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2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

Kohlenstoffarme Kreislaufwirtschaft – eine komplexe Aufgabe von großer Tragweite

verfasst von: Heike Schiffler

Erschienen in: CSR in Hessen

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Wenn wir in einigen Jahren auf das Jahr 2020 zurückblicken, werden wir feststellen, dass es in vielen Bereichen massive Veränderungen eingeleitet hat. Auch die durch das COVID-19-Virus ausgelöste Pandemie hat dazu beigetragen. Sie hat uns nebenbei erkennen lassen, welche Auswirkungen unser Konsum auf die Abfallmenge und unsere Mobilität auf das Klima haben. Einen knallblauen Himmel ohne die winzigste Spur eines Kondensstreifens – wann haben wir das zuletzt gesehen? Wir neigen dazu, Themen im Kleinen anzugehen, meistens da, wo es nicht weh tut. Durch die Fülle an Details verlieren wir jedoch manchmal die Zusammenhänge aus den Augen. Das Klima ist ein Ergebnis vielzähliger zusammenwirkender Faktoren. Mobilität und Konsum, aber auch Abfall gehören zu diesen Faktoren, die wir zudem beeinflussen können. Mit anderen Worten: Wir haben die Mittel zur Verfügung, das Klima zu schützen. Dazu ist es erforderlich, dass wir uns die Zusammenhänge bewusst machen und handeln.
Fußnoten
1
Als Wertstoffe bezeichnet die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (2019, S. 7) „im Einvernehmen mit dem Bundesumweltamt“ diejenigen „Werkstoffe einer Verpackung, die über den jeweils materialspezifischen Recyclingprozess als Recyclat zurückgewonnen werden sollen (z. B. Stahl, metallisches Aluminium, PE, (Zellulose-) Faser, PET etc.)“.
 
2
In ihrer im Juli 2020 veröffentlichten Studie thematisiert die Unternehmensberatung Roland Berger mögliche Zielkonflikte zwischen Wiederverwendung und Produkt- oder Klimaschutz bei Mehrwegsystemen (2020, S. 13) und zwischen Recyclingfähigkeit und Klimaschutz in anderen Fällen, die sie nicht näher benennt (2020, S. 15).
 
3
In der sogenannten UBA II Ökobilanz, auf die im Text Bezug genommen wird, heißt es (Umweltbundesamt 2002, S. 213, 214 – bzw. S. 193, 194 im Textteil „Endbericht zu Phase 2“ im selben Dokument; keine durchlaufende Nummerierung), dass 90 % der verursachten Treibhausgase bei Dosen aus Weißblech oder Aluminium auf die Herstellung der Packmittel und der Verpackungen zurückzuführen sind. Diese Ökobilanz hat zwei Phasen durchlaufen und insgesamt vier Jahre der Analysearbeit beansprucht. In der zweiten Phase haben die beteiligten Institute Prognos und IFEU berücksichtigt, dass es bei den untersuchten Verpackungsmaterialien im Einsatz in konkreten Verpackungsprodukten Anstrengungen zu ihrer ökologischen Optimierung gegeben hat. Materialreduzierungen bei der einzelnen Verpackungseinheit sind bei nahezu allen Materialien vorgenommen worden. Die Tendenz der getroffenen Aussage hat sich dadurch jedoch nicht geändert.
 
4
Es geht dabei im Speziellen um „Einwegkunststoffartikel“ ((EU) 2019/904, Art. 12). Derzeit werden zwischen der EU-Kommission und den nationalen Mitgliedstaaten Leitlinien diskutiert, die präzisieren sollen, welche Produkte auf der Basis welcher Kriterien künftig zur Gruppe der „Einwegkunststoffartikel“ zählen werden.
 
5
„Kreislaufwirtschaft“ wird hier im Sinne der Definition des Umweltbundesamtes (2020, S. 10) verstanden, das von einer „Konsistenzstrategie, die nicht nur auf eine Effizienzsteigerung abzielt, sondern eine insgesamt naturverträgliche und ressourcenschonende Gestaltung des Wirtschaftssystems und aller Prozesse in der Anthroposphäre“ spricht.
 
6
In seinem Bericht über den Beitrag einer kohlenstoffarmen Kreislaufwirtschaft zum 1,5°-Celsius-Klimaziel gibt das United Nations Development Programme (2020, S. 8) unter Hinweis auf das International Resource Panel an, dass die Entnahme natürlicher Ressourcen sowie ihre Verarbeitung für etwa 50 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Weiter wird gesagt, dass die „Verringerung der Abhängigkeit von kohlenstoffintensiven Materialien primären Ursprungs und die Vermeidung von Abfall (…) wirksame Mittel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen“ (übersetzt durch die Autorin dieses Beitrags) sind.
 
7
Der Anteil der Treibhausgasemissionen verteilt sich, wie folgt, auf die verschiedenen Stufen unserer Wertschöpfungskette (Tetra Pak 2020, S. 26): Lieferanten: 41 %, eigene Standorte (Produktion und Verwaltung): 3 %, Kundenbetriebe (Abfüllung): 49 % und Recycling: 7 %.
 
8
Die Abkürzung „CE“ steht für „Circular Economy“.
 
9
Der Tetra Pak-Zertifikat-Code ist registriert unter BONS-C-0119.
 
10
Mehr zum Engagement von Tetra Pak für das Recycling von Getränkekartonverpackungen findet sich im Internet unter diesem Link https://​www.​tetrapak.​com/​sustainability/​recycling. Zugegriffen: 12. August 2020.
 
11
Detailliertere Information zur Anlagentechnik der Palurec finden sich in einer Broschüre, die auf der Internetseite des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN) zum Herunterladen bereitsteht: https://​www.​getraenkekarton.​de/​recyclinganlage-fuer-getraenkekarton-spatenstich/​. Zugegriffen: 12. August 2020.
 
12
Die 3 „R“ stehen für „reduce“, „recover“ und „reycle“.
 
13
Die Abfallhierarchie, der alle Mitgliedstaaten in der Europäischen Union folgen und die bis heute unverändert gilt, ist in der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie als „Prioritätenfolge“ definiert, von der abgewichen werden kann, sofern eine Lebenszyklusanalyse dies rechtfertigt: „a) Vermeidung, b) Vorbereitung zur Wiederverwendung, c) Recycling, d) sonstige Verwertung, z. B. energetische Verwertung, e) Beseitigung“ (Richtlinie 2008/98/EG, Art. 4 (1) u. (2)).
 
Literatur
Zurück zum Zitat Meadows D (1972) Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart Meadows D (1972) Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart
Zurück zum Zitat Berger R (2020) Packaging Sustainability in the Consumer Goods Sector. Global Study. Als PDF erhalten per E-Mail: 29. Juli 2020 Berger R (2020) Packaging Sustainability in the Consumer Goods Sector. Global Study. Als PDF erhalten per E-Mail: 29. Juli 2020
Zurück zum Zitat Schiffler H (2003) Die Zukunft kommt – der Müll geht. In: Müll. Facetten von der Steinzeit bis zum Gelben Sack. Begleitschrift zur Sonderausstellung vom 06. September bis 30. November 2003. Philipp von Zabern, Mainz am Rhein, S 249–252 Schiffler H (2003) Die Zukunft kommt – der Müll geht. In: Müll. Facetten von der Steinzeit bis zum Gelben Sack. Begleitschrift zur Sonderausstellung vom 06. September bis 30. November 2003. Philipp von Zabern, Mainz am Rhein, S 249–252
Metadaten
Titel
Kohlenstoffarme Kreislaufwirtschaft – eine komplexe Aufgabe von großer Tragweite
verfasst von
Heike Schiffler
Copyright-Jahr
2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-63004-4_27

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