den Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und-Verlust-Rechnung, Anhang) auf,
■ liefert Unterlagen für die Besteuerung des Unternehmens sowie seiner Eigentümer und
■ dient bei Rechts- und Vermögensstreitigkeiten vor Gericht als Beweismittel.
Kosten- und Erlösrechnung
■ Stellt die Kosten und Erlöse, das heißt die Aufwendungen und Erträge, die bei der Verfolgung des Betriebszwecks entstehen, fest,
■ ermittelt durch deren Gegenüberstellung das Betriebsergebnis,
■ verrechnet für die Kalkulation der Preise und Entgelte die Kosten verursachungsgerecht auf die Bankleistungen und
■ kontrolliert die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Leistungserstellung.
Statistik
■ Bereitet die Daten der Buchführung und der Kosten- und Erlösrechnung in Form von Tabellen sowie Grafiken auf und
■ errechnet aus den Daten Kennzahlen für Zeit- und Betriebsvergleiche.
Planungsrechnung
■ Ermittelt die Ziele für die künftige Geschäftstätigkeit und
■ liefert damit die Grundlagen für geschäftspolitische Entscheidungen.
Externes und internes Rechnungswesen
■ Die Finanzbuchführung wird auch als externes Rechnungswesen bezeichnet, da ihre Informationen ebenso für Adressaten außerhalb des Unternehmens, zum Beispiel Anteilseigner, Gläubiger und Staat, bestimmt sind.
■ Die Bereiche Kosten- und Erlösrechnung, Statistik und Planungsrechnung bilden dagegen das interne Rechnungswesen, da sie ausschließlich unternehmensinternen Zwecken dienen.
■ Während das externe Rechnungswesen von Vorschriften des Handels- und Steuerrechts normiert wird, gibt es für das interne Rechnungswesen keine rechtlichen Vorgaben.
Buchführungspflicht
■ Gemäß § 238 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens ersichtlich zu machen.
■ Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren jeweils nicht mehr als 600.000 Euro Umsatzerlöse und 60.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, sind nach § 241a HGB von der Verpflichtung zur Buchführung und Bilanzierung nach handelsrechtlichen Vorschriften befreit. Sie dürfen ihre Rechnungslegung auf eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung gemäß § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) beschränken.
■ Das Steuerrecht erweitert die Buchführungspflicht durch § 141 Abgabenordnung (AO) auf gewerbliche Unternehmer, die keine Kaufleute im Sinne von § 1 HGB sind, sowie auf Land- und Forstwirte, deren Umsatz oder Gewinn 600.000 Euro beziehungsweise 60.000 Euro im Jahr übersteigt.
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
■ Die GoB sind in der unternehmerischen Praxis entwickelte Regeln für eine sachgerechte und allgemein anerkannte Durchführung der Buchführung.
■ Ein Großteil der Grundsätze ist in den §§ 238 und 239 HGB und in den §§ 145 und 146 AO verankert.
Allgemeiner Grundsatz
■ Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann.
Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit
■ Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.
Grundsatz der Vollständigkeit und Richtigkeit
■ Die Eintragungen in Büchern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden.
Grundsatz der geordneten Buchung
■ Die Buchungen und die Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache vorzunehmen.
■ Eine Eintragung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist.
Grundsatz der Lesbarkeit der Daten
■ Bei der Führung der Handelsbücher und der Aufzeichnung auf Datenträgern muss sichergestellt sein, dass die Daten während der Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit lesbar gemacht werden können.
Aus den GoB resultieren Forderungen an die Buchführung, wie:
■ keine Buchung ohne Beleg,
■ ordnungsgemäße Aufbewahrung der Belege,
■ Beachtung der Aufbewahrungsfristen und
■ kein Löschen fehlerhaft gebuchter Daten, sondern Berichtigung durch Stornobuchungen.
Verstöße gegen die GoB
■ Sind die Verstöße nur gering, gelten die GoB in der Regel als erfüllt.
■ Haben die Verstöße einen größeren Umfang, gilt die Buchführung nicht mehr als ordnungsgemäß. Die Rechnungslegung verliert dadurch ihre Beweiskraft. Die Besteuerungsgrundlagen werden vom Finanzamt geschätzt.
Aufbewahrung von Unterlagen
Form und Fristen der Aufbewahrung sind in § 257 HGB und in § 147 AO geregelt.
■ Zehn Jahre aufzubewahren sind:
● Handelsbücher,
● Inventare,
● Jahresabschlüsse,
● Lageberichte,
● die Eröffnungsbilanz sowie
● Buchungsbelege.
■ Sechs Jahre aufzubewahren sind:
● empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe und
● Wiedergaben von abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefen.
■ Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem die Unterlage entstanden ist.
■ Mit Ausnahme von Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüssen ist eine Aufbewahrung statt im Original auch auf Bild- oder Datenträgern möglich.

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Metadaten
Titel
Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens
verfasst von
Meinrad Lippach
Publikationsdatum
01.04.2019
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Bankfachklasse / Ausgabe 4/2019
Print ISSN: 0170-6659
Elektronische ISSN: 2192-8665
DOI
https://doi.org/10.1007/s35139-019-0021-4

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